Von A wie Autor bis Z wie Zeitung

Kerstins Gedanken zum geschriebenen Wort

Von A wie Autor bis Z wie Zeitung: Kerstins Gedanken zum geschriebenen Wort

H wie Hörbuch

Seit jeher bin ich ein Fan von Hörbüchern und Hörspielen. Bis ich mit meinem Mann zusammengezogen bin leistete mir Bibi Blocksberg stets Gesellschaft beim Einschlafen. Als Kind konnte ich ohne Kassette nicht einschlafen und auch heute ist das Hörbuch mein letztes Mittel, wenn es mit dem Einschlafen nicht klappen möchte. Doch viel lieber höre ich tagsüber ein gutes Buch. Schließlich möchte ich die Handlung ja mitbekommen. Besonders beim Basteln finde ich ein Hörbuch besonders praktisch. Ich kann gedanklich in eine andere Welt abtauchen und meine Hände können ganz entspannt ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Vor ein paar Jahren habe ich ganz begeistert einen Blick in das Tonstudio von Bastei Lübbe geworfen. Ganz fasziniert habe ich den Erzählungen gelauscht, wie eine Hörbuch Aufnahme von statten geht. Bei diesem Besuch habe ich es mir nicht nehmen lassen selbst ein paar Worte einzusprechen. Das war gar nicht so einfach. Meine Stimme auf Ton hörte sich nur so mittelmäßig an. Da bewundere ich meine liebsten Sprecher, die es schaffen jeder Person eine ganz eigenen Intonation zu verleihen. Stundenlang kann ich zum Beispiel Karoline Mask von Oppen zu hören. Die inzwischen zu meiner liebsten Sprecherin geworden ist.

Foto von der digitalen Anzeige des Hörbuchs: Rocky Mountain Race von Virginia Fox in meinem Auto.

So habe ich schon etliche Stunden im Auto verbraucht und ihrer Stimme gelauscht. Unter anderem hat sie die Rocky Mountain Reihe von Virginia Fox eingesprochen und auch der Gansett Island Serie von Marie Force haucht sie ein ganz spezielles Leben ein. Sobald ich länger als zwanzig Minuten ohne Beifahrer mit dem Auto unterwegs bin stelle ich gerne von Radio auf Hörbuch um. Der einzige Nachteil dabei, ist die fehlende Staumeldung aus dem Radio. Doch auch im Stau sind die Geschichten die beste Ablenkung.

Bei mir hält sich die Liebe zu einem Buch und einem Hörbuch ziemlich die Waage. Für jede Gelegenheit gibt es die passende Art sich eine Geschichte zur Unterhaltung einzuverleiben. So begleitet mich auf jedem Flug in der Regel ein Hörbuch, meistens Stolz und Vorurteil von Jane Austin, weil ich dabei so wunderschön schlafen kann und im Prinzip jedes Wort mitsprechen kann. Ebenso ist ein klassisches Buch und mein Ebook Reader im Flugzeug mit dabei. Man weiß ja nie, wozu man gerade Lust hat. Ich hoffe, es gibt bald wieder einen langen Flug, für den ich mir besonderes Lese- und Hörfutter zurecht suchen darf.

Ich tauche jetzt erst mal ab in das nächste Hörbuch von Virginia Fox. Aktuell läuft bei mir Rocky Mountain Snow. Dazu mehr sobald ich mit dem Hörbuch fertig bin. Bisher hört sich die Geschichte schon mal wieder ganz spannend an. Es geht dort auf Weihnachten zu.

Wie stehst du zu Hörbüchern? In welchen Lebenslagen ist das Hörbuch dein liebster Freund?

Kolumne: Angst vor Hunden

#aufsiebenbeinen #finesturm

Angst vor Hunden

Im Roman „Auf sieben Beinen“ von Fine Sturm hat die Protagonistin Franzi große Angst vor Hunden. Einen Grund für Franzis Angst kannst du weiter unten in der Inhaltsangabe zum Roman erfahren. Ich kann diese Angst sehr gut nachempfinden, wobei meine Angst nicht wirklich auf ein schwerwiegendes Erlebnis mit Hunden zurückzuführen ist.

