Interview mit Christopher David

Interview mit Christopher David zu seinem Buch: Die Wellenbrecher

Heute darf ich dir den Autor Christopher David vorstellen. Sein Roman „Die Wellenbrecher“ hat mich fasziniert und direkt Fernweh ausgelöst. Ich durfte mit dem Buch an bekannte und unbekannte Orte reisen. Beim Lesen war für mich schnell klar, ich möchte mehr über den Autor erfahren und habe ihn direkt um ein Interview gebeten.

©Christopher David

Lieber Christopher, vielen Dank für deinen Roman „Der Wellenbrecher“, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Sehr gerne. Mein Name ist Christopher David. Ich komme aus Köln und lebe seit einigen Jahren in Österreich. Den Dom und die Berge sehe ich allerdings nicht so oft, da es mich immer wieder raus in die Welt zieht. Inzwischen habe ich über 50 Länder bereist und in 6 davon gewohnt. Unterwegs habe ich unzählige Geschichten erlebt und gehört. Eine davon versetzt die Menschen jedoch immer ganz besonders ins Staunen. Es ist die Geschichte, wie 200 Studenten aus 40 Nationen gemeinsam über die Ozeane reisen, um ihren Platz in der Welt zu suchen. Von genau dieser Geschichte handelt mein Debütroman „Die Wellenbrecher“, der gerade im CONBOOK Verlag erschienen ist. 

Ich habe im Einband des Romans gelesen, dass du 2007 selbst mit einem „schwimmenden Melting Pot“ von Athen bis Shanghai gereist bist. Wie viel von deiner eigenen Reise steckt in deinem Roman „Der Wellenbrecher“?

Tja, das interessiert immer alle ganz brennend. (lacht) Ich schätze, das bleibt mein Geheimnis … 

Gab es ein besonderes Erlebnis auf deinen Reisen, was dich dazu animiert hat zu schreiben?

Es gab auf meinen Reisen viele Erlebnisse, bei denen ich mir dachte, das muss unbedingt jemand festhalten. Der Auslöser, selbst Reiseromane zu schreiben, war aber viel mehr das Lesen von Büchern wie „On the road“ von Jack Kerouac oder „Fiesta“ von Ernest Hemingway. Wie bei meinem Buch, lagen hier wahre Erlebnisse und Begebenheiten zugrunde. Die Autoren haben sich aber die Freiheit genommen, aus dieser Erlebnismasse ihre eigenen Erzählungen zu formen. 

„On the road“ habe ich so intensiv gelesen, dass sich die Szenen heute noch anfühlen, als wären sie meine eigenen Erinnerungen. Irgendwann wuchs der Wunsch, selbst etwas zu schaffen, das die Leser so sehr in eine fremde Welt eintauchen und die ganze Energie und Lebenslust des Reisens spüren lässt. Das war der Moment, in dem ich ernsthaft angefangen habe zu schreiben.

Ich selbst bin an der Nordseeküste in einer Seefahrerfamilie aufgewachsen. Mein Großvater war mit der Onassis Flotte in der Antarktis auf Walfang, mein Vater ist als Krabbenfischer über 40 Jahre lang zur See gefahren. Auch meine Schwester hat es mit der Polarstern in die Antarktis gezogen. Die Sucht nach Meer liegt mir im Blut und so versuche ich meine Reiselust mit der Seefahrt zu kombinieren. Dieses Jahr geht es noch vier Wochen auf Kreuzfahrt Richtung Kapstadt.
Wie bist du zum Reisen gekommen?

Wow, die Flotte von Onassis, Generationen von Seefahrern, die Weiten der Antarktis – hast du mal überlegt ein eigenes Buch darüber zu schreiben? Das ist faszinierender Stoff!
(Anmerkung: Mein Großvater hat kurz vor seinem Tod das Buch „Von Ording an den Südpol“ über sein Leben als Seefahrer geschrieben. Ich selbst werde wenn dann eher mal einen Thriller schreiben).
Reisen hat auch in meiner Familie einen sehr hohen Stellenwert. Meine Großeltern haben fast jedes Land der Erde bereist. Als Kind staunte ich immer über exotische Schnitzereien und Bilder, die sie aus aller Welt mitbrachten. Ich wurde auch schon früh mit auf Reisen genommen und war schon in jungen Jahren an allerlei Orten in Europa. Das hat mich nachhaltig geprägt. Mit der Zeit sind dann weiter entfernte Ziele hinzugekommen: Alaska, Malaysia, Hawaii, Polynesien, Mexico, Bali… Da waren schon viele Sehnsuchtsorte dabei.

Als Kind wollte ich unbedingt zur See fahren und Kapitän werden. Als Tochter von einem Seemann und einer Lehrerin nicht ganz ungewöhnlich. Was war dein Berufswunsch als Kind? 

Ja, der Berufswunsch war ganz klar: Ich wollte Comiczeichner werden. Das war für mich absolut alternativlos. Wenn andere Kids beim Fußball-Training waren, saß ich irgendwo in der Ecke und zeichnete meine eigene Fantasiewelt. Der Wunsch ist im Laufe der Jahre anderen Interessen gewichen. Geblieben ist die Freude am Geschichtenerzählen und eine sehr bildliche Vorstellungskraft.

Beim Lesen des Romans wurden bei mir Erinnerungen geweckt und Fernweh geschürt. Besonders die Station in Lissabon hat mich verzaubert. Ich habe erst im Mai den Paseis de Belém und die Einfahrt in den Tejo genossen. Auch die Fahrt auf dem Panamakanal ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Hast du einen Ort bei deinen ganzen Reisen, der dich bisher am meisten beeindruckt hat?

Es gibt so viele faszinierende Orte. Landschaftlich haben mir z.B. die Salzwüste von Uyuni, die Farben von Tahiti oder der unfassbare Sternenhimmel über Australiens Outback die Sprache verschlagen. Vielleicht sind es am Ende aber viel mehr die Erlebnisse mit den Menschen als die Umgebung, die sich ins Gedächtnis einbrennen. 

