Leonie Haubrich – Je schwärzer die Nacht

Während der Krimi- und Thriller Woche auf Facebook habe ich viele interessante Menschen kennengelernt, viele Blogger, einige Autoren und auch ein paar Verlage. In der Woche wuchs meine Bücherwunschliste ins unermessliche. Wie du hier sehen kannst, habe ich schon ein paar als Rezensionsexemplare erhalten.

Von Leonie Haubrich durfte ich „Je schwärzer die Nacht“ vorab lesen. Seit dem 12.07.16 ist es im Handel erhältlich.

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In den Vorbereitungen zu meinem heutigen Beitrag herrschte ein reger Emailverkehr mit der Autorin Heike Fröhling. Wie ich bei der Live- Lesung während der Krimiwoche schon feststellen durfte ist sie eine sehr sympathische Autorin. Und so freue ich mich heute sie hier vorstellen zu dürfen.

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Heike Fröhling

1. Liebe Heike, du schreibst deine Thriller unter dem Pseudonym Leonie Haubrich. Magst du dich kurz vorstellen und erklären, warum du unter einem Pseudonym schreibst?
Geschrieben und mir Geschichten ausgedacht habe ich schon, seit ich ich denken kann, 1999 war dann meine erste Veröffentlichung in einem Kleinverlag, im Jahr, als ich mein Studium abgeschlossen hatte (Germanistik, Musikwissenschaft, Schulmusik). Ich habe viel für Zeitungen und Zeitschriften geschrieben, viel probiert, mit kleineren und größeren Verlagen zusammengearbeitet. Aber erst durch das E-Book und die Chance, dort auch immer wieder neu zu experimentieren habe ich den perfekten Weg für mich gefunden.
Unter meinem richtigen Namen Heike Fröhling sind viele Texte erschienen, die sich rund um die Liebe drehen. Beim Name „Fröhling“ denkt man an „Frühling“ oder „fröhlich“, das ist nicht ideal für einen düsteren Roman wie einen Thriller. Und oft sind Thrillerleser auch keine Liebesromanleser, so habe ich das Pseudonym Leonie Haubrich gewählt.
 2. Ich blogge jetzt seit September 2013 auf Kerstins Kartenwerkstatt. Anfänglich habe ich auf dem Blog nur meine Kreativen Werke gezeigt und dementsprechend den Namen gewählt. Doch inzwischen schreibe ich fast mehr über die Bücher, die ich lese. Dein Blog heißt „Auf-lose-Blätter“ wie bist du auf diesen Titel gekommen?
Sehr vieles ändert sich im Leben, aber einen ganz alten Text, der mehr als 15 Jahre alt ist, den mag ich noch immer. Gedichte habe ich viele geschrieben, aber nie veröffentlicht. Sie waren auch nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Eins davon hat dem Blog den Namen gegeben:

Schreiben

Auf lose Blätter
streue ich Einfälle,
reihe Augenblicke aneinander,
spiele mit ihnen,

lasse sie wachsen
oder weiterfliegen
spüre ihnen nach,
was sie an mir verändern,

ordne,
umordne,
ordne …
verdichtete Wirklichkeit

(Okay, statt Blätter habe ich jetzt meist den Computer, aber das Schreiben ist noch immer dasselbe.)
 3. Schon während meiner Schulzeit habe ich kleine Gedichte geschrieben. Inzwischen beschränkt sich mein Schreiben nur noch auf meinen Blog. Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Bei mir waren diese Gedankenspiele immer da. „Was wäre, wenn …“
– Wenn ich eine Schwester hätte.
– Wenn ich reich wäre.
– Wenn wir in ein altes Haus ziehen und es WIRKLICH Gespenster gäbe
Das waren eher die Gedankengänge in der Grundschule. Daran hat sich nicht viel geändert. Ich beobachte und erlebe etwas, lese etwas in der Zeitung … und nach und nach beginnt sich daraus eine Geschichte zu entwickeln. So ist das Schreiben eher zu mir gekommen als umgedreht.
4. Du sprichst davon, dass das E-Book für dich eine neue Chance war. Hat es etwas damit zu tun, dass es einfacher und auch vielleicht preiswerter ist ein E-Book auf den Markt zu bringen im Vergleich zum Taschenbuch?

