Mord ohne Vorwort von Freya Sampson

Mord ohne Vorwort – Ein Buchclub ermittelt von Freya Sampson

Beitragsbild mit Lesetagebuch Cover zum Kriminalroman: Mord ohne Vorwort von Freya Sampson erschienen im Dumont Buchverlag

Meine Meinung

Das Cover zeigt ein Bild an der Küste. Der Blick geht von einer Anhöhe aus über einen Häuserkomplex mit kleinem Turm auf dem Dach hinaus aufs Wasser. In der Bucht, eingeschlossen von Steilküsten, liegen zahlreiche Segelboote. Auf dem Wasser kann man zwischen den Booten die Reflexion der Sonne erkennen. Als kleine Tupfen vervollkommnen zwei Möwen das Bild, die scheinbar über dem Garten des Hauses kreisen. Für mich einfach ein schönes Cover, das neugierig macht auf die Geschichte dahinter.

„Mord ohne Vorwort – Ein Buchclub ermittelt“ von Freya Sampson erschien im DuMont Buchverlag. Die Geschichte spielt in einem kleinen Küstenort in England mit einem Buchclub, dessen Teilnehmer nicht unterschiedlicher sein könnten. Nova, Phyllis, Arthur und Ash haben ihre ganz eigene Vorstellung von guten Geschichten und sehr verschiedenen Lesevorlieben. Doch kaum passiert etwas in dem verschlafenen Ort, bündeln sie ihre Energie. Was dabei zutage kommt, ist einfach schön zu lesen, und so habe ich das Buch in wenigen Tagen verschlungen.

Die Geschichte startet mit der Ermittlung im Prolog, und so hat man als Leser schon eine gute Vorstellung, worauf es hinausgeht. Doch zunächst braucht man etwas Hintergrundwissen. Und so startet das erste Kapitel neun Tage vor dem Prolog. Ich mag diese Teaser in Krimis, wenn man als Leser schon ein wenig Futter an die Hand bekommt und das Gefühl hat, mehr zu wissen als die handelnden Personen, dann aber doch mit ihnen zusammen den Fall lösen muss, weil man sonst nicht an weitere Informationen heran kommt. Dabei haben wir hier keinen klassischen Kriminalroman, sondern eher eine urige Dorfgeschichte mit der ganzen Bandbreite an Figuren, die es unter der lesebegeisterten Gemeinschaft geben kann. In den wunderbar gestalteten Klappen vom Taschenbuch findest du eine kurze Vorstellung der vier Buchclub-Mitglieder. Mir sind dabei direkt Arthur und Ash ans Herz gewachsen, die sich im Laufe der Geschichte noch viel tiefer eingegraben haben und mir noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Ich möchte hier gar nicht zu viel vom Inhalt verraten, eine Idee bekommst du über den Klappentext und im Einband des Buches. Damit steht ein wunderbares Setting, was mich direkt zum Schmunzeln brachte. Dieses hielt sich beim Lesen konsequent, denn dich erwartet auch eine gute Portion Humor und Anspielungen auf gute alte Agatha-Christie-Romane. Zum Verständnis der Geschichte musst du die Romane oder Verfilmungen nicht kennen, es macht das Lesen nur amüsanter, wenn man die ein oder andere Person aus den Geschichten schon mal gehört hat. Ich persönlich habe vielleicht ein Buch von Agatha Christie gelesen, dafür aber den ein oder anderen Film gesehen, und so waren mir die Anspielungen vertraut. Aber wie gesagt, es sind Schmunzelmomente am Rand, und du kannst auch ohne sie der Ermittlung des Buchclubs folgen.

„In Krimis gibt es für gewöhnlich fünf Hauptmotive, jemanden umzubringen: Eifersucht, Rache, Wut, Angst und das häufigste: Habgier.“

Mit dieser Zusammenfassung startet der Buchclub in seine Überlegungen. Und wenn du schon den ein oder anderen Krimi gelesen hast, stimmst du dieser Erkenntnis zu. Eine weitere möchte ich dir nicht vorenthalten, weil sie mich zum Lachen gebracht hat. Und so muss ich dir Phyllis‘ Aussage, die an Nova gerichtet ist, einfach auch mit auf den Weg geben.

„Hast du noch nie einen Krimi gelesen? Ohne die Hilfe einen Hobbydetektivs schafft es die britische Polizei nie, ein verbrechen zu lösen.“

Tja, da musste ich unweigerlich an Miss Marple denken. Was mich zum nächsten Punkt in der Literatur bringt, um den man irgendwie auch nicht drum herum kommt. Hier ist es „Viel Lärm um nichts“ von Shakespeare, was der junge Ash in der Schule lesen muss und so gar keinen Zugang dazu bekommt. Aber was wäre ein Buchclub ohne die ältere belesene Generation. Im Folgenden zeigt Arthur, der weit jenseits des Rentenalters ist, dass er durchaus weiß, was im aktuellen Lesejargon so zu finden ist.

