Rezension: Rosies wunderbarer Blumenladen von Ali McNamara

Rosies wunderbarer Blumenladen

von Ali McNamara

Rosies wunderbarer Blumenladen von Ali McNamara

Meine Meinung

Das Cover passt perfekt zu meinem Leseort. Ich sitze auf einem Balkon auf der Aida Prima und schaue auf die weißen Schaumkronen des Roten Meeres. Auf dem Cover sieht man eine kleine Ecke eines Holzhauses mit Sprossenfenstern und ganz vielen Blumen. Das Haus scheint direkt am Meer zu sein, denn über einen Holzweg kommt man zu den Felsen, die das Ufer des Meeres bilden. Für mich ein wundervolles Cover, deshalb musste ich direkt zugreifen. 

Die Kapitel sind nach Blumen benannt. Ich finde es sehr passend zum Thema. Schließlich dreht sich alles um Blumen. Es kommt auf die Magie und die heilende Wirkung der blühenden Pflanzen an. 

Die Protagonisten Poppy fungiert als Ich- Erzähler. So bin ich nah an ihr und ihren Gefühlen dran. Bekomme aber die anderen Personen nur durch ihre Augen mit. Poppy Carmichael ist das schwarze Schaf der Familie. Nach dem Tod ihrer Großmutter Rosi erbt sie deren Blumenladen in St. Felix in Cornwall. 

Wie in Großbritannien üblich wird auch im Roman viel Tee getrunken. Laut Poppy muss der Tee: handwerkerstark sein. Ich musste beim Lesen etwas schmunzeln. Wie schmeckt wohl handwerkerstarker Tee? Ich trinke da lieber „weichen“ Tee. Ich mag es nicht, wenn schwarzer Tee zu lange gezogen hat. Zwei bis drei Minuten ziehen reicht für mich vollkommen aus. Ich finde danach schmeckt schwarzer Tee bitter. Aber wir wollen hier ja jetzt nicht über Tee sprechen, sondern über das Buch.

Es ist eine schöne Geschichte voller Romantik und Meeresduft. Es wird viel Wert auf die zwischenmenschlichen Beziehungen gelegt. Es ist ein Buch zum Abtauchen und lieb haben. Mein Wunsch mal nach Cornwall zu reisen wurde durch den Roman nur noch verstärkt. Mal sehen mit welchem Schiff ich wohl mal in die Nähe komme.

Inhalt

„Als Poppy den Blumenladen ihrer Großmutter Rosie im malerischen Küstenstädtchen St. Felix in Cornwall erbt, ist sie alles andere als begeistert. Im Gegensatz zum Rest ihrer Floristen-Familie möchte Poppy weder mit Blumen noch mit St. Felix etwas zu tun haben – denn mit beidem verbindet sie traurige Erinnerungen. Doch den letzten Wunsch ihrer geliebten Großmutter zu ignorieren, bringt sie einfach nicht übers Herz. Und als die Renovierung des alten Ladens ihr unverhofft nicht nur gute Freunde, sondern auch eine neue Liebe beschert, fragt Poppy sich, ob Rosies wunderbarer Blumenladen tatsächlich die Kraft besitzt, Wunden zu heilen.“ (Quelle: Random House)

Rosies wunderbarer Blumenladen von Ali McNamara

Rosies wunderbarer Blumenladen

von Ali McNamara

Liebesroman
Seiten: 512
Formate: Taschenbuch, Ebook
ISBN: 978-3-442-48621-2
Verlag: Goldmann
erschienen am: 20.08.2018

Rezensionsexemplar
erhältlich bei Amazon*
*Affiliate Link – Ich erhalte eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich unverändert.

