Rezension: Madame le Commisaire und die tote Nonne von Pierre Martin

Madame le Commisaire und die tote Nonne

von Pierre Martin

Cover: Madame le Commissaire und die tote Nonne von Pierre Martin

Inhalt

„Vom Rand einer steil abfallenden Klippe, wo man eigentlich unter hohen Aleppo- Kiefern wunderbar den Sonnenuntergang genießen könnte, bietet sich Isabelle Bonnet ein alles andere als idyllischer Anblick: Unten auf den Felsen liegt eine Leiche, unverkennbar in Ordenstracht gewandet.
Madame le Commissaire misstraut der ersten Schlussfolgerung ihrer Kollegen, die Nonne sei abgestürzt – und sie behält recht. Sie nimmt ihre Ermittlungen auf, die sie zu einem einsam, aber malerisch gelegenen Kloster im Massif des Maures führen. Bald hat sie mehr als einen Verdächtigen. Doch wer würde schon so weit gehen, eine Nonne zu ermorden?“ (Quelle: Klappentext)

Meine Meinung

Das Cover zeigt eine für mich typische Landschaft der Provence. Lavendel Felder so weit man schauen kann. Vom Lavendel eingerahmt ist eine kleine Kapelle oder vielleicht auch ein Kloster zu sehen. Ich finde es ein schönes Bild, dass zum Inhalt des Kriminalromans passt.

Schon die ersten Zeilen lassen mich dahinschmelzen. Vielleicht nicht die richtigen Worte und die passende Gefühlsregung für einen Kriminalroman, aber bei französischen Worten muss ich einfach schmunzeln. Ich liebe Französisch, auch wenn meine Sprachkenntnisse nur noch rudimentär sind. So freue ich mich doch immer wieder die Sprache zu hören und zu lesen und freue mich noch mehr, wenn ich es auf anhieb verstehe. Den Vorsatz von Isabelle Bonnet „Vivre le moment présent“ finde ich sehr gut. Und immer wieder, wenn sie sich selbst während der Ermittlungen daran erinnert muss ich etwas schmunzeln. Ich finde der Vorsatz passt super zu meinem Motto: Das Leben ist schön. Mit beidem zusammen kann der Tag einfach nur gut werden. Aber ich schweife langsam ab.

Die Geschichte wird in der dritten Person aus der Sicht von der Kommissarin Isabelle erzählt. So kann ich als Leser zusammen mit ihr Ermitteln und bin ganz nah dran an der Lösung des Falls.

Das Buch ist inzwischen der 5. Fall für Isabelle Bonnet. Für mich war es der erste Roman von Pierre Martin. Ich hatte beim Lesen keine Verständnis Probleme. Der Roman kann auch unabhängig von den vorherigen gelesen werden. Wobei ich jetzt nach der Lektüre schon gerne auch die Vorgänger lesen möchte. Zu gern würde ich ein bisschen mehr über die Dreiecksbeziehung der Kommissarin wissen. Wie schafft sie es die zwei Männer und ihren Job unter einen Hut zubringen.

Ich hatte ein tolles Lesevergnügen mit einem Ausflug in die Provence und in die Abgeschiedenheit von Klostermauern. Für mich war es nicht der letzte Provence- Krimi

Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar.

Details zum Buch

Madame le Commissaire und die tote Nonne incl TextTaschenbuch
364 Seiten
Droemer Knaur Verlag
erschienen am: 03.04.2018
ISBN: 978-3-426-52197-7
Preis: 9,99 €

Ein Fall für Isabell Bonnet: Band 5

Rezension: Unter Verdacht von Erin J. Steen

Unter Verdacht

von Erin J. Steen

Rezension zu Unter Verdacht von Erin J. Steen

Inhalt

„Emi Moorkamp glaubt fest an das Gute im Menschen. Nichts wünscht sie sich mehr, als mit ihrer großen Leidenschaft, dem Yoga, ihren Lebensunterhalt verdienen zu dürfen. Der Tod eines Fitnesstrainers durchkreuzt ihre Pläne und sie findet sich als Hauptverdächtige in dem Fall wieder. Als wäre das nicht schon katastrophal genug für ihren Ruf, wird dann auch noch ein Beweisstück gefunden, das es nicht geben dürfte.