„Schau, es mag vielleicht komisch geschrieben sein, aber im Grunde ist es auch nichts anderes als eine typische Enemie-to-Lovers Liebeskomödie.“

An dieser Stelle habe ich einfach nur laut gelacht, weil ich mir die Szene bildlich vorstellen konnte, wie ein 80-jähriger versucht, einem Jugendlichen mit aktueller Buchsprache einen Klassiker näher zubringen. Hier haben sich Arthur und Ash einfach noch tiefer in mein Herz gebohrt. Die Dynamik zwischen den ungleichen Generationen ist einfach zu schön und wird noch besser. Aber, wie schon erwähnt, das musst du selbst lesen.

Um mich jetzt nicht in Spoiler zu verlieren, fasse ich dir kurz mein Leseerlebnis zusammen. Das Setting hat mich direkt gefangen genommen. Zum einen, weil ich ein bibliophiler Mensch bin, und zum anderen, weil ich kleine Dorfgeschichten einfach liebe. Von der ersten Seite an war ich gefangen und habe bis zum großen Showdown mitgerätselt. Ich habe beim Lesen viel geschmunzelt und auch zwischendurch laut gelacht und trotzdem gebannt verfolgt, wer wohl hinter dem Diebstahl und dem Todesfall steckt. Die Auflösung ist einfach grandios gelöst. Ich hatte Spaß, gute Unterhaltung und nehme das Buch mit zu meinem nächsten Buchclubtreffen.

Magst du die Kriminalromane von Agatha Christie? Hast du nichts gegen eine gute Portion Humor während der Ermittlung? Dann habe ich hier eine besondere Geschichte für dich, die schon beim Titel das erste Schmunzeln entlockt. „Mord ohne Vorwort“ von Freya Sampson bietet gute Unterhaltung bis zum Schluss. Es ist ein kleiner Ausflug in ein idyllisches Örtchen in England, in dem der Buchclub sich selbst nach guter Romanmanier zum Ermittler aufspielt. Du findest den ein oder anderen Seitenhieb auf Agatha Christie und Shakespeare, die zum Schmunzeln einladen, und ich denke, du wirst wie ich bis zum Schluss rätseln müssen. Denn die Lösung kam für mich ganz anders als erwartet, aber ganz und gar logisch. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die auf der Suche nach einem unterhaltsamen Krimi sind und das Leben nicht zu ernst nehmen. Ich hab das Buch einfach verschlungen und werde jetzt mal nach weiteren Büchern der Autorin Ausschau halten.

Inhaltsangabe

Der Buchclub des englischen Küstendorfs St Tredock ist eine eingeschworene Gemeinschaft: Die Rentnerin Phyllis kennt alle Agatha-Christie-Krimis in- und auswendig, Arthur liest seiner Frau Liebesgeschichten vor, und der schüchterne Teenager Ash flüchtet sich am liebsten in Science-Fiction-Romane. Nova, die neue Leiterin des Buchclubs im Gemeindezentrum, hat alle Hände voll zu tun, die Lesevorlieben unter einen Hut zu bringen. 
Eines Tages bekommt die bunte Runde unerwarteten Zuwachs: Der geheimnisvolle Michael taucht auf – und verschwindet während eines Treffens genauso plötzlich wieder. Kurz darauf wird seine Mutter tot aufgefunden, und 10.000 Pfund fehlen in der Kasse des Gemeindezentrums. Das schreit nach Verbrechen!, denken die Hobbydetektive des Buchclubs und wittern ihre Chance, ihren bei Miss Marple erlernten Spürsinn einzusetzen, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Denn dass es sich beim Tod von Michaels Mutter nicht um einen Unfall handeln kann, ist schnell klar. 
Inspiriert von Weisheiten aus ihren liebsten Büchern begeben sich die Buchclubmitglieder auf die Spuren des Verbrechens, immer mit einem guten Schuss britischem Humor im Gepäck.

Bibliografie

Cover vom Kriminalroman: Mord ohne Vorwort von Freya Sampson erschienen im Dumont Buchverlag

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Autor: Freya Sampson
Genre: Kriminalroman
Verlag: Dumont Buchverlag
ISBN/ ASIN: 978-3755800903
Erscheinungsdatum: 14. Juli 2026
Format: Taschenbuch, Ebook und Hörbuch u.a. bei Amazon erhältlich*
Seitenzahl: 384
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Es wurde mir von Dumont zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen: Klappentext und Cover Original: ©Dumont Buchverlag

Frau Appeldorn und die tote Diva von Vera Nentwich

Frau Appeldorn und die tote Diva von Vera Nentwich

Beitragsbild zur Rezension mit Cover vom Krimi: Frau Appeldorn und die tote Diva von Vera Nentwich

Meine Meinung

Das Cover zeigt passend zum Titel einen offenen roten Bühnenvorhang. Der Blick dahinter geht ins Dunkle. Nur im vorderen Bereich kann man einen roten Hut und einen weißen Schal sehen. Wenn man sich jetzt dazu noch die Farbgebung der Wörter vom Titel anschaut, bekommt man eine Idee, zu wem was gehören könnte.