Rezension: Das Leben ist (k)eine Kunst von Wladimir Kaminer

Das Leben ist (k)eine Kunst

Geschichten von Künstlerpech und Lebenskünstlern

von Wladimir Kaminer

Cover: Das Leben ist (k)eine Kunst von Wladimir Kaminer
Das Leben ist keine Kunst von Wladimir Kaminer

Inhalt

„Lebenskünstler stürzen sich mit Herz, Fantasie und oft einem Schuss Versponnenheit ins Dasein. Sobald sie mit dem Leben zusammenprallen, entsteht eine Geschichte. Etwa die von der Toilettenfrau in der ostdeutschen Provinz, die mit einem berühmten Rapper aneinandergerät. Oder die Geschichte von dem Verfasser einfühlsamer Absageschreiben in einem kleinen Verlag. Oder von der Berliner Theatertruppe, die in Omsk für Heiterkeit sorgt, weil sie die russische Übersetzung ihres Stückes auswendig gelernt hat – einschließlich des Sprachfehlers der Tonbandstimme. In seinem hinreißend komischen Buch erzählt Wladimir Kaminer von Menschen, die mit Talent an ihre Arbeit gehen, aber deren wahres Genie in ihrem Umgang mit dem Leben liegt – egal ob sie dabei triumphieren oder grandios scheitern.“ (Quelle: Random House)

Meine Meinung

Das Cover passt für mich zum Titel. Wladimir Kaminer selbst steht auf einer Leiter und hält eine weiße Leinwand mit dem Titel drauf fest. Die Leinwand hängt bzw. soll vermutlich hängen an einer gelben Wand. Der untere Rand der Wand hat eine grüne Holzeinfassung. In rot sticht das „(k)“ deutlich vom Titel hervor. Insgesamt ein stimmiges Bild.

Ich durfte Wladimir Kaminer im letzten November irgendwo in der Karibik zweimal live auf der Bühne erleben. Er laß unter anderem aus „Mein Leben im Schrebergarten“ und „Einige Dinge, die ich über meine Frau weiß“. Doch immer wieder schweifte er beim Vortragen ab und erzählte kleine Anekdoten und ganz spannende Episoden aus seinem zukünftigen Roman über Kreuzfahrer.

Nach dem Urlaub machte ich mich auf die Suche nach einem Buch von Wladimir. Irgendwie war ich damals dem Hype zu „Russendisko“ nicht erlegen und so hatte ich zwar viel von dem Autor schon gehört, aber noch keinen Roman gelesen. Im Bloggerportal stieß ich dann auf das heutige Buch. Und im Prinzip verkörpert dieses kleine Buch vieles, was eine Lesung von Wladimir ausmacht.

In dem Buch findest du zahlreiche Anekdoten und Geschichten. Zum Teil sehr persönlich aus der Sicht des Autors erzählt oder auch von Weggefährten. Manche Geschichte entstammt vermutlich auch der großen Fantasie des Autors.

Ich fand das Buch sehr unterhaltsam und musste immer wieder schmunzeln. Beim Lesen hatte ich immer wieder Kaminer in echt vor meinen Augen, wie er diese Geschichte zum Besten geben würde. So kam ich beim Lesen nicht gerade schnell voran, weil ich immer wieder in Erinnerungen und Gedanken abdriftete.

Die vorletzte Geschichte im Buch heißt: „Zehn Bücher, die mein Leben ruiniert haben“. Als ich das laß habe ich kurz überlegt, ob mir zehn Bücher einfallen.

  1. Das Muschelessen von Birgit Vanderbeke, ein Buch, dass ich gerne nicht gelesen hätte. Wobei ich für die Deutschklausur 12 Punkte bekommen habe. Die Aufgabe lautete: Im Stil von Vanderbeke ein anderes Ende zu schreiben. Also habe ich einen ganz ganz langen Schachtelsatz geschrieben, der fast meine ganze Arbeit ausgemacht hat.
  2. Der Zauberer von Oz von Lymann Frank Baum. Meine Mutter hat mir und meinem Bruder dieses Buch vorgelesen. Ich weiß nicht wie alt ich da war, aber wir hatten noch tagelang Angst schlafen zu gehen. Dieses Buch stand Jahre lang unbeendet in meinem Bücherregal. Und irgendwie hatte ich immer Angst davor. Erst mit anfang 20 habe ich das Buch gelesen und habe mich gefragt: Wovor ich wohl solche Angst gehabt habe. Eine Antwort habe ich nicht gefunden.
  3. Du sollst nicht begehren von Batya Gur. Dieses Buch habe ich versucht zu lesen während meiner Ausbildung. Jeweils immer im Zug von Heide nach Neumünster. Ich fand einfach keinen Zugang zum Thema. Ich weiß gar nicht ob ich das Buch noch habe. Ich glaube nach meinem Besuch in Israel würde ich es jetzt mit anderen Augen lesen.
  4. Kleins Grosse Sachen von Daniela Engest. Ein Buch, das ich erst kürzlich gelesen habe. Ich fand einfach keinen Zugang zu dem Buch. Ich konnte mich in den Protagonisten nicht hineinversetzen und wollte ihn am liebsten nur anschreien. In Absprache mit der Autorin habe ich dann das Buch zur Seite gelegt.
  5. Der Todsammler von Noah Fitz. Liegt noch auf meinem Nachttisch. Aus Prinzip werde ich dieses Buch irgendwann zu Ende lesen. Aber auch hier wurde ich beim Lesen immer aggressiver. Das lag zum Einen an der grausamen Formatierung. Da hätte ich beim Lesen schon echt durchdrehen können. Und zum Anderen an dem Inhalt und dem Autor selbst. Ich denke irgendwann im Sommer, wenn das Buch in meinem SUB wieder auftaucht werde ich es beenden und rezensieren.

