Kerstin fragt … Jona Jensen antwortet

Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten

heute mit Jona Jensen

Schreibplatz in der Natur von Jona Jensen

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Moin, ich bin Jona Jensen, Jahrgang 1981 und komme aus dem Nordosten Deutschlands. Meine Lieblingsbeschäftigungen sind Romane lesen und schreiben, wandern und spazieren, kochen, braten, dünsten und Tischtennis. Im Schwimmunterricht hab ich nur das Seepferdchen geschafft.

Gibt es ein Buch, das dich so sehr gefesselt hat, dass du komplett die Zeit vergessen hast?

Als Teenager passierte es öfter, dass ich spontan die ganze Nacht durchgelesen habe. Ich erinnere mich an Stephen Kings „Es“, aber auch an Ralf Rothmanns „Flieh, mein Freund“. Ein alltagsnaher, gefühlvoller Roman über einen jungen Mann, der Schwierigkeiten hat, zu seiner großen Liebe zu stehen. Zuletzt ging es mir so bei „Wellness“ von Nathan Hill.

Wie gehst du mit Schreibblockaden um, falls sie auftreten?

Ich glaube, Blockaden resultieren meist entweder aus fehlender Planung oder aus einem zu großen Perfektionsanspruch. Ich plane immer ein paar Szenen voraus, so dass ich schon weiß, was ich als Nächstes schreibe. Und gegen den Perfektionsdruck hilft es, möglichst schnell eine Rohfassung aufs Papier zu bringen. Alles, was aufhält, lasse ich erstmal aus. Bevor ich mich wegen eines Recherchedetails aus dem Schreibfluss bringen lasse, setze ich lieber über die Kommentarfunktion eine Erinnerung an die entsprechende Textstelle. Wenn die erste Fassung fertig ist, kann man noch jede Menge streichen, umstellen, verbessern. Das ist ja das Gute am Schreiben, verglichen mit der Malerei: Nichts muss schon im ersten Anlauf sitzen.

Welches Genre liest du am liebsten – und warum genau dieses?

Ich lese relativ breit: Krimis, Thriller, Klassiker, Gegenwartsliteratur, Unheimliches, Komisches, magischer Realismus. Ich muss mich mit den Figuren verbinden können, muss ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen nachvollziehen können, dann sind mir Setting und Plot nicht so wichtig.

Bücherregal mit Playmobil Figur von Jone Jensen

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?

„Sylt Hass“ ist der erste Band einer Nordsee-Krimireihe um Hauptkommissarin Mona Fedder und ihren jungen, etwas unbeholfenen Kollegen Dominik Kirschbaum. Es geht um die Abgründe hinter der Fassade einer erfolgreichen Unternehmerfamilie. Nach dem gewaltsamen Tod des Vaters liefern sich die Kinder einen erbitterten Streit ums Erbe – bis ein zweiter Mord die Insel erschüttert …

Was ist dein wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Nicht zu lange mit Übungen, Ratgebern oder YouTube-Videos aufhalten, sondern möglichst bald ins Tun kommen. Kontinuität ist das Wichtigste. Lieber jeden Tag fünfzehn Minuten schreiben als ab und zu einen ganzen Tag. Wer sich regelmäßig ransetzt, wenn auch nur kurz, lernt automatisch Ideen zu entwickeln, und verliert nicht den Kontakt zu seiner Geschichte. Das ist eigentlich der wichtigste Schritt.

Und das Beste ist: Disziplin braucht es dafür nur am Anfang. Alles, was man täglich wiederholt, wird bald zu einer selbstverständlichen Routine.

Liebe Jona vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Nun bin ich gespannt auf deinen Sylt Krimi.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.


Kerstin fragt … Rainer Weinand antwortet

Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten

heute mit Rainer Weinand

Autor mit seinen Hunden beim Spaziergang

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Rainer Weinand, ich bin Jahrgang 1963 und lebe in einem kleinen, beschaulichen Ort an der schönen Mosel. Beruflich arbeite ich als Informatiker, ich bin verheiratet. Zusammen haben meine Frau und ich 4 Haustiere (2 Islandpferde, einen Husky und einen Husky-Mix).

Welches Genre schreibst/ liest du am liebsten – und warum genau dieses?

Sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen lege ich mich nicht auf ein Genre fest. Begonnen habe ich mit einem Thriller über das Thema „Künstliche Intelligenz“, der aktuell kurz vor der Veröffentlichung steht. Parallel dazu habe ich meinen historischen Roman „Gutenbergs Lehrling“ geschrieben; diesen habe ích dann ein wenig in den Vordergrund gestellt – das gedruckte Buch sollte rechzeitig zum 50. Geburtstag meines jüngsten Bruders verfügbar sein.

Wenn dein Leben ein Buchtitel wäre, wie würde er lauten – und warum?

Wäre mein Leben ein Buchtitel – das Buch würde heißen „Das Glas ist immer halb voll“. Warum? Weil genau das mein Lebensmotto ist. Auch wenn es manchmal so scheint, als ginge etwas zu Ende, garantiert wartet schon etwas Neues. Ob das nun im Privatleben oder im Beruf sein sollte, spielt keine Rolle. Und wer weiß, vielleicht schreibe ich irgendwann mal ein Buch mit genau diesem Titel ;-)

Mit welcher Buchfigur würdest du gerne einen Tag verbringen, und was würdet ihr zusammen unternehmen?

Mit Pippi Langstrumpf oder Michel aus Lönneberga – und wir würden jeden Blödsinn anstellen, der uns einfällt.

Gibt es ein Buch, das dich so sehr gefesselt hat, dass du komplett die Zeit vergessen hast?

Jeder einzelne Eifelkrimi von Jacques Berndorf. Ich hatte die große Freude, diesen Schriftsteller persönlich kennenzulernen. Und an diese Begegnung denke ich noch heute sehr gerne zurück.

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?

Mein neues Buch, „Gutenbergs Lehrling“, beschreibt die Zeit der Erfindung des Buchdruckes; der Hauptdarsteller der Geschichte, ein Junge namens Lukas, erlernt vom Dorfpfarrer das Lesen und Schreiben. Zunächst führt ihn sein Weg als Klosterschüler in die Bibliotheken mehrerer Klöster. Als er aus dem heimatlichen Kloster verstoßen wird, reist er nach Mainz und lernt Gutenberg kennen – dies bestimmt seinen weiteren Lebensweg. Zurück in der Heimat, gründet er seine eigene Druckerei und leistet bei der Verbreitung des Druckerhandwerks Pionierarbeit.

Cover und Klappentext vom historischen Roman: Gutenbergs Lehrling von Rainer Weinand

Hast du bestimmte Rituale oder Routinen, die dir beim Schreiben helfen?

Mir hilft es tatsächlich ganz extrem, wenn ich mich in der Natur aufhalten kann. Bedingt durch unsere Haustiere, bin ich schon immer viel spazieren gegangen. Seit ich intensiv schreibe, merke ich, dass ich dabei den Kopf frei bekomme, aber auch neue Ideen für meine Bücher finde. Das beantwortet auch gleichzeitig die Frage: Wie gehst du mit Schreibblockaden um, falls sie auftreten? – ich hatte schon von Schreibblockaden gehört, konnte mir aber nicht vorstellen, dass es so etwas gibt. Seitdem ich selbst der Schreibwut verfallen bin, habe ich es jedoch schon einige Male am eigenen Leib erlebt. Dann hilft mir ein langer Spaziergang im Wald, nach ein paar Stunden ist mein Kopf wieder in der Lage, sich in die Geschichte einzufinden und die richtigen Worte zu finden.

Wie viele Bücher hast du bisher veröffentlicht, und gibt es eines, das dir besonders am Herzen liegt? Warum?

Bisher habe ich nur den einen Roman veröffentlicht; ich stehe also noch ganz am Anfang meiner Karriere als Bestseller-Autor. Von meinem KI-Thriller habe ich gerade das erste gedruckte Exemplar bekommen, das wird jetzt noch einmal von mehreren Geschwistern und Freunden gelesen und auf Unstimmigkeiten oder Fehler untersucht. Ich denke mal, das Anfang Juli mit der Veröffentlichung zu rechnen ist. Natürlich liegt mir der bereits veröffentlichte Roman besonders am Herzen. Einerseits, weil es eben mein Debüt ist. Andererseits aber, weil mir die Figuren in dem Roman im Laufe der Zeit wie gute Freunde vorkamen, von denen ich mich nicht mehr trennen möchte.

