Autorin Katja Bleeker

Der heutige Tag ist der Autorin Katja Bleeker gewidmet. Ich starte heute Morgen mit einem kurzen Interview und ein paar Bildern zu ihrer Buchreihe „Um Turbulenzen wird gebeten“. Im Laufe des Tages folgen dann meine Rezensionen zu den drei Bänden der Reihe. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und freue mich über einen Kommentar von dir.

Interview mit Katja Bleeker

Liebe Katja Bleeker, magst du dich mit drei Sätzen meinen Lesern kurz vorstellen?

  • Hallo, ich bin Katja Bleeker, Mitte 30 und schreibe romantische Komödien. Letztes Jahr habe ich mich das erste Mal im Genre Fantasy versucht und war ganz fasziniert davon, Welten ohne Grenzen erschaffen zu können. Meine Romane zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine genreuntypische Tiefe bieten.

Deine Reihe „Um Turbulenzen wird gebeten“ handelt regelrecht von Turbulenzen im Leben. Im ersten Band musste ich herzhaft über die Szene mit dem Schaf lachen. Gibt es zur Entstehung dieser Szene eine Geschichte? Die Idee dazu finde ich einfach nur klasse.

  • Zu dieser Szene genau nicht. Zu anderen Szenen innerhalb der drei Teile sehr wohl, allerdings möchte ich nicht spoilern. Ich habe die Turbulenzen zu einer Zeit geschrieben, in der ich selbst viel flog und durch ein traumatische Erlebnis eine mittlerweile fast überwundene Flugangst entwickelt habe.

Du hast inzwischen einige Bücher als Selfpublisher veröffentlicht. Was macht für dich das besondere am Selfpublishing aus?

  • Ich bin ein eher ungeduldiger Mensch, der gern die Kontrolle behält. Verlage arbeiten langsamer und ich gebe viel aus der Hand, da fange ich an unruhig zu werden. Das soll aber nicht heißen, ich lehne die Verlagsarbeit ab

Ich bin ein kreativer Mensch und zeichne inzwischen gerne ein wenig zu den gelesenen Büchern. Hast du außer dem Schreiben noch kreative Seite an dir?

  • Ich male auch gern, aber ausgesprochen schlecht. 😂 Das würde keiner sehen wollen. Ich kann nicht singen und habe kein Gefühl für Rhythmus. Aber ich bin ziemlich kreativ in Sachen Sofasitting. 😁
    Ansonsten muss ich echt nachdenken… 🤔 Ich melde mich, wenn mir etwas eingefallen ist.

Wie viele Bücher hast du bisher veröffentlicht? Welches davon liegt dir besonders am Herzen?

  • 12 Romane – „12 Tage Max… und ich²“ ist der für mich bedeutendste Roman. Leider geht er etwas unter. Das Schreiben hat mich emotional sehr aufgewühlt und ich schrieb ihn unter ganz besonderen Umständen. Geplant war er als Kurzgeschichte, daraus geworden ist der bislang längste Roman, den ich geschrieben habe. Er geht tiefer als alles, was ich davor und danach geschrieben habe und allein für das Ende brauchte ich ein ganzes Jahr, um zu akzeptieren, dass es das Ende ist, welches das Buch braucht. Ich habe nächtelang nicht geschlafen und mir Zusatzlektüre angeschafft.

Liebe Katja, vielen Dank für das Beantworten der Fragen.

Turbulenzen in Bildern

Ich habe beim Lesen immer ein kleines Notizbuch oder mein Book-Journal dabei. Für die Reihe „Um Turbulenzen wird gebeten“ schwirrten mir ganz schnell viele Szenen im Kopf herum, die ich gerne zeichnen möchte. Wie oben im Interview schon erwähnt, blieb mir vom ersten Buch besonders die Szene mit dem Schaf im Kopf, wie du unten sehen kannst, ist mir das ganz gut gelungen. Kennst du den Vogel unten auf dem Bild? Mit Hilfe der richtigen Suchbegriffe bekommt man im WWW ganz einfache Zeichenhilfe.

Flugzeuge kann ich inzwischen ohne Unterstützung zeichnen. Darüber freut sich ein kleiner junger Mann im Freundeskreis besonders, wenn ich ihm ein Flugzeug nach Maß zeichne, dass er dann mit seinen 5 Jahren bunt ausmalen kann.

Bei den Menschen hapert es bei mir immer noch. Doch Übung macht den Meister.

Skizzen von Kerstin Cornils zu der Buchreihe von Katja Bleeker Um Turbulenzen wird gebeten

Auf dem Bild habe ich pro Buch einen kleinen Ausschnitt aus meinem Book- Journal zum Roman zusammengestellt. Die vollständigen Seiten kannst du im Laufe des Tages bei den Rezensionen zu den drei Büchern bewundern.

Autorin Ella Lane

Heute präsentiere ich dir Ella Lane. Die mich auf eine wunderbare Reise mit nach Portugal genommen hat. Ich starte heute mit einem Interview und einem kleinen Auszug aus meinem Portugal Tagebuch. Heute Abend darfst du dich dann auf die Rezension zum Roman „Sternschnuppen über dem Meer“ freuen.

Interview mit Ella Lane

Foto von der Autorin Ella Lane

Liebe Ella Lane, magst du dich mit drei Sätzen meinen Lesern kurz vorstellen?

  • Ich bin Ella Lane, eine Autorin aus Berlin, und habe bisher zwei Liebesromane veröffentlicht – die Sternschnuppen-Reihe. Meine Leser haben mir gesagt, es seien keine 0815-Liebesgeschichten. Kann ja auch keine sein, da sie auf einer wahren Begebenheit beruht. Den Sommer verbringe ich meist in einer Finnhütte im Wald am See – ohne fließend Wasser und Stromanschluss.

Mit Sternschnuppen über dem Meer durfte ich nach Portugal reisen. Was verbindest du mit Portugal?

  • Mit Portugal verbinde ich einen wundervollen Urlaub, meine erste große Verliebtheit, meinen ersten Kuss. Ich habe dort tolle Menschen getroffen, die vermutlich ewig in meinem Herzen einen Platz haben. Nicht zuletzt Tiago.

In deinem Roman taucht die Protagonistin Jojo mit Hilfe ihrer Tagebücher in ihre Vergangenheit zurück. Ich musste bei den Einträgen immer ein wenig schmunzeln. Ich habe schon lange keinen Blick mehr in meine Tagebücher aus der Jugend geworfen. Sie lagern alle ganz brav im Keller in einer großen Kiste. Hast du selbst auch Tagebücher geschrieben? Was steht in deinem Tagebuch für den Tag deiner ersten Buchveröffentlichung?