Mehr Bücher fallen mir beim besten Willen nicht ein. Ich selektiere schon immer sehr gut vor, was ich lesen möchte und was nicht.

Was fallen dir sofort für Bücher ein, wenn du die Überschrift liest „Zehn Bücher, die mein Leben ruiniert haben“

Ich bin gespannt auf deine Bücherauswahl.

Vielen Dank an die Random House GmbH und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar

Details zum Buch

Cover: Das Leben ist (k)eine Kunst von Wladimir Kaminer

Taschenbuch
256 Seiten
Goldmann Verlag
erschienen am 18.09.2017
ISBN: 978-3-442-48641-0
Preis: € 9,99

 

Rezension: Der Duft von Honig und Lavendel von Donatella Rizzati

Cover: Der Duft von Honig und Lavendel von Donatella Rizzati

Klappentext

„Viola Consalvi, eine junge Heilpraktikerin aus Rom, hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen zu helfen. Vor allem durch ihr besonderes Gespür für die Kraft der Kräuter, das sie für jeden die richtige Pflanze finden lässt. Doch als ihr geliebter Mann plötzlich stirbt, bricht Violas Welt zusammen. Sie fühlt sich einsam und unsicher – und sie hat ihr Gespür für die Kräuter verloren. Viola weiß nur einen Ausweg: Sie steigt in den Zug nach Paris. Hier, mitten in Montmartre, befindet sich der einzige Ort, der Viola immer Sicherheit gegeben hat: der kleine Kräuterladen von Gisèle. Als Viola den Laden betritt und seine magische Atmosphäre spürt, weiß sie sofort, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Und dann ist da noch Romain, der nette Barista aus dem Café um die Ecke …“ (Quelle: Random House Verlagsgruppe)

Meine Meinung

Im Hintergrund ist das Cover eine Bretterwand. Daran hängt eine Leine an der Kräuter zum Trockenen geklammert sind. Jedes Bündel ist beschriftet: Rosmarin, Waldmeister, Thymian, Basilikum und Salbei. Den Lavendel habe ich vergebens auf dem Cover gesucht. Auch der Honig taucht hier nicht auf. Aber dennoch passt das Cover perfekt zum Buch. Schließlich geht es um eine Heilpraktikerin.

Viola Consalvi ist die Protagonistin im Roman. Sie hat ein Studium zur Heilpraktikerin in Paris absolviert. Nach ihrer Ausbildung geht sie zurück nach Rom in ihre Heimat. der Kummer über ihren verstorbenen Ehemann und das Schicksal eines Patienten führt sie zurück nach Paris. Bei ihrer Freundin Gisèle findet sie Verständnis und findet zurück ins Leben.

Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonisten in der ersten Person erzählt. So tauche ich direkt mit Viola in den Kräuterladen von Gisèle ein. Ich kann die einzelnen Kräuter schon förmlich vor mir sehen und riechen. Einige genannte Kräuter musste ich auch in meiner Ausbildung kennen und erkennen lernen. In müßiger Fleißarbeit habe ich ein Herbarium über 30 Heilkräuter angelegt. Der Ordner befindet sich auch immer noch in meinem Bücherregal gleich neben den Fotoalben.