Das E-Book ist für mich die Möglichkeit gewesen, direkt mit den Lesern in Verbindung zu treten und das zu publizieren, was mein ganz Eigenes ist. Davor stand meine Vorstellung teils im Gegensatz zu der Programmplanung der Verlage, meine Bücher waren zu wenig Genrekonform. Experimente sind schwer unterzubringen, auch wenn man selbst und die Lektoren davon überzeugt sind. Auch wenn ich mit meinem ersten selbst publizierten Thriller wieder bei einem Verlag gelandet bin (Amazon Publishing), hat das nur funktioniert, weil die Leser es waren, die das Buch gekauft haben, es rezensiert, besprochen und weiterempfohlen.

 5. Wenn du dir aussuchen könntest deine Bücher selbstzuverlegen oder mit einem großen Verlag, wofür würdest du dich entscheiden?
Das ist eine schwere Entscheidung, die ich nur im Einzelfall beantworten kann und auch tue. Dieses Luxusproblem habe ich inzwischen bei den meisten meiner Bücher. Es hängt von dem Vertrag ab, den Vorauszahlungen, der Nutzung der Nebenrechte und all solchen Dingen. Für mich ist keine der Möglichkeiten im Vorhinein mehr wert als die andere, für mich zählt das Endprodukt. Und das unterscheidet sich zwischen Büchern von Selfpublishern und Verlagsautoren immer weniger. Lektorat, Korrektorat, ein Proficover, das wird auch im Selfpublishing immer mehr der Standard – auch für mich.
 6. Mein Vater sagt immer das „was wäre wenn“ Spiel sollte man nicht spielen. Schließlich kann man seine Vergangenheit nicht ändern. Ich finde es spannend, dass du so Ideen für deine Bücher entwickelst. Magst du vielleicht eine „was wäre wenn“ Situation verraten aus der dein Buch „Je schwärzer die Nacht“ entstanden ist?

Für mich sind die Gedanken nicht mit Wehmut verbunden oder dem Wunsch, die eigene Vergangenheit zu ändern. Ich bin froh mit dem, wie es ist. Doch das Schreiben und solche Gedankenspiele bieten die Möglichkeit, in andere Rollen zu schlüpfen, andere Leben zu probieren und dadurch auch sich selbst besser kennenzulernen. Beim Lesen ist es nicht viel anders, denn auch als Leser fragt man sich: Wie weit würde ich gehen? Wie würde ich handeln in der Situation?

Manche Bücher resultieren aus einer ganz konkreten Situation, bei „Je schwärzer die Nacht“ waren die Ursprungsgedanken eher allgemein: Was, wenn ich wie mein Vater und mein Patenonkel Juristin geworden wäre? Kann man die Menschen, mit denen man zusammenlebt, wirklich einschätzen? Wie lebt man weiter, wenn sich ein Fehler, den man begangen hat, nicht wieder gutmachen lässt?
Ich bin auf jeden Fall nach der Beantwortung der Fragen superglücklich mit meinem Leben 🙂
Eine letzte Frage habe ich noch.
7. Während ich ein Buch lese, versuche ich herauszufinden wie der Titel entstanden sein könnte. Oft finde ich den Wortlaut irgendwo im Text. Bei „Je schwärzer die Nacht“ habe ich immer wieder den Titel mit desto … verlängert. Kannst du mir verraten wie du zu dem Titel gekommen bist, oder nimmt das die Spannung aus dem Buch?
„Je schwärzer die Nacht“ steht für mich für die Ausgangssituation, in der sich Stefanie befindet. Etwas Schlimmeres ist kaum vorstellbar und sich dann aufzuraffen und noch einmal neu zu starten, ist alles andere als leicht. Ob ich das geschafft hätte? Da wäre ich mir nicht sicher. Die Fortführung des Satzes bestimmt dann das Buch: … umso dunkler der Tag, das trifft nicht zu 🙂
Liebe Heike, vielen Dank für das interessante Interview. Ich habe im Gespräch mit dir einiges gelernt. Und freue mich nun dein Buch „Je schwärzer die Nacht“ präsentieren zu dürfen.