  • Ich kann nur raten, mal wieder einen Blick in die alten Tagebücher zu werfen. Ich fand es sehr spannend. Dachte ich doch, ich kenne meine Vergangenheit. Doch so vieles war bereits verblasst oder sogar vergessen. Es war spannend und emotional zugleich. Die Tagebucheinträge im Buch haben sich bei mir tatsächlich so oder ähnlich zugetragen. Inzwischen schreibe ich nicht mehr Tagebuch, ich poste jedoch meist die Highlights, die ich erlebe auf meinen Social Media Kanälen. Dort steht am Tag meiner ersten Buchveröffentlichung: Es ist so weit. Mein Buch-Baby wollte das Licht der Welt erblicken. Innerliches Zittern, eiskalte Hände und Übelkeit. Mann, ist das aufregend. ❤🌠

Ich liebe Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge am Meer. Daher sprach mich dein Buchtitel sofort an. Stellst du dir im Urlaub manchmal den Wecker, um dir einen Sonnenaufgang anzusehen?

  • Im Urlaub stelle ich mir generell keinen Wecker. Spätestens seit ich Kinder habe, weiß ich meinen Schlaf sehr zu schätzen. Ich bin eher eine Nachteule und morgens eine Langschläferin. Da kann ich dann meist nur den Sonnenuntergang genießen.

Nach „Sternschnuppen über dem Meer“ ist inzwischen dein zweiter Roman „Wenn Sternschnuppen verglühen“ als Fortsetzung erschienen. Magst du das Buch kurz vorstellen und warum es dir ein Bedürfnis war, die Geschichte von Jojo fortzuführen?

  • Als ich das Buch beendet habe, hatte ich irgendwie das Gefühl, die Geschichte wäre noch nicht fertig und die Nachfragen vieler meiner LeserInnen bestätigte mir das. „Wie geht es denn nun weiter?“, hörte ich immer wieder.
    Das fragte ich mich auch, deshalb begab ich mich mit der Protagonistin weiter auf eine spannende Reise. Offene Fragen werden geklärt wie: Was ist mit Alex passiert, wird sie in Portugal und mit Tiago ihr weiteres Leben verbringen oder kommt alles anders? Und die Geschichte gefällt den meisten sogar noch besser als Teil 1 der Reihe.

Liebe Ella, vielen Dank für das Beantworten der Fragen. Deinen zweiten Roman werde ich mir für den nächsten Urlaub im Mai bestimmt mit aufs Meer nehmen.

Mit dem Tagebuch in Portugal

Nach der Lektüre von Ella Lanes ersten Roman bekommt man direkt Lust auf einen Urlaub an der Küste von Portugal. Ich selbst bin bisher nur in Lissabon gewesen, doch kann ich die Sehnsucht von Jojo sehr gut nachvollziehen. Wenn man einmal dort gewesen ist, möchte man immer wieder hin.

Liebes Reise-Tagebuch, heute ist der 2. Mai 2019. Die Nacht war laut und unruhig. Immer wieder klatschten die Wellen frontal auf das Schiff, so dass ordentliche Stampf-Bewegungen zu spüren waren. Immer wieder schlugen die Wellen gegen den Bug, so dass nur schwer an Schlaf zu denken war. Doch die Einfahrt in den Rio Tejo auf dem Weg nach Lissabon lässt einen die Nacht sofort vergessen.

Mit dem Tuk-Tuk ging es auf unsere zweite Erkundungstour von Lissabon. Unseren ersten Stopp legten wir bei der Santa Maria Kirche ein. Ein tolles Bauwerk ganz in weiß. Weiter ging es zum Torre de Belém. Den wollte ich unbedingt aus der Nähe sehen. Wie schon bei der Kirche herrschte hier Menschenmengen. Gut, dass unser Tuk-Tuk so klein und wendig ist. Der letzte Abstecher in Belém war der Padrão des Descombrimentos. Das Wahrzeichen für die Entdecker. Aus der Nähe sieht es noch viel besser aus, als vom Fluss.

Gestärkt mit Pastáis de Belém ging es weiter. Die muss man einfach mal probiert haben. Sehen zwar auf den ersten Blick nicht so lecker aus, schmecken aber vorzüglich.

Am Elevador de Santa Justa legten wir einen kurzen Fotostopp ein und genossen die Aussicht über Lissabon. Meinem Mann zu liebe haben wir diesmal auf eine Fahrt mit dem Fahrstuhl verzichtet. Er fand sie beim letzten Mal einfach zu teuer. Ist aber immer ein Erlebnis wert.

Danach ging es weiter zur ältesten Kirche von Lissabon und zu einem schönen Aussichtspunkt. Dann verabschiedete sich unser Tuk-Tuk-Fahrer von uns und wir legten einen Kaffee-Stopp ein. Zu Fuß ging es dann durch die Stadt zurück zu unserem Schiff.

Nach dem leckeren Sail-Away-Menü genossen wir beim 6. Gang das Auslaufen aus dem Rio Tejo. Der Tag war viel zu kurz für Lissabon und so kommen wir ganz bestimmt mal wieder.

Wenn du nun wissen möchtest, was bei Jojo im Tagebuch, über ihre Reise nach Portugal steht, dann lese die beiden Sternschnuppen Bücher von Ella Lane und lass dich von dem südlichen Flair begeistern.

Autorin Nadine Teuber

Diese Woche darfst du dich auf drei deutsche Autorinnen freuen, die ihre Bücher als Selfpublisher veröffentlichen. Gestartet wird mit der Thriller- Autorin Nadine Teuber aus Berlin, weiter geht es mit Ella Lane und ihrem Sternschnuppen Roman und enden wird die Woche mit den Turbulenzen von Katja Bleeker. Freue dich auf drei ganz unterschiedliche Autorinnen. Und werfe einen Blick in die Schreibwelt der Selfpublisher. Inzwischen durfte ich schon viele digital kennenlernen und freue mich auf das ein oder andere Treffen live auf der Leipziger Buchmesse dieses Jahr.

Interview mit Nadine Teuber

Foto von der Autorin Nadine Teuber

Liebe Nadine Teuber, magst du dich mit drei Sätzen meinen Lesern kurz vorstellen?

  • Ich bin eine 33jährige Autorin, die in Berlin bevorzugt gesellschaftskritische Thriller schreibt. Wenn ich gerade nicht schreibe, bin ich am liebsten sportlich unterwegs, was ich jedem Bücherfreak als guten Ausgleich ans Herz legen kann. Ich plane alles (Urlaube, Alltag, zu schreibende Bücher, meinen Facebook- und Instagram-Account) bis ins kleinste Detail und bringe meine Familie damit regelmäßig zur Weißglut.