Woran arbeitest du aktuell? Magst du uns einen kleinen Einblick geben?

Die Fortsetzung meines historischen Romans ist in Arbeit, ich habe mir zum Ziel gesetzt, diese bis zum Herbst (Oktober/November) fertig zu schreiben. Darin geht es um die Tochter des Buchdruckers, die den Betrieb des Vaters weiterführt. Böse Neider in ihrem Umfeld sehen es nicht gerne, dass dieses „Teufelswerk“ (als solches wurde der Buchdruck im Mittelalter gerne bezeichnet) betrieben wurde – erst recht nicht von einer Frau. Sie verlässt dann ihre Heimat und gründet ihr Unternehmen an der Mosel neu. Hier kann ich ein spannendes Umfeld schaffen, denn es war zu dieser Zeit, Mitte/Ende des 15. Jahrhunderts, einer Frau nicht erlaubt, einen Betrieb zu führen. Auch die weiteren Lebensumstände der handelnden Personen geben immer wieder Anlass zu Intrigen. Mehr möchte ich aber hier noch nicht verraten, denn die Geschichte steht noch am Anfang und wird sicher noch einige überraschende Wendungen erleben. Lassen wir uns einfach alle überraschen!

Was ist dein wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie toll man sein eigenes Werk findet. Und das stimmt auch, jeder Autor leistet etwas Besonderes! Auch habe ich, wie sicher viele vor mir, die Erkenntnis gewonnen, dass es schier unmöglich ist, einen renommierten Verlag zu finden, um sein Buch zu veröffentlichen. Eine Absage zu einem eingesandten Manuskript ist da schon etwas Außergewöhnliches. Ich persönlich finde das schade. Aber ich rate jedem, der ein Buch veröffentlich hat, zu zwei Schritten: Erstens – lasst euer Manuskript von Freunden, Verwandten und Bekannten lesen. Und bittet um ehrliche Rückmeldungen. Im Status des Manuskriptes kann man noch viele Dinge an seinem Buch ändern. Zweitens – habt den Mut, euer Werk im Selbstverlag zu veröffentlichen. Ja, da steckt viel Arbeit dahinter. Aber als ich mein erstes gedrucktes Buch mit meinem Namen darauf in der Hand hielt, war ich mega-stolz. Und allein das ist die Mühe wert!

Lieber Rainer vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Wenn du Pippi oder Michel triffst, sag bescheid, ich komme gerne mit.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.


Kerstin fragt … Stefanie Brunswick antwortet

Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten

heute mit Stefanie Brunswick

Autorenfoto Stefanie Brunswick
Autorin: Stefanie Brunswick

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Hi. Mein Name ist Stefanie Brunswick, aber die meisten Leute nennen mich Steffi. Anders als bei den meisten Autoren, habe ich nicht schon in meiner Kindheit geschrieben. Auch war ich kein Bücherwurm. Nope. Irgendwie kam ich aus heiterem Himmel zum Schreiben. Eine Geschichte hat sich so in meinem Kopf festgeklammert, dass ich irgendwann anfing, sie aufzuschreiben, damit ich dem Ganzen Luft machen kann. Daraus wurde über viele Umwege ein Roman. Der hat dann viele Leser gefunden und hat mir tolle Leserstimmen gebracht. Inzwischen sind einige Romane hinzugekommen und ich nenne mich Autorin (Grins)

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?

Mein Roman „Wenn Herzen brechen“ ist schon eine Weile in Buchform erhältlich und hat viele tolle Leserstimmen sammeln können, aber … Am 04.06.2026 erschien es auch als Hörbuch und ich hoffe, dass viele tolle Hörerstimmen dazukommen. Es geht um Lou, die in einem Küstenstädtchen in Südengland ein Café – das Cookies – besitzt und sich nach einer bitteren Enttäuschung nur noch auf ihr Geschäft konzentrieren möchte. Als sie eine Affäre mit ihrem Stammgast Coner anfängt, wird es kompliziert. Eine Geschichte voller Herz, Kaffee und süßen Leckereien.