Eine Unterhaltung im Buch ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Mark erklärt Cansu, warum er oft keine Fotos macht. Ich kann da Mark nur zustimmen. Wie stehst du dazu, alles mit Foto und Film festzuhalten?

Da bin ich Mark sehr ähnlich. Natürlich freue ich mich, tolle Bilder von einem Trip zu haben. Ich fotografiere und filme auch sehr gern. Trotzdem lasse ich oft die Kamera Zuhause, um mich mehr auf die Momente und Begegnungen einlassen zu können. Am besten löst man das Dilemma, indem man mit Freunden reist, die viel fotografieren und einem damit den Druck nehmen, selbst alles abzulichten. (lacht)
(Anmerkung: Stimmt, bei uns macht meistens mein Mann die Fotos und so kann ich in Ruhe mich umsehen und genießen.)

Mein Blog heißt „Kerstins Kartenwerkstatt“ und zeigt meine kreative Seite und meine Lesesucht. Mit kleinen Sketchnotes versuche ich meine Leseeindrücke festzuhalten. Hast du auch eine kreative Ader?

Ja, absolut. Neben dem Schreiben mache ich viel Musik. Kunst und kreativer Ausdruck sind ganz wichtige Treiber in meinem Leben. Macklemore sagt in einem Song: „A life lived for art is never a life wasted.“ Da stimme ich ihm voll und ganz zu. Kunst ist für mich eine Lebenseinstellung – eine kreative Art, sich mit der Welt auseinanderzusetzen.

Ich habe deine außergewöhnliche Geschichte genossen, dürfen wir uns auf einen weiteren Abenteuer Roman von dir freuen?

Die Arbeit an „Die Wellenbrecher“ hat mir viel Spaß gemacht. Ich bin dankbar, für alle Leser die mich auf dieser Reise begleiten und mich damit motivieren, auch weiterhin zu schreiben. Die Notizbücher sind jedenfalls schon voller Ideen für weitere Abenteuerromane. 

Lieber Christopher, vielen Dank dass du dir einen Moment für mich Zeit genommen hast. 

Vielen Dank, Kerstin. Ich habe mich sehr, auf deinem tollen Blog dabei zu sein.

Die Wellenbrecher von Christopher David Buch

Die Wellenbrecher

von Christopher David

Reiseerzählung
Verlag: Conbook Verlag
erschienen im: Juli 2019
ISBN: 978-3-95889-207-1
Seiten: 288

Interview mit Anjana Gill

Interview zum Buch: Danke liebes Universum

Liebe Anjana Gill, vielen Dank für dein Buch mit der Wunscherfüllungsgarantie. Magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Mich fasziniert schon immer die aufregende Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Mensch und Universum. Ich liebe es neue spannende Geheimnisse zu entdecken und auch altes Wissen wieder neu zu entdecken. Ich habe inzwischen 8 Bücher zu spirituellen Themen veröffentlicht. Ganz besondere Freude macht mir die Zusammenarbeit mit dem Universum. Außerdem liebe ich: Yoga, reisen, lesen und schöne Momente…

Ich habe dein Buch „Danke liebes Universum“ verschlungen und musste an vielen Stellen Schmunzeln. Kannst du das Buch mit 3 Sätzen meinen Lesern schmackhaft machen?

97,5 % Wunscherfüllung – in diesem Buch lernst du mit Hilfe von kleinen spielerischen Aufgaben die Arbeitsweise des Universums kennen und kannst den Schritt vom Wünschen zum Manifestieren, vom Träumen zur Wunscherfüllung vollziehen. Jeder von uns besitzt Manifestationskräfte – wir müssen nur lernen sie umzusetzen. Du und das Universum – da geht was. Und am Ende wirst Du sagen: Ich liebe das Universum.

Mein Lieblingsspruch ist: Das Leben ist schön. Damit kann ich mir und meinen Mitmenschen einen schlechten Tag versüßen. Wie kommst du an einem stressigen Tag aus der „Negativ-Falle“ heraus?

Manchmal stolpere ich da auch rein. Aber dann nehme ich eine Beobachterposition an und beobachte mich selbst von außen. Dabei merke ich sofort, dass ich mal wieder in die Falle getappt bin. Jetzt drehe ich die Negativspirale in etwas Positives um, und bestelle mir irgendetwas lustiges beim Universum. Z.b. „Liebes Universum, bring mir Kuchen.“ Und dann bin ich gespannt, durch wen das Universum mir den bestellten Kuchen bringen lässt und welcher Kuchen es sein wird. 

Ich habe meine ersten Gehversuche mit dem Universum etwa 2005 gemacht, nachdem ich „Das Uschi- Prinzip“ gelesen habe. Mein Wunsch ans Universum waren grüne Ampeln und helfende Hände. Hat zu 90% auch immer gut geklappt. Kennst du das Buch? Wie sind deine Erfahrungen bei der Grünenwelle- Hilfe durch das Universum?

Das Buch kenne ich leider nicht. Die Grünewelle-Hilfe, wie Du sie nennst, ist wahrscheinlich vergleichbar mit meinem Prinzip: „Das Universum öffnet die Türen und ich brauche nur hindurchzugehen.“ Wenn eine Tür nicht aufgeht, weiß ich, dass ich da nicht durchgehen soll. Ist ein Weg gut für mich, öffnet das Universum die Tür – ist der Weg nicht richtig, lässt das Universum die Tür zu. Obwohl ich das alles weiß, ärgere ich mich manchmal immer noch, wenn eine Tür nicht aufgeht und versuche immer wieder sie zu öffnen. Aber zum Glück hält das Universum sie weiter zu. Fast immer verstehe ich im nachhinein, dass das Universum mich zu etwas Besserem führen wollte. Man lernt nie aus :-)

Bei der Lektüre des Buches musste ich immer wieder schmunzeln. Wenn ich doch nur jenes getan hätte, dann wäre das passiert. Mein Vater hat mir schon früh beigebracht, dass es „Was wäre wenn“ und „wenn, dann“ nicht gibt. Das hat mir bei all meinen Irrwegen im Leben sehr gut geholfen und so kann ich positiv auf jeden Fehlgang zurückblicken. Hast du ähnliche positive Gedanken von deinen Eltern mit auf den Weg bekommen?

