Anna This is my dream von AD Wilk

Anna – This is my dream

von A.D. Wilk

Sketchnotes im Lesetagebuch zum Roman: Anna this is my dream von A.D. Wilk

Meine Meinung

Das Cover ist einfach schön und stach mir sofort ins Auge. Auf weißem Grund leuchten die Buchstaben für Anna regelrecht in bunten Farben. Daneben ist eine Frau im Kleid zusehen, die scheinbar Noten in die Luft pustet. Die Haare fliegen wild und farbenfroh durcheinander und sind in den gleichen Farben wie der Schriftzug gehalten. Ich habe mich in das Cover sofort verliebt und es passt so schön zur Geschichte.

Anna this is my dream von A.D. Wilk erscheint im Juni im Buchhandel. Zuvor kannst du es bis zum 3. April über die Kickstarter Kampagne (www.adwbuecher.de/anna) erwerben und danach ab Mai über die Homepage der Autorin. Der Roman handelt, wie der Titel so schön verrät von Anna und ihrem Traum. Es geht um Freundschaft und die Liebe zur Musik.

Anna ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und nimmt mich als Leserin mit auf den Weg, um ihren Traum zu leben. Sie ist Mutter von zwei Kindern, glücklich verheiratet und hat einen Job, den sie gut kann. Doch ganz tief im Inneren schwellt ein Traum, der an die Oberfläche kommen möchte. Und so wird das Schild der jungen Straßenmusikerin Grace: „Sing with me“ zu einem Türöffner für Annas Traum.

Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht verraten. Ich habe das Buch in kurzer Zeit verschlungen und konnte einfach nicht aufhören. Beim Lesen konnte ich die Stimme der Straßenmusikerin förmlich hören und habe ihre Songs mit gesummt. Auf den letzten Seiten liefen meine Tränen nur noch. Mit einem Taschentuch in der Hand saß ich in der Bahn und schaltete alles um mich herum ab.

Das Buch ist mein emotionales Highlight für 2024. Ich habe mich so sehr mit der Protagonistin verbunden gefühlt. Sie hat genau mein Alter und so feiere ich mit ihr dieses Jahr zusammen den vierten 39. Geburtstag. Annas und Graces Geschichte hat mich zu Tränen gerührt und mir gezeigt, dass man seinen Traum genau jetzt leben sollte. Schließlich wissen wir alle nicht wann es dafür zu spät ist. In diesem Sinne Lebe deinen Traum.

Übrigens habe ich seit dem Buch die ganze Zeit „Ain’t no sunshine when she’s gone“ im Ohr. Ich denke, dir wird es ganz ähnlich ergehen, wenn du die Szene liest und den Film kennst, in dem das Lied eine Rolle spielt. Zum Abschluss möchte ich dir als Gedankenanstoss noch zwei Zitate mit auf den Weg geben.

„Das Leben ist zu kurz für Lügen, oder?“

„Wenn wir unsere Träume leben, bleibt die Zeit stehen. Dann ist das Jetzt ewig. Das Hier ist mehr als ein Ort. Es ist das gesamte Universum.“

Hast du nun Lust bekommen auf diesen einfühlsamen Roman, der sich nicht wirklich in ein spezielles Genre einordnen lässt? Das Buch dient jedem als Inspirationsquelle, ob man nun schon seinen Traum lebt oder sich noch nicht traut dem Traum mehr Platz im Leben einzuräumen. Es ist ein Roman mit sehr viel Tiefgang, der noch Tage lang in einem Nachhalt. Es ist eine Geschichte, die ganz tief ins Herz geht. Ich habe beim Lesen viele Tränen vergossen, weil ich einfach nicht anderes konnte. Es hat mich so sehr berührt, dass die Tränen einfach nur so liefen. Von mir gibt es eine ganz klare Lese- und Hörempfehlung, denn das Buch wird es mit der Stimme der Autorin auch als Hörbuch geben.

Inhaltsangabe

Anna liebt ihr Leben. Ihren Mann, ihre beiden Teenager und ihre beste Freundin. Ihr Job ist okay und eigentlich gibt es nichts, über dass sie sich beschweren darf. Als sie das vierte Mal 39 wird, fehlt dennoch etwas in ihrem Leben. In der Fußgängerzone trifft sie auf die 23-jährige Straßenmusikerin Grace. Gezogen von Grace‘ Stimme lässt sich Anna dazu überreden, mit ihr zu singen. Dabei entsteht eine Magie, wie Anna sie nie zuvor gespürt hat. Es beginnt eine tiefe musikalische Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Eine Verbindung, die so echt und so vertraut ist, dass Anna sich wieder erlaubt zu träumen. Gemeinsam fallen sie in die Liebe zur Musik, der Erfolg baut sich auf und alles scheint leicht und perfekt. Bis zu jenem Moment, in dem Anna die Wahrheit über Grace erfährt. Eine Wahrheit, die es unmöglich macht, dass sie den gemeinsamen Traum bis zum Ziel verfolgen.