Wie ich bei einer Onlinelesung von dir auf Instagram erfahren habe, arbeitest du in der pharmazeutischen Industrie. Wie ich finde ein passender Hintergrund um Thriller zu schreiben. In welchem deiner Bücher tauchen besonders pharmazeutische bzw. medizinische Hintergründe auf?

  • Bei „Lobotomie“ habe ich ein wenig herumgesponnen und mir überlegt, wie weit man einen Menschen mit wissenschaftlichen Methoden verändern kann, ohne ihn zu zerstören. Obwohl es fiktiv ist, habe ich wissenschaftliche Untersuchungen als Grundlage genommen und ich habe es geliebt, mich in den Antagonisten mal ganz unethisch austoben zu dürfen.
    Mein Thriller „(m)achtlos“ spielt in einem pharmazeutischen Unternehmen und man erfährt, was dort alles passieren könnte. Ich glaube, mit diesem Buch habe ich die Google-Suchanfragen für das Wort „Autoklav“ (ein Dampfsterilisator, kennen viele von Babyfläschchen) deutlich in die Höhe getrieben. Allerdings habe ich die naturwissenschaftliche Seite auch in dem bdsm-erotischen Roman „Sag es (nicht)! – Grün Gelb Rot“ einfließen lassen. Hier arbeitet die Protagonistin als Marketingexpertin in einem Konzern, der die Pille für den Mann auf den Markt wirft, was zu einigen wunderbaren Verstrickungen führt.

Ich habe deinen Roman Waldesstille gelesen. Dabei ist mir die Naturverbundenheit der Protagonistin Sarah ins Auge gefallen. Meine Eltern haben mir von klein auf erzählt, was am Wegesrand «kreucht und fleucht» doch lange in der Wildnis überleben wollte ich nicht. Wie entstand deine Protagonistin Sarah? Hast du für die Recherche auch ein paar Tage im Wald ausgeharrt?

  • Nein, so weit ging es leider nicht, weil meine Familie mich dann doch nicht so lange gehen lassen wollte. Über normale Wanderungen mit fester Unterkunft morgens und abends ging es nicht hinaus, aber es ist ein Traum von mir, eine zeitlang nur mit Rucksack und Zelt loszuziehen. Als Autorin ist man glücklicherweise in der Lage, Dinge auszuleben, die in das eigene Leben gerade nicht hineinpassen. Ich bin ein großer Befürworter des natürlichen Essens von klein auf und das Haus meiner Eltern liegt mitten im Wald, deshalb habe ich einiges an Erfahrung, was dieses Thema angeht. Ich habe mit zwölf Jahren beschlossen, nichts mehr zu essen, was extra dafür gezüchtet wurde und bin auch der Meinung, wer Fleisch essen möchte, sollte sich damit auseinandersetzen, wo es herkommt, und es selbst erlegen (können). Wer das nicht kann, sollte die Finger von Fleisch lassen.

Unser Haus ist etwa 500 Meter vom Waldrand entfernt. Im Wald findet man mich oft tief versunken in ein Buch, so habe ich schon ganz viele scheue Tiere direkt vor meine Nase bekommen, denn sie scheinen mich beim Lesen nicht für gefährlich zu halten. Nach der Lektüre von Waldesstille konnte ich erst mal eine Weile nicht so mutterseelen allein im Wald spazieren gehen. Wo liest du selbst am liebsten?

  • Das erinnert mich jetzt an meine Kindheit im Wald. Ich hatte einen Lieblingsbaum, auf den ich mich immer ganz oben zum Lesen (und auch Schreiben der ersten Geschichten) zurückgezogen habe. Heute ist es meist zwei Seiten vor dem Einschlafen (mehr schaffe ich meist nicht, weil mir dann die Augen zufallen) oder in den Öffis oder der Badewanne. Einen festen Ort habe ich dafür nicht.

Neben Waldesstille sind von dir die Thriller: (m)achtlos und Lobotomie erschienen. In Kürze erscheint dein vierter Thriller: Henkers Mahlzeit. Auf was dürfen meine Leser und ich mich in dem neuen Buch freuen?

  • 😁 Ich starte mit einer kleinen Anekdote: Jedes Mal, wenn in meinem Freundeskreis mehrere Personen zusammensitzen und auf ihre Smartphones starren, fällt aus irgendeinem Mund der Satz: „Ich hole gleich Hanna.“ Hanna ist die Protagonistin in „Henkers Mahlzeit“, die genauso genervt von Smartphones ist, wie ich. Diese Teufelsdinger sind der Ursprung allen Übels. Sie sorgen dafür, dass die Menschen sich nicht mehr unterhalten, Eltern ihre Kinder vernachlässigen und sie ist sicher, dass die Gesellschaft an diesen Dingern zugrunde gehen wird. Sie macht sich auf den Weg, die Gesellschaft von diesem Übel zu befreien, wobei ich jetzt auf den Titel verweise und nicht mehr verrate. Aber ihr könnt gespannt sein

Liebe Nadine, vielen Dank für das Beantworten der Fragen. Ich bin schon ganz gespannt auf Henkers Mahlzeit. Das Cover macht Lust auf mehr.

Waldspaziergang mit Thriller

Als ich den Roman „Waldesstille“ von Nadine Teuber gelesen hatte, hatte ich einen genauen Plan wie ich einen Beitrag zum Buch und der Autorin gestalten möchte. Ich habe mir einen Waldspaziergang bei frostiger Kälte vorgestellt. Dick eingemummelt wollte ich mit dem Buch in unseren Wald hier in Holdorf gehen.

Ein Plan ist immer gut, doch das Wetter hat mir da leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Von Kälte und Frost war in den letzten Wochen weit und breit nichts zu sehen. So nehme ich dich jetzt mit auf meinen winterlich warmen Spaziergang durch den Wald etwa 500 Meter vor unserem Haus.

Schnellen Schrittes mit einem Hörbuch auf den Ohren oder einem Buch in der Hand geht es auf eine 5,5 km lange Runde durch den Wald. Wenn man genau auf den Boden schaut, dann sieht man wer alles mit einem durch den Wald spaziert. Nach Spuren schaut auch die Protagonistin in Waldesstille immer wieder. Ich habe auf meinem Weg nur die Spuren der Pferde und Hunde gefunden. Doch ich weiß, dass im Wald auch viele Wildtiere leben. Fuchs und Rehe sind mir schon über den Weg gelaufen. Und auch das ein oder andere Wildschwein soll im Wald zu Hause sein.