Mein Vater hat mir von klein auf sehr sehr viele positive Gedanken und spirituelle Geschichten erzählt. Der allerwichtigste Rat aber, den er mir mitgeben hat, war dieser: In einer sehr schwierigen Situation hat er nur ganz ruhig zu mir gesagt: „Tue, was dein Herz dir sagt. Vergiss jetzt mal, was dein Kopf sagt und höre einen Moment nur auf dein Herz.“ Ich wusste sofort, was ich zu tun hatte. Seitdem lebe ich nach dem Motto: Tue, was dein Herz dir sagt. Mein Herz ist mein bester Ratgeber.

Meine kosmischen Zeichen blühen rosa in meinem Garten oder zeigen sich in Form von Blüten jeglicher Art. Ich habe eine Stammrose von meiner Großmutter und eine Christrose (oder sowas ähnliches) von meinem Vater geschenkt bekommen. Beide haben nur mäßig geblüht, dies änderte sich jeweils mit dem Tod. Dieses Jahr hat die Christrose das erste Mal in voller Pracht geblüht. Das war für mich ein Zeichen, dass mein Vater immer noch für mich da ist. Kannst du meinen Lesern einen Tipp geben, wie sie kosmische Zeichen erkennen können?

Dein Zeichen mit den Blumen ist wunderschön. Genauso funktioniert es. Man spürt plötzlich von ganz alleine, was ein Zeichen ist. Dich durchflutet dann dieses unendlich warme Gefühl und du weißt es, du weißt, dass du Verbindung zu einer bestimmten Person hast. Es gibt so viele unterschiedliche Zeichen, wie es Menschen gibt. Zeichen können Lieder, Gerüche, besondere Zeilen, Regenbögen, besondere Worte und und und sein.

Beim Lesen des Buches habe ich mir direkt ein kleines Notizbuch genommen und Zauberbuch drauf geschrieben. Für mich als kreativer Mensch bieten sich da ganz viele Möglichkeiten zur Gestaltung und Dekoration des Büchleins. Hast du eine kreative Ader? Magst du mir und meinen Lesern eventuell ein Bild davon zeigen?

Ich liebe es wichtige Botschaften mit schönen Fotos zu kombinieren. Schaut doch mal auf meiner Instagram-Seite Anjana Gill oder bei Facebook unter „Sprechen Sie kosmisch?“ vorbei. Aus der kreativen Arbeit bei Facebook sind auch zwei kleinere Taschenbücher entstanden.

Ein Abschnitt im Buch heißt: „Telefonieren für Fortgeschrittene – Telepathie“. Ein spannendes Thema für unsere digitale Generation, die immer und überall erreichbar sein möchte. Kann ich auch als Smartphone Kind mir telepathische Fähigkeiten aneignen?

Aber klar kannst Du das. Jeder kann es. Es ist gar nicht so schwer und du kannst es trainieren und üben. Macht auch noch richtig Spaß. Denk mal an eine bestimmte Person, ganz intensiv. Und nun sage dieser Person in Gedanken, dass sie Dich anrufen soll. Das klappt. Vielleicht nicht beim ersten Mal, aber Übung macht den Meister. Dann bist du auch immer und überall erreichbar – für die Wunder des Universums. 

 Vielen Dank liebe Anjana, dass du dir die Zeit für meine Fragen genommen hast.

Mehr über das Buch verrate ich dir in meiner Rezension: Danke liebes Universum von Anjana Gill.

Interview mit Aaron Wahl

Welt- Autismus- Tag

Heute ist der Welt- Autismus- Tag. Passend dazu erschien gestern die Autobiographie „Ein Tor zu eurer Welt“ von Aaron Wahl. Mit dem Untertitel: Wie ich als Autist meine Gefühle lieben lernte.

Im Rahmen der Veröffentlichung seiner Autobiographie durfte ich Aaron Wahl ein paar Fragen stellen. Ich fand es total spannend. Nach der Lektüre des Romans war ich total bewegt und traute mich fast gar nicht noch weitere Fragen zu stellen. Mir war jede Frage irgendwie zu simpel und zu unwichtig gegenüber diesem emotionalen Buch. Am Ende blieben 10 Fragen übrig, die ich an Aaron Wahl gerichtet habe. Die Antworten sind einfach nur gut und machen Lust, seine Geschichte zu lesen.

Mehr zum Welt- Autismus- Tag erfährst du heute in der Facebook Veranstaltung dazu.

Interview mit Aaron Wahl

Aaron Wahl

Lieber Aaron Wahl, vielen Dank für deine bewegende Geschichte. Magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Aaron Wahl, ich bin Autist, 28 Jahre alt und lebe in Hamburg.
Ich leite im PEM Center – Kunst und Kulturzentrum für emotionale Bildung ein Projekt, welches die Stärken von Autisten fördern will und ihre individuellen Schwierigkeiten auf Basis von Menschlichkeit angeht und wenn sie möchten, löst, jedoch ohne in die Persönlichkeit oder Psyche einzugreifen.
Mein Wunsch ist es, dass Autisten „sie selbst“ sein dürfen, in der vollkommenen Individualität wie alle anderen Menschen auch und mit dem Fokus auf dem was sie gut können und das sie die Möglichkeit erhalten, diese teilweise bemerkenswerten Fähigkeiten einzusetzen, ohne dass ständig nur auf ihre Probleme und Unterschiede geschaut wird.

Was hat dich dazu bewegt, deine Geschichte zu schreiben? Wann hast du festgestellt, dass du schreiben musst? 

Am Anfang des Jahres 2017 habe ich nach erfolglosen 16 Jahren Psychotherapien und so ziemlich jeder Therapieform, sowie diversen Krankenhaus Aufenthalten die PEM (Perdekamp`sche Emotions Methode) kennengelernt.
Die PEM ist ein körperbasiertes Training was dabei unterstützt die eigenen Emotionen zu verstehen, zu kommunizieren und Blockaden auf rein körperlicher Ebene aufzulösen. Zum Beispiel Ängste.