Cover vom Hörbuch: Wenn Herzen brechen von Stefanie Brunswick und eingelesen von Sophie Schure und Max Müller

Welches Genre schreibst du am liebsten – und warum genau dieses?

Ich schreibe Romance. Simply, weil ich es liebe. Ich kann mich in diese Geschichten hineinversetzen. Die Welt, die ich schaffe, ist cozy, lustig, romantisch und einfach ein Ort an dem ich mich ein paar Stunden zurückziehen kann, um den Alltag mal beiseitezulassen. Und ich hoffe, dass meine Leser das auch so empfingen.

Welche Recherche für eines deiner Bücher war bisher die aufwändigste oder ungewöhnlichste?

Wahrscheinlich die Recherche über die Renovierung eines Segelboots für meinen ersten Roman. Ich wollte authentisch schreiben, hatte aber keine Ahnung davon und habe mich in unzähligen YouTube-Videos verloren. Von all der Info, die ich zusammengetragen habe, hat es dann natürlich nur ein Bruchteil ins Buch geschafft, weil den Leser natürlich nicht mit all den Kleindetails langweilen wollte.

Wie viele Bücher hast du bisher veröffentlicht, und gibt es eines, das dir besonders am Herzen liegt? Warum?

Bisher habe ich zehn Bücher veröffentlicht. Bis heute ist mein Debutroman „Zitronengelb“ mein absoluter Liebling. Darin reist der Leser durch mein Herzensland Australien. Und so groß und vielfältig, wie das Land, ist auch die Liebesgeschichte. Lena und Jamie lernen sich in jungen Jahren als Backpacker kennen, verlieben sich, erleben viele Höhen und Tiefen und müssen sich irgendwann entscheiden, was sie vom Leben wollen.

Für diesen Roman bekomme ich bis heute die schönsten Leserstimmen. Und das ist ein Wahnsinnsgefühl, wenn die Leser genauso berührt sind und sehen was ich gesehen habe, als ich die Geschichte geschrieben habe.

Wenn du das Cover eines deiner Bücher neu gestalten könntest, welches wäre es – und wie würde es aussehen?

Generell mag ich eigentlich all meine Cover. Nur hadere ich immer wieder, ob ich sie fürs Branding alle neu einkleiden sollte. Also ein durchgehender Stil, damit der Leser schon am Cover erkennt, dass es sich um mein Buch handelt. Mal sehen.

Woran arbeitest du aktuell? Magst du uns einen kleinen Einblick geben?

Ich habe eine Geschichte im Rohzustand fertig. Hier kehre ich zu meinen buchigen Wurzeln zurück und reise mit dem Leser wieder nach Australien, wie damals, bei meinem Debutroman. Die Protagonistin Lexi wagt sich nach einer bitteren Enttäuschung an das Abenteuer „Alleine reisen“ – erstmal eher widerwillig und steif. Schritt für Schritt lernt sie es Dinge zu genießen. Sie trifft auf Land und Menschen … und vielleicht sogar einen Mann. Ein Liebesroman aber auch ein Entwicklungsroman, in dem Lexi lernt, dass sie Dinge kann – auch allein.

Gibt es ein Buch, das dich so sehr gefesselt hat, dass du komplett die Zeit vergessen hast?

Spontan fallen mir da die Bücher von Madeleine Wickham (überwiegend bekannt als Sophie Kinsella) ein. Hab mir da vor vielen Jahren für die langen Zugfahrten in die Arbeit ein Buch runtergeladen und hatte die typische Chick Lit erwartet, für die Sophie Kinsella bekannt war. Das war aber dann keine RomCom, sondern … weiß bis heute nicht, was das Genre ist. Es ging um Geschichten aus der englischen Upper Class – um Geld, Affären, Status usw. Toll geschrieben. Ich habe mir dann alle Romane, die unter Madeleine Wickham geschrieben wurden, heruntergeladen und verdammt oft meine Haltestelle während der Zugfahrt verpasst.

Beschreibe dich und dein Tun in 5 Worten.

Einfach immer der Nase nach.

Mein Lieblingsspruch ist: „Das Leben ist schön.“ Was ist dein persönlicher Leitsatz oder Spruch, der dir an stressigen Tagen hilft?