Doch was ist Angst?

Angst ist ein Gefühl, das man empfindet, wenn eine Situation als bedrohlich eingestuft wird. Dabei wird unterschieden ob es sich um eine gesunde Reaktion auf eine Bedrohung handelt oder ein Symptom einer psychischen Störung ist. Die Angst vor Hunden kann sich bis zu einer Kynophobie steigern. Unter Kynophobie versteht man eine Angststörung beim Menschen, die sich als übersteigerte und unbegründete Angst vor Hunden äußert. Ein Augenmerk sei hier auf die unbegründete Angst gerichtet. Die Angst vor Hunden von Franzi im Roman und meine Angst vor Hunden sind nicht wirklich unbegründet und gelten damit streng genommen nicht als Phobie.

Photo by Johann on Pexels.com

Woher kommt meine Angst vor Hunden?

In meiner Kindheit gab es Hunde, vor denen ich Respekt hatte und welche mit denen ich kuscheln konnte. Meine Patentante hatte einen kleinen Pudelmischling. Der bellte kaum und kam schwanzwedelnd zur Begrüßung auf mich zu. Einer der wenigen Hunde, denen ich freiwillig über das Fell streicheln konnte. Wobei ich auch hier immer Vorsicht walten ließ. Vor fast allen anderen Hunden hatte ich Respekt oder sogar Angst. Die Hütehunde unserer Nachbarn flössten mir schon beim Vorbeifahren Angst ein. Kaum ging oder fuhr ich mit dem Fahrrad am Hof vorbei, schon wurde ich angebellt und die Hunde schossen Richtung Straße. In der Regel blieben sie auf dem Hof, aber da konnte ich mir nie sicher sein. Wenn ich also meine Schulfreundin dort besuchen wollte, habe ich mich vorher telefonisch angemeldet, damit auch ja die Hunde im Stall eingesperrt wurden und nicht frei auf dem Gelände herum liefen. Diese lauten Vierbeiner, die meiner Schwester eine Narbe im Oberschenkel verpassten, haben mich für alle Zeit geprägt.

Zu den Hunden meiner Großeltern hatte ich auch eher ein gespaltenes Verhältnis. So wirklich frei bewegen konnte ich mich nur, wenn ich wusste, dass der Hund eingesperrt ist. Der Rottweiler meiner Großeltern fühlte meine Angst und verfolgte mich am liebsten auf Schritt und Tritt und schaffte es immer wieder mir von hinten ins Hosenbein zu schnappen. Was meine Angst nur weiter schürte, weil mir da auch nie so recht einer glauben wollte.

Noch heute gehe ich sehr wachsam mit Hunden um, und sorge dafür, dass meine Hände nicht einfach so nach unten hängen, wenn ein Hund auf mich zu kommt. Ich würde mir wünschen, dass auf allen Wegen eine Leinenpflicht herrscht. Sie würde mir bei meinen Spaziergängen im Wald oder auch bei meinen Joggingrunden den ein oder anderen Angstmoment nehmen. Aber ich lasse mich von den Hunden nicht aus dem Wald vertreiben. Ich hoffe immer wieder darauf, dass Herrchen oder FRauchen schon dafür sorgen werden, dass ich unbeschadet an dem Vierbeiner vorbei laufen kann. Leider haben nicht alle Gassigänger ein Herz für ängstliche Menschen und lassen ihre Hunde in vollem Tempo auf einen zu laufen. Bisher ist mir zum Glück, außer ein schneller Puls noch nichts passiert. Aber auf diese Schrecksekunden kann ich gut verzichten.

Wie stehst du zur Angst vor Hunden? Kannst du die Ängste nachvollziehen?