Dies war für mich ein lebensverändernder Durchbruch, vorher habe ich zum Beispiel mein Leben um meine Ängste herum organisiert, sodass ich die Trigger vermeide, welche die diversen Ängste auslösten. Das hat mich erheblich eingeschränkt. Durch das wiederholte körperliche Training der PEM hat mein Körper gelernt, wie er mit Ängsten gesund umgehen kann, dadurch hat sich die „Angst vor der Angst“ komplett aufgelöst.
Das heißt meine Angst ist kein unbezwingbarer Feind mehr, sondern ich verstehe ihren biologischen Nutzen (aus einer Gefahrensituation fliehen), dadurch ist sie nicht mehr lähmend und kommt wenn dann nur noch individuell und situativ vereinzelt vor und nicht mehr allgemein.

Im Sommer 2017 startete ich nach diesen lebensverändernden Erfahrungen in Hamburg ein soziales Projekt um andere Menschen durch dieses Emotionstraining zu unterstützen. Nach kurzer Zeit bat mich der Droemer Knaur Verlag darum mit ihm ein Buch über mein bisheriges Leben, meine Erfahrungen und über den Beginn meines Projektes zu schreiben. 

In der Hoffnung mit diesem Buch und durch vollkommene Offenheit und Ehrlichkeit anderen Menschen in ähnlichen Situationen weiterhelfen zu können, willigte ich ein. Mit meinem Buch möchte ich anderen Menschen zeigen, dass es sich lohnt für sich selbst zu kämpfen und dazu zu stehen wer man ist, egal in welcher Situation man gerade ist.

Magst du für meine Leser mit 3 Sätzen auf dein Buch neugierig machen? 

Mein Buch erzählt meine Reise von Unterschieden zu anderen Menschen, die ich früher nie greifen oder verstehen konnte, von dem Tod eines geliebten Menschen, von der Suche nach einem Weg die damit einhergehenden Emotionen und den Druck der durch sie in mir wuchs rauslassen zu können.
Von dem Weg in ein tiefes Tal in dem dieser Druck an nicht ausgelebten Emotionen so groß wurde, dass ich schließlich kaum noch etwas aufnehmen und fühlen konnte.
Von erster Liebe, Sexualität und deren Verlust, und von einem teilweise einsamen Kampf in dem Glauben daran, dass mein Leben mehr Inhalt haben kann, als mit 20 berentet, entmündigt, arbeitsunfähig und als Hoffnungsloser Fall deklariert im Betreuten Wohnen festgehalten zu werden. 

Für mich am wichtigsten ist aber, dass es auch den Weg und Kampf aus diesem Tal heraus beschreibt, hinein in ein glückliches Leben, mit großartigen Menschen und einer Aufgabe, die mich mit Leidenschaft erfüllt. Mein Buch will Menschen in ähnlichen Situationen Mut machen, sich und ihre Träume nie aufzugeben und dafür zu kämpfen, egal was ihnen ihr Umfeld oder „Spezialisten“ darüber suggerieren wer sie sind oder was sie können.

Menschen die dies erleben oder miterleben wollen, nehme ich in meinem Buch mit auf meine Reise. 

Ich lese Querbeet fast alles was mir in die Finger kommt. Gerne auch mal naturwissenschaftliche Bücher wie zum Beispiel „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von Stephen Hawking. Gibt es für dich Bücher, die dich reizen? 

Mich reizen vor allem Bücher die im (High) Fantasy Bereich angesiedelt sind. Das ist so ziemlich die einzig wahre Liebe, die ich Buch technisch habe. 

Zum Beispiel Patrick Rothfuss, Brent Weeks, Peter V. Brett und Brandon Sanderson. 

Meine absolute Lieblingsreihe ist die Askir Saga von Richard Schwartz. Mit Havald, der Hauptfigur kann ich mich irgendwie sehr gut identifizieren und die Reihe lese ich 1-2 mal pro Jahr komplett an einem Stück durch, schlafe kaum und bin danach immer sehr traurig, dass die Geschichte endet.
(Wie in meinem Buch beschrieben verwirrt mich aber manchmal die Beziehungsanbahnung, weil es so kompliziert erscheint)

Wenn ich an Autismus denke, fällt mir sofort der Begriff Inselbegabung auf. Hast du für dich eine entdeckt und magst sie uns verraten? 

Vorweg möchte ich eine kurze Richtigstellung einbringen: 
Menschen mit einer Inselbegabung nennt man Savants. Schätzungsweise 50-100 Menschen auf der Welt haben eine Inselbegabung. Da diese Menschen manchmal zusätzlich Autisten sind, wird Inselbegabung falscherweise oft mit Autismus in direkte Verbindung gebracht.
Eine Inselbegabung bezieht sich jedoch nur auf ein Gebiet.
Viele Autisten haben Spezialinteressen. Diese können sich im Laufe des Lebens ändern und sind nicht unbedingt nur auf ein Gebiet bezogen. 

Neben authentischen Emotionen, die wohl ein Spezialinteresse von mir sind, da die Suche nach authentischen Emotionen sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht, fällt mir nur mein Wissensdurst und eine Begabung für das Formulieren ein.
Ob dies jetzt als Spezialinteresse zählt, will ich nicht festlegen. Jedoch ist es so, dass ich mich für immer neue Themen begeistere und sehr tief mit Ihnen beschäftige, ich arbeite mich sehr intensiv ein und bin dabei höchst fokussiert.
Besonders fiel das beim Start von meinem Projekt auf. Bedenkt man, dass ich bis auf Design-technische Dinge alles selbst gemacht habe und nichts davon vorher konnte, gibt es eine Spanne von Themen, über die ich mir erst Wissen erarbeiten musste. Zum Beispiel: Websiten Erstellung, Projektmanagement, Videoaufnahmen, das Schneiden von Videos, das Üben vom Vorlesen, den Aufbau von Kontakten, Konzeptionieren eines Runden Tisches, der Erstellung eines Podcastes, das Schreiben eines Konzeptes für Arbeitsförderungsmaßnahmen, etc.
Ich kann sagen, ich liebe es mich immer weiterzuentwickeln.

