Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten
heute mit Jona Jensen

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?
Moin, ich bin Jona Jensen, Jahrgang 1981 und komme aus dem Nordosten Deutschlands. Meine Lieblingsbeschäftigungen sind Romane lesen und schreiben, wandern und spazieren, kochen, braten, dünsten und Tischtennis. Im Schwimmunterricht hab ich nur das Seepferdchen geschafft.
Gibt es ein Buch, das dich so sehr gefesselt hat, dass du komplett die Zeit vergessen hast?
Als Teenager passierte es öfter, dass ich spontan die ganze Nacht durchgelesen habe. Ich erinnere mich an Stephen Kings „Es“, aber auch an Ralf Rothmanns „Flieh, mein Freund“. Ein alltagsnaher, gefühlvoller Roman über einen jungen Mann, der Schwierigkeiten hat, zu seiner großen Liebe zu stehen. Zuletzt ging es mir so bei „Wellness“ von Nathan Hill.
Wie gehst du mit Schreibblockaden um, falls sie auftreten?
Ich glaube, Blockaden resultieren meist entweder aus fehlender Planung oder aus einem zu großen Perfektionsanspruch. Ich plane immer ein paar Szenen voraus, so dass ich schon weiß, was ich als Nächstes schreibe. Und gegen den Perfektionsdruck hilft es, möglichst schnell eine Rohfassung aufs Papier zu bringen. Alles, was aufhält, lasse ich erstmal aus. Bevor ich mich wegen eines Recherchedetails aus dem Schreibfluss bringen lasse, setze ich lieber über die Kommentarfunktion eine Erinnerung an die entsprechende Textstelle. Wenn die erste Fassung fertig ist, kann man noch jede Menge streichen, umstellen, verbessern. Das ist ja das Gute am Schreiben, verglichen mit der Malerei: Nichts muss schon im ersten Anlauf sitzen.
Welches Genre liest du am liebsten – und warum genau dieses?
Ich lese relativ breit: Krimis, Thriller, Klassiker, Gegenwartsliteratur, Unheimliches, Komisches, magischer Realismus. Ich muss mich mit den Figuren verbinden können, muss ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen nachvollziehen können, dann sind mir Setting und Plot nicht so wichtig.

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?
„Sylt Hass“ ist der erste Band einer Nordsee-Krimireihe um Hauptkommissarin Mona Fedder und ihren jungen, etwas unbeholfenen Kollegen Dominik Kirschbaum. Es geht um die Abgründe hinter der Fassade einer erfolgreichen Unternehmerfamilie. Nach dem gewaltsamen Tod des Vaters liefern sich die Kinder einen erbitterten Streit ums Erbe – bis ein zweiter Mord die Insel erschüttert …


Was ist dein wichtigster Tipp für angehende Autoren?
Nicht zu lange mit Übungen, Ratgebern oder YouTube-Videos aufhalten, sondern möglichst bald ins Tun kommen. Kontinuität ist das Wichtigste. Lieber jeden Tag fünfzehn Minuten schreiben als ab und zu einen ganzen Tag. Wer sich regelmäßig ransetzt, wenn auch nur kurz, lernt automatisch Ideen zu entwickeln, und verliert nicht den Kontakt zu seiner Geschichte. Das ist eigentlich der wichtigste Schritt.
Und das Beste ist: Disziplin braucht es dafür nur am Anfang. Alles, was man täglich wiederholt, wird bald zu einer selbstverständlichen Routine.
Liebe Jona vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Nun bin ich gespannt auf deinen Sylt Krimi.