„Frau Appeldorn und die tote Diva“ von Vera Nentwich wurde im Selfpublishing veröffentlicht. Es ist der vierte Band der Frau-Appeldorn-Reihe. Um den Fall gemeinsam mit Frau Appeldorn lösen zu können, ist kein Vorwissen erforderlich. Allerdings finde ich, dass die kleinen Spitzen zwischen Mareike Appeldorn und Alicante Büyüktürk mit Vorwissen noch besser zu genießen sind. Ich selbst habe zwei der drei Vorgängerbände gelesen und kann sie dir zum Lesen sehr empfehlen.

Nun aber zurück zum vierten Fall für Frau Appeldorn. Neben ihrem Hang zum Ermitteln ist sie auch im örtlichen Kulturverein aktiv. In diesem Rahmen darf sie auf der Bühne bei ihr im Ort die große Opern-Diva Constanze Wegemann begrüßen. Gefühlt freut sich der ganze Ort über diese einmalige Chance, einen Star auf der Schulbühne zu haben. Doch wie es so schön ist, kommt es manchmal anders als gedacht, und an dieser Stelle verweise ich ganz einfach auf das Buch.

Sie ist als schwierig verschrien und bekommt deshalb kaum noch Auftritte.

So heißt es zu Beginn der Geschichte, die mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Zum einen habe ich mich einfach gefreut, Frau Appeldorn und ihren Nachbarn wiederzutreffen. Zum anderen fand ich das Umfeld einfach faszinierend. Und so habe ich mir beim Lesen immer wieder Notizen gemacht, wen ich als Täter in Betracht ziehen würde. Kleiner Spoiler am Rande, davon ist es keiner geworden. So habe ich zusammen mit der Hobbyermittlerin und ihrem Gefolge bis zum Schluss gerätselt. Dabei hat mich eine der Szenen am Schluss besonders in den Bann gezogen, weil ich hoffte, hier auf Ergebnisse zu treffen. Tja, was soll ich sagen: Das musst du einfach selber lesen.

Mein liebster Satz aus dem Buch ist übrigens von dem Kommissar, der unfreiwillig mit Frau Appeldorn zusammenarbeiten muss bzw. dem es nicht wirklich gelingt, sie in ihre Schranken zu weisen.

Herr Walther seufzte. „Sie sind nochmal mein Tod.“

An dieser Stelle habe ich einfach mit ihm mitgefühlt. Weil ich seine ganze Verzweiflung, Sorge oder wie auch immer man das nennen möchte, spüren konnte. Was mich irgendwie zu dem Miteinander von Mareike und Alicante bringt. Die beiden Nachbarn, die sich immer noch sehr förmlich ansprechen, haben es inzwischen zu einer Frühstücksgemeinschaft geschafft. Beim Lesen hatte ich da direkt ein Bild vor Augen: Wie beide für sich am Tisch sitzen, jeder seinen Kaffee vor sich und die Tageszeitung in der Hand. So gut wie keine Kommunikation, sondern ein stilles Einvernehmen, wer welchen Teil der Zeitung bekommt. Ich musste immer wieder schmunzeln und hatte zu dem Bild die Stimme der Autorin im Ohr, die mit einer guten Portion Humor diese Szene liest.

Wenn du mal die Möglichkeit hast, Vera Nentwich live zu erleben, dann ergreife sie. Gelesen kommt der Humor in ihren Kriminalromanen noch viel pointierter zur Geltung.

Magst du Krimis mit einer guten Prise Humor? Wolltest du schon immer mal in die Garderobe einer Opern-Diva blicken? Dann schnapp dir „Frau Appeldorn und die tote Diva“ von Vera Nentwich und verfolge gespannt, wie Mareike Appeldorn sich auf die Fährte des Täters begibt. Mit dabei ihr Nachbar und diesmal auch ihre Nichte, die langsam aber sicher von ihrer Freude am Ermitteln eingenommen werden. Ich habe das Buch nahezu am Stück verschlungen und konnte es kaum aus der Hand legen. Schließlich wollte ich wissen, ob meine Spekulationen zum Tathergang und dem Hintergrund dazu mit dem Endergebnis übereinstimmten. Taten sie übrigens nicht, was ich einfach gut finde. So rätselt man bis zum Schluss. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die Kriminalromane mit Unterhaltung lieben.

Inhaltsangabe

Ein glamouröses Konzert. Eine tote Diva.
Und mittendrin: Frau Appeldorn – die Frau mit dem roten Hut.

Dem Kulturverein ist ein großer Coup gelungen: Die berühmte Operndiva Constanze Wegemann tritt in der kleinen Stadt auf. Doch bevor sie die Bühne betreten kann, liegt sie tot in ihrer Garderobe. Und Frau Appeldorn erkennt sofort: Das war Mord.

Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Alican Büyüktürk, der mehr detektivisches Talent besitzt, als er zugeben möchte, stürzt sie sich in die Ermittlungen. Denn Constanze war nicht nur berühmt – sie war auch berüchtigt.
Streitlustig, fordernd, launisch … und mit einer beeindruckenden Liste an Feinden.

War ihr Manager Helmut Lehnert am Ende von ihren Allüren so genervt, dass er selbst Hand anlegte?
Warum taucht plötzlich ein ehemaliger Geliebter auf, den niemand erwartet hat?
Und was verbergen die anderen Mitglieder ihres Teams?