Auf ihrer Suche nach dem wahren Täter erhält Emi Hilfe von ganz unerwarteter Seite. Doch der Täter kommt ihr ebenfalls gefährlich nahe.“ (Quelle: https://erinjsteen.com)

Meine Meinung

Das Cover ist in blau und schwarz gehalten mit einem kleinen farblichen Akzent in der Ecke unten links. Vor einem bläulichen Hintergrund kann man die Silhouette einer Frau sehen. Es ist eine Yoga- Pose und stellt somit eine gute Verbindung mit der Protagonisten her.

Die Geschichte wird in der 3. Person von zwei Frauen erzählt. Die Protagonistin Emi Moorkamp nimmt mich mit in ihren Versuch, sich mit Yoga- Unterricht selbstständig zu machen und ihre Unschuld zu beweisen. Die Kommissarin Charlotte Rothenburg freut sich auf ihren ersten Fall und möchte sich gegen erfahrene Kollegen behauptet. Durch diese beiden Perspektiven bekomme ich als Leser einen sehr weiblichen Einblick auf die Geschehnisse. Durch den Wechsel der Erzähler wird der Spannungsbogen bis zum Ende gehalten. Nach und nach erschließt sich mir als Leser der ganze Umfang des Todesfalls im Fitness Center.

Für mich war es eine spannende Geschichte. Es hat mir gezeigt, dass Yoga nicht nur Esoterik ist, sondern da durchaus mehr hinter steckt. Mit der Protagonistin konnte ich mich sehr gut identifizieren. Ich finde es immer wieder spannend zu sehen, wie typisch einige Reaktionen und Wesenszüge einer bestimmten Haarfarbe zugeordnet werden können. Dabei ist mir ein Satz im Buch direkt ins Auge gefallen. Vermutlich aber auch nur mir, weil ich den so hundertprozentig unterstreichen kann.

„Seit einigen Jahren hatte sie sich damit abgefunden, dass sie nun einmal rotes Haar hatte, auch wenn es deshalb in ihrer Kindheit häufig zu hässlichen Beleidigungen gekommen war, hatte sie geglaubt, inzwischen aus der Lebensphase herausgewachsen zu sein, in der man nach seiner Haarfarbe beurteilt wird.“

Ich bin gespannt, welche rothaarigen Charakterzüge im nächsten Fall für Emi Moorkamp zum Tageslicht kommen. Der Untertitel: Moorkamps erster Fall lässt schon mal auf einen weiteren hoffe.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Es ist ein Kriminalroman, der mit wenig Blut auskommt, dafür tiefer in die Zwischenmenschlichen Beziehungen geht.

Vielen dank an Erin J. Steen für das Rezensionsexemplar.

Details zum Buch

Klappentext: Unter Verdacht von Erin J. SteenFormat: Kindle Edition, Taschenbuch
198 Seiten (Printausgabe)
erscheint am: 07.05.2018

Anzeige: Regionalkrimis aus Norddeutschland

Wenn du mich vor ein paar Jahren gefragt hättest: Woher meine favorisierten Kriminalromane kommen? Wäre meine Antwort ganz klar Skandinavien gewesen. Am liebsten habe ich Krimis aus Island und Schweden verschlungen. Den deutschen Romanen konnte ich nichts abgewinnen. Auf den Tischen in den Buchhandlungen fielen mir einfach nur die ausländischen Krimis ins Auge.