Das klingt jetzt vielleicht plump. Aber für mich ist es: „Alles wird gut“ – Soll heißen, „es wird schon“, egal wie stressig / schlimm / grau die Situation jetzt gerade anmutet. Weil das zu 99 Prozent stimmt. Oft regt man sich komplett unnütz über Dinge auf oder man macht sich Sorgen, wenn man es nicht müsste.

Liebe Steffi vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Ich bin schon ganz gespannt auf deine neue Geschichte und füge hier direkt mal alle Bücher an, die ich von dir schon gelesen bzw. gehört habe.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.


Kerstin fragt … Charlotte Fondraz antwortet

Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten

heute mit Charlotte Fondraz

CF am Dolmen de Peyrelevade in Brantôme

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Gern, moin moin! Ich schreibe Cosy-Krimis und Mythologie-Romane, so nenne ich meine Romane, die in der Vorgeschichte spielen. Ansonsten arbeite ich bei Amnesty International mit, in der Gruppe von Bordeaux, weil ich hauptsächlich in Frankreich wohne. Amnesty kämpft für die Menschenrechte; ich führe das Instagram-Konto meiner Gruppe und bin besonders aktiv bei den Frauenrechten. Ein paar Monate im Jahr verbringe ich in Bremen, meiner alten Heimatstadt. Die Zeit dort nutze ich für einen Schreib-Retreat, d.h. ich vergrabe mich mit meinem Laptop in meinem Sofa, trinke Kaffee und schreibe meine zuvor geplanten Szenen runter.

Auf welchen Plattformen bist du unterwegs, und welche Rolle spielen sie für dich?

Eigentlich mache ich nur auf Instagram was. Ich habe aber auch ein Konto bei Facebook und bei LinkedIn und bei verschiedenen Leseplattformen wie LovelyBooks, Büchereule usw. Aber am wichtigsten für den Austausch ist für mich Charlottes Chronik, mein Newsletter.

Gibt es ein Buch, das dich so sehr gefesselt hat, dass du komplett die Zeit vergessen hast? 

Ja, viele. Mit dem Herrn der Ringe bin ich mal ein paar Haltestellen mit der Bahn zu weit gefahren, weil ich mitten in Mordor mit Sam und Frodo gelitten habe. Aber auch andere Bücher haben mir gezeigt, dass Zeit relativ ist. Zuletzt habe ich mit dem Krimi „Les doigts coupés“ (auf deutsch: „Finger ab“) von Hannelore Cayre bis in die frühen Morgenstunden mit der Protagonistin mitgefiebert. Der Roman ist für mich doppelt interessant: erstens weil es in der Vorgeschichte spielt (wie meine Mythologie-Romane) und zweitens weil es von Höhlenmalereien handelt (diese Kunstwerke sind sehr präsent im Périgord, dem Ort der Handlung meiner Cosy-Krimi-Reihe „Mord à la française“). 

Mein Lieblingsspruch ist: „Das Leben ist schön.“ Was ist dein persönlicher Leitsatz oder Spruch, der dir an stressigen Tagen hilft? 

Ich mag Sprüche allgemein gern, das ist so eine Marotte von mir. Ein kurzer Lieblingsspruch ist der von Amnesty Frankreich: On se bat ensemble, on gagne ensemble – Wir kämpfen gemeinsam, wir gewinnen gemeinsam. Der Satz steckt voller Motivation und Optimismus. Außerdem erinnert er daran, dass wir uns zusammentun und Differenzen überwinden müssen, wenn wir was erreichen wollen. Anstatt uns aufzuspalten, wie ich es leider schon in der linken oder in der feministischen Community erlebt habe.

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?

“Mord à la française“  ist eine Cosy-Krimireihe, spielt im geschichtsträchtigen Périgord und hat viel Lokalkolorit zu bieten. Marlene, Hobbyarchäologin aus Norddeutschland, will im Urlaub das mittelalterliche Städtchen Brantôme und steinzeitliche Höhlen besichtigen. Doch hinter der Idylle des Périgords stößt sie auf gut gehütete Geheimnisse und ein Netz aus Intrigen. 

Cover vom Kriminalroman: Mord à la Française. Rache, Rosen und Rosé von Charlotte Fondraz

Hast du bestimmte Rituale oder Routinen, die dir beim Schreiben helfen?