Je weiter Frau Appeldorn gräbt, desto mehr Geheimnisse, Eitelkeiten und Verwicklungen kommen ans Licht. Doch sie lässt sich nicht beirren – weder von falschen Fährten noch von eingebildeten Künstlern.
Mit Neugier, Humor und ihrem unverwechselbaren roten Hut taucht sie tief in das Leben der Diva ein … und kommt dem Mörder gefährlich nahe.

Ein warmherziger, witziger Cosy‑Crime mit Charme, Musik und einer Ermittlerin, die man einfach lieben muss.

Bibliografie

Cover vom Krimi: Frau Appeldorn und die tote Diva von Vera Nentwich

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Autor: Vera Nentwich
Reihe: Frau Appeldorn Band 4
Genre: Kriminalroman
Verlag: Selfpublishing
ISBN/ ASIN: B0GLPSY7TG
Erscheinungsdatum: 12. Juni 2026
Format: Ebook und Taschenbuch u.a. bei Amazon erhältlich*
Seitenzahl: 294
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Es wurde mir von Vera Nentwich zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Quellen: Klappentext und Cover Original: ©Vera Nentwich


Ein Aperol in Moll von Heidi Troi

Ein Aperol in Moll von Heidi Troi

Auf dem Beitragsbild zur Rezension ist das Cover vom Kriminalroman: Ein Aperol in Moll von Heidi Troi zu sehen.

Meine Meinung

Das Cover passt perfekt zum Titel der Geschichte. Zu sehen ist eine Häuserzeile mit Blick auf den Gardasee. Die Sonne sorgt für einen flimmernden Horizont über dem Wasser. Auf einem Tisch steht ein Glas mit passendem Getränk und Orangenranken runden das Bild nach oben hin ab. Für mich ergibt sich so ein stimmiges Gesamtbild.

Ein Aperol in Moll von Heidi Troi erschien im Selfpublishing. Es ist der dritte Band der Kriminalroman-Reihe: Ein Fall für Bianca Rossi. Der Fall ist in sich abgeschlossen, sodass das Buch auch unabhängig gelesen werden kann. Ich selbst habe bisher nur diesen Band gelesen und konnte dem Beziehungsgeflecht der handelnden Personen sehr gut folgen.

Die Geschichte wird rund um die Protagonistin Bianca Rossi erzählt. Sie fungiert als Erzählerin in der dritten Person. Ergänzt wird dies durch einen zweiten Erzähler, der nur kurze Abschnitte übernimmt und gemeinhin als Teufel bezeichnet wird. Wer oder was sich dahinter verbirgt, erfährst du beim Lesen oder Hören der Geschichte.

Ich habe das Buch sowohl gehört als auch gelesen. Die Sprecher Muriel Leonie Graf und Frank Dolde verleihen ihren Figuren eine passende Stimme. Besonders gefallen hat mir bei der Sprecherin die Aussprache der italienischen Begriffe, die bei mir irgendwie sofort Urlaubsstimmung aufkommen ließen. Aber auch Frank Dolde überzeugt als Teufel. Er transportiert die von der Figur ausgehende Gefahr sehr gut und weckt die Neugier darauf, wie sich die Handlung weiterentwickeln wird.

Zum Inhalt möchte ich gar nicht allzu viel sagen, da das Wichtigste bereits im Klappentext zu finden ist. Aperol gehört zu den Lieblingsgetränken der Ermittlerin und taucht auch gestalterisch im Buch auf. Zu Beginn jedes neuen Kapitels findet sich ein entsprechendes Glas dezent in Grau im Hintergrund. Schon das Durchblättern macht das Buch zu einem kleinen optischen Genuss und es lassen sich dabei noch weitere Details entdecken.

Auch sprachlich ist die Geschichte sehr bildhaft erzählt. So konnte ich mir zum Beispiel das Bühnenbild für die Oper am Ufer in Salò sehr gut vorstellen. Die Inszenierung wirkt lebendig und die letzte Szene habe ich mir direkt noch einmal angehört und nachgelesen, weil sie mich besonders angesprochen hat. Mein pharmazeutisches Interesse wurde dabei ebenfalls geweckt. Auf Details gehe ich bewusst nicht ein, um nichts vorwegzunehmen.

Magst du Kriminalgeschichten, die an idyllischen Orten spielen? Warst du schon einmal am Gardasee und möchtest dort gedanklich etwas Spannung erleben? Dann greife zu „Ein Aperol in Moll“ von Heidi Troi und begleite Bianca Rossi bei ihren Ermittlungen. Tauche ein in die besondere Atmosphäre am Gardasee und genieße dabei auch das ein oder andere italienische Klischee. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und gespannt verfolgt, welche Rolle der Teufel in der Geschichte spielt. Von mir gibt es eine klare Lese- und Hörempfehlung für alle, die Krimis mit italienischem Setting mögen.

Inhaltsangabe

Im Leben von Marescialla Bianca Rossi ist endlich Ruhe eingekehrt.
Ihr Peiniger ist hinter Gittern und ihr Alltag verläuft in ruhigeren Bahnen – bis direkt vor ihren Augen ein aufsehenerregender Mord passiert.