Weiter geht es durch den Wald auf der Suche nach Nahrung. Was findet man im Winter noch zum Überleben? Ich würde jämmerlich verhungern, denn so ganz weiß ich nicht was ich da jetzt essen darf und was besser nicht. Bei meinem Spaziergang im Oktober fand ich ein paar Pilze, doch davon habe ich so gar keine Ahnung, also kann ich dir nicht verraten, ob ich den Pilz essen darf oder nicht. Die Brennnessel hingegen kann man beruhigt essen.

Mit der Kamera in der Hand habe ich den Fokus auf das Dickicht gelegt. Rechts und Links des Weges findet man zum Teil Bäume in Reih und Glied, aber auch schöne naturbelassene Abschnitte, in denen die umgefallenen Bäume neuen Lebensraum bilden.

Ich kenne meinen Waldweg inzwischen wie meine Westentasche. Ich kann nahezu Blind den Wegen folgen und an den richtigen Stellen die Füße höher heben. Nur nach den ersten Stürmen im Jahr muss ich regelmäßig meine Augen vom Buch auf den Boden heften, um nicht in einem umgestürzten Baum zu landen. So auch letzte Woche auf meinem Weg durch den Wald.

Nach meiner kleinen Fotosafari mit der Protagonistin Sarah im Wald gehe ich jetzt wieder etwas bewusster durch die Natur. Ich schaue was rechts und links vom Weg liegt oder wächst, wie schon zu Kindertagen. So habe ich ein paar tolle Motive entdeckt.

Wobei ich mich nicht getraut habe, den Thriller direkt im Wald zu lesen. Wenn ich einen Thriller im Wald lese, dann höre ich auf einmal ganz andere Geräusche als sonst. Da zeigt sich mein schöner Wald dann von der finsteren und gespenstischen Seite. Wenn du den Roman von Nadine Teuber in authentischer Umgebung lesen möchtest suche dir einen umgefallenen Baum im Wald und lasse dich mit dem Buch nieder. Ich bin gespannt, was du im Wald alles erleben wirst. Ich freue mich über deinen Erlebnisbericht mit dem Thriller im Wald.

Abendstimmung über meinem Wald

Interview mit Christopher David

Interview mit Christopher David zu seinem Buch: Die Wellenbrecher

Heute darf ich dir den Autor Christopher David vorstellen. Sein Roman „Die Wellenbrecher“ hat mich fasziniert und direkt Fernweh ausgelöst. Ich durfte mit dem Buch an bekannte und unbekannte Orte reisen. Beim Lesen war für mich schnell klar, ich möchte mehr über den Autor erfahren und habe ihn direkt um ein Interview gebeten.

©Christopher David

Lieber Christopher, vielen Dank für deinen Roman „Der Wellenbrecher“, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Sehr gerne. Mein Name ist Christopher David. Ich komme aus Köln und lebe seit einigen Jahren in Österreich. Den Dom und die Berge sehe ich allerdings nicht so oft, da es mich immer wieder raus in die Welt zieht. Inzwischen habe ich über 50 Länder bereist und in 6 davon gewohnt. Unterwegs habe ich unzählige Geschichten erlebt und gehört. Eine davon versetzt die Menschen jedoch immer ganz besonders ins Staunen. Es ist die Geschichte, wie 200 Studenten aus 40 Nationen gemeinsam über die Ozeane reisen, um ihren Platz in der Welt zu suchen. Von genau dieser Geschichte handelt mein Debütroman „Die Wellenbrecher“, der gerade im CONBOOK Verlag erschienen ist. 

Ich habe im Einband des Romans gelesen, dass du 2007 selbst mit einem „schwimmenden Melting Pot“ von Athen bis Shanghai gereist bist. Wie viel von deiner eigenen Reise steckt in deinem Roman „Der Wellenbrecher“?

Tja, das interessiert immer alle ganz brennend. (lacht) Ich schätze, das bleibt mein Geheimnis … 

Gab es ein besonderes Erlebnis auf deinen Reisen, was dich dazu animiert hat zu schreiben?

Es gab auf meinen Reisen viele Erlebnisse, bei denen ich mir dachte, das muss unbedingt jemand festhalten. Der Auslöser, selbst Reiseromane zu schreiben, war aber viel mehr das Lesen von Büchern wie „On the road“ von Jack Kerouac oder „Fiesta“ von Ernest Hemingway. Wie bei meinem Buch, lagen hier wahre Erlebnisse und Begebenheiten zugrunde. Die Autoren haben sich aber die Freiheit genommen, aus dieser Erlebnismasse ihre eigenen Erzählungen zu formen. 

„On the road“ habe ich so intensiv gelesen, dass sich die Szenen heute noch anfühlen, als wären sie meine eigenen Erinnerungen. Irgendwann wuchs der Wunsch, selbst etwas zu schaffen, das die Leser so sehr in eine fremde Welt eintauchen und die ganze Energie und Lebenslust des Reisens spüren lässt. Das war der Moment, in dem ich ernsthaft angefangen habe zu schreiben.

Ich selbst bin an der Nordseeküste in einer Seefahrerfamilie aufgewachsen. Mein Großvater war mit der Onassis Flotte in der Antarktis auf Walfang, mein Vater ist als Krabbenfischer über 40 Jahre lang zur See gefahren. Auch meine Schwester hat es mit der Polarstern in die Antarktis gezogen. Die Sucht nach Meer liegt mir im Blut und so versuche ich meine Reiselust mit der Seefahrt zu kombinieren. Dieses Jahr geht es noch vier Wochen auf Kreuzfahrt Richtung Kapstadt.
Wie bist du zum Reisen gekommen?

Wow, die Flotte von Onassis, Generationen von Seefahrern, die Weiten der Antarktis – hast du mal überlegt ein eigenes Buch darüber zu schreiben? Das ist faszinierender Stoff!
(Anmerkung: Mein Großvater hat kurz vor seinem Tod das Buch „Von Ording an den Südpol“ über sein Leben als Seefahrer geschrieben. Ich selbst werde wenn dann eher mal einen Thriller schreiben).
Reisen hat auch in meiner Familie einen sehr hohen Stellenwert. Meine Großeltern haben fast jedes Land der Erde bereist. Als Kind staunte ich immer über exotische Schnitzereien und Bilder, die sie aus aller Welt mitbrachten. Ich wurde auch schon früh mit auf Reisen genommen und war schon in jungen Jahren an allerlei Orten in Europa. Das hat mich nachhaltig geprägt. Mit der Zeit sind dann weiter entfernte Ziele hinzugekommen: Alaska, Malaysia, Hawaii, Polynesien, Mexico, Bali… Da waren schon viele Sehnsuchtsorte dabei.