Inhaltsangabe

Franzis Angst vor Hunden ist riesengroß, hat sie doch vor über zehn Jahren durch einen Hundebiss ihren Unterschenkel verloren. Seither quält sie ihre Unsicherheit und sie hat sich der Liebe verschlossen. Zu groß ist die Angst vor einer Zurückweisung. Als dann der lebensfrohe Jan in ihr Leben platzt, spürt sie, wie sehr sie sich bereits in ihr Schneckenhaus zurückgezogen hat. Dabei ist er genau das, wonach sich Franzi schon so lange sehnt Es gibt nur zwei Probleme, die zwischen ihr und ihrem Liebesglück stehen: Er darf auf keinen Fall von ihrer Behinderung erfahren! Und Jans bester Freund hat nicht nur seidenweiches Fell, sondern hat auch ganz schön scharfe Zähne Auf sieben Beinen ist ein romantischer Wohlfühlroman mit vielen Emotionen. Ein Buch nicht nur für Hundefreunde, sondern für alle Menschen, die aus Angst nicht ein Leben voller Liebe leben. Denn dort, wo Liebe ist, hat Angst keinen Platz

Bibliografie

Autor: Fine Sturm
Genre: Liebesroman
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 978-3969666937
Erscheinungsdatum: 28. Dezember 2020
Format: Taschenbuch und Ebook erhältlich bei Amazon*
Seitenzahl: 392
Leseexemplar: ja, Mainwunder


Quellen:
Klappentext und Cover Original: © Fine Sturm

*Affiliate Link – Ich erhalte eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich unverändert.

Kolumne: Hermaphrodit

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Hermaphrodit: Wer oder was ist das?

Das Wort Hermaphrodit bzw. Hermaphrodite kam mir sofort in den Kopf, als ich den Klappentext (siehe unten) von dem Thriller: Verschnitt von Jennifer Hauff laß. Im Roman sorgt der Kinderchirurg Johannes für das Wunschgeschlecht. Doch hat meine Assoziation jetzt überhaupt etwas mit dem Thema zu tun? Wir gehen dem Wort und seiner Bedeutung mal auf den Grund.

In der griechischen Mythologie gibt es die Gestalt des Hermaphroditos oder auch kurz Hermaphrodit genannt. Diese Gottheit weist sowohl männliche als auch weibliche Körpermerkmale auf. Ihren Ursprung hat sie in der männlichen Form der Gottheit Aphrodite. Und so wurde Hermaphroditos zu einer Gottheit, die keinem genauen Geschlecht zu zuordnen ist. Des Weiteren gibt es den Begriff: Hermaphroditismus oder auch Zwittrigkeit genannt. In der Biologie werden so Individuen bezeichnet, die sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsausprägungen haben.

Hier kommen wir nun dem Thema etwas näher. Beim Hermaphroditismus ist von Natur aus die Geschlechtsausprägung uneindeutig womit wir bei der Intersexualität wären. Der Chirurg im Thriller „Verschnitt“ scheint diesem Phänomen auf künstliche Weise nachzuhelfen, in dem die optische Ausprägung mit Hilfe eines Skalpells einfach wahllos geändert wird. Was genau passiert kann und werde ich dir nicht verraten. Ich kann dir nur so viel sagen, es wird spannend und ist bestimmt nichts für schwache Nerven. Also ganz nach meinem Geschmack.

Kennst du dieses Phänomen, wenn du dich mit einem Thema beschäftigst, begegnet es dir plötzlich überall?

Als ich mich mit dem Thema Intersexualität im Rahmen des Romans beschäftigt habe, fiel mir auf der Arbeit sofort ein Titel ins Auge: Sie ist nicht wie Er. Der Beitrag in „Die PTA in der Apotheke“ hat jetzt eher was mit den unterschiedlichen Stoffwechseln zu tun und das Medikamente durchaus unterschiedlich bei Mann und Frau wirken können. Aber ich fand dort eine sehr passende Gegenüberstellung von Sex, Gender, intersexuell und transsexuell die ich dir nicht vorenthalten möchte.