Je Schwärzer die Nacht von Leonie Haubrich

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240 Seiten (Taschenbuch Ausgabe)
Edition M Verlag
erschien am 12.07.2016
ISBN-13: 978-1503938380

Inhalt (Quelle: Edition M Verlag)

Eine Forscherin wird tot aufgefunden, daneben ihre drogensüchtige Tochter Pia mit einem Messer in der Hand. Für die Polizei ist es ein klarer Fall, für die Anwältin Stefanie Beck ergeben sich aber bei genauerem Hinsehen viele Fragen. Ihre Mandantin Pia kann sich an nichts erinnern. Ist es Amnesie, Schock, oder eine Lüge? Stefanie beginnt zu recherchieren. Bald entpuppt sich das scheinbare Familiendrama als Albtraum ohnegleichen – mit übermächtigen Gegnern, die vor nichts zurückschrecken. Stefanie bleibt nicht viel Zeit, denn irgendjemand will auch sie zum Schweigen bringen.

Autorin (Quelle: Edition M Verlag)

Mit ihrem Wunsch, Schriftstellerin zu werden, schaffte es Leonie Haubrich immer wieder, sich das Leben selbst schwer zu machen. Warum nicht einfach nach dem abgeschlossenen Germanistikstudium etwas „Vernünftiges“ arbeiten? Doch das Leben ist nicht dafür da, um das zu tun, was alle tun. Man kann die Sterne nicht vom Himmel holen. Aber wenn Leonie Haubrich einmal 80 Jahre alt ist und über das Meer blickt, möchte sie sich sagen können, dass sie es wenigstens versucht hat.

Doch bei einem Versuch ist es nicht geblieben. Jahrelang war Leonie Haubrich als Journalistin für Frauenzeitschriften tätig. Sie veröffentlicht als Selfpublisherin und auch als Verlagsautorin. Mit ihrem Mann, drei Kindern und sechs Katzen lebt sie in Wiesbaden, wenn sie sich nicht wie so häufig zwischen unterwegs, querfeldein und Schreibflow befindet.

Meine Meinung

Das Cover finde ich sehr gelungen. Ganz in schwarz, mit erleuchteten Bäumen vermutlich am Wegesrand. Der Titel ist in weiß, wie die Bäume. Im Kontrast dazu werden die Autorin und das Genre in rot dargestellt. Diese Aufmachung sorgt dafür, dass ich im Buchladen stehen bleibe und mir das Buch in die Hand nehme.

Die Hauptperson der Geschichte, Stefanie ist eine Einzelgängerin. Sie arbeitet in einer Anwaltskanzlei, in der sie kaum Kontakt zu ihren Kollegen pflegt. Während die einzelnen Personen und deren Umgebung sehr detailliert beschrieben werden, bleibt der letzte Fall von Stefanie erst mal etwas im Unklaren. Er hängt wie ein Damoklesschwert über der Anwältin und sorgt dafür, dass alle sie immer wieder skeptisch betrachten. Wo lag ihr Fehler und wo ist der Zusammenhang zu ihrem aktuellen Fall? Dies kann man nur erfahren, wenn man selbst das Buch liest.