Bibliografie

Autor: A.D. Wilk
Genre: Inspirationsroman
Verlag: Selfpubklishing
ISBN/ ASIN: folgt
Erscheinungsdatum: bis zum 3.4. via Kickstarter, ab Mai auf http://www.adwbuecher.de
Format: Hardcover erscheint exklusiv bei Kickstarter, Ebook, Hörbuch und Taschenbuch folgen
Seitenzahl: folgt
Leseexemplar: JA
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar, es wurde mir von A.D. Wilk zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen:
Klappentext und Cover Original: © A.D. Wilk


Ocean View Avenue – Wo deine Träume wahr werden von Ella Thompson

Ocean View Avenue – Wo deine Träume wahr werden

von Ella Thompson

Sketchnotes im Lesetagebuch zur Rezension vom Liebesroman: Ocean View Avenue – Wo deine Träume wahr werden von Ella Thompson erschienen im Heyne Verlag

Meine Meinung

Das Cover macht direkt Lust auf Kleinstadtidylle und Meer, denn man sieht einen Straßenzug mit bunten Häuserfassaden direkt am Wasser. Das Bild wiederholt sich übrigens in schmaler Version auf dem Buchrücken, während man auf der Rückseite eine Bank an der Uferpromenade sieht mit Blick auf mehrere Villen am Wasser. Im Ganzen ein Ort, in den ich mich sofort verlieben könnte. 

Ocean View Avenue Wo deine Träume wahr werden von Ella Thompson erschien im Heyne Verlag. Es ist der Auftakt der Ocean View Avenue Trilogie, deren Bände alle im Laufe diesen Jahres erscheinen werden. Die einzelnen Cover samt Erscheinungsmonate sind im Rückwärtigen Klappeinband zu finden. In der vorderen Klappe kannst du dir sehr schön ein Bild von Jamestown machen, dem Ort in dem die Protagonistin mit ihrer Familie lebt. Für mich ein sehr schön gestaltetes Buch, das mich mit seinen weit über 400 Seiten gerade mal vier Tage nicht mehr losgelassen hat. Die letzten 150 Seiten musste ich abends im Bett lesen, mit dem vollen Bewusstsein, dass der nächste Tag schwer auf der Arbeit werden könnte, aber ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Nun warte ich sehnsüchtig auf den Mai und den zweiten Band. 

Nun aber ein wenig zum Buch und dessen Inhalt. Die Protagonisten sind Harper und Blake. Harper lebt seit zehn Jahren in dem Inselstädtchen Jamestown zusammen mit ihrer jüngeren Schwester und dessen neun jähriger Tochter. Zusammen sind sie aus Kansas geflohen, dessen Hintergrund durch kleine Rückblenden in die Vergangenheit nach und nach offenbart wird. Blake ist der Sohn eines Bauunternehmers und hat vor eineinhalb Jahren die Leitung der Firma übernommen. Auch hier sorgen gezielte Rückblicke für die Hintergründe, die ich hier nicht weiter thematisieren möchte. Nur dass die Gründe dazu führten, dass Blake der Chef von Harper ist und die Geschichte damit unweigerlich ihren Lauf nimmt.

Ich war von der ersten Seite an wieder wie magisch angezogen von den Zeilen und konnte mich nur schwer von dem Buch trennen. Erneut ist es Ella Thompson gelungen, mich von Anfang an zu fesseln. Und schwups hatte ich das dicke Buch auch schon ausgelesen. Die Geschichte lebt von der besonderen Beziehung zwischen den Schwestern Harper und Brooke und ihrer besonderen Stellung innerhalb der Gemeinde Jamestown. Die Beschreibungen der Kleinstadt sind so präzise, dass ich beim Lesen förmlich mit den Figuren über die Strandpromenade ans Wasser gegangen bin. Natürlich vorbei an den Pokerspielern, die sich so fort in mein Herz gesetzt haben. Die Nachbarn und Freunde der McNally Schwestern runden die Geschichte sehr schön ab und verströmen eine wohlfühl Atmosphäre. So fiel mir das abends echt schwer die Vernunft walten zu lassen und nicht die ganze Nacht zu lesen. Einzig in der dritten und letzten Nacht konnte ich einfach nicht an mich halten und habe bis zum letzten Wort gelesen.

Hast du Lust auf eine bezaubernde Kleinstadt mit ganz viel maritimen Flair und dazu eine Assistentin Chef Romanze? Dann bist du hier genau richtig. Lasse dich von der Idylle Newports verzaubern und lausche den Gesprächen zwischen Harper und Blake. Schafft er es über seinen Schatten zu springen? Verfolge das erste aufeinandertreffen im Buch und erfahre, warum Newport von Harper als Hoffnungsschimmer betitelt wurde. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung. Ich habe mich, wie Miriam Covi auf dem Buchrücken so schön schreibt, ebenfalls hoffnungslos in die Ocean View Avenue verliebt und warte jetzt gespannt auf den zweiten Band.

Inhaltsangabe

Willkommen in der Ocean View Avenue – wo die Liebe ein Zuhause findet

Harper McNally würde alles für ihre Familie tun. Vor zehn Jahren ist sie mit ihrer Schwester Brooke aus dem gewalttätigen Elternhaus in Kansas geflohen. Gemeinsam ziehen sie seitdem Brookes Tochter Reeva in der Sicherheit des kleinen Inselstädtchens Jamestown in Rhode Island groß. In dem gemütlichen Viertel mit den bunten Häusern an der Ocean View Avenue verläuft Harpers Leben endlich in geordneten Bahnen. Wäre da nicht ihr Chef, Blake Marshall, der ihr Herz stolpern lässt, sie aber nicht mal wahrzunehmen scheint. Bis er sie zu einem Wochenende auf die Ranch seiner Familie einlädt. Was Harper jedoch nicht ahnt: Blake hat sich geschworen, nie wieder einer Frau zu vertrauen.