Sex: das biologische Geschlecht (genetisch, gonadal, genital)
Gender: das gefühlte Geschlecht (psychisch, sozial)
intersexuell: Das biologische Geschlecht ist uneindeutig.
transsexuell: Das gefühlte unterscheidet sich vom biologischen Geschlecht

Quelle: Die PTA in der Apotheke, September 2020, S. 55

Ich finde diese kurzen und prägnanten Erklärungen sehr passend. Für den weniger medizinisch bewanderten Leser sei hier noch folgendes angemerkt: unter genetisch versteht man die Anzahl der X- Chromosomen und ob auch ein Y- Chromosom vorhanden ist, mit gonodal bezeichnet man das Vorhandensein von Hoden oder Eierstöcken und mit genital werden die äußeren Geschlechtsmerkmale festgelegt.

Bist du jetzt neugierig geworden? Wäre das Buch was für dich?

Inhaltsangabe zum Roman: Verschnitt von Jennifer Hauff

Weißt du, wer du wirklich bist?
Und weshalb?

»Wisst ihr schon, was es wird? Ist es ein Mädchen oder ein Junge?«
Für eine Antwort ist Kinderchirurg Johannes Gelders bereit, über Leichen zu gehen. Doch OP-Schwester Liane will seine Menschenexperimente stoppen. Auf ihrem persönlichen Rachefeldzug ist ihr jedes Mittel recht. Verfolgt von ihrer eigenen Vergangenheit, wird die Jägerin zur Gejagten und das Opfer zum Täter. 

Der Thriller über das dritte Geschlecht erzählt eine fiktive Geschichte über geschlechtsverändernde Operationen, zerbrochene Familien und blinde Vergeltung. Inspiriert von einer wahren Begebenheit.

Bibliografie

Verschnitt von Jennifer Hauff Cover

Autor: Jennifer Hauff
Genre: Thriller
Verlag: mainbook
ISBN: 9783947612833
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2020
Format: Taschenbuch und Ebook erhältlich bei Amazon*
Seitenzahl: 310
Leseexemplar: ja, Mainwunder


Quellen:
Klappentext und Cover Original: © mainbook

*Affiliate Link – Ich erhalte eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich unverändert.

Kolumne: Maskottchen

Maskottchen auf Reisen

Quietscheente vor der Weltkarte

Auf Facebook läuft gerade die Buch- WM (Link zur Gruppe: Buch-WM 2020 Eventarea). In diesem Rahmen unterstütze ich die Autorin Janet Zentel und ihr Buch „Mit Quietscheente auf Weltreise“. Bei der Quietscheente musste ich sofort an Maskottchen denken. Denn genau das ist Ducky, der mit auf die Weltreise von Janet und Fabian Zentel durfte.

Was genau ist ein Maskottchen?

Ein Maskottchen bezeichnet einen Glücksbringer für eine Person bzw. Personengruppe. So haben z.B. Vereine oft ein Maskottchen, das dann auch auf dem Logo abgebildet ist. Ich selbst hatte früher immer eine ganz kleine gestrickte Stoffpuppe, die gerade so in meine Hände passte, die mich bei den wichtigsten Prüfungen begleitet hat, um mir zusätzlich etwas Glück zu bringen.

Maria schaut aus dem Fester der Meerblick Kabine der AIDAdiva

Wenn du dir mal den Spaß machen möchtest und „Maskottchen auf Reisen“ in die Internetsuche ein gibst. Dann findest du zahlreiche Urlaubsbilder mit den unterschiedlichsten Tierchen und Figuren. Mein Mann und ich haben seit 2018 immer unseren Teddybär Maria mit im Gepäck. Sie hat so schon die Weltmeere bereist und hofft darauf, in diesem Jahr noch einmal in See zu stechen.

Für Janet und Fabian war Ducky, die Quietscheente das Maskottchen ihrer Weltreise. Um Ducky nicht zu ärgern erwähne ich hier lieber, dass er natürlich ein waschechter Enterich ist.