Ich habe einen von meiner wissenschaftlichen Ausbildung geprägten Arbeitsstil. Gliederung schreiben, recherchieren, Unterpunkte ausschreiben. Beim Roman heißt das: Szenenplan erstellen, recherchieren, Szenen ausschreiben. Und dann überarbeite ich den gesamten Text viele Male, das mache ich am liebsten. 

Welche Recherche für eines deiner Bücher war bisher die aufwändigste oder ungewöhnlichste?

Ganz klar für „Die Kriegerin des Nordens“, ein Germanien-Roman um den silbernen Kessel von Gundestrup. Dieser Kessel wurde vor 130 Jahren in Dänemark in einem Moor gefunden. Mein Roman erzählt, wie er da hingekommen ist. Beziehungsweise hingekommen sein könnte.
Ich habe nicht nur massenweise wissenschaftliche Artikel durchgearbeitet (sogar den allerersten, der Ende des 19. Jahrhunderts auf Dänisch erschienen ist). Das Dänisch hab ich mir mit einem Übersetzungsprogramm übersetzt. Auch alle möglichen römischen Autoren, die über Germanien geschrieben haben, habe ich gelesen. Ich habe mit DEM Experten des Gundestrup-Kessels über Mail (in englisch) kommuniziert, ich bin zweimal durch Jütland bis an den Fundort gereist und hab dabei kein Museum ausgelassen. Außerdem habe ich viel über die Interpretation von archäologischen und anthropologischen Funden zusammengesucht. Und dann habe ich mich von Mythen der frühen Völker des nördlichen Europas inspirieren lassen.
Bei der „Kriegerin des Nordens“ wollte ich eine Romanwelt erschaffen, die von den üblichen Interpretationen über die German*innen abweicht, aber den archäologischen und anthropologischen Funden nicht widerspricht. Inzwischen wurden tatsächlich Funde bekannt, die in die Richtung meiner Interpretationen gehen, zum Beispiel die Kriegerin von Birka (https://de.wikipedia.org/wiki/Wikingerkriegerin_von_Birka), die lange für einen Mann gehalten wurde, aber laut DNA-Analyse eine Frau war.

Was war die ungewöhnlichste Rückmeldung, die du zu einem deiner Bücher bekommen hast?

Das war eine Rezension auf Amazon zu „Rache, Rosen und Rosé“, dem ersten Band der Cosy-Krimi-Reihe. „Zum Glück kommt das Heil aus Bremen … und nervt mit aufgesetztem Feminismus. Man könnte meinen, der Roman ist bei Hafermilch auf einem Lastenfahrrad entstanden“, schreibt dort ein Leser. Ich musste lachen, als ich die Rezi las (nur ein Stern natürlich). Der Mensch hatte mich ertappt, auch wenn ich lieber Sojamilch als Hafermilch trinke. Aber Umweltschutz und Feminismus liegen mir tatsächlich am Herzen, insofern habe ich mich gefreut, dass diese Werte auch in dem Roman durchscheinen. Cosy-Krimis gehören ja zur „leichten Unterhaltungsliteratur“, aber das bedeutet nicht, dass das Buch seicht oder kitschig sein muss. 

Woran arbeitest du aktuell? Magst du uns einen kleinen Einblick geben?

Ich schreibe den dritten und wahrscheinlich letzten Band von „Mord à la française“, bei dem es um giftige Pilze gehen wird. Parallel überarbeite ich meinen allerersten Roman, eine Alternativweltgeschichte, die in einem geheimen unterirdischen altägyptischen Reich der Gegenwart spielt. 

Cover vom Kriminalroman: Mord à la Française. Amour, Affären und Antikes von Charlotte Fondraz

Liebe Charlotte vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Deine Recherchen hören sich sehr zeitintensiv an.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.


Kerstin fragt … Sarah Weidmann antwortet

Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten

heute mit Sarah Weidmann

Sarah Weidmann Autorin

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Ich bin Sarah, lebe in der Schweiz und schreibe Krimis und Thriller am liebsten mit Frankreich als Kulisse. Das Land steckt in meiner Familiengeschichte und inspiriert viel von dem, was ich schreibe.