Bibliografie

Autor: Ella Thompson
Reihe: Ocean View Avenue Band 1 von 3
Genre: Liebesroman
Verlag: Heyne
ISBN/ ASIN: 978-3453427716
Erscheinungsdatum: 14. Februar 2024
Format: Taschenbuch und Ebook erhältlich bei Amazon*
Seitenzahl: 496
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar, es wurde mir von Heyne über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen:
Klappentext und Cover Original: ©Heyne

*Affiliate Link – Ich erhalte eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich unverändert.

Weitere Bücher von Ella Thompson bzw. Jana Lukas, die ich dir ebenfalls sehr ans Herz legen kann

So was wie Freunde von Bella Osborne

So was wie Freunde

von Bella Osborne

Lesetagebuch Seiten zur Rezension vom Hörbuch: So was wie Freunde von Bella Osborne erschienen im Argon Verlag. Das Buch wurde von Marian Funk und Astrid Kohrs eingelesen.

Meine Meinung

Das Cover ist sehr schlicht gehalten. Auf einem hellblauen Hintergrund ist eine Bank mit zwei Personen zu sehen. Man sieht links die Rückansicht von einem jungen Menschen, der ganz lässig auf der Bank sitzt und die Arme über die Rückenlehne gelegt hat. Auf der rechten Seite sitzt eine alte Frau mit weißen Haaren. Sie hat etwas neben sich auf der Bank liegen und trägt ganz klassisch vermutlich ihre Handtasche diagonal über der Schulter. Wenn man genau hinschaut, hängt über der Bank eine kleine Wolke, die das Bild komplementiert. 

So was wie Freunde von Bella Osborne erschien im Argon Verlag. Das Hörbuch wurde von Marian Funk und Astrid Kohrs eingelesen. Die beiden Sprecher verleihen den Protagonisten ihre Stimme. Während Thomas Harris von allen meist Tom genannt als Ich-Erzähler zu hören ist, gibt Maggie ihre Weisheiten als Erzähler in der dritten Person von sich. 

Die Geschichte kommt im Prinzip ganz leise daher. Ich lerne zuerst Tom kennen, der bei seinem alleinerziehenden Vater lebt. Schon schnell wird klar, dass dieser Verwitwet ist und mehr schlecht als recht mit der Erziehung seines Sohnes klar kommt. Tom behauptet von sich selbst unsichtbar zu sein und so verkriecht er sich quasi in den Geschichten der Bücher, die er in der Bücherreihe im Namen seiner Mutter ausleiht. An dieser Stelle musste ich ein bisschen schmunzeln. Warum hat man bei Liebesromanen meist nur weibliche Leser im Sinn? Ich finde Männer dürfen genauso in die heile Welt von Romanzen eintauchen. Tom lernt Maggie vom Buchclub in der Bücherei kennen. Diese hat mit ihrem eigenen Schicksal zu kämpfen. Dessen Grund lange im unklaren bleibt. 

Sehr schön fand ich die Annäherung der zwei Protagonisten, die schon durch ihren Altersunterschied in zwei ganz anderen Welten lebten. Beide für sich sind einsame Personen, die nur schwer sich anderen Menschen öffnen können. So profitieren beide von dieser ganz einzigartigen Freundschaft, die im Prinzip viel mehr ist als das und somit der Namensgeber für das Buch: So was wie Freunde.

Ich habe das Hörbuch in drei Tagen verschlungen, während ich Kiste um Kiste im neuen Haus ausgepackt habe. Dabei musste ich immer wieder innehalten, um ganz konzentriert der Geschichte lauschen zu können. Besonders spannend fand ich die Lammzeit bei Maggie auf dem Hof. Ich habe die Erzählung mit meinen ganz eigenen Erfahrungen verknüpft und konnte mir so das ganze sehr gut vorstellen. Spannend fand ich Maggies Aussage zur Übergabe eines Drillingslamms an eine Schafmutter mit nur einem Lamm. Bei uns wurde das noch ganz anders gelöst, wobei es, wie Maggie so schön sagt: nicht immer von Erfolg gekrönt ist. 

Zum Ende des Hörbuchs habe ich ganz ruhig auf meinem Ohrensessel gesessen und einfach nur gelauscht. Immer wieder musste ich vor mich hin schniefen. Zu sehr hat mich das Ende bewegt und berührt. Es ist einfach zu schön.

Hast du Lust auf eine ganz besondere Freundschaft zwischen einem Teenager und einer fast siebzigjährigen Frau? Dann schnappe dir So was wie Freunde von Bella Osborne. Begleite die zwei in die örtliche Bücherei und schmunzle über deren Lesegeschmack. Lerne mit Tom für seine Abschlussprüfungen und lass dir von Maggie das Leben auf dem Land erklären. Mit dabei ganz viel Einsamkeit aus den unterschiedlichsten Gründen. Mich hat die Geschichte tief bewegt und ich habe sie bis zur letzten Minute einfach nur genossen. Das Hörbuch hat sich ganz klammheimlich einen Platz auf meiner Top Ten Liste für 2024 gesichert. Weil es mich irgendwie auch ein wenig an mich selbst erinnert hat. Von mir gibt es eine ganz klare Lese- bzw. Hörempfehlung.

Inhaltsangabe

Freundschaft hat viele Seiten – Tom und Maggie sind die perfekte Gesellschaft für gemütliche Nachmittage!

Tom führt ein alles andere als normales Teenagerleben. Vor sieben Jahren starb seine Mutter und sein Vater verfällt zunehmend dem Whisky. Trost findet Tom in der örtlichen Bücherei und in den Büchern, meist Romanzen, die seine Mutter so sehr mochte. Das darf natürlich niemand wissen, vor allem nicht die coole Farah aus der Schule, die ebenfalls oft Bücher ausleiht.

