Die Wellenbrecher von Christopher David Banner

Interview mit Christopher David

Interview mit Christopher David zu seinem Buch: Die Wellenbrecher

Heute darf ich dir den Autor Christopher David vorstellen. Sein Roman „Die Wellenbrecher“ hat mich fasziniert und direkt Fernweh ausgelöst. Ich durfte mit dem Buch an bekannte und unbekannte Orte reisen. Beim Lesen war für mich schnell klar, ich möchte mehr über den Autor erfahren und habe ihn direkt um ein Interview gebeten.

©Christopher David

Lieber Christopher, vielen Dank für deinen Roman „Der Wellenbrecher“, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Sehr gerne. Mein Name ist Christopher David. Ich komme aus Köln und lebe seit einigen Jahren in Österreich. Den Dom und die Berge sehe ich allerdings nicht so oft, da es mich immer wieder raus in die Welt zieht. Inzwischen habe ich über 50 Länder bereist und in 6 davon gewohnt. Unterwegs habe ich unzählige Geschichten erlebt und gehört. Eine davon versetzt die Menschen jedoch immer ganz besonders ins Staunen. Es ist die Geschichte, wie 200 Studenten aus 40 Nationen gemeinsam über die Ozeane reisen, um ihren Platz in der Welt zu suchen. Von genau dieser Geschichte handelt mein Debütroman „Die Wellenbrecher“, der gerade im CONBOOK Verlag erschienen ist. 

Ich habe im Einband des Romans gelesen, dass du 2007 selbst mit einem „schwimmenden Melting Pot“ von Athen bis Shanghai gereist bist. Wie viel von deiner eigenen Reise steckt in deinem Roman „Der Wellenbrecher“?

Tja, das interessiert immer alle ganz brennend. (lacht) Ich schätze, das bleibt mein Geheimnis … 

Gab es ein besonderes Erlebnis auf deinen Reisen, was dich dazu animiert hat zu schreiben?

Es gab auf meinen Reisen viele Erlebnisse, bei denen ich mir dachte, das muss unbedingt jemand festhalten. Der Auslöser, selbst Reiseromane zu schreiben, war aber viel mehr das Lesen von Büchern wie „On the road“ von Jack Kerouac oder „Fiesta“ von Ernest Hemingway. Wie bei meinem Buch, lagen hier wahre Erlebnisse und Begebenheiten zugrunde. Die Autoren haben sich aber die Freiheit genommen, aus dieser Erlebnismasse ihre eigenen Erzählungen zu formen. 

„On the road“ habe ich so intensiv gelesen, dass sich die Szenen heute noch anfühlen, als wären sie meine eigenen Erinnerungen. Irgendwann wuchs der Wunsch, selbst etwas zu schaffen, das die Leser so sehr in eine fremde Welt eintauchen und die ganze Energie und Lebenslust des Reisens spüren lässt. Das war der Moment, in dem ich ernsthaft angefangen habe zu schreiben.

Ich selbst bin an der Nordseeküste in einer Seefahrerfamilie aufgewachsen. Mein Großvater war mit der Onassis Flotte in der Antarktis auf Walfang, mein Vater ist als Krabbenfischer über 40 Jahre lang zur See gefahren. Auch meine Schwester hat es mit der Polarstern in die Antarktis gezogen. Die Sucht nach Meer liegt mir im Blut und so versuche ich meine Reiselust mit der Seefahrt zu kombinieren. Dieses Jahr geht es noch vier Wochen auf Kreuzfahrt Richtung Kapstadt.
Wie bist du zum Reisen gekommen?

Wow, die Flotte von Onassis, Generationen von Seefahrern, die Weiten der Antarktis – hast du mal überlegt ein eigenes Buch darüber zu schreiben? Das ist faszinierender Stoff!
(Anmerkung: Mein Großvater hat kurz vor seinem Tod das Buch „Von Ording an den Südpol“ über sein Leben als Seefahrer geschrieben. Ich selbst werde wenn dann eher mal einen Thriller schreiben).
Reisen hat auch in meiner Familie einen sehr hohen Stellenwert. Meine Großeltern haben fast jedes Land der Erde bereist. Als Kind staunte ich immer über exotische Schnitzereien und Bilder, die sie aus aller Welt mitbrachten. Ich wurde auch schon früh mit auf Reisen genommen und war schon in jungen Jahren an allerlei Orten in Europa. Das hat mich nachhaltig geprägt. Mit der Zeit sind dann weiter entfernte Ziele hinzugekommen: Alaska, Malaysia, Hawaii, Polynesien, Mexico, Bali… Da waren schon viele Sehnsuchtsorte dabei.