Der aus Malcesine stammende Opernsänger Leandro Pavone bricht auf der Seebühne in Salò tot zusammen. Schnell wird klar: Es war Mord, doch jeder im Umkreis des Opfers hat ein Alibi. Zusammen mit ihren Kollegen nimmt Bianca die Ermittlungen auf.

Während Bianca in die Ermittlungen vertieft ist, trifft sie eine weitere schlechte Nachricht. Ihr gewalttätiger Ex ist wegen guter Führung vorzeitig entlassen worden.

Ein atmosphärischer Gardasee-Krimi über Verrat, Macht und die dunklen Seiten der Liebe – und eine Ermittlerin, die diesmal selbst um ihr Leben kämpfen muss.

Bibliografie

Zu sehen ist das Cover vom Kriminalroman: Ein Aperol in Moll von Heidi Troi

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Autor: Heidi Troi
Sprecher: Muriel Leonie Graf, Frank Dolde
Reihe: Ein Fall für Bianca Rossi Band 3
Genre: Kriminalroman
Verlag: Selfpublishing
ISBN/ ASIN: B0G33Z5BZN
Erscheinungsdatum: 19. März 2026
Format: Ebook und Taschenbuch u.a. bei Amazon erhältlich* Hörbuch (z.B. BookBeat)
Seitenzahl: 312
Zeit: 7h13
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Es wurde mir von Heidi Troi zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen: Klappentext und Cover Original: ©Heidi Troi

Frau Appeldorn und der tote Kapitän von Vera Nentwich

Frau Appeldorn und der tote Kapitän

von Vera Nentwich

Zu sehen ist das Lesetagebuch mit Sketchnotes zur Rezension vom Kriminalroman: Frau Appeldorn und der tote Kapitän von Vera Nentwich

Meine Meinung

Auf dem Cover fällt sofort das Erkennungszeichen von Frau Appeldorn ins Auge. Vorne im Sand liegt der typische rote Hut, ohne den Frau Appeldorn das Haus nicht verlässt. Weiter hinter dem Strandhafer sieht man einen Leuchtturm, der sich sehr schön vom blauen Himmel abhebt. Komplementiert wird das maritime Bild durch ein Holzschild am Rand des Strandes, auf dem der zweite Teil des Titels steht. 

Frau Appeldorn und der tote Kapitän von Vera Nentwich wurde im Selfpublishing veröffentlicht. Es ist das dritte Buch aus der Serie: Frau Appeldorn. Du musst aber nicht die ersten Bände gelesen haben, um der humorvollen Ermittlung folgen zu können. Das ganz besondere Miteinander zwischen Frau Appeldorn und ihrem Nachbarn wird hinreichend erwähnt. So hast du genauso viel Lesefreude, wie jemand, der alle Bände kennt. Ich selbst kenne nur den ersten Band: Frau Appeldorn und der tote Maler.

„Hatte ihr Chef nicht immer gesagt, dass es nichts gäbe, was sie, Frau Appeldorn, je aus der Bahn werfen könnte.“

Der dritte Fall von Mareike Appeldorn und Alican Büyüktürk hat es in sich. Die zwei verbindet eine ganz besondere „Hass-Liebe“ zwischen Nachbarn. Sie können nicht wirklich miteinander, aber auch nicht ohne den anderen. Und sind immer noch nicht per Du. Hier verbringen sie nun ungewollt Zeit zu zweit an der Ostsee in einer Ferienwohnung. So entdeckt Frau Appeldorn die vorzüglichen Frühstücksqualitäten von Herrn Büyüktürk. 

„Sollte ich je meine Memoiren schreiben, glaubt mir das kein Mensch.“

Die Ermittlung ist, wie bei den Protagonisten von Vera Nentwichs Kriminalromanen unkonventionell und amüsant zu lesen. Stück für Stück darf ich als Leser dem Fall auf die Spur kommen. Gut eingebaute Wendungen sorgen für Verwirrung, die am Ende zu einer logischen Auflösung führen. 

„Aufgeben ist keine Option. Aufgeben ist keine Option.“

Magst du Krimis, die eine gute Prise Humor besitzen? Dann kommst du hier auf deine Kosten. Frau Appeldorn und der tote Kapitän von Vera Nentwich nehmen dich mit auf eine spannende Ermittlung. Dafür darfst du mit Frau Appeldorn und Herrn Büyüktürk an die Ostsee reisen und das ganz besondere Flair dort genießen. Ich habe das Buch an einem Tag in der Sonne verschlungen und empfehle es gerne als Urlaubslektüre weiter. Beim Lesen kann man einfach wunderschön die Zeit vergessen und muss beim Lesen immer wieder Schmunzeln.