Maggie ist Rentnerin, bestellt ihren Hof aber noch immer selbst, nur der störrische Traktorreifen macht Probleme. Seit einiger Zeit fällt ihr bei ihren Buchclub-Treffen in der Bücherei ein verloren wirkender Junge auf. Als sie von seiner Geschichte erfährt, macht sie ihm ein Angebot: Er hilft ihr auf dem Hof und bekommt dafür endlich einmal etwas anderes zu essen als Fischstäbchen.

Bald entsteht eine Freundschaft zwischen ihnen, alles könnte wunderbar sein – doch dann soll die Bücherei geschlossen werden. Gemeinsam mit Farah und dem Buchclub schmieden Tom und Maggie einen Plan, um ihren Lieblingsort zu retten.

Bibliografie

Autor: Bella Osborne
Sprecher: Marian Funk und Astrid Kohrs
Genre: Belletristik
Verlag: Argon Verlag
ISBN/ ASIN: B0CPSQWMGY
Erscheinungsdatum: 30. Januar 2024
Format: Hörbuch, gebundenes Buch und Ebook erhältlich bei Amazon*
Zeit: 11h58
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar, es wurde mir vom Argon Verlag über Netgalley zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen:
Klappentext und Cover Original: ©Argon Verlag

*Affiliate Link – Ich erhalte eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich unverändert.

Eine Handvoll Sonnenschein von Stefanie Goldbrich

Eine Handvoll Sonnenschein – Vom kurzen Leben meines Sternenkindes & der Ironie des Schicksals

von Stefanie Goldbrich

Lesetagebuch mit Sketchnotes zur Rezension vom autobiografischen Roman: Eine Handvoll Sonnenschein - Vom kurzen Leben meines Sternenkindes & der Ironie des Schicksals von Stefanie Goldbrich. Das Hörbuch erschien im audioparadies und wurde von Franziska Peterhänsel eingesprochen

Meine Meinung

Das Cover ziert ein Foto von einem Teddybären mit einem Luftballon an der Hand. Er steht auf einer Wiese und schaut scheinbar in die Ferne. Von der oberen Ecke strahlt die Sonne auf die Szene und gibt dem ganzen etwas fröhliches.

Eine Handvoll Sonnenschein – Vom kurzem Leben meines Sternenkindes & der Ironie des Schicksals von Stefanie Goldbrich erschien als Hörbuch bei audioparadies. Die autobiographische Geschichte wurde von Franziska Peterhänsel eingesprochen. Wie man dem Untertitel entnehmen kann handelt das Buch von einem Sternenkind, die Zeit mit ihm und vor allem der Trauerprozess danach und wie das Umfeld damit umgeht.

Bevor du mit dem Buch oder dem Hörbuch anfängst, solltest du dir eine Packung Taschentücher parat legen. Du wirst sie alle brauchen. Nach dem Vorwort, das die Autorin selbst liest geht es direkt los mit der Geschichte. Franziska Peterhänsel spricht mit einer passenden Intonation, so dass ich direkt gefangen war vom Geschehen. Sie ist für mich die perfekte Besetzung und gibt der traurigen Geschichte den passenden Rahmen. Ich habe das Hörbuch mit der Geschwindigkeit 1.5 gehört. Auch mit dieser Schnelligkeit konnte ich der Sprecherin gut folgen und ließ mich einfach gefangen nehmen von Dominiks kurzem Leben. 

Der Start ins Hörbuch hat mich an meine eigene Zeit in der Kinderwunschklinik erinnert. So hatte ich ein ziemlich genaues Bild von der Situation vor Augen. Unsere Versuche waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Es wollte sich einfach keine befruchtete Eizelle einnisten. Bei der Autorin hingegen hat es geklappt. Der Weg der Schwangerschaft war für mich im ersten Moment schwer zu hören, doch Franziska Peterhänsel nahm mich auch hier einfach wieder mit und ließ mich nicht los. 

Ich konnte immer nur maximal eine Stunde das Hörbuch am Stück hören, da es einfach in meinen Gedanken zu traurig war. Wobei ich anmerken möchte, dass mir das von Anfang an bewusst war. Schließlich hatte ich den Klappentext gelesen und kannte den Instagram Kanal: Sternenkind.Mama der Autorin und dementsprechend die Lebensdaten von Dominik. Außerdem hatte ich vermutet, dass es mich an meinen eigenen Kinderwunsch, der nicht erfüllt wurde erinnern würde. Mein Mann und ich haben aber ähnlich wie die Autorin den Prozess sehr rational besprochen und uns gemeinsam gegen eine Adoption und weitere Versuche entschieden. Nun mit Anfang vierzig haben wir nochmal neu angefangen. Wir haben ein zwei Personen Haus gebaut, in dem es kein freies mögliches Kinderzimmer gibt. Hier sitze ich nun und versuche in Worte zu fassen, was die Geschichte mit mir gemacht hat und wie ich es dir am besten nahebringen kann.