Als Kind wollte ich unbedingt zur See fahren und Kapitän werden. Als Tochter von einem Seemann und einer Lehrerin nicht ganz ungewöhnlich. Was war dein Berufswunsch als Kind? 

Ja, der Berufswunsch war ganz klar: Ich wollte Comiczeichner werden. Das war für mich absolut alternativlos. Wenn andere Kids beim Fußball-Training waren, saß ich irgendwo in der Ecke und zeichnete meine eigene Fantasiewelt. Der Wunsch ist im Laufe der Jahre anderen Interessen gewichen. Geblieben ist die Freude am Geschichtenerzählen und eine sehr bildliche Vorstellungskraft.

Beim Lesen des Romans wurden bei mir Erinnerungen geweckt und Fernweh geschürt. Besonders die Station in Lissabon hat mich verzaubert. Ich habe erst im Mai den Paseis de Belém und die Einfahrt in den Tejo genossen. Auch die Fahrt auf dem Panamakanal ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Hast du einen Ort bei deinen ganzen Reisen, der dich bisher am meisten beeindruckt hat?

Es gibt so viele faszinierende Orte. Landschaftlich haben mir z.B. die Salzwüste von Uyuni, die Farben von Tahiti oder der unfassbare Sternenhimmel über Australiens Outback die Sprache verschlagen. Vielleicht sind es am Ende aber viel mehr die Erlebnisse mit den Menschen als die Umgebung, die sich ins Gedächtnis einbrennen. 

Eine Unterhaltung im Buch ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Mark erklärt Cansu, warum er oft keine Fotos macht. Ich kann da Mark nur zustimmen. Wie stehst du dazu, alles mit Foto und Film festzuhalten?

Da bin ich Mark sehr ähnlich. Natürlich freue ich mich, tolle Bilder von einem Trip zu haben. Ich fotografiere und filme auch sehr gern. Trotzdem lasse ich oft die Kamera Zuhause, um mich mehr auf die Momente und Begegnungen einlassen zu können. Am besten löst man das Dilemma, indem man mit Freunden reist, die viel fotografieren und einem damit den Druck nehmen, selbst alles abzulichten. (lacht)
(Anmerkung: Stimmt, bei uns macht meistens mein Mann die Fotos und so kann ich in Ruhe mich umsehen und genießen.)

Mein Blog heißt „Kerstins Kartenwerkstatt“ und zeigt meine kreative Seite und meine Lesesucht. Mit kleinen Sketchnotes versuche ich meine Leseeindrücke festzuhalten. Hast du auch eine kreative Ader?

Ja, absolut. Neben dem Schreiben mache ich viel Musik. Kunst und kreativer Ausdruck sind ganz wichtige Treiber in meinem Leben. Macklemore sagt in einem Song: „A life lived for art is never a life wasted.“ Da stimme ich ihm voll und ganz zu. Kunst ist für mich eine Lebenseinstellung – eine kreative Art, sich mit der Welt auseinanderzusetzen.

Ich habe deine außergewöhnliche Geschichte genossen, dürfen wir uns auf einen weiteren Abenteuer Roman von dir freuen?

Die Arbeit an „Die Wellenbrecher“ hat mir viel Spaß gemacht. Ich bin dankbar, für alle Leser die mich auf dieser Reise begleiten und mich damit motivieren, auch weiterhin zu schreiben. Die Notizbücher sind jedenfalls schon voller Ideen für weitere Abenteuerromane. 

Lieber Christopher, vielen Dank dass du dir einen Moment für mich Zeit genommen hast. 

Vielen Dank, Kerstin. Ich habe mich sehr, auf deinem tollen Blog dabei zu sein.

Die Wellenbrecher von Christopher David Buch

Die Wellenbrecher

von Christopher David

Reiseerzählung
Verlag: Conbook Verlag
erschienen im: Juli 2019
ISBN: 978-3-95889-207-1
Seiten: 288

Interview mit Anjana Gill

Interview zum Buch: Danke liebes Universum

Liebe Anjana Gill, vielen Dank für dein Buch mit der Wunscherfüllungsgarantie. Magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Mich fasziniert schon immer die aufregende Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Mensch und Universum. Ich liebe es neue spannende Geheimnisse zu entdecken und auch altes Wissen wieder neu zu entdecken. Ich habe inzwischen 8 Bücher zu spirituellen Themen veröffentlicht. Ganz besondere Freude macht mir die Zusammenarbeit mit dem Universum. Außerdem liebe ich: Yoga, reisen, lesen und schöne Momente…

Ich habe dein Buch „Danke liebes Universum“ verschlungen und musste an vielen Stellen Schmunzeln. Kannst du das Buch mit 3 Sätzen meinen Lesern schmackhaft machen?

97,5 % Wunscherfüllung – in diesem Buch lernst du mit Hilfe von kleinen spielerischen Aufgaben die Arbeitsweise des Universums kennen und kannst den Schritt vom Wünschen zum Manifestieren, vom Träumen zur Wunscherfüllung vollziehen. Jeder von uns besitzt Manifestationskräfte – wir müssen nur lernen sie umzusetzen. Du und das Universum – da geht was. Und am Ende wirst Du sagen: Ich liebe das Universum.

Mein Lieblingsspruch ist: Das Leben ist schön. Damit kann ich mir und meinen Mitmenschen einen schlechten Tag versüßen. Wie kommst du an einem stressigen Tag aus der „Negativ-Falle“ heraus?

Manchmal stolpere ich da auch rein. Aber dann nehme ich eine Beobachterposition an und beobachte mich selbst von außen. Dabei merke ich sofort, dass ich mal wieder in die Falle getappt bin. Jetzt drehe ich die Negativspirale in etwas Positives um, und bestelle mir irgendetwas lustiges beim Universum. Z.b. „Liebes Universum, bring mir Kuchen.“ Und dann bin ich gespannt, durch wen das Universum mir den bestellten Kuchen bringen lässt und welcher Kuchen es sein wird. 

Ich habe meine ersten Gehversuche mit dem Universum etwa 2005 gemacht, nachdem ich „Das Uschi- Prinzip“ gelesen habe. Mein Wunsch ans Universum waren grüne Ampeln und helfende Hände. Hat zu 90% auch immer gut geklappt. Kennst du das Buch? Wie sind deine Erfahrungen bei der Grünenwelle- Hilfe durch das Universum?