Als Kind wollte ich unbedingt zur See fahren und Kapitän werden. Als Tochter von einem Seemann und einer Lehrerin nicht ganz ungewöhnlich. Was war dein Berufswunsch als Kind? 

Lange Zeit gab es da bei mir recht wenig. Ich konnte mir nie konkret vorstellen, was ich mal werden will oder später machen möchte. In meiner Jugendzeit wollte ich gerne mit Menschen arbeiten, sie unterstützen und ihnen helfen. Zu der Zeit schien das aber sehr realitätsfern und utopisch, deshalb habe ich lange gebraucht um herauszufinden was ich gut kann und was ich machen möchte.
Mir war aber klar, dass ich nicht „irgendwas“ machen will, sondern etwas, was mich mit Leidenschaft erfüllt, was selten langweilig wird und woran mein Herz hängt. Am besten etwas, was mich privat ebenso erfüllt, da mir diese Abgrenzung sehr schwerfällt, eigentlich ist sie fast unmöglich. Über die Zeit und besonders auf Amrum habe ich mir das was ich kann bewusst gemacht. 
Aber erst bei PEM konnte ich meine Stärken entfalten und für eine Sache einsetzen, die ich mir vorstellen kann ein Leben lang zu machen. Hier kann ich Menschen unterstützen, etwas Gutes tun und in einem Umfeld mit Menschen arbeiten, die ich sehr gerne habe, auch weit über den beruflichen Rahmen hinaus.

Ich kenne Hamburg hauptsächlich von der Durchreise von Holdorf nach St. Peter- Ording und wieder zurück. Gibt es einen Platz in Hamburg, den du mir besonders empfehlen kannst?

Das PEM Theater an den Elbbrücken, für mich ist dies der Ort, wo ich zum ersten Mal sein konnte wie ich bin, wo mir niemals das Gefühl gegeben wurde „anders“ oder gar „falsch“ zu sein. Wo mir reflektiert wurde was ich kann, als ich es selbst noch nicht wahrnahm und wo ich immer bestärkt wurde und wo ich auch in meiner Freizeit hauptsächlich wegen der Atmosphäre und den Menschen gerne und lange bin.

Es ist auch der Ort wo mich Theateraufführungen zum ersten Mal so sehr berührt haben, dass ich geweint habe in einer Vorstellung. Für mich ist das Theater der Ort, dem ich jedem empfehlen mag. Menschen, die herkommen, bemerken recht schnell die besondere Atmosphäre.
Für mich ist dies der Ort, den ich uneingeschränkt empfehlen kann und sei es nur um sich ein Theaterstück oder Konzert anzusehen und sich dadurch berühren zu lassen. 

Mein Blog heißt „Kerstins Kartenwerkstatt“ und zeigt meine kreative Seite und meine Lesesucht. Mit kleinen Sketchnotes versuche ich meine Leseeindrücke festzuhalten. Hast du auch eine kreative Ader?

Leider muss ich gestehen, dass ich kreativ, bis vielleicht aufs Schreiben, eher unbegabt bin oder aber meine Begabung noch nicht gefunden habe, weshalb ich sehr dankbar für unseren tollen Designer bin 😊.
Jedoch entdecke ich gerade den Gesang für mich, wer weiß, vielleicht ist das ja irgendwann vorzeigbar. Ich trainiere hier wöchentlich daran und es macht mir viel Freude ganz ohne Erwartungen zu sehen, wie gut die Fortschritte im Training sind und wo es mich hinführt.
  

Ich bin ein kreativer und sehr strukturierter Mensch. Für mich muss alles immer an der gleichen Stelle liegen. Bevor ich an einem Arbeitsplatz arbeiten kann, lege ich alle Stifte an ihren Platz zurück. Meine Kollegen schmunzeln immer wieder über dieses Verhalten. Wie organisiert sieht es an deinem Schreibtisch aus? 

*pfeif* Mein Schreibtisch ist ein Schlachtfeld. 
Durch die vorher erwähnte Arbeit in vielen Themengebieten arbeite ich selten nur an einem Projektpunkt. 
Ich habe mir durch Apps und ein gutes Gedächtnis Wege geschaffen, wie ich immer alles im Blick habe, aber genauso offen bin für jede Idee, die mir kommt. Die Ideen sprudeln dann oft in meinem Kopf heraus und werden teilweise mitten in der Nacht direkt angegangen oder notiert.
Da ich keine klassische Arbeitszeit habe, weil ich das gar nicht in so einen Rahmen pressen wollen würde, ist es zwar immer geordnet in der Durchführung aber teilweise sehr chaotisch wirkend in der Entstehung, damit es dann geordnet durchgeführt werden kann. Das spiegelt mein Arbeitsplatz wieder, aber auch die teilweise 70 Tabs im Firefox, wenn ich mich mal wieder zu einem neuen Thema informiere. 

Ich mag das und wenn es mir wirklich zu unordentlich wird, räume ich alles einmal feinst säuberlich auf und lasse das Chaos wieder neu entstehen. 
Ich denke da sollte jeder das finden, was für ihn funktioniert und das ist dann auch vollkommen in Ordnung. 

Möchtest du meinen Lesern noch etwas mit auf den Weg geben? 