Es ist ein Buch voller Höhen und Tiefen, das dich als Betroffene genauso mitnimmt, wie dich als außen stehende. Denn es zeigt nicht nur die Geschichte der Familie und ihres Sternenkindes, sondern auch wie man als Umfeld damit umgehen kann. Ich selbst bin ein großer Fan von Offenheit in dieser Beziehung und habe von Anfang an im Freundes- und Bekanntenkreis vom Kinderwunsch und dessen nicht Erfüllung gesprochen. Nichts ist schlimmer, als wenn kurz nach der Hochzeit jeder auf deinen Bauch schaut und bei jedem Gramm mehr dich auf eine mögliche Schwangerschaft anspricht. Also bin ich ganz offensiv damit umgegangen, dass ich nach der Entfernung von einem Eierstock und den mißglückten künstlichen Befruchtungen keine Kinder bekommen kann. Spannend fand ich dabei, wie viele es in meinem Umfeld gibt, denen es ganz ähnlich erging und wie viele eine Fehlgeburt vor oder zwischen den Kindern hatten und nie darüber geredet haben. Dabei hilft einem selbst reden viel mehr, als das ganze schweigend in sich herein zu fressen. 

Ich hoffe das mit diesem Buch Augen geöffnet werden und Sternenkinder und alles was dazu gehört nicht in einer Tabu-Schublade verschlossen bleiben. Es ist wichtig seine Trauer zu verarbeiten und sich bei Bedarf Hilfe zu suchen. Für mich persönlich hat das Hörbuch gezeigt, dass ich einen guten Weg für mich gefunden habe und ich denke das auch andere mit diesem Buch einen Weg für sich selbst finden können. 

Hast du ein Sternenkind zur Welt gebracht? Oder kennst du Sternenkinder in deinem Umfeld? Weißt du wie du selbst oder mit den Betroffenen umgehen sollst? Mit dem autobiographischen Roman von Stefanie Goldbrich bekommst du nicht nur einen Einblick in ihre traurige Geschichte, sondern auch ein paar Anregungen zum Umgang und der Verarbeitung dazu. Ich habe beim Hören so viele Tränen vergossen, wie noch bei keinem Hörbuch zuvor. Es ist einfach sehr emotional und je nach dem, wie man beim Hören eine persönliche Verbindung zum Geschehen aufbaut noch sehr viel gefühlvoller. Von mir gibt es eine ganz klare Lese- bzw. Hörempfehlung für alle, die sich mit dem Thema Sternenkinder und Trauerprozess nach dem Verlust einen Kindes auseinandersetzen möchten. Für mich ist dieses Hörbuch ein ganz besonderes emotionales Highlight und es wandert direkt auf meine Top Ten für 2024.

Inhaltsangabe

Ein Mutmach- und Mitfühlbuch.

In Deutschland sterben durchschnittlich 4 von 1.000 neugeborenen Kindern. Doch wie wird man mit solch einem Schicksalsschlag fertig? Gibt es ein Leben danach?

Stefanie Goldbrich musste schon mehrfach Kinder gehen lassen, die in ihr wuchsen. Als endlich ein Baby lebend zur Welt kommt, ist die Freude groß. Um wie viel schlimmer muss dann die Verzweiflung sein, wenn auch dieses Kind stirbt?

Stefanie berichtet authentisch und mit liebendem Herzen vom Wunder eines Sternenkindes, der Trauer und der Heilung danach. Sie will verwaisten Eltern Mut machen und allen Nicht-Betroffenen aufzeigen, was hilft und welche Unterstützung guttut.

Möchtest du mehr über Stefanies Verlust und die Berg- und Talfahrt ihrer Gefühle während der Trauerbewältigung erfahren? Dann lege dir ein Taschentuch bereit (du wirst es spätestens für die Freudentränen brauchen) und hole dir dieses Buch!

Bibliografie

Autor: Stefanie Goldbrich
Sprecher: Franziska Peterhänsel
Genre: autobiografischer Roman
Verlag: audioparadies
ISBN/ ASIN: B0CRYYHKX8
Erscheinungsdatum: 22. Januar 2024
Format: Hörbuch, Taschenbuch, gebundenes Buch und Ebook erhältlich bei Amazon*
Zeit: 15h18
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar, es wurde mir von Stefanie Goldbrich zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen:
Klappentext und Cover Original: ©Stefanie Goldbrich

*Affiliate Link – Ich erhalte eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich unverändert.

Als der Sturm kam von Anja Marschall

Blogtour: Naturereignis Sturmflut

Am 11. Januar 2023 erscheint der historische Roman „Als der Sturm kam“ von Anja Marschall im Piper Verlag. Ich darf euch heute zum Auftakt der Blogtour etwas zum Thema: Naturereignis Sturmflut erzählen.

Im folgenden kannst du etwas über das Zustandekommen einer solchen Sturmflut erfahren und wie diese definiert ist. Ebenso lasse ich dich, an meinen ganz eigenen Erfahrungen, die ich bei Orkanen gemacht habe teilhaben. Und ich nehme dich mit zu dem ganz persönlichen Unglück meiner Familie von der Sturmflut am 16./17. Februar 1962, wobei die Zeitzeugen meiner Familie alle nicht mehr leben. Aber ein wenig hat mein Großvater in seiner Autobiografie „Von Ording an den Südpol“ darüber berichtet und ich werde am Ende ein wenig darüber erzählen.