Das Buch kenne ich leider nicht. Die Grünewelle-Hilfe, wie Du sie nennst, ist wahrscheinlich vergleichbar mit meinem Prinzip: „Das Universum öffnet die Türen und ich brauche nur hindurchzugehen.“ Wenn eine Tür nicht aufgeht, weiß ich, dass ich da nicht durchgehen soll. Ist ein Weg gut für mich, öffnet das Universum die Tür – ist der Weg nicht richtig, lässt das Universum die Tür zu. Obwohl ich das alles weiß, ärgere ich mich manchmal immer noch, wenn eine Tür nicht aufgeht und versuche immer wieder sie zu öffnen. Aber zum Glück hält das Universum sie weiter zu. Fast immer verstehe ich im nachhinein, dass das Universum mich zu etwas Besserem führen wollte. Man lernt nie aus :-)

Bei der Lektüre des Buches musste ich immer wieder schmunzeln. Wenn ich doch nur jenes getan hätte, dann wäre das passiert. Mein Vater hat mir schon früh beigebracht, dass es „Was wäre wenn“ und „wenn, dann“ nicht gibt. Das hat mir bei all meinen Irrwegen im Leben sehr gut geholfen und so kann ich positiv auf jeden Fehlgang zurückblicken. Hast du ähnliche positive Gedanken von deinen Eltern mit auf den Weg bekommen?

Mein Vater hat mir von klein auf sehr sehr viele positive Gedanken und spirituelle Geschichten erzählt. Der allerwichtigste Rat aber, den er mir mitgeben hat, war dieser: In einer sehr schwierigen Situation hat er nur ganz ruhig zu mir gesagt: „Tue, was dein Herz dir sagt. Vergiss jetzt mal, was dein Kopf sagt und höre einen Moment nur auf dein Herz.“ Ich wusste sofort, was ich zu tun hatte. Seitdem lebe ich nach dem Motto: Tue, was dein Herz dir sagt. Mein Herz ist mein bester Ratgeber.

Meine kosmischen Zeichen blühen rosa in meinem Garten oder zeigen sich in Form von Blüten jeglicher Art. Ich habe eine Stammrose von meiner Großmutter und eine Christrose (oder sowas ähnliches) von meinem Vater geschenkt bekommen. Beide haben nur mäßig geblüht, dies änderte sich jeweils mit dem Tod. Dieses Jahr hat die Christrose das erste Mal in voller Pracht geblüht. Das war für mich ein Zeichen, dass mein Vater immer noch für mich da ist. Kannst du meinen Lesern einen Tipp geben, wie sie kosmische Zeichen erkennen können?

Dein Zeichen mit den Blumen ist wunderschön. Genauso funktioniert es. Man spürt plötzlich von ganz alleine, was ein Zeichen ist. Dich durchflutet dann dieses unendlich warme Gefühl und du weißt es, du weißt, dass du Verbindung zu einer bestimmten Person hast. Es gibt so viele unterschiedliche Zeichen, wie es Menschen gibt. Zeichen können Lieder, Gerüche, besondere Zeilen, Regenbögen, besondere Worte und und und sein.

Beim Lesen des Buches habe ich mir direkt ein kleines Notizbuch genommen und Zauberbuch drauf geschrieben. Für mich als kreativer Mensch bieten sich da ganz viele Möglichkeiten zur Gestaltung und Dekoration des Büchleins. Hast du eine kreative Ader? Magst du mir und meinen Lesern eventuell ein Bild davon zeigen?

Ich liebe es wichtige Botschaften mit schönen Fotos zu kombinieren. Schaut doch mal auf meiner Instagram-Seite Anjana Gill oder bei Facebook unter „Sprechen Sie kosmisch?“ vorbei. Aus der kreativen Arbeit bei Facebook sind auch zwei kleinere Taschenbücher entstanden.

Ein Abschnitt im Buch heißt: „Telefonieren für Fortgeschrittene – Telepathie“. Ein spannendes Thema für unsere digitale Generation, die immer und überall erreichbar sein möchte. Kann ich auch als Smartphone Kind mir telepathische Fähigkeiten aneignen?

Aber klar kannst Du das. Jeder kann es. Es ist gar nicht so schwer und du kannst es trainieren und üben. Macht auch noch richtig Spaß. Denk mal an eine bestimmte Person, ganz intensiv. Und nun sage dieser Person in Gedanken, dass sie Dich anrufen soll. Das klappt. Vielleicht nicht beim ersten Mal, aber Übung macht den Meister. Dann bist du auch immer und überall erreichbar – für die Wunder des Universums. 

 Vielen Dank liebe Anjana, dass du dir die Zeit für meine Fragen genommen hast.

Mehr über das Buch verrate ich dir in meiner Rezension: Danke liebes Universum von Anjana Gill.

Interview mit Aaron Wahl

Welt- Autismus- Tag

Heute ist der Welt- Autismus- Tag. Passend dazu erschien gestern die Autobiographie „Ein Tor zu eurer Welt“ von Aaron Wahl. Mit dem Untertitel: Wie ich als Autist meine Gefühle lieben lernte.

Im Rahmen der Veröffentlichung seiner Autobiographie durfte ich Aaron Wahl ein paar Fragen stellen. Ich fand es total spannend. Nach der Lektüre des Romans war ich total bewegt und traute mich fast gar nicht noch weitere Fragen zu stellen. Mir war jede Frage irgendwie zu simpel und zu unwichtig gegenüber diesem emotionalen Buch. Am Ende blieben 10 Fragen übrig, die ich an Aaron Wahl gerichtet habe. Die Antworten sind einfach nur gut und machen Lust, seine Geschichte zu lesen.

Mehr zum Welt- Autismus- Tag erfährst du heute in der Facebook Veranstaltung dazu.

Interview mit Aaron Wahl

Aaron Wahl

Lieber Aaron Wahl, vielen Dank für deine bewegende Geschichte. Magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Aaron Wahl, ich bin Autist, 28 Jahre alt und lebe in Hamburg.
Ich leite im PEM Center – Kunst und Kulturzentrum für emotionale Bildung ein Projekt, welches die Stärken von Autisten fördern will und ihre individuellen Schwierigkeiten auf Basis von Menschlichkeit angeht und wenn sie möchten, löst, jedoch ohne in die Persönlichkeit oder Psyche einzugreifen.
Mein Wunsch ist es, dass Autisten „sie selbst“ sein dürfen, in der vollkommenen Individualität wie alle anderen Menschen auch und mit dem Fokus auf dem was sie gut können und das sie die Möglichkeit erhalten, diese teilweise bemerkenswerten Fähigkeiten einzusetzen, ohne dass ständig nur auf ihre Probleme und Unterschiede geschaut wird.

Was hat dich dazu bewegt, deine Geschichte zu schreiben? Wann hast du festgestellt, dass du schreiben musst? 