In meinem Buch steht es für mich sehr detailliert beschrieben, unabhängig davon möchte ich es jedoch jedem Menschen mitgeben. 
Glaubt an euch, selbst wenn es kein anderer tut. Verfolgt eure Ziele und füllt euer Leben mit Leidenschaft und Menschen, die euch gut tun. Und wenn es im Leben hart wird und düster und vielleicht auch einsam, gebt euch nicht auf, es lohnt sich so sehr neue Wege zu suchen und weiter zu machen, selbst wenn die Umstände komplett dagegensprechen. 
Ich wünsche euch, dass ihr euren Weg geht und wenn ihr möchtet euch auf das konzentriert, was euch einzigartig macht und wo eure Stärken liegen. Schwächen gehören ebenso zum Leben dazu, mir hat es sehr geholfen mir meine einzugestehen, sie anzunehmen und nicht über den oft vergeblichen und mühsamen Versuch meine Schwächen auszumerzen meine Stärken komplett zu vernachlässigen.

Vielen Dank für das Interview und deine Fragen, es hat mir sehr viel Freude gemacht sie zu beantworten.Liebe Grüße

Lieber Aaron, ich danke dir für deine Worte. Ich habe durch deinen Roman eine ganz neue Sicht auf die Dinge bekommen. Ich kann dir nur zustimmen, dass man an sich selbst glauben soll und das Leben mit Menschen teilen soll, die einem gut tun.

Hier findest du meine Rezension zum Buch.

Die Fotos wurden mir von der Mainwunder Agentur, Aaron Wahl und dem Droemer-Knaur Verlag zur Verfügung gestellt.

Autoreninterview mit Meredith Winter

Heute morgen habe ich dir die Bücher „Blutroter Frost“ und „Blutpsalm“ vorgestellt. Jetzt möchte ich dir gerne noch die Autorin vorstellen, die hinter den Geschichten steckt.

Autorin Meredith Winter
©Meredith Winter

Kerstin: Liebe Meredith, würdest du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Meredith: Ich bin 36 Jahre alt, komme aus der „Roten Rosen“ Stadt, bin gelernte Ernährungsberaterin, alleinerziehende Mutter von 2 Teenagern und einem Kindergartenkind und schreibe neben Geschichten auch Songs. (https://soundcloud.com/natascha-wahl/)

Kerstin: Ich bin jemand, der Texte erst mal mit Stift und Papier schreibt, bevor sie getippt werden. Wie fängst du mit einem neuen Roman an?

Meredith: Oh ich fange da frisch, fromm, fröhlich, frei an meinem Laptop an. Meist ohne Vorgabe, ohne Plan und ohne Ziel. Ich lasse mich von meinen Figuren treiben.

Kerstin: In deinen Romanen „Blutpsalm“ und „Blutroter Frost“ ist die Protagonisten jeweils Anästhesistin. Gibt es dafür einen speziellen Grund?

Meredith: Neben der Literatur & Musik ist die Medizin ein großes Hobby von mir. Mich interessiert besonders das Fachgebiet „Anästhesie“, weil sie so viel mehr zu bieten hat, als  im OP – Saal eine Schlafspritze zu geben. Sie umfasst Notfall/Rettung – , Intensiv – und Schmerz/Palliativmedizin. Ein breites Spektrum also. Diese Vielseitigkeit versuche ich deshalb nicht nur in meinen Charakteren wiederzugeben 😉

Kerstin: Ich liebe Bücher, je nach Stimmung lese ich Thriller, Liebesromane oder Jugendbücher. Da fallen deine Romane gleich zweifach in meine Lesegewohnheiten. Was liest du gerne?

Meredith: Das kommt immer auf meine Stimmung an. Es gibt Tage, da darf es gerne spannend, gefährlich und auch blutig sein. Und es gibt Tage, da brauche ich die heile Welt von „Nora Roberts! Manchmal ist mir eher nach der gehobenen Sprache von Jane Austen, Bronte oder  Ian McEwan.

Kerstin: Oh ja, Nora Roberts Tage müssen unbedingt mal sein. Ich habe mir „Christmas with You“ von ihr aus den USA mitgebracht.

Kerstin: „Blutpsalm“ und „Blutroter Frost“ haben mir gut gefallen. Wann wird es ein weiteres Buch von dir geben? Magst du vielleicht schon was verraten?

Meredith: Pünktlich zur Bergsteiger Saison im April erscheint mein 3. Roman »Höhenrauschsaison« der von einer chaotisch, destruktiven Ärztin handelt, die im Basislager des Mount Everest die Krankenstation leitet. (oder besser gesagt, das Krankenhauszelt). Unter den Bergsteigern ist auch der russische Auftragskiller Alexej, der den Auftrag hat sie zu töten. Was er nicht weiß ist, das Clementine nicht die ist, für die er sie hält …

Liebe Meredith vielen dank für das Interview und den regen Austausch per Email. Ich bin schon gespannt auf „Höhenrauschsaison“ im nächsten Jahr.

Crime Day 2017 – Noah Fitz

Willkommen in Kerstins Kartenwerkstatt. Heute ist der lang ersehnte Crime Day auf Facebook. Ich darf dir zusammen mit Manuela und Lara den Autor Noah Fitz vorstellen.

Autor Noah Fitz

Noah Fitz wurde 1978 geboren. Von Anfang an hatte er den Wunsch Bücher zu schreiben.

Über die Selfpublishing Platform von Amazon konnte der Psychothriller Autor seine ersten Romane veröffentlichen.

„Der Todsammler“ ist der 5. Roman der Johannes-Hornhoff-Reihe.

 

Interview mit Noah Fitz

Manuela: Wann hast du festgestellt das du schreiben musst, gab es einen Auslöser?

Noah Fitz: Das war schon immer in mir drin. Einen Auslöser gab es tatsächlich, als Amazon uns Selfpublisher diese tolle Möglichkeit gab: Die Bücher selbst zu veröffentlichen. Ich habe diese Chance genutzt, den Schritt gewagt und habe es bisher nicht bereut.

Manuela: Welches Buch hast du in der Schule am liebsten gelesen und welche Schullektüre hast du gehasst?

Noah Fitz: Götz von Berlichingen, Wilhelm Tell habe ich nicht gemocht. Dass was mir gefallen hat, habe ich in der Bibliothek gefunden: z. B. Das Tagebuch von Anne Frank. Aber etwas tun zu müssen, mag ich im Allgemeinen überhaupt nicht. Das geht, denke ich, ganz vielen so.