Inhaltsangabe

Arne Carlsen ist ein Mann, der Frau Appeldorn fasziniert. Eloquent, gut aussehend, charmant und ein Kapitän im Ruhestand. Könnte er der Mensch sein, mit dem die pensionierte Chefsekretärin den Lebensabend teilen könnte? Doch bevor sie dies herausfinden kann, muss der Kapitän in die alte Heimat an die Ostsee und von dort kehrt er nicht mehr zurück. Er wurde ermordet. Da kann die Hobbyermittlerin nicht zu Hause bleiben. Trotz eines lädierten Fußes muss sie nach Niendorf an die Ostsee und herausfinden, wer für diese Tat verantwortlich ist. Ihr gelingt es, ihren Nachbarn Herrn Büyüktürk davon zu überzeugen, sie dorthin zu fahren. Gemeinsam treffen Sie auf die Ex-Frau des Kapitäns und seinen Sohn. Wie sind die beiden in den Fall verstrickt? Kann Gunnar, der alte Kollege des Kapitäns, Licht ins Dunkel bringen? Obwohl gehandicapt lässt Mareike Appeldorn nicht locker, bis der Fall aufgeklärt ist und vergisst dabei auch trotz Wind und Meer niemals, ihren roten Hut zu tragen.

Bibliografie
Zu sehen ist das Cover vom Kriminalroman: Frau Appeldorn und der tote Kapitän von Vera Nentwich

Autor: Vera Nentwich
Reihe: Frau Appeldorn Band 3
Genre: Kriminalroman
Verlag: Selfpublishing
ISBN/ ASIN: 978-3981880694
Erscheinungsdatum: 30. Mai 2025
Format: Taschenbuch und Ebook erhältlich bei Amazon*
Seitenzahl: 290
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Es wurde mir von Vera Nentwich zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen:
Klappentext und Cover Original: ©Vera Nentwich

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Kalte Strömung von Hendrik Berg

Kalte Strömung

von Hendrik Berg

Zu sehen ist das Lesetagebuch mit Sketchnotes zur Rezension vom Krimi: Kalte Strömung von Hendrik Berg erschienen im Goldmann Verlag

Meine Meinung

Bei dem Cover bekomme ich direkt Heimweh, auch wenn die Szene am Meer eher düster erscheint. Der Blick wird über den wehenden Strandhafer gelenkt. Dann fällt er auf das leicht bewegte Meer, wo sacht die Wellen an den Strand ziehen. Die Wolken verkünden Sturm und Regen. Einzig am Horizont kann man noch einen kleinen gelben Lichtstreifen sehen, auf den das Segelboot zu hält. Ein paar Möwen komplementieren dieses schöne Bild vom Meer und lassen mich auf einen Nordsee Krimi hoffen.

Kalte Strömung von Herndrik Berg erschien im Goldmann Verlag. Es ist der 11. Band der Kriminalromanreihe: Ein Fall für Theo Krumme, die alle irgendwo in Nordfriesland rund um Husum spielen. Diesmal wird die friedliche Ruhe in Dagebülll durch einen Mord gestört. Ein Fährkapitän wird in seiner Wohnung tot aufgefunden. Die Spuren führen Theo Krumme diesmal an die Ostsee, wo der Mörder scheinbar nach tödlicher Rache aus ist.

Der 11. Fall für Theo Krumme hat es in sich. Warum musste Lasse Harms sterben? Was hält Theo Krumme davon ab seinen vollen Einsatz zu zeigen? Die antworten erhältst du beim Lesen. 

Hendrik Berg ist es wiederholt gelungen mich von Anfang an zu fesseln. In der Geschichte spielen viele lokale und vor allem auch passend zum Erscheinen des Buches aktuelle Begebenheiten eine Rolle. So fließt wie nebenbei eine Dauerbaustelle auf Eiderstedt in die Geschichte mit ein. So kommst du aktuell nicht auf direktem Wege von Husum nach Tönning, sondern musst der Umleitung über Friedrichstadt folgen. Ich musste schmunzeln, als ich das las. 

Theos Freunde aus Husum und Umgebung sind natürlich auch wieder mit am Start. Ich möchte anmerken, dass du nicht alle Fälle von Theo Krumme kennen musst. Du kannst der Ermittlung trotzdem folgen. Alles Wichtige wird ausreichend erklärt. Auch die Beziehungen unter den Figuren werden deutlich gemacht, sodass du genauso viel Lesefreude haben wirst.

„Der Schatten. Die Stimme. Doch etwas, das besser gewesen war, als Clara noch hier gewohnt hat.“

Im Rahmen der Erzählung darfst du unterschiedliche Perspektiven erleben und bekommst so direktes Täterwissen mit an die Hand. Ich mag diesen Wechsel zwischen Ermittlerteam und Täter in der Erzählung. So kann ich fleißig miträtseln und kann die Schlussfolgerungen besser nachvollziehen. Im Prinzip habe ich als Leser immer einen kleinen Wissensvorsprung. Ich darf verfolgen, wie es Theo Krumme und seinem Team gelingt auf meine Erkenntnisse zu kommen. 

Während der Ermittlung darfst du übrigens auch einen kleinen Blick ins Multimar Wattforum werfen. Es ist immer wieder einen Besuch wert. Ich genieße die Ruhe besonders vor dem Großaquarium. Das wird im folgenden Zitat passend zusammengefasst. 