Am Anfang des Jahres 2017 habe ich nach erfolglosen 16 Jahren Psychotherapien und so ziemlich jeder Therapieform, sowie diversen Krankenhaus Aufenthalten die PEM (Perdekamp`sche Emotions Methode) kennengelernt.
Die PEM ist ein körperbasiertes Training was dabei unterstützt die eigenen Emotionen zu verstehen, zu kommunizieren und Blockaden auf rein körperlicher Ebene aufzulösen. Zum Beispiel Ängste.

Dies war für mich ein lebensverändernder Durchbruch, vorher habe ich zum Beispiel mein Leben um meine Ängste herum organisiert, sodass ich die Trigger vermeide, welche die diversen Ängste auslösten. Das hat mich erheblich eingeschränkt. Durch das wiederholte körperliche Training der PEM hat mein Körper gelernt, wie er mit Ängsten gesund umgehen kann, dadurch hat sich die „Angst vor der Angst“ komplett aufgelöst.
Das heißt meine Angst ist kein unbezwingbarer Feind mehr, sondern ich verstehe ihren biologischen Nutzen (aus einer Gefahrensituation fliehen), dadurch ist sie nicht mehr lähmend und kommt wenn dann nur noch individuell und situativ vereinzelt vor und nicht mehr allgemein.

Im Sommer 2017 startete ich nach diesen lebensverändernden Erfahrungen in Hamburg ein soziales Projekt um andere Menschen durch dieses Emotionstraining zu unterstützen. Nach kurzer Zeit bat mich der Droemer Knaur Verlag darum mit ihm ein Buch über mein bisheriges Leben, meine Erfahrungen und über den Beginn meines Projektes zu schreiben. 

In der Hoffnung mit diesem Buch und durch vollkommene Offenheit und Ehrlichkeit anderen Menschen in ähnlichen Situationen weiterhelfen zu können, willigte ich ein. Mit meinem Buch möchte ich anderen Menschen zeigen, dass es sich lohnt für sich selbst zu kämpfen und dazu zu stehen wer man ist, egal in welcher Situation man gerade ist.

Magst du für meine Leser mit 3 Sätzen auf dein Buch neugierig machen? 

Mein Buch erzählt meine Reise von Unterschieden zu anderen Menschen, die ich früher nie greifen oder verstehen konnte, von dem Tod eines geliebten Menschen, von der Suche nach einem Weg die damit einhergehenden Emotionen und den Druck der durch sie in mir wuchs rauslassen zu können.
Von dem Weg in ein tiefes Tal in dem dieser Druck an nicht ausgelebten Emotionen so groß wurde, dass ich schließlich kaum noch etwas aufnehmen und fühlen konnte.
Von erster Liebe, Sexualität und deren Verlust, und von einem teilweise einsamen Kampf in dem Glauben daran, dass mein Leben mehr Inhalt haben kann, als mit 20 berentet, entmündigt, arbeitsunfähig und als Hoffnungsloser Fall deklariert im Betreuten Wohnen festgehalten zu werden. 

Für mich am wichtigsten ist aber, dass es auch den Weg und Kampf aus diesem Tal heraus beschreibt, hinein in ein glückliches Leben, mit großartigen Menschen und einer Aufgabe, die mich mit Leidenschaft erfüllt. Mein Buch will Menschen in ähnlichen Situationen Mut machen, sich und ihre Träume nie aufzugeben und dafür zu kämpfen, egal was ihnen ihr Umfeld oder „Spezialisten“ darüber suggerieren wer sie sind oder was sie können.

Menschen die dies erleben oder miterleben wollen, nehme ich in meinem Buch mit auf meine Reise. 

Ich lese Querbeet fast alles was mir in die Finger kommt. Gerne auch mal naturwissenschaftliche Bücher wie zum Beispiel „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von Stephen Hawking. Gibt es für dich Bücher, die dich reizen? 

Mich reizen vor allem Bücher die im (High) Fantasy Bereich angesiedelt sind. Das ist so ziemlich die einzig wahre Liebe, die ich Buch technisch habe. 

Zum Beispiel Patrick Rothfuss, Brent Weeks, Peter V. Brett und Brandon Sanderson. 

Meine absolute Lieblingsreihe ist die Askir Saga von Richard Schwartz. Mit Havald, der Hauptfigur kann ich mich irgendwie sehr gut identifizieren und die Reihe lese ich 1-2 mal pro Jahr komplett an einem Stück durch, schlafe kaum und bin danach immer sehr traurig, dass die Geschichte endet.
(Wie in meinem Buch beschrieben verwirrt mich aber manchmal die Beziehungsanbahnung, weil es so kompliziert erscheint)

Wenn ich an Autismus denke, fällt mir sofort der Begriff Inselbegabung auf. Hast du für dich eine entdeckt und magst sie uns verraten? 

Vorweg möchte ich eine kurze Richtigstellung einbringen: 
Menschen mit einer Inselbegabung nennt man Savants. Schätzungsweise 50-100 Menschen auf der Welt haben eine Inselbegabung. Da diese Menschen manchmal zusätzlich Autisten sind, wird Inselbegabung falscherweise oft mit Autismus in direkte Verbindung gebracht.
Eine Inselbegabung bezieht sich jedoch nur auf ein Gebiet.
Viele Autisten haben Spezialinteressen. Diese können sich im Laufe des Lebens ändern und sind nicht unbedingt nur auf ein Gebiet bezogen. 

Neben authentischen Emotionen, die wohl ein Spezialinteresse von mir sind, da die Suche nach authentischen Emotionen sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht, fällt mir nur mein Wissensdurst und eine Begabung für das Formulieren ein.
Ob dies jetzt als Spezialinteresse zählt, will ich nicht festlegen. Jedoch ist es so, dass ich mich für immer neue Themen begeistere und sehr tief mit Ihnen beschäftige, ich arbeite mich sehr intensiv ein und bin dabei höchst fokussiert.
Besonders fiel das beim Start von meinem Projekt auf. Bedenkt man, dass ich bis auf Design-technische Dinge alles selbst gemacht habe und nichts davon vorher konnte, gibt es eine Spanne von Themen, über die ich mir erst Wissen erarbeiten musste. Zum Beispiel: Websiten Erstellung, Projektmanagement, Videoaufnahmen, das Schneiden von Videos, das Üben vom Vorlesen, den Aufbau von Kontakten, Konzeptionieren eines Runden Tisches, der Erstellung eines Podcastes, das Schreiben eines Konzeptes für Arbeitsförderungsmaßnahmen, etc.
Ich kann sagen, ich liebe es mich immer weiterzuentwickeln.

Als Kind wollte ich unbedingt zur See fahren und Kapitän werden. Als Tochter von einem Seemann und einer Lehrerin nicht ganz ungewöhnlich. Was war dein Berufswunsch als Kind? 