Die Kapitel sind in der Sie-Perspektive geschrieben. So erfahre ich als Leser immer alles in Seh- und Hörweite von der Hauptperson. Und kann live mit erleben „je schwärzer die Nacht“ im übertragenen Sinne für Stefanie wird. Drei Kapitel werden aus der Ich-Perspektive geschrieben. Wer sich dahinter verbirgt, weiß etwas, dass ich als Leser nicht weiß. Ich habe lange überlegt, aus wessen Sicht diese drei Kapitel geschrieben sind. Meine Lösung behalte ich für mich.

Mir hat der Thriller sehr schöne Lesestunden bereitet, wenn man das bei einem Thriller überhaupt so nennen darf. Ich liebe Geschichten, in denen ich mit denken darf und bis zum Schluss nicht weiß, wie die Geschichte ausgeht.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

Vielen Dank an Heike Fröhling bzw. Leonie Haubrich für das Rezensionsexemplar. Danke für die liebe Widmung in meinem Ebook.

Möchtest du mehr über das Buch und die Autorin erfahren dann geht hier die Blogtour weiter

Die Links zu den einzelnen Beiträgen werde ich täglich aktualisieren.

Dienstag, 12.7. (Bucherscheinung)
– Meike Ernst (Extra: Buchverlosung, gewinne 3x ein signiertes Buch nach Deiner Wahl von Leonie Haubrich)
– Annette Lunau

Mittwoch, 13.7.
– Kerstin Cornils (Extra: Autoreninterview) du bist hier

Donnerstag, 14.7.
– Doris Schober-Troy (Extra: Leseprobe aus der Mitte des Buches)

Freitag, 15.7.
– Susanne Sanny Keller (Extra: Verlosung zum Buch)
– Mel OftheShell

Samstag, 16.7.
– Jasmin Bräutigamam
– Anne Pöttgen

Sonntag, 17.7.
– Stefanie Steger (Extra: Verlosung einer Nebenrolle im nächsten Thriller)

Montag, 18.7.
– Tanja Mandeltelt (Extra: Interview mit einer Figur im Buch)
– Jessica König

Dienstag, 19.7.
– Nina Wacht mit Christina Rausch (Extra: Gewinnspiel: virtuelle Schnitzeljagd)

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10 Kommentare

  1. Liebe Margareta,
    jeden Tag aktualisiere ich die Links zu den einzelnen Blogtour Beiträgen. Da gibt es heute zum Beispiel ein kleines Gewinnspiel bei Jasmin.
    LG Kerstin

  2. Danke, dass höre ich gerne.

  3. Margareta Gebhardt

    Hallo ,

    vielen Dank für den tollen und interessanten Beitrag .
    Ich bin gespannt wie es weiter geht.

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt ( Stern44 )

  4. Servus, Toller Beitrag. Ich finde das Interview einfach toll. Liebe Grüße Doris

  5. Da gibt es noch einiges zu sehen. Ich aktualisiere nach Möglichkeit jeden Tag die Links damit man dierekt zu den Beiträgen kommt. LG Kerstin

  6. Danke für dein Feedback. Ich fand die Namensfindung für den Blog besonders gut.
    LG Kerstin

  7. Daniela Schiebeck

    Dankeschön für das tolle Interview. Auf das Buch bin ich sehr neugierig und werde die Blogtour gerne weiter verfolgen.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  8. Hallöchen!

    Ich möchte mich einfach für das nette und informative Interview bedanken. Deine Fragen waren sehr gut und so manches hätte ich auch genau so wissen wollen. Aber natürlich auch ein Danke an Leonie Haubrich/ Heike Fröhling, die sich den Fragen gestellt hat. Manches Mal musste ich schmunzeln, so z.B. die Entstehung des Pseudonyms. Ich kenne mehrere Autoren, die mehrere Genres bedienen und jeweils einen anderen Namen wählen. Auch Männer die Liebesromane schreiben, arbeiten oftmals unter einem femininen Namen. Warum nicht, wenn es sich dann auch besser verkauft, 😉

    Auch ein Danke, für die Beteiligung an der Blogtour für uns Leser.
    Liebe Grüße, Silvia B. aus B.

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