Maskottchen auf Reisen

Ich habe mit den Quietscheenten von meinem Mann eine kleine virtuelle Reise gemacht. Da ich für passende Fotos nicht einfach um die Welt reisen konnte mussten meine Reiseführer herhalten. Und passend zum Buch „Mit Quietscheente auf Weltreise“ von Janet Zentel fand ich drei Reiseziele in meinen Reiseführern.

Quietscheenten auf reisen

So reist die Ente mit Hut in das Land der Zigarren und Mojitos. Wenn ich an Cuba und Havanna denke habe ich sofort teure Zigarren und Rum im Kopf. Beides haben die Weltreisenden dort auch kennengelernt und noch viel mehr. Bisher bin ich immer nur an Kuba vorbei gefahren. Doch irgendwann möchte ich auf diese Insel. Die Erzählung im Buch hörte sich einfach gut an.

Weiter geht es mit der Ente mit Taucherbrille nach Indien. Genauer gesagt es geht nach Delhi. Dort war ich bisher noch nicht. Delhi ist einfach zu weit vom Meer entfernt, als das es auf meiner direkten Reiseroute liegen würde. In Indien wird einem bewusst, wie gut es uns in Deutschland doch geht. Dort finde ich ist die Armut allgegenwärtig und du kannst dich davor nicht verschließen. Aus Indien bringen Ducky und Janet das Rezept für Paneer Butter Masala mit, das sind indische Käseklößchen. Hört sich einfach lecker an. Übrigens findest du im Buch zu jeder Etappe ein tolles Rezept.

Als drittes darf meine pinke Ente nach New York reisen. Für mich ist New York einfach gigantisch groß, aber total einfach zu erkunden. Ich liebe das Straßensystem von Manhattan. Da kann man so schnell nicht verloren gehen. Auf der Weltreise mit Ducky war es das absolute Kontrastprogramm zu dem vorherigen Ziel Ghana.

Ich könnte dir jetzt noch mehr Etappen verraten, doch dafür kannst du viel besser die Nase in das Buch stecken und dich selbst auf die virtuelle Reise um die Welt begeben.

Mit Quietscheente auf Weltreise von Janet Zentel

Hast du selbst ein Maskottchen? Darf es auch mit dir in den Urlaub reisen? Berichte davon gerne in den Kommentaren.

Kolumne: #rettemich

#rettemich

Banner zu #rettemich und dem Buch: Der Bodyguard von Sonja Rüther

Gestern habe ich das Buch „Der Bodyguard“ von Sonja Rüther rezensiert. Und mich gefragt, was Retten und Gerettet werden ausmacht. Was bedeutet Retten eigentlich?

das Abwenden eines lebensbedrohlichen Zustandes durch lebensrettende Maßnahmen und/oder durch Befreien aus einer lebensbedrohlichen Zwangslage

Quelle: wiktionary

Somit komme ich vom Retten direkt zum Aufgabengebiet des Bodyguards. Ein Bodyguard ist …

jemand, der die (gewerbsmäßige) Aufgabe hat, eine oder mehrere andere Personen zu beschützen

Quelle: wiktionary

Der Bodyguard und das Retten gehören somit unweigerlich zusammen. Wobei beschützen natürlich nicht zwangsläufig zu einer Situation führt, aus der eine Person gerettet werden muss.

Ich bin eine emanzipierte Frau, die sehr früh auf eigenen Beinen stand. Von meinem 17. Lebensjahr an, hatte ich meine eigenen vier Wände und musste dem entsprechend für mich selbst Sorge tragen. Ich habe mich damit auch immer sehr wohl gefühlt. So hatte ich meine Schwierigkeiten damit, nach gut 13 Jahren auf einen Mann zu treffen, der mich beschützen wollte. Auf einmal war da jemand, der bei einer ganz banalen Straßenüberquerung für mich mit schaute oder mich auch zurück hielt, wenn er es für zu gefährlich hielt. Da trafen zwei Welten auf einander. Ich, die ihre Unabhängigkeit liebte und alles alleine schaffen wollte und Er, der gelernt hatte, auf sein Leben und das der Anderen zu achten.