Lange Zeit gab es da bei mir recht wenig. Ich konnte mir nie konkret vorstellen, was ich mal werden will oder später machen möchte. In meiner Jugendzeit wollte ich gerne mit Menschen arbeiten, sie unterstützen und ihnen helfen. Zu der Zeit schien das aber sehr realitätsfern und utopisch, deshalb habe ich lange gebraucht um herauszufinden was ich gut kann und was ich machen möchte.
Mir war aber klar, dass ich nicht „irgendwas“ machen will, sondern etwas, was mich mit Leidenschaft erfüllt, was selten langweilig wird und woran mein Herz hängt. Am besten etwas, was mich privat ebenso erfüllt, da mir diese Abgrenzung sehr schwerfällt, eigentlich ist sie fast unmöglich. Über die Zeit und besonders auf Amrum habe ich mir das was ich kann bewusst gemacht. 
Aber erst bei PEM konnte ich meine Stärken entfalten und für eine Sache einsetzen, die ich mir vorstellen kann ein Leben lang zu machen. Hier kann ich Menschen unterstützen, etwas Gutes tun und in einem Umfeld mit Menschen arbeiten, die ich sehr gerne habe, auch weit über den beruflichen Rahmen hinaus.

Ich kenne Hamburg hauptsächlich von der Durchreise von Holdorf nach St. Peter- Ording und wieder zurück. Gibt es einen Platz in Hamburg, den du mir besonders empfehlen kannst?

Das PEM Theater an den Elbbrücken, für mich ist dies der Ort, wo ich zum ersten Mal sein konnte wie ich bin, wo mir niemals das Gefühl gegeben wurde „anders“ oder gar „falsch“ zu sein. Wo mir reflektiert wurde was ich kann, als ich es selbst noch nicht wahrnahm und wo ich immer bestärkt wurde und wo ich auch in meiner Freizeit hauptsächlich wegen der Atmosphäre und den Menschen gerne und lange bin.

Es ist auch der Ort wo mich Theateraufführungen zum ersten Mal so sehr berührt haben, dass ich geweint habe in einer Vorstellung. Für mich ist das Theater der Ort, dem ich jedem empfehlen mag. Menschen, die herkommen, bemerken recht schnell die besondere Atmosphäre.
Für mich ist dies der Ort, den ich uneingeschränkt empfehlen kann und sei es nur um sich ein Theaterstück oder Konzert anzusehen und sich dadurch berühren zu lassen. 

Mein Blog heißt „Kerstins Kartenwerkstatt“ und zeigt meine kreative Seite und meine Lesesucht. Mit kleinen Sketchnotes versuche ich meine Leseeindrücke festzuhalten. Hast du auch eine kreative Ader?

Leider muss ich gestehen, dass ich kreativ, bis vielleicht aufs Schreiben, eher unbegabt bin oder aber meine Begabung noch nicht gefunden habe, weshalb ich sehr dankbar für unseren tollen Designer bin 😊.
Jedoch entdecke ich gerade den Gesang für mich, wer weiß, vielleicht ist das ja irgendwann vorzeigbar. Ich trainiere hier wöchentlich daran und es macht mir viel Freude ganz ohne Erwartungen zu sehen, wie gut die Fortschritte im Training sind und wo es mich hinführt.
  

Ich bin ein kreativer und sehr strukturierter Mensch. Für mich muss alles immer an der gleichen Stelle liegen. Bevor ich an einem Arbeitsplatz arbeiten kann, lege ich alle Stifte an ihren Platz zurück. Meine Kollegen schmunzeln immer wieder über dieses Verhalten. Wie organisiert sieht es an deinem Schreibtisch aus? 

*pfeif* Mein Schreibtisch ist ein Schlachtfeld. 
Durch die vorher erwähnte Arbeit in vielen Themengebieten arbeite ich selten nur an einem Projektpunkt. 
Ich habe mir durch Apps und ein gutes Gedächtnis Wege geschaffen, wie ich immer alles im Blick habe, aber genauso offen bin für jede Idee, die mir kommt. Die Ideen sprudeln dann oft in meinem Kopf heraus und werden teilweise mitten in der Nacht direkt angegangen oder notiert.
Da ich keine klassische Arbeitszeit habe, weil ich das gar nicht in so einen Rahmen pressen wollen würde, ist es zwar immer geordnet in der Durchführung aber teilweise sehr chaotisch wirkend in der Entstehung, damit es dann geordnet durchgeführt werden kann. Das spiegelt mein Arbeitsplatz wieder, aber auch die teilweise 70 Tabs im Firefox, wenn ich mich mal wieder zu einem neuen Thema informiere. 

Ich mag das und wenn es mir wirklich zu unordentlich wird, räume ich alles einmal feinst säuberlich auf und lasse das Chaos wieder neu entstehen. 
Ich denke da sollte jeder das finden, was für ihn funktioniert und das ist dann auch vollkommen in Ordnung. 

Möchtest du meinen Lesern noch etwas mit auf den Weg geben? 

In meinem Buch steht es für mich sehr detailliert beschrieben, unabhängig davon möchte ich es jedoch jedem Menschen mitgeben. 
Glaubt an euch, selbst wenn es kein anderer tut. Verfolgt eure Ziele und füllt euer Leben mit Leidenschaft und Menschen, die euch gut tun. Und wenn es im Leben hart wird und düster und vielleicht auch einsam, gebt euch nicht auf, es lohnt sich so sehr neue Wege zu suchen und weiter zu machen, selbst wenn die Umstände komplett dagegensprechen. 
Ich wünsche euch, dass ihr euren Weg geht und wenn ihr möchtet euch auf das konzentriert, was euch einzigartig macht und wo eure Stärken liegen. Schwächen gehören ebenso zum Leben dazu, mir hat es sehr geholfen mir meine einzugestehen, sie anzunehmen und nicht über den oft vergeblichen und mühsamen Versuch meine Schwächen auszumerzen meine Stärken komplett zu vernachlässigen.

Vielen Dank für das Interview und deine Fragen, es hat mir sehr viel Freude gemacht sie zu beantworten.Liebe Grüße

Lieber Aaron, ich danke dir für deine Worte. Ich habe durch deinen Roman eine ganz neue Sicht auf die Dinge bekommen. Ich kann dir nur zustimmen, dass man an sich selbst glauben soll und das Leben mit Menschen teilen soll, die einem gut tun.

Hier findest du meine Rezension zum Buch.

Die Fotos wurden mir von der Mainwunder Agentur, Aaron Wahl und dem Droemer-Knaur Verlag zur Verfügung gestellt.