Definition Sturmflut

Beginnen wir mit der Definition: Unter einer Sturmflut versteht man einen erhöhten Tidestrom, der durch Sturm mit auflandigen Winden begünstigt wird. Dabei werden Wasserstände erreicht, die einen bestimmten Wert überschreiten. Die Werte beziehen sich immer im Verhältnis zum mittleren Hochwasser (MHW) so beginnt die Sturmflut beim Erreichen von 1,50 bis 2,50 m über dem MHW. Beim Erreichen von 2,50 bis 3,50 m über dem MHW spricht man von einer schweren Sturmflut und alles was die 3,50 m überschreitet wird als sehr schwere Sturmflut bezeichnet. Am 17. Februar 1962 erreichte der Pegel in St. Pauli 5,70 m über Normalnull, dementsprechend wurde das MHW um knapp 3,70 m überschritten. Nach 1962 wurde dieser Pegelstand bereits mehrfach getoppt, was jedoch nicht die gravierenden Schäden von 1962 hervorrief, da inzwischen die Deiche erhöht wurden. Ebenso kann der Mond einen gewissen Einfluss auf die Sturmflut haben, denn sowohl bei Neumond, als auch bei Vollmond fällt das Hochwasser in der Regel höher aus, als das mittlere Hochwasser. Am 19.02.1962 war übrigens Vollmond und könnte damit schon einen kleinen Einfluss auf das Geschehen gehabt haben. 

Orkan und meine Erfahrungen

Nach dem wir nun wissen, was genau eine Sturmflut ist beschäftigen wir uns kurz mit dem Sturm als solches und welche Erfahrungen ich mit ihm gemacht habe. Orkane und schwere Stürme bekommen in der Regel einen Namen. So hat Christian am 28. Oktober 2013 bei meinen Eltern das Dach übers Haus fliegen lassen. Es landete sehr passend auf dem Auto, aus dem mein Vater gerade Tags zuvor die Beulen hat entfernen lassen. Kurz danach rüttelte Xaver am 06. Dezember 2013 noch mal am Gebälk, konnte aber zum Glück keinen weiteren Schaden anrichten.

1962 sorgte Vincinette an der Norddeutschen Küste und deren Flüssen für eine verheerende Sturmflut. Während gegen Mittag noch ein Wind in der Stärke 9 Bft. (Beaufort) gemessen wurde, nahm er zum Abend und zur Nacht immer weiter zu und ging in Böen bis 12 Bft. Für mich sind die Angaben von Windstärken seit jeher geläufig, da mein Vater, Großvater und Urgroßvater zur See gefahren sind. Also habe ich von klein auf an gelernt, den Wind zu beobachten und ggf. auch zu klassifizieren. Wobei ich das nur an der Küste kann, hier im Binnenland empfinde ich den Wind ganz anders. Unter 9 Bft. verbirgt sich eine Windgeschwindigkeit von 75 bis 88 km/h dazu im Vergleich sind 12 Bft. alles was über 118 km/h hinausgeht. Zu der Geschwindigkeit findet sich in der Skala noch eine Klassifizierung der möglichen Schäden. Während wir bei 5 Bft. noch bei der Bewegung kleiner Bäume sind, gehen wir bei 9 Bft. schon von Hausschäden aus. Bei den Orkanböen, die mit 12 Bft. eintreten wird von Verwüstungen gesprochen. Vincinette hatte also genau diese Verwüstung im Gepäck gepaart mit einer Sturmflut, da sie durch ihre Windrichtung dafür sorgte, dass immer mehr Wasser in die Elbe gedrückt wurde.

Übrigens war in Nordeuropa zwischen Christian und Xaver 2013 immer wieder Wind mit Orkanböen zu verzeichnen. So auch bei unserem Urlaub über unseren ersten Hochzeitstag, den wir auf der AIDAsol verbrachten. Schon bei der Ausfahrt aus Hamburg wurde aufs Gas gedrückt, damit wir passend zum erwarteten Sturm im freien Gewässer waren. An Bord eines Kreuzfahrtschiffes merkt man die Bewegung durch Seegang und Wind nur bedingt. Doch den ein oder anderen hielt es unweigerlich auf der Kabine, so dass wir viel Platz beim Essen hatten. In der Nacht auf dem Weg nach Le Havre wurden wir ganz schön durchgeschüttelt. Als ich morgens aufwachte und zur Orientierung in der Innenkabine erst mal einen Blick in Heck- und Bugkamera warf, musste ich feststellen, dass wir uns noch mitten auf dem Meer befanden. Laut Plan hätten wir schon in Le Havre fest sein müssen. Die raue See zeigte aber sehr deutlich, dass ein Lotse nicht wirklich an Bord kommen konnte. So schaukelten wir noch eine ganze Weile in den Wellen, bis gegen Mittag ein Lotse per Helikopter abgeseilt wurde. Dann konnte es weiter nach Le Havre gehen. Diese erste Fahrt hat meinem Mann gezeigt, dass er ähnlich Seefest ist wie ich und so fahren wir immer wieder gerne über die sieben Weltmeere. Orkan und Seegang kann uns nicht wirklich vom Urlaub abhalten und so habe ich mich auch bei der Fahrt durch die Biskaya, einige Jahre später einfach an der Matratze festgeklammert, während das Schiff immer wieder stampfend ins Wasser eintauchte. 

Bevor es gleich noch zum Unglück von meinen Großeltern geht, habe ich noch ein Erlebnis aus meiner Kindheit für dich. Ich habe mir im Winter immer wieder Sturm gewünscht. Ich fand es einfach schön vorm Kamin zu sitzen, während draußen der Wind die Bäume ins wanken brachte. Außerdem versprach ein Sturm auch immer einen schönen Spaziergang am Deich. Nach jedem Sturm zog es mich zusammen mit meinem Vater ganz magisch an den Deich zur Flutlinie. Man konnte ja nie wissen, was das Meer an Land spülte. So haben wir einen Winter lang immer wieder Produkte von The Body Shop gefunden, alle Original versiegelt, da ein Container mit selbigem Inhalt irgendwo über Bord gegangen war. Außerdem fand sich allerhand Treibholz, das man zum Brennen und Bauen gebrauchen konnte. Hin und wieder war auch eine Flaschenpost dabei, die mir einige Brieffreunde bescherte. Leider sind diese Freundschaften mit dem Erwachsen werden alle eingeschlafen. 