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?

Helena Mureau kehrt nach zehn Jahren Schweigen an die französische Atlantikküste zurück, eigentlich nur, um  ein Wochenende zu überstehen. Doch als ein zweiter Todesfall das Familienweingut erschüttert, lassen sich die Parallelen zum Tod ihres Bruders nicht mehr ignorieren. Manche Jahrgänge sind tödlich.

Welche Recherche war bisher die aufwändigste?

Für Mord in Rochefort habe ich mich tief in die Welt des Weinbaus eingelesen über Rebsorten und Terroir bis hin zu den Strukturen, wie Weingüter in der Charente wirklich funktionieren. Dass ich beruflich in der Weinbranche unterwegs bin, hat dabei natürlich geholfen. Dazu kam die Region selbst: Rochefort liegt an der französischen Atlantikküste. Ich wollte, dass man das Salz in der Luft schmeckt, wenn man liest.

Cover vom Kriminalroman: Mord in Rochefort von Sarah Weidmann

Woran arbeitest du aktuell?

Helena Mureau kommt zurück. Band 2 spielt im Herbst in den Weinbergen, und die Geheimnisse der Familie sind noch lange nicht alle aufgedeckt. Mehr verrate ich noch nicht.

Mit welcher Buchfigur würdest du gerne einen Tag verbringen?

Mit Cameron Dubois aus Mord in Rochefort. Er war ehemaliger Ermittler aber hat sein altes Leben hinter sich gelassen, baut jetzt Boote und geht seinen eigenen Weg und das finde ich mutig. Zusammen mit ihm durch Rochefort schlendern, an der Atlantikküste stehen und dabei seinen Geschichten lauschen. Auf den Fersen folgt ihm  Bourbon, sein roter Kater.

Was ist dein persönlicher Leitsatz?

Fang an, bevor du bereit bist. Das hat mir beim Schreiben geholfen, beim Veröffentlichen und ehrlich gesagt bei fast allem im Leben. Bereit fühlt man sich sowieso nie.

Hast du bestimmte Rituale beim Schreiben?

Ohne Kaffee geht bei mir gar nichts und Salzmandeln stehen immer griffbereit, weil sie nicht krümeln. Ab und zu schreibe ich zu Musik und stelle zu jedem Buch eine eigene Playlist zusammen. Für die dunklen Szenen in Mord in Rochefort lief viel Hans Zimmer, für die Weinberg-Momente eher französischer Jazz. Was vielleicht ein Tick von mir ist, dass jede meiner Figuren einen eigenen Duft zugeordnet bekommt. Die Protagonistin Helena Mureau riecht für mich nach Kaffee und Zitronenkuchen und Cameron Dubois nach Leinöl und Salzwasser. Und wenn gar nichts geht, laufe ich runter an den See und schaue aufs Wasser, meistens löst sich der Knoten von allein.

Wenn dein Leben ein Buchtitel wäre, wie würde er lauten?

Zwischen den Zeilen steht Wein. Weil bei mir immer irgendwas zwischen Kreativität, Frankreich und einem guten Glas Wein passiert.

Beschreibe dich und dein Tun in 5 Worten.

Frankreich. Spannung. Wein. Geheimnisse. Fuchs. 

Liebe Sarah vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Dein Buchtitel fürs Leben klingt ganz nach meinem Geschmack.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.


Kerstin fragt … Juna antwortet

Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten

heute mit Juna Liebrecht

Profilbild von der Autorin Juna Liebrecht

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Ich bin Juna Liebrecht und schreibe literarische Texte über zwischenmenschliche Wahrnehmung, moralische Ambivalenz und die Frage, was Menschen miteinander verbindet. Mich interessiert besonders der Moment, in dem wir beginnen, den anderen wirklich zu sehen – jenseits von Rollen, Erwartungen oder einfachen Einordnungen. Schreiben ist für mich ein Versuch, diesen Momenten nachzugehen und sichtbar zu machen, was oft nur zwischen den Zeilen spürbar ist.

https://www.instagram.com/juna.liebrecht

Beschreibe dich und dein Tun in 5 Worten.

Nachdenklich. Beobachtend. Fragend. Schreibend. Menschlich.