Als Kind wollte ich unbedingt zur See fahren und Kapitän werden. Als Tochter von einem Seemann und einer Lehrerin nicht ganz ungewöhnlich. Was war dein Berufswunsch als Kind? 

Ja, der Berufswunsch war ganz klar: Ich wollte Comiczeichner werden. Das war für mich absolut alternativlos. Wenn andere Kids beim Fußball-Training waren, saß ich irgendwo in der Ecke und zeichnete meine eigene Fantasiewelt. Der Wunsch ist im Laufe der Jahre anderen Interessen gewichen. Geblieben ist die Freude am Geschichtenerzählen und eine sehr bildliche Vorstellungskraft.

Beim Lesen des Romans wurden bei mir Erinnerungen geweckt und Fernweh geschürt. Besonders die Station in Lissabon hat mich verzaubert. Ich habe erst im Mai den Paseis de Belém und die Einfahrt in den Tejo genossen. Auch die Fahrt auf dem Panamakanal ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Hast du einen Ort bei deinen ganzen Reisen, der dich bisher am meisten beeindruckt hat?

Es gibt so viele faszinierende Orte. Landschaftlich haben mir z.B. die Salzwüste von Uyuni, die Farben von Tahiti oder der unfassbare Sternenhimmel über Australiens Outback die Sprache verschlagen. Vielleicht sind es am Ende aber viel mehr die Erlebnisse mit den Menschen als die Umgebung, die sich ins Gedächtnis einbrennen. 

Eine Unterhaltung im Buch ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Mark erklärt Cansu, warum er oft keine Fotos macht. Ich kann da Mark nur zustimmen. Wie stehst du dazu, alles mit Foto und Film festzuhalten?

Da bin ich Mark sehr ähnlich. Natürlich freue ich mich, tolle Bilder von einem Trip zu haben. Ich fotografiere und filme auch sehr gern. Trotzdem lasse ich oft die Kamera Zuhause, um mich mehr auf die Momente und Begegnungen einlassen zu können. Am besten löst man das Dilemma, indem man mit Freunden reist, die viel fotografieren und einem damit den Druck nehmen, selbst alles abzulichten. (lacht)
(Anmerkung: Stimmt, bei uns macht meistens mein Mann die Fotos und so kann ich in Ruhe mich umsehen und genießen.)

Mein Blog heißt „Kerstins Kartenwerkstatt“ und zeigt meine kreative Seite und meine Lesesucht. Mit kleinen Sketchnotes versuche ich meine Leseeindrücke festzuhalten. Hast du auch eine kreative Ader?

Ja, absolut. Neben dem Schreiben mache ich viel Musik. Kunst und kreativer Ausdruck sind ganz wichtige Treiber in meinem Leben. Macklemore sagt in einem Song: „A life lived for art is never a life wasted.“ Da stimme ich ihm voll und ganz zu. Kunst ist für mich eine Lebenseinstellung – eine kreative Art, sich mit der Welt auseinanderzusetzen.

Ich habe deine außergewöhnliche Geschichte genossen, dürfen wir uns auf einen weiteren Abenteuer Roman von dir freuen?

Die Arbeit an „Die Wellenbrecher“ hat mir viel Spaß gemacht. Ich bin dankbar, für alle Leser die mich auf dieser Reise begleiten und mich damit motivieren, auch weiterhin zu schreiben. Die Notizbücher sind jedenfalls schon voller Ideen für weitere Abenteuerromane. 

Lieber Christopher, vielen Dank dass du dir einen Moment für mich Zeit genommen hast. 

Vielen Dank, Kerstin. Ich habe mich sehr, auf deinem tollen Blog dabei zu sein.

Die Wellenbrecher von Christopher David Buch

Die Wellenbrecher

von Christopher David

Reiseerzählung
Verlag: Conbook Verlag
erschienen im: Juli 2019
ISBN: 978-3-95889-207-1
Seiten: 288

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