„Abgesehen davon, dass die Atmosphäre hier vor dem Großaquarium fast so friedlich wie in einer Kirche ist.“

Bist du schon mal mit der Fähre von Dagebüll nach Föhr oder Amrum gefahren? Magst du Krimis, die an der Nordsee spielen? Dann habe ich hier genau das passende Buch für dich. Kalte Strömung von Hendrik Berg entführt dich nach Nordfriesland. Für mich sind die Romane um den Ermittler Theo Krumme immer wieder ein kurzer Ausflug in meine Heimat. Hendrik Berg gelingt es, die ganz besondere Stimmung im Norden in seine Erzählungen einzuflechten. Man hat das Gefühl, direkt am Meer zu sein, wenn man liest. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und ich bin gespannt, welcher Fall uns als nächstes erwartet. 

Es gibt übrigens wieder Fragen im Buch, die uns Theo Krumme ein wenig näher bringen. Ein paar Fragen habe ich mir hier raus gepickt und sie selbst beantwortet.

  • Nordsee oder Ostsee?
    Ich verstehe die Frage nicht. Ganz klar Nordsee, ich liebe die Wellen und das Spiel der Gezeiten. Für mich ist Nordsee Meer und Ostsee hat irgendwie eher etwas von Teich Feeling.
  • Lieber Wandern in den Bergen oder Faulenzen am Strand?
    Früher habe ich ganz viele Sommer in Evershopsiel verbracht. Ich habe mich auf ein Handtuch direkt ans Wasser gelegt oder besser gesagt an die Hafenkante und ganz viel gelesen. Im Winter bin ich stundenlang am Deich entlang gegangen, um zu sehen was das Meer alles angespült hat. Also von beidem ein bisschen, es müssen aber keine Berge sein.
  • Problem damit, dass sie älter werden?
    Nö, so gar nicht. Ich möchte meine Lebenserfahrung nicht missen und die ganzen Eindrücke, die ich besonders in den letzten dreizehn Jahren gesammelt habe.
  • Obstkuchen oder Cheesecake?
    Ich liebe Cheesecake.

Inhaltsangabe

Der Mord an einem Fährkapitän erschüttert die kleine idyllische Gemeinde Dagebüll an der Nordseeküste. Der Fall verlangt dem erfahrenen Kommissar Theo Krumme einiges ab. Die Spur führt ihn bis an die Ostsee – doch der Zugriff auf den Tatverdächtigen scheitert, und im Garten seines Hauses macht die Polizei einen schockierenden Fund. Sofort nimmt Krumme die Verfolgung des Mannes auf. Unterdessen führt eine junge Frau in einem kleinen Ort an der Nordsee ein ruhiges Leben – nicht ahnend, dass sie ins Visier eines Mörders geraten ist, der auf tödliche Rache sinnt …

Bibliografie
Zu sehen ist das Cover vom Krimi: Kalte Strömung von Hendrik Berg erschienen im Goldmann Verlag

Autor: Hendrik Berg
Reihe: Ein Fall für Theo Krumme Band 11
Genre: Kriminalroman
Verlag: Goldmann
ISBN/ ASIN: 978-3442496280
Erscheinungsdatum: 19. März 2025
Format: Taschenbuch, Ebook und Hörbuch erhältlich bei Amazon*
Seitenzahl: 368
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Es wurde mir von Goldmann über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen:
Klappentext und Cover Original: ©Goldmann

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Selbstvergeltung von Dirk Osygus

Selbstvergeltung

von Dirk Osygus

Zu sehen ist das Lesetagebuch mit Sektchnotes vom Hörbuch: Selbstvergeltung von Dirk Osygus. Das Hörbuch wurde von Jan Terstiege bei Audio4You eingelesen. 
Gezeichnet ist ein Hochsitz, ein Strichmännchen mit Gewehr im Anschlag und ein Feuerball

Meine Meinung

Das Cover zeigt auf den ersten Blick, dass es sich um einen Krimi oder Thriller handelt. In einem orangen Fadenkreuz ist das Auge eines Tieres zu erkennen. Rund herum ist alles schwarz, so dass der Titel in weiß rund um das Fadenkreuz gut zur Geltung kommt.

Selbstvergeltung von Dirk Osygus wurde im Slefpublishing veröffentlicht. Das Hörbuch dazu wurde von Jan Terstiege für Audio4you eingesprochen. Der Krimi spielt in Wuppertal, wie man auf dem Cover unschwer erkennen kann. Es ist der Debütroman des Autors, von dem inzwischen weitere Krimis bzw. Thriller um den Kommissar Frank Gerste und seiner Kollegin Corinna Meier erschienen sind.

In Selbstvergeltung gibt es einen Tatort ohne Leiche, einen anonymen Anrufer und zwei weitere Tote im Wald, deren Herzen fehlen. Mit dabei ist Kommissar Gerste, mit seiner ganz charmanten Art und seine Kollegin Meier, die sehr gut damit klar kommt. Wie die zwei nun auf die Spur des Täters oder der Täter kommen ist eine spannende Geschichte, die ich dir an dieser Stelle nicht vorweg nehmen möchte. 

Ich habe Dirk Osygus vor zwei Jahren auf der Leipziger Buchmesse bei einem Meet und Greet vom Selfpublisher Verband kennengelernt. Und gestehen, dass ich ihm zunächst für sein Buch einen Korb gegeben habe, denn Krimis waren in den letzten Jahren bei mir eher weniger angesagt. Bei den darauf folgenden Messen haben wir uns immer wieder gut verstanden, so dass ich jetzt einfach neugierig war und mir das Hörbuch gekauft habe.