Sehr schön finde ich am Ende der Kapitel die kleinen Tee-Rezepte mit Zubereitung und Wirkung, oder auch die Bachblütenmischungen. Da musste ich direkt an meine erste Anstellung in der Apotheke denken. Dort hatten wir einen Kasten mit den einzelnen Bachblüten. Für mich waren es damals böhmische Dörfer. Auch heute finde ich die Schulmedizin sehr viel einfacher zu verstehen, als die alternativen in der Naturheilkunde und Homöopathie. Neben den oben genannten Rezepten gibt es auch viele Ideen und Anregungen für Naturkosmetika.

Ein Zitat aus dem Buch möchte ich mit dir Teilen.

Hunger war schon immer qualvoll für mich – ein überaus unangenehmes Gefühl, das am Anfang noch ganz harmlos daher kommt und sich bestenfalls in Trägheit und einem leichten Schwindelgefühl äußert, jedoch sehr rasch […] zu einer deutlichen Verstimmung führt und sich schließlich […] zu einer blinden Wut steigern kann […]

Beim Lesen musste ich einfach schmunzeln und meinen Mann angrinsen. Der wusste nicht wie ihm geschah und fragt was ich denn gerade lese. Den Titel des Buches fand er gut. Schließlich kann er als Imker mit Honig etwas anfangen und dem Lavendel sind unsere Bienen auch nicht abgeneigt. Ich habe ihm den Satz vorgelesen und er schaute mich nur wissend an. Im Urlaub achtet mein Mann, in seinem eigenen Interesse, ganz genau darauf, dass ich regelmäßig etwas zu essen bekomme. Denn er weiß, wenn ich Hunger habe ist Holland in Not. Dann heißt es ganz schnell Nahrung finden und bis dahin am besten keine Diskussionen führen. Es gibt nichts schlimmeres als Hunger.

Kennst du auch dieses Hungerszenario bei dir selbst oder deinen liebsten?

Ich habe mir dieses Buch ausgesucht, weil ich das Cover und den Titel interessant fand. Momentan lese ich alles was irgendwie den Anschein macht etwas mit Honig oder Imkerei zu tun zu haben. Für mich war es ein wundervolles Lesevergnügen, bei dem mir die Naturheilkunde und die Naturkosmetik wieder bewusst wurde. Aber es ist auch ein Buch zum Lachen und Weinen mit der Protagonisten und ihren Bekanntschaften.

Taschenbuch
496 Seiten
Verlag: Goldmann
erschienen am 17.07.2017
ISBN: 978-3-442-20527-1
Preis: € 15,00

Vielen Dank an den Goldmann Verlag und die Random House Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar

Weitere Romane, die ich wegen Honig und Imkerei gelesen und rezensiert habe

Die Honigtöchter von Cristina Caboni

Die Intelligenz der Bienen von Randolf Menzel und Matthias Eckoldt

Himmelreich und Honigduft von Jo Berger

Die schönsten Pflanzen für Bienen & Hummeln von Ursula Kopp

Die Honigfabrik – Die Wunderwelt der Bienen – Eine Betriebsbesichtigung von Jürgen Tautz und Diedrich Steen (Rezension folgt im Dezember)

 

Books on Monday – Hendrik Berg

Küstenfluch von Hendrik Berg

Cover: Küstenfluch von Hendrik Berg
Die Halbinsel Eiderstedt mit dem Cover von Hendrik Bergs „Küstenfluch“

Kriminalroman
Taschenbuch
320 Seiten
ISBN: 978-3-442-48556-7
€ 9,99
Verlag: Goldmann
Erschienen: 20.03.2017

Meine Rezension

Das Cover hat mich angezogen. Der Haubarg auf einer Warft hat mich direkt an meine Heimat erinnert. Der düstere Himmel und der Schwarm Möwen komplettieren das nordfriesische Bild. Möchtest du wissen, was ein Haubarg ist, liefert dir Wikipedia die passende Erklärung.

Mal wieder ohne Klappentext zu kennen landete das Buch auf meiner Wunschliste. Und wie so oft wurde ich nicht enttäuscht. „Küstenfluch“ ist der dritte Roman um den Kommissar Theo Krumme. Als Berliner Polizist hat es ihn nach Husum verschlagen, der grauen Stadt am Meer.

