Kerstin fragt … Rainer Weinand antwortet

Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten

heute mit Rainer Weinand

Autor mit seinen Hunden beim Spaziergang

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Rainer Weinand, ich bin Jahrgang 1963 und lebe in einem kleinen, beschaulichen Ort an der schönen Mosel. Beruflich arbeite ich als Informatiker, ich bin verheiratet. Zusammen haben meine Frau und ich 4 Haustiere (2 Islandpferde, einen Husky und einen Husky-Mix).

Welches Genre schreibst/ liest du am liebsten – und warum genau dieses?

Sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen lege ich mich nicht auf ein Genre fest. Begonnen habe ich mit einem Thriller über das Thema „Künstliche Intelligenz“, der aktuell kurz vor der Veröffentlichung steht. Parallel dazu habe ich meinen historischen Roman „Gutenbergs Lehrling“ geschrieben; diesen habe ích dann ein wenig in den Vordergrund gestellt – das gedruckte Buch sollte rechzeitig zum 50. Geburtstag meines jüngsten Bruders verfügbar sein.

Wenn dein Leben ein Buchtitel wäre, wie würde er lauten – und warum?

Wäre mein Leben ein Buchtitel – das Buch würde heißen „Das Glas ist immer halb voll“. Warum? Weil genau das mein Lebensmotto ist. Auch wenn es manchmal so scheint, als ginge etwas zu Ende, garantiert wartet schon etwas Neues. Ob das nun im Privatleben oder im Beruf sein sollte, spielt keine Rolle. Und wer weiß, vielleicht schreibe ich irgendwann mal ein Buch mit genau diesem Titel ;-)

Mit welcher Buchfigur würdest du gerne einen Tag verbringen, und was würdet ihr zusammen unternehmen?

Mit Pippi Langstrumpf oder Michel aus Lönneberga – und wir würden jeden Blödsinn anstellen, der uns einfällt.

Gibt es ein Buch, das dich so sehr gefesselt hat, dass du komplett die Zeit vergessen hast?

Jeder einzelne Eifelkrimi von Jacques Berndorf. Ich hatte die große Freude, diesen Schriftsteller persönlich kennenzulernen. Und an diese Begegnung denke ich noch heute sehr gerne zurück.

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?

Mein neues Buch, „Gutenbergs Lehrling“, beschreibt die Zeit der Erfindung des Buchdruckes; der Hauptdarsteller der Geschichte, ein Junge namens Lukas, erlernt vom Dorfpfarrer das Lesen und Schreiben. Zunächst führt ihn sein Weg als Klosterschüler in die Bibliotheken mehrerer Klöster. Als er aus dem heimatlichen Kloster verstoßen wird, reist er nach Mainz und lernt Gutenberg kennen – dies bestimmt seinen weiteren Lebensweg. Zurück in der Heimat, gründet er seine eigene Druckerei und leistet bei der Verbreitung des Druckerhandwerks Pionierarbeit.

Cover und Klappentext vom historischen Roman: Gutenbergs Lehrling von Rainer Weinand

Hast du bestimmte Rituale oder Routinen, die dir beim Schreiben helfen?

Mir hilft es tatsächlich ganz extrem, wenn ich mich in der Natur aufhalten kann. Bedingt durch unsere Haustiere, bin ich schon immer viel spazieren gegangen. Seit ich intensiv schreibe, merke ich, dass ich dabei den Kopf frei bekomme, aber auch neue Ideen für meine Bücher finde. Das beantwortet auch gleichzeitig die Frage: Wie gehst du mit Schreibblockaden um, falls sie auftreten? – ich hatte schon von Schreibblockaden gehört, konnte mir aber nicht vorstellen, dass es so etwas gibt. Seitdem ich selbst der Schreibwut verfallen bin, habe ich es jedoch schon einige Male am eigenen Leib erlebt. Dann hilft mir ein langer Spaziergang im Wald, nach ein paar Stunden ist mein Kopf wieder in der Lage, sich in die Geschichte einzufinden und die richtigen Worte zu finden.

Wie viele Bücher hast du bisher veröffentlicht, und gibt es eines, das dir besonders am Herzen liegt? Warum?

Bisher habe ich nur den einen Roman veröffentlicht; ich stehe also noch ganz am Anfang meiner Karriere als Bestseller-Autor. Von meinem KI-Thriller habe ich gerade das erste gedruckte Exemplar bekommen, das wird jetzt noch einmal von mehreren Geschwistern und Freunden gelesen und auf Unstimmigkeiten oder Fehler untersucht. Ich denke mal, das Anfang Juli mit der Veröffentlichung zu rechnen ist. Natürlich liegt mir der bereits veröffentlichte Roman besonders am Herzen. Einerseits, weil es eben mein Debüt ist. Andererseits aber, weil mir die Figuren in dem Roman im Laufe der Zeit wie gute Freunde vorkamen, von denen ich mich nicht mehr trennen möchte.

Woran arbeitest du aktuell? Magst du uns einen kleinen Einblick geben?

Die Fortsetzung meines historischen Romans ist in Arbeit, ich habe mir zum Ziel gesetzt, diese bis zum Herbst (Oktober/November) fertig zu schreiben. Darin geht es um die Tochter des Buchdruckers, die den Betrieb des Vaters weiterführt. Böse Neider in ihrem Umfeld sehen es nicht gerne, dass dieses „Teufelswerk“ (als solches wurde der Buchdruck im Mittelalter gerne bezeichnet) betrieben wurde – erst recht nicht von einer Frau. Sie verlässt dann ihre Heimat und gründet ihr Unternehmen an der Mosel neu. Hier kann ich ein spannendes Umfeld schaffen, denn es war zu dieser Zeit, Mitte/Ende des 15. Jahrhunderts, einer Frau nicht erlaubt, einen Betrieb zu führen. Auch die weiteren Lebensumstände der handelnden Personen geben immer wieder Anlass zu Intrigen. Mehr möchte ich aber hier noch nicht verraten, denn die Geschichte steht noch am Anfang und wird sicher noch einige überraschende Wendungen erleben. Lassen wir uns einfach alle überraschen!

Was ist dein wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie toll man sein eigenes Werk findet. Und das stimmt auch, jeder Autor leistet etwas Besonderes! Auch habe ich, wie sicher viele vor mir, die Erkenntnis gewonnen, dass es schier unmöglich ist, einen renommierten Verlag zu finden, um sein Buch zu veröffentlichen. Eine Absage zu einem eingesandten Manuskript ist da schon etwas Außergewöhnliches. Ich persönlich finde das schade. Aber ich rate jedem, der ein Buch veröffentlich hat, zu zwei Schritten: Erstens – lasst euer Manuskript von Freunden, Verwandten und Bekannten lesen. Und bittet um ehrliche Rückmeldungen. Im Status des Manuskriptes kann man noch viele Dinge an seinem Buch ändern. Zweitens – habt den Mut, euer Werk im Selbstverlag zu veröffentlichen. Ja, da steckt viel Arbeit dahinter. Aber als ich mein erstes gedrucktes Buch mit meinem Namen darauf in der Hand hielt, war ich mega-stolz. Und allein das ist die Mühe wert!

Lieber Rainer vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Wenn du Pippi oder Michel triffst, sag bescheid, ich komme gerne mit.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.