Woran arbeitest du aktuell? Magst du uns einen kleinen Einblick geben?

Wir leben in einer Zeit enormen Fortschritts, gleichzeitig aber auch in einer Epoche, in der Kriege und gesellschaftliche Spannungen wieder sehr präsent sind. Das Gefühl der eigenen Ohnmacht, daran kaum etwas verändern zu können, hat mich zum Schreiben gebracht. Literatur eröffnet für mich einen Raum, in dem eine Botschaft vermittelt werden kann, indem man Menschen fühlen lässt – ohne Moralkeule und ohne jemandem eine Meinung aufzuzwingen.

In meinem Roman Wer ich bin, wenn du mich siehst versuche ich, diese Gedanken in eine Geschichte zu verwandeln und mich einer Frage zu stellen, die mich immer wieder beschäftigt: Was bleibt, wenn man vom Krieg alles abzieht, was Menschen voneinander trennt?
Für mich ist die Antwort darauf: Menschlichkeit. 

https://www.wattpad.com/user/juna-liebrecht

Schreibplatz von der Autorin Juna Liebrecht

Hast du bestimmte Rituale oder Routinen, die dir beim Schreiben helfen?

Musik spielt beim Schreiben eine große Rolle für mich. Für viele Szenen gibt es ein Lied aus meiner Playlist, das die Stimmung diesen Moments einfängt. Über Musik kann ich mich sehr gut in eine Szene hinein fühlen und für eine Weile in die Welt der Geschichte eintauchen.

Was wolltest du schon immer mal verraten, hattest aber noch nie die Gelegenheit dazu? Hier ist deine Bühne!

Wie viele meiner Hauptfiguren bin auch ich hochsensitiv. Das bedeutet, dass ich Eindrücke, Stimmungen und Gefühle oft sehr intensiv wahrnehme. Dinge, die andere vielleicht nur am Rande bemerken, beschäftigen mich manchmal lange. Diese Sensibilität prägt auch mein Schreiben. Sie hilft mir, zwischen den Zeilen zu hören, Zwischentöne wahrzunehmen und Figuren emotional sehr nah zu kommen.

Viele meiner Texte entstehen genau aus dieser Wahrnehmung heraus – aus Momenten, Gefühlen oder Begegnungen, die mich besonders berühren. Und hoffentlich auch dich.

Welches Genre schreibst du am liebsten – und warum genau dieses?

Am liebsten schreibe ich literarische Gegenwartsliteratur. Mich interessieren Geschichten über menschliche Ambivalenz und die Frage, was Menschen miteinander verbindet. Neben meinem Roman schreibe ich auch Gedichte und Kurzgeschichten zu diesen Themen. In der Lyrik lassen sich Gefühle verdichten, während der Roman Raum gibt, ihnen über eine ganze Geschichte hinweg zu folgen.

Logo von der Autorin Juna Liebrecht

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?

Was bleibt, wenn man vom Krieg alles abzieht, was Menschen trennt?

Der Roman verhandelt die Frage nach Menschlichkeit im Krieg und untersucht, was vom Menschen bleibt, wenn Gewalt, Angst und Systemzwang alles andere zerstören.

Und erzählt eine zerbrechliche, intensive, zutiefst menschliche Liebesgeschichte.

Wenn dein Leben ein Buchtitel wäre, wie würde er lauten – und warum?

Vielleicht: „Zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir verstehen.“

Weil mich genau dieser Zwischenraum interessiert – in der Literatur und im Leben.

Wie gehst du mit Schreibblockaden um, falls sie auftreten?

Ich versuche dann nicht, den Text zu erzwingen. Oft hilft es, einen Spaziergang zu machen oder einfach etwas anderes zu lesen. Viele Ideen entstehen genau in diesen Momenten, in denen man versucht, nicht krampfhaft weiter zuschreiben.

Gibt es ein Buch, das dich so sehr gefesselt hat, dass du komplett die Zeit vergessen hast?

Das passiert mir vor allem bei Romanen, die sehr nah an den Figuren bleiben. Wenn ein Text es schafft, innere Konflikte und Gedankenwelten so präzise zu zeigen, dass man sich selbst darin wiederfindet, vergesse ich beim Lesen schnell die Zeit.

Liebe Juna vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.