Manuela: Wenn dich jemand fragt, warum er ausgerechnet deine Bücher lesen sollte. Was antwortest du ?

Noah Fitz: Das ist wirklich sehr schwierig. Eigenlob stinkt, das wissen wir alle. Aber wenn ich darauf antworten muss, dann vielleicht, weil meine Bücher nicht dem Mainstream entsprechend geschrieben sind. Ich habe in einer sehr kurzen Zeit, sehr viele Leser gewonnen, die meine Bücher mögen, das spricht denke ich für meine Werke und sagt mehr aus als Tausend Sätze.

Kerstin: Der Todsammler ist das erste Buch, das ich von dir lese. Was sollten ich und meine Leser über Johannes Hornoff aus den ersten vier Romanen der Reihe wissen, um ihn verstehen zu können?

Noah Fitz: Das möchte ich nicht verraten. Eigentlich ist er ein ganz netter Mann, mit Ecken und Kanten. Auch wenn er ein Psychologe ist, so läuft es auch in seiner Familie nicht alles rund. Auch sind Johannes Hornoff und der Hauptkommissar Breuer nicht immer einer Meinung. Beide sagen immer ihre Meinung und geraten oft aneinander, ohne dass ihre Meinungsverschiedenheiten dabei in einem Streit ausarten. Sie vervollständigen sich gegenseitig. Aber nicht nur Johannes Hornoff ist ein interessanter Charakter, sein Zwillingsbruder Benjamin fasziniert mich noch mehr.

Kerstin: Ich liebe Bücher, je nach Stimmung lese ich Thriller, Liebesromane oder Jugendbücher. Was liest du als Psychothriller Autor gerne?

Noah Fitz: Thriller oder historische Romane, aber auch andere Bücher wie: Enzyklopädie oder Fachbücher bezüglich der menschlichen Anatomie oder Sachbücher von Gerichtsmedizinern.

Kerstin: Bei den Krähen musste ich sofort an „Die kleine Hexe“ einer Schallplatte aus meiner Kindheit denken. Magst du uns verraten, wie du auf die Idee mit den Krähen gekommen bist?

Noah Fitz: Krähen sind Geschöpfe, die mich immer fasziniert haben. Diese Vögel sind für mich sehr geheimnisvoll, weil sie nicht nur sehr schlau sind, sondern auch etwas ausstrahlen was sich nicht in Worte fassen lässt, vielleicht ist es der Blick ihrer schwarzen Augen.

Lara: Welches war die erste Geschichte die du je aufgeschrieben hast?

Noah Fitz: Die liegt immer noch in meiner Schublade – unfertig. Zuerst wollte ich eine Fantasy Reihe schreiben, weil ich früher sehr viele Fantasy Bücher gelesen habe, danach fand ich immer mehr interessante Thriller Romane. Welcher der erste wahr, weiß ich leider nicht mehr.

Lara: Wenn du ein Buch zu schreiben beginnst, weißt du dann schon wie es ausgeht?

Noah Fitz: Nein. Meine Bücher entwickeln sich mit jeder Seite und haben ihre eigene Dynamik, die ich nicht immer im Griff habe. Meistens geht es dann komplett anders aus als gedacht. Doch eine grobe Vorstellung habe ich immer, ein Gitter sozusagen. Nicht selten schreibe ich an mehreren Büchern parallel, und lasse die Storys in der Zwischenzeit Reifen. So entstehen weitere Ideen in meinem Kopf und können jeder Zeit aufgeschrieben werden, wenn ich die Idee für gut genug finde.

Lara: Hast du Haustiere, wie zum Beispiel eine obligatorische Schriftsteller-Katze oder einen Hund

Noah Fitz: Dafür fehlt mir die Zeit. Ich mag Tiere, aber Tiere brauchen Zuwendung, daher kann ich mir keine Haustiere leisten, weil mir dazu die Zeit fehlt. Denn ich habe noch andere Hobbys, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Ich gehe gern Wandern, es ist dann organisatorisch sehr schwierig, für ein Tier etwas Passendes zu finden, sei es eine Unterkunft oder jemanden der sich um das Tier kümmern möchte.

Wir danken Noah Fitz für das Interview.

Wenn du das Buch von Noah Fitz heute noch Live erleben möchtest dann schaue auf folgende Seite. ==> Crime Day auf Facebook Um 17:30 Uhr startet dort die Live- Lesung zum Buch „Der Todsammler“.

Cover_Der Todsammler von Noah Fitz

 

Fantasywoche – Interview mit Christin Burger

Willkommen in Kerstins Kartenwerkstatt. Hier dreht sich diese Woche alles um Fantasy. Heute darf ich dir zusammen mit Anne und Jessica die Autorin Christin Burger vorstellen.

Kerstin: Liebe Christin, würdest du dich unseren Lesern bitte kurz vorstellen?

Hallo ihr Lieben! Ich bin Christin Burger, 41 wunderbare Jahre alt und bin Vollblutautorin. Dieses Jahr ist besonders toll für mich, denn ich werde meine Trilogie „Im Kreis der Sieben“ abschließen. Ich schreibe nicht nur Romane, sondern auch Kinderbücher und für Fernsehserien. Ich darf den ganzen Tag nichts anderes machen, als mir Geschichten auszudenken und lebe damit einen Traum, den ich schon als Kind hatte.

Jessica: Welches Buch hat dich zum Schreiben inspiriert? Gab es ein solches Buch?

Es gibt eine Menge Bücher, die mich inspiriert haben. Aber als Kind habe ich „Die Unendliche Geschichte“ und „Momo“ verschlungen. Außerdem die Fantasyromane von Hohlbein. Ich wollte damals schon Autorin werden und irgendwann solche Bücher schreiben. Vom Stil beeinflusst haben mich dann später besonders „Alice im Wunderland“ und „Der Goldene Kompass“.

Kerstin: Ich bin jemand, der Texte erst mal mit Stift und Papier schreibt, bevor sie getippt werden. Wie fängst du mit einem neuen Roman an?