Wer den Autor bei einer Lesung aus Selbstvergeltung einmal live erlebt hat, erkennt beim Sprecher, wie gut dieser zur Performance des Autors passt. Mit ähnlicher Betonung tragen beide die Geschichte vor und so sah ich beim Hören förmlich den Autor selbst vor mir, wie er Gestenreich aus seinem Krimi vorlas. So musste ich immer wieder ein bisschen schmunzeln. Jan Terstiege gelingt es mit seiner Stimme dem Kommissar eine ganz eigene Note zu verleihen. Ich konnte mir damit ein gutes Bild von Frank Gerste machen. Der seine ganz eigene Art hat, an einen Fall heran zu gehen und nicht unbedingt der freundlichste Zeitgenosse ist.

Kleiner Fun Fakt am Rande ist die Kaffeemaschine von Gerste, die scheinbar bei allen Externen gern gesehen ist. Man bekommt nicht einfachen Filterkaffee von Gerste im Büro, sondern frischgebrühten Espresso nach Wahl. So ist auch der Staatsanwalt gerne zu Gast beim Ermittler.

Die Erzählung lebt von detaillierten Beschreibungen, gerade bezüglich der Szenen im Wald bzw. im Umgang mit der Erlegung von Wild und dessen anschließender Zerteilung. Hier zeigt sich der erfahrene Jäger im Autoren. Und so hatte ich, ob ich wollte oder nicht, ein ganz klares Bild vor Augen. Allerdings verschwamm das Bild vom Jägerkeller ein wenig mit meinen eigenen Erinnerungen vom Schlachter meiner Kindheit.

An dieser Stelle möchte ich kurz auf das 44. Kapitel eingehen. Nicht im Detail, denn dass ist nichts für schwache Nerven, sondern mehr auf das erwähnte verschwimmen meiner Bilder. Ich hatte das Bild der Rinderhälften aus meiner Kindheit noch genau vor Augen und dies dann in die Szene adaptiert. Höre es dir am besten selber an, dann weißt du, wovon ich spreche. Das soll es an Details zur Geschichte gewesen sein.

Als Hörer ist man live dabei und so erfährt man nicht nur den Teil der Ermittlung, sondern bekommt direktes Täterwissen zu hören. So ist man der Polizei immer einen Schritt voraus und kann aktiv miträtseln, wie wohl Gerste und Meier zu meinem Wissensstand kommen werden. Ich mag diese vorm der Erzählung, wo man in Häppchen von allen Seiten ein paar Informationen bekommt und sich dann nach und nach das große ganze Bild vor Augen auftut. So habe ich der Erzählung gespannt gelauscht und habe so manche Nacht meine 30 Minuten Hörbuchzeit bei weitem überschritten.

Hast du Lust auf einen spannenden Kriminalfall aus Wuppertal? Dann stelle das Hörbuch „Selbstvergeltung“ von Dirk Osygus an und lausche der markanten Stimme von Jan Terstiege. Tauche ein in die Welt des Jägers und erfahre auf was man achten sollte. Schmunzle beim Kaffee im Büro und verzeihe Gerste seine Art im Umgang mit seinen Mitmenschen. Gekonnt pariert Frau Meier seine Sprüche und so sind die zwei ein eingespieltes Team mit Ecken und Kanten. Von mir gibt es eine Lese- bzw. Hörempfehlung für alle, die spannende Krimis und kauzige Ermittler mögen.

Inhaltsangabe

Wer sieht, was er nicht sehen soll, bekommt Probleme, die er nicht wollte. Ein Tatort ohne Leiche. Dieser Herausforderung muss sich der Wuppertaler Kommissar Gerste mit seinem Team stellen, als er zu einem Mord gerufen wird, bei dem es weder Spuren noch Zeugen gibt. Nur ein anonymer Hinweis deutet auf ein Verbrechen hin. Ein paar Tage später wird Gerstes Schlaf jäh unterbrochen. Zwei weitere Leichen wurden in einem Wald gefunden. Brutal ermordet. Die Herzen fehlen. Bei der Suche nach dem Mörder stoßen die Ermittler auf Hinweise, die den Fall immer komplizierter machen und ohne Fingerspitzengefühl unlösbar erscheint. Ein Wuppertal-Krimi, bei dem eine erzwungene Entscheidung zu einem Verbrechen wird.

Bibliografie
Zu sehen ist das Cover vom Hörbuch: Selbstvergeltung von Dirk Osygus. Das Hörbuch wurde von Jan Terstiege bei Audio4You eingelesen.

Autor: Dirk Osygus
Sprecher: Jan Terstiege
Reihe: Gerste und Meier
Genre: Kriminalroman
Verlag: Selfpublishing/ Audio4you
ISBN/ ASIN: B0D6GXMJ4C
Erscheinungsdatum: 17. Juni 2024
Format: Hörbuch, Taschenbuch und Ebook erhältlich bei Amazon*
Seitenzahl: 372
Zeit: 9h24
Leseexemplar: Nein


Quellen:
Klappentext und Cover Original: ©Dirk Osygus

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