Auszug aus dem Buch: Von Ording an den Südpol von Johannes Cornils.

Das Unglück für meine Familie in der Sturmnacht 1962

Zum Abschluss meines Berichts über das Naturereignis Sturmflut möchte ich noch kurz auf die Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 eingehen. Zu dem Zeitpunkt lag der Fischkutter Nordland ORD 9 von meinem Großvater im Hafen vom Tümlauer Koog. Die im Hafen liegenden Kutter wurden von der anrennenden See auf den Deich geworfen und blieben nach Rückgang des Wassers an der Außenböschung liegen. Aus Angst vor einer weiteren Sturmflut wurden die Kutter kurzerhand gesprengt, um einen möglichen Deichdurchbruch durch die Schäden zu verhindern. Nur zwei Kutter hatten dem Sturm trotzen können, da die Fischer mit ihren Booten im Priel vor Anker gegangen waren. Vermutlich ein Grund, warum mein Vater sehr häufig bei ungünstiger Windrichtung den Sturm auf unserem Kutter verbracht hat. Ein weiteres Mal sollte ein Kutter nicht durch Sturm zu schaden kommen. In der Vorbereitung zu diesem Beitrag habe ich lange mit meiner Mutter telefoniert. Sie erinnerte mich daran, dass mein Vater selbst an Heilig Abend einmal alleine auf unserer Nordland dem Sturm trotze, während wir nur kurz mit dem Auto über den Deich fuhren, um zu gucken ob noch Licht im Führerhaus brennt. Eine kurze Lichthupe sollte unserem Vater frohe Weihnachten wünschen und ihn darauf hinweisen, dass wir nach der Sturmflut zu Hause auf ihn warten. Zum Glück ist er jedes Mal heil wieder nach Hause gekommen, auch wenn es hin und wieder durch aus mal knapp war, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig zum Naturereignis Sturmflut erzählen und dich neugierig machen auf den historischen Roman von Anja Marschall. Ich habe das Buch übrigens in zwei Tagen verschlungen und kann es dir wärmstens empfehlen. Es ist sehr authentisch geschrieben und katapultiert einen direkt in die Situation von 1962, die aktuellen Bilder der Wassermengen hier in Niedersachsen tun ihr weiteres dazu. Mehr zum Buch findest weiter unten.

Weitere Stationen der Blogtour

Morgen darfst du dich bei Heike von Bücherheike über den Schauplatz Wilhelmsburg informieren. Weiter geht es dann am 10. Januar mit einem Podcast mit Anja Marschall bei Heike von Frau Goethe liest. Danach folgen am 11. Januar die Charaktere bei Ulla von Ullas Leseecke, am 12. Januar der Krisenstab bei Jochen von Elizas Bücherparadies und zum Abschluss kannst du dich am 13. Januar auf einen Bericht zum THW und SAR bei Angélique von Angéliques Leseecke freuen. Speicher dir am besten den Beitrag ab und schaue täglich vorbei, um der Blogtour weiter zu folgen. Die Links zu den jeweiligen Beiträgen werden täglich bis zum Ende der Blogtour erneuern.

Sketchnotes zur Rezension vom historischen Roman: Als der Sturm kam von Anja Marschall erschien im Piper Verlag. Cover vom historischen Roman über die Sturmflut 1962 in Hamburg

Meine Meinung

Beim ersten Blick auf das Cover fühlt man sich sofort zurückversetzt in vergangene Tage. Ein Mann trägt einen kleinen Jungen auf dem Arm und watet durchs Wasser. Dahinter sind weitere Personen zu erkennen, die etwas auf der überschwemmten Strasse ziehen. Das Bild wird durch einen VW Käfer im Hintergrund abgerundet, der ein ganz unverkennbarer Zeitzeuge der Sturmflut ist.

Als der Sturm kam von Anja Marschall erscheint im Piper Verlag. Es ist der zweite Band der Schicksalsmomente der Geschichte Reihe des Verlages. Der historische Roman beschäftigt sich ganz hautnah mit der verheerenden Sturmflut von der Nacht auf den 17. Februar 1962 in Hamburg. Im Mittelpunkt stehen zwei fiktive Personen. Zum Einen ist da die junge Schreibkraft Marion Klinger, die im Polizeihaus am Karl-Muck-Platz in Hamburg arbeitet und zum Anderen Georg Hagemann, der im Fliegerhorst Faßberg als Hubschrauberpilot stationiert ist. Hinzu kommen reale Personen wie zum Beispiel Senator Helmut Schmidt, Werner Eilers und Martin Leddin. Zur Abgrenzung zwischen belegter Geschichte und Fiktion äußert sich die Autorin sowohl im Vorwort als auch im Nachgang der Geschichte.