Doch seit der Krimi- und Thriller Woche 2016 hat sich das geändert. Ich habe gemerkt, dass wir auch in Deutschland gute Krimiautoren haben. Kürzlich bin ich auf einen sehr interessanten Artikel gestoßen. Die Überschrift lautet: Hier spielen die beliebtesten Regionalkrimis. Schweden und Island habe ich da vergeblich gesucht. Dementsprechend scheint der Hype auf die Skandinavischen Krimis vorbei zu sein, oder aber die Hörbücher dazu haben nicht den passenden Sprecher gefunden. Doch auch mein geliebtes Norddeutschland ist im Ranking weit abgeschlagen. Dabei bietet der Westerhever Leuchtturm, oben im Foto hinter mir, einen sehr schönen Schauplatz für Mord und Intrigen hinterm Deich. Die Gewinnerregion ist Niederbayern, dem Landstrich kann ich so gar nichts abgewinnen. Ich habe bewusst aus der Region noch keinen Kriminalroman gelesen. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Allerdings bevorzuge ich Bücher aus Schleswig- Holstein. Seit dem ich nicht mehr im schönsten Bundesland Deutschlands lebe, müssen hin und wieder Heimatgefühle beim Lesen befriedigt werden.

Darum sind mir drei Autoren in letzter Zeit besonders ans Herz gewachsen.

Das Buch Stefanie Ross hat mich mit ihrem Krimi „Das Schweigen von Brodersby“ an die Schlei entführt. Beim Lesen konnte ich den Ort förmlich vor mir sehen. Bewusst bin ich in Brodersby noch nicht gewesen, aber an der Schlei habe ich schon viele Spaziergänge unternommen. Inzwischen muss ich bei der Schlei immer an den verstorbenen Partner meiner Tante denken. Bei seiner Beerdigung gab sein Bruder ein paar Anekdoten aus der Jugend zum besten. So hatte er als Entschuldigung, dass er zu spät zum Unterricht erschienen war, angeführt: er hätte den Weg über die Schlei beim besten Willen nicht gefunden. Bei dem Gedanken muss ich schmunzeln.

Cover: Küstenfluch von Hendrik BergHendrik Berg kommt zwar nicht von der Halbinsel Eiderstedt, aber er lässt seinen Kommissar Theo Krumme in meiner Heimat ermitteln. Der Kriminalroman „Küstenfluch“ hat es mir besonders angetan. Der Kommissar hält sich sogar in meinem Geburtstort Tetenbüll auf. Beim Lesen bin ich förmlich zusammen mit Theo Krumme über Eiderstedt gefahren und habe im Theatrium mit ihm zusammen Kaffee getrunken. An der Beschreibung der Orte merkt man, dass Hendrik Berg sich in der Region auskennt und gerne dort seine Zeit verbringt. Sein aktuelles Buch „Schwarzes Watt“ liegt schon auf meinem Nachttisch und wartet auf etwas Lesezeit.

Ostseerache von Eva Almstädt

Eva Almstädt lässt ihre Kommissarin Pia Korittki rund um Lübeck an der Ostsee ermitteln. Ich habe bisher den 11. Fall „Ostseetod“ und den 13. Fall „Ostseerache“ gelesen. In der Ostseeregion von Schleswig- Holstein kenne ich mich nur bedingt aus. Aber trotzdem werden hier Heimatgefühle geweckt. Alleine das Meer reicht aus, um mich zum Träumen zu bringen. Mit der Region rund um Lübeck verbinde ich einen Fahrradurlaub mit einer Freundin. Wir haben uns eine Woche von Jugendherberge zu Jugendherberge gestrampelt. Und dabei bestimmt den einen oder anderen Ort gesehen, an dem Pia Korittki ermittelt.

Wie du siehst, ist für mich ganz klar Norddeutschland der beste Schauplatz für Kriminalromane. Liebst du auch Regionalromane? Welcher Krimi ist dein Favorit und warum gefällt dir die Region besonders gut?

Ich bin gespannt auf deine Antwort, vielleicht ist ja der ein oder andere Lesetipp für mich dabei und lässt mich mal über den Tellerrand schauen.