Inzwischen habe ich mich an das Gefühl gewöhnt, dass da jemand ist, der auf mich aufpasst. Doch ich kann mich noch sehr gut an einen unserer ersten gemeinsamen Urlaube erinnern. Wir waren auf unserer zweiten Kreuzfahrt und legten gerade im Hafen von Tanger (Marokko) an. Entsprechend der Reisehinweise gingen wir in angemessener Kleidung von Bord. Damit fielen wir zwischen den ganzen deutschen Touristen in kurzen Hosen und Spaghetti-Träger-Shirts regelrecht auf. Doch ich richte mich gerne an die Konventionen des Ziellandes, so kann ich dann auch ganz spontan Plätze und Orte besichtigen, für die eine gewisse Kleiderordnung vorgeschrieben ist. Aber das führt jetzt zu weit. Es geht heute ja um das Thema: rette mich.

Mein Mann, zu dem Zeitpunkt waren wir schon über ein Jahr verheiratet und ich gehen also zu Fuß in Tanger von Bord. Von der marokkanischen Hitze und dem Trubel am Hafen waren wir erst mal geflasht. Bei einem Spaziergang ließen wir den Ort auf uns wirken. Wir erkundeten die kleinen Gassen und zwängten uns durch die vielen Stände auf dem Basar. Und ließen uns auf diese ganz andere Welt ein. Als Andenken erstanden wir eine Laterne mit bunten Gläsern für die Terrasse.

Auf dem Rückweg zum Schiff stieß mich mein Mann dann auf einmal ganz ohne Vorwarnung in einen Hauseingang. Ich wusste gar nicht wie mir geschah. Doch sein siebter Sinn sah Gefahr im Verzug und so musste er seine Frau einfach beschützen. Für mich war das sehr schwer zu akzeptieren, schließlich bin ich emanzipiert und kann selbst auf mich aufpassen. Dies habe ich versucht meinem Mann deutlich zu machen. Doch meine Bedenken ließ er nicht gelten und meinte einfach, ich sei ihm wichtig und deshalb werde er mich immer beschützen müssen.

Inzwischen finde ich diese Vorstellung sehr schön. Zu wissen da ist jemand, der auf dich aufpasst, ob du willst oder nicht. In den letzten Jahren habe ich gelernt, dem siebten Sinn meines Mannes zu vertrauen. Wenn er im Urlaub sagt, jetzt drehen wir um und gehen zurück frage ich nicht mehr warum oder mache einen Aufstand. Er hat dann etwas gesehen oder gespürt, was bei mir einfach nicht ankommt. So sind wir Jahre später in Alexandria (Ägypten) einfach wieder den direkten Weg zurück zum Schiff gegangen. Es herrschte dort eine ganz seltsame Spannung in der Luft, die wir beide nicht einschätzen konnten. Ein ganz anderes Erlebnis hatten wir in Puerto Limón (Costa Rica). Hier sind wir der vermeintlichen Karte richtig gefolgt. Die Umgebung wurde immer seltsamer, doch wir vertrauten so sehr der Karte, dass wir unser Gespür für die Situation vernachlässigten. Erst als ein Auto neben uns hielt wurden wir auf die Situation aufmerksam gemacht. Die freundliche Autofahrerin wies uns darauf hin, dass in 200 Metern die Zuständigkeit der Polizei aufhören würde, und wir als Touristen doch bitte nicht dort verloren gehen sollten. Seit dem wird meiner Kartenführung nicht mehr ganz so sehr vertraut. Ich verstehe gar nicht warum.

Hast du schon einmal eine Situation erlebt, aus der du gerettet werden wolltest? Oder hast du einen Moment gehabt, in dem dich jemand gerettet hat?

Teile deine Erlebnisse gerne mit mir im Kommentar.