Das ist bei mir genauso! Eine Idee kommt – und dann wird alles handschriftlich festgehalten. Ich schreibe sehr viel handschriftlich und kann an keinem schönen Kugelschreiber oder Füller vorbei, ohne ihn einzustecken. Schlimm! Ich sammle also die Ideen, die meistens kommen, wenn ich mich im Wald bewege oder Fahrradtouren mache. Dann überfällt mich manchmal eine ganze Geschichte. Bei meinem dritten Teil war das so. Ich hatte nichts zu schreiben dabei – Fehler! Also habe ich alles als Sprachnachricht an meinen Mann geschickt. Jetzt habe ich immer was zum Schreiben dabei!

Anne: Was machst du, wenn du eine Schreibblockade hast?

Ich lasse mir Zeit. Weil ich weiß, dass die Ideen wiederkommen, wenn es soweit ist. Ich lenke mich dann mit anderen Sachen ab. Früher habe ich manchmal Panik bekommen, dass meine Quelle versiegt sein könnte. Aber mittlerweile weiß ich, dass Kreativität einfach auch Pausen braucht. Allerdings kommt es wirklich selten vor. Bei mir ist es eher so, dass es manchmal dauert, bis die komplette Geschichte da ist. Dann kann ich mit dem Schreiben noch nicht loslegen, das war auch beim dritten Teil so. Auf den habe ich lange gewartet. Wenn dann aber alles da ist, schreibe ich meiste ohne Blockade durch.

Jessica: Was ist dir bei deinen Büchern besonders wichtig?

Hm … so vieles. Ich möchte gerne Geschichten schreiben, die authentisch sind. Bei denen ich den Figuren gerecht werde und ihnen treu bleibe. Sprich, wenn sie Mist bauen, dann muss ich da genauso durch wie sie. Ich will nichts beschönigen oder es meinen Lieben einfacher machen. Ich glaube, wenn man gute Figuren hat, dann gehen die Leser mit. Das wünsche ich mir. Und ich wünsche mir, dass meine Bücher etwas Neues mitbringen. Ich freue mich über jede Rezension, die betont, dass meine Bücher „anders“ sind. Das war nämlich etwas, was mir Sorge bereitet hat – was aber offensichtlich gut ankommt. Das freut mich natürlich sehr!

Kerstin: In deinem Buch zur Fantasywoche „Im Kreis der Sieben“ macht Lara sich auf die Suche nach ihrem Vater. Magst du es meinen Lesern mit 3 Sätzen schmackhaft machen?

Das will ich gerne versuchen! Lara ist 16, als ihr Vater durch ein Computerprogramm verschwindet. Sie folgt ihm und landet zu ihrem Entsetzen im Totenreich, wo ihr Vater ihre verstorbene Mutter zurückholen wollte. In Begleitung eines vergesslichen, schwebenden Auges reist Lara durch das Totenreich auf der Suche nach ihrem Vater und dem süßen Jungen Timo und muss am Ende versuchen, Timo und ihr Leben zu retten…

Jessica: Entsteht das Ende deiner Geschichten manchmal noch bevor du den Anfang kennst?

Ich bilde mir das manchmal ein. Eigentlich habe ich immer den ganzen Bogen der Geschichte, wenn ich anfange zu schreiben. Aber dann passiert eigentlich immer das gleiche: Wenn ich zum Ende gekommen bin, erfahre ich selbst erst, wie die Bücher aufhören. Das ist ganz verrückt, wie ich finde. Ich habe ein Ende im Kopf und steuere darauf zu. Aber dann gibt es oft eine Wendung, mit der ich selbst gar nicht gerechnet habe und die viel besser ist als das, was ich mir ausgedacht hatte. Das liebe ich an diesem Beruf. Als würde man sein eigenes Buch selbst lesen… Heute – während ich das Interview gebe – schreibe ich übrigens das Finale von Teil 3, das komplett anders ist, als ich es mir je vorgestellt hätte!

Kerstin: Hast du einen bestimmten Platz zum Schreiben? Magst du mir ein Bild davon zeigen?

Abgesehen von der Natur schreibe ich immer am Schreibtisch. Das ist der ruhigste Platz für mich. Hier fluppt es!

(Quelle: Christin Burger)

Jessica: In welches Buch kannst du selbst immer wieder flüchten?

Es gibt ein Buch, das ich immer wieder gelesen habe: „Töne aller Arten“ von Peter Trabert. Es ist so warm und verrückt und wunderbar. Ich liebe es!

Anne: Welchen Beruf übst du aus, wenn du nicht Autorin bist?

Ich bin hauptberuflich Autorin (was das Schönste überhaupt ist!). Ich schreibe auch für Fernsehserien, was mir Riesen Spaß macht und was dafür sorgt, dass ich immer Abwechslung habe, neue Leute kennenlerne und jeden Tag mit Geschichten zu tun habe. Traumhaft, oder? Für die Fernsehserien kann ich zwar auch zuhause schreiben, wenn die Folgen aber geplottet und besprochen werden, fahre ich oft nach Leipzig, Berlin oder Köln. Was mir großen Spaß macht. Ich habe ja 14 Jahre in Großstädten gelebt und brauche den Trubel zwischendurch. Nach zwei Tagen will ich dann aber zurück in die Pampa!

Anne: Was machst du in deiner Freizeit?

Ich liebe es, mit meinem Mann und meinen Freunden zu kochen, Musik zu hören, sich zu unterhalten. Das ist das Wichtigste! Dann kommen Klavierspielen und Wandern dazu. Da ich beruflich viel unterwegs bin, mag ich es zuhause gerne ruhig, wenn ich ehrlich bin. Und versinke auch mal gerne in Serien, die ich dann am Stück weggucke. Zum Glück teilt mein Mann diese Leidenschaft, sonst könnte es schwierig werden.

Kerstin: Vielen Dank liebe Christin für das spannende Interview. Dein Buch klingt selbst für mich interessant, obwohl ich bis zu dieser Fantasy Woche mit dem Genre nichts zu tun hatte.

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