Books on Monday – Janis Otsiemi

Libreville von Janis Otsiemi
Libreville von Janis Otsiemi

Libreville von Janis Otsiemi

Kriminalroman
Taschenbuch (auch als Ebook erhältlich)
224 Seiten
erschienen im März 2017
Polar Verlag
ISBN 978-3-945133-43-9
Hier für 14,00 € kaufen

Meine Meinung

Das Cover ist sehr hell gehalten. Es sind fünf Menschen von hinten gezeichnet, die alle irgendwohin gehen bzw. rennen. Sie scheinen auf etwas zu zu laufen. Ins Auge sticht besonders der Läufer mit der roten Hose. Einen Zusammenhang zwischen Cover und Buch kann ich nur schwer herstellen. Jedoch gefällt mir diese minimalistische Gestaltung ganz gut.

Der Kriminalroman spielt in Gabun, ein Land in Afrika. Wenn du dich genauso fragst wie ich wo überhaupt Gabun liegt kann ich dir geografisch etwas weiterhelfen. Gabun ist ein kleiner Staat an der Südatlantikküste von Afrika. Es liegt unterhalb von Nigeria zwischen  Kamerun und Kongo. Libreville ist die Hauptstadt von Gabun und genau dort ist der Schauplatz des Verbrechens.

Am Strand von Libreville wird der Journalist Roger Missang tot aufgefunden. Der Tote war bekannt für seine kritischen Untersuchungen zu Wirtschaftsbeziehungen und Korruption im Land. Seine Kollegen vermuten hinter dem Mord eine politische Tat. Die Gendarmen Louis Boukinda und Hervé Envame ermitteln in dem Mordfall. Ungebetene Hilfe bekommen sie von den Kriminalpolizisten Pierre Koumba und Jaques Owoula. Dabei stehen ihnen nur begrenzte mittel zur Auswahl, die moderne Forensik und DNA-Analyse steht ihnen noch nicht zur Verfügung. Auch Computer sind in den Behörden noch Mangelware. Ihre Zeugenaussagen dürfen sie noch auf einer Schreibmaschine tippen.

Wenn man bedenkt, dass der Roman zu beginn des 21. Jahrhunderts spielt kann ich mir das kaum vorstellen. Für die Halter-Ermittlung eines Autos brauchen sie noch Tage, denn es gibt keine Zentrale Datei der Zulassungen, sondern noch ein ganz herkömmliches Archiv in Papierform.

Ich fand den Roman sehr spannend. Die Aufmachung fand ich sehr außergewöhnlich und habe ich bisher so noch nie gesehen. Jeder Abschnitt startet mit der Angabe der Titelseite der Zeitung und den passenden Schlagzeilen des Tages. Der Tag selbst ist dann in einzelne Kapitel unterteilt. So starte ich im Prinzip jeden Morgen mit den Polizisten und Gendarmen in dem ich wie sie die Titelseite der Zeitung lese und verfolge dann ihre Arbeit. Die örtlichen Gegebenheiten beschreibt Janis Otsiemi sehr anschaulich. Auch wenn ich noch nie in Gabun war habe ich jetzt doch eine grobe Vorstellung von Libreville.

Für mich war es ein sehr interessanter Roman, da mich nicht nur die Geschichte an sich gefesselt und bewegt hat, sondern auch der Schauplatz des Romans.

Vielen Dank an  und den Polar Verlag für das Rezensionsexemplar.

Durch meine Buchblogger Tätigkeit habe ich inzwischen schon so viele faszinierende Bücher aus aller Welt gelesen, die ich bei einem Besuch in der Buchhandlung vermutlich nicht mal angeschaut hätte. Ich bin gespannt was mir noch so alles in die Finger kommt. Ich werde dir auf jeden Fall weiterhin berichten und freue mich über deinen Kommentar, wenn dir ein Buch gefällt oder wenn du auch ganz anderer Meinung bist als ich.

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