Ich habe den Roman vom ersten Moment an fasziniert gelesen. Mir ist die Sturmflut 1962 seit der Kindheit durchaus ein Begriff. Schon früh habe ich den Erzählungen von meinem Vater und Großvater über die besagte Nacht gelauscht, in der die Grundlage für die Arbeit von meinem Großvater im Deich vom Tümlauer Koog gelandet ist und der Kutter dort gesprengt werden musste, um weiteres Unglück durch einen Deichbruch zu verhindern. Der Tümlauer Koog befindet sich übrigens noch ein ganzes Stück nördlich von Hamburg an der Norddeutschen Nordseeküste. Mit diesem Hintergrund habe ich die chronologische Erzählung der Autorin einfach nur in mich aufgesogen. Mein Kopfkino wurde durch die detaillierte Beschreibung direkt angeknipst, wobei es sich mit den aktuellen Hochwasserbildern hier in Niedersachsen vermischte. Irgendwie passte das Buch sich gerade perfekt in meine Welt ein und so verwob es sich ganz fest in meinen Gedanken.

Mit erschrecken habe ich die Katastrophe verschlungen und war direkt im Geschehen. Gekonnt hat Anja Marschall hier eine Geschichte in eine historische Naturkatastrophe geschrieben, so dass man die ganze Zeit das Gefühl hatte, genau so ist es gewesen. Die Autorin erklärt im Buch, dass sie ausführlich recherchiert hat und im Prinzip das meiste genauso passiert ist, nur haben die Personen andere Namen bekommen, um deren Persönlichkeitsrechte zu schützen, was ich sehr gut finde.

Für mich ist dieser historische Roman ein fulminanter Start in mein Lesejahr 2024, den ich nicht missen möchte. Ich habe schon so eine Ahnung, wem ich das Buch dieses Jahr alles schenken werde.

Hast du schon mal eine Sturmflut live erlebt? Wenn nicht, bekommst du hier einen authentischen Blick auf die Katastrophe von 1962 in Hamburg. Gefühlt bist du beim Lesen live dabei und folgst dem Bericht der ansteigenden Flut und wie der Zusammenhalt der Menschen dafür sorgt, sich in Sicherheit zu bringen. Im Prinzip ist dies die Erklärung, warum danach vielen Ortes die Deiche erhöht wurden und schwerere Sturmfluten in den folgenden Jahren nicht mehr solches zerstörerisches Ausmaß annahmen. Von mir bekommt das Buch eine absolute Empfehlung für alle, die sich für die Küste, das Leben und die Geschichte interessieren. Mit ganz realen Szenen bekommt man hier einen Eindruck vom Geschehen ohne selber nasse Füße zu bekommen. Lass dich ein, auf einen der dunkelsten Tage der Hamburger Geschichte und überlege was du aktuell für deine Sicherheit gegen Hochwasser tun kannst.

Inhaltsangabe

„Als der Sturm kam“ | Die Hamburger Sturmflut von 1962

Deiche brechen im Minutentakt, Straßen werden zu reißenden Flüssen, Menschen sind vom Wasser eingeschlossen. Es ist die Stunde der Wahrheit.

Für die spannende Reihe „Schicksalsmomente der Geschichte“ erzählt Anja Marschall in ihrem historischen Roman von Hamburgs dramatischsten Stunden seit dem Zweiten Weltkrieg:

Als die Flutkatastrophe über Hamburg hereinbricht, wird die Schreibkraft Marion der Leitung von Polizeisenator Helmut Schmidt unterstellt. Ein Krisenstab muss eingerichtet, NATO-Verbündete um Hilfe gebeten, Hubschraubereinsätze geplant werden. Marion kämpft gegen Müdigkeit und hat Angst um ihre bettlägerige Mutter, die mitten im überfluteten Gebiet von Wilhelmsburg in einer Gartenkolonie wohnt. Zur gleichen Zeit versucht der Hubschrauberpilot Georg unter Einsatz seines Lebens, die Menschen von den Dächern ihrer Häuser zu retten. Die Nacht ist eiskalt, und das Wasser steigt noch immer …

100.000 vom Wasser eingeschlossene Menschen, 15.000 Helfer, 315 Tote: Die Hamburger Sturmflut von 1962 war für die Hansestadt die größte Katastrophe der Nachkriegszeit.

Im Februar 1962 wütet an der Nordseeküste ein Orkan. Gefühlt weit weg für die Hamburger, die sich in Sicherheit wähnen. Doch der Sturm ist längst auf dem Weg und überrascht die Menschen im Schlaf. Kurz nach Mitternacht brechen in Minutenfolge die Deiche, die Hamburg schützen sollen. Straßen werden zu reißenden Flüssen, in der gesamten Stadt fällt der Strom aus. Helmut Schmidt, damals Polizeisenator in Hamburg, beginnt noch in der Nacht, die Rettungsaktionen zu koordinieren.

Exzellent recherchiert und packend erzählt: Anja Marschall schildert in ihrem bewegendem Roman die Geschichte der Menschen, die in den Stunden der Sturmflut um ihr Leben kämpfen.

Anja Marschall kam im Jahr der Sturmflut in Hamburg zur Welt. Dort arbeitete sie vor ihrer schriftstellerischen Karriere u.a. als Lokaljournalistin und Pressereferentin. Bei Piper erschien zuletzt ihre Erfolgsserie „Töchter der Speicherstadt“.

Bibliografie

Autor: Anja Marschall
Reihe: Schicksalsmomente der Geschichte Band 2
Genre: historischer Roman
Verlag: Piper
ISBN/ ASIN: 978-3492064200
Erscheinungsdatum: 11. Januar 2024
Format: Taschenbuch und Ebook erhältlich bei Amazon*
Seitenzahl: 448
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar, es wurde mir von Piper zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen:
Klappentext und Cover Original: © Piper

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