Ich kenne die ersten beiden Bücher der Reihe nicht. Es gibt zwar den Ein oder Anderen Hinweis auf zuvor gelöste Fälle, doch kann ich ohne weitere Vorkenntnisse der Geschichte folgen. Der Roman ist für sich abgeschlossen und baut nicht auf die vorherigen Bücher „Deichmörder“ und „Lügengrab“ auf.

Theo Krumme ermittelt zusammen mit seiner jungen Kollegin Patrizia Reichel. Während vor der Halbinsel Eiderstedt ein Wrack im Watt auftaucht, ereignen sich auf dem Land mysteriöse Todesfälle. Bauer Jessen wird in der Scheune tot aufgefunden. Die betroffene Familie verhält sich typisch norddeutsch und ist wortkarg. Nur mit Mühe kommt das Ermittlerteam dem Grund auf die Spur.

Der Roman ist leicht zu lesen und hat mich an Orte meiner Kindheit zurück gebracht. Das Schiffswrack erinnert mich an eine Erzählung von meinem Vater. Er war mal wieder mit dem Fahrrad am Deich unterwegs, von Tetenbüll Richtung Westerhever Leuchtturm (Die Orte spielen im Roman auch eine Bedeutung). Die Nordsee hatte im Watt ein paar Holzpfähle freigelegt, von der Anordnung her ließen sie auf einen Schiffsrumpf deuten. Nach ein paar Tagen waren sie aber wieder spurlos verschwunden. Das Wattenmeer vor der nordfriesischen Küste hat schon etwas mystisches an sich.

Kerstin vorm Westerhever Leuchtturm
Hinter mir das Wahrzeichen der Halbinsel Eiderstedt: Der Leuchtturm Westerhever

Ich möchte dich jetzt noch kurz an einen Ort im Buch mitnehmen, auf eine Fahrt von Krumme.

Kurz darauf hatte er Tetenbüll erreicht, ein malerisches Dörfchen, das eigentlich nur aus einer alten Kirche und ein paar schiefen Häusern und Bauernhöfen bestand.

Damit ist mein Geburtsort ziemlich gut beschrieben. Krumme war in Tetenbüll im „Café im Theatrium“ verabredet. Früher war es mal ein typisches Wirtschaft mit Saalbetrieb. Heute kann man dort auf gemütlichen Sofas und Sesseln Kaffee und Kuchen genießen. Krumme genießt es nicht wirklich, aber sein Gesprächspartner. Wenn es dich also auf die Halbinsel verschlägt, dann kehre dort mal ein.

Von mir bekommt das Buch eine ganz klare Leseempfehlung. Die örtlichen Gegebenheiten finde ich sehr gut recherchiert und die Charaktere sind dem Autor gelungen. Sogar ein kleiner Hinweis auf eine langjährige Fehde ist zu finden. Das zeigt mir, der Autor hat sich mit echten Eiderstedtern unterhalten. Ich sag nur Dithmarscher und Eiderstedter.

Vielen Dank an die Random House Gruppe für das Rezensionsexemplar.

Da hätte ich doch fast meine liebste Textstelle aus dem Buch vergessen.

Die Bushaltestelle bestand nur aus einem verbogenen Schild mit Fahrplan. Der Bus kam hier nur vier mal am Tag vorbei.

Da musste ich unweigerlich an die kleine Bushaltestelle auf dem Grundstück meiner Eltern denken. Wir hatten zwar auch eine kleine Hütte, aber der Bus fuhr kaum häufiger. Man konnte morgens um kurz nach sechs nach Husum fahren und gegen 13 uns 16 Uhr konnte man wieder nach Hause fahren. Mehr war nicht drin.

Books on Monday – Penny Parkes

Liebe auf Rezept von Penny Parkes
Liebe auf Rezept von Penny Parkes

Liebe auf Rezept von Penny Parkes

Taschenbuch
544 Seiten
ISBN: 978-3-442-48411-9
€ 9,99
Verlag: Goldmann
Erschienen: 17.04.2017

Meine Meinung

Das Cover versprüht einen ländlichen Charme. Auf dem Bild steht ein Klappstuhl auf dem Rasen, er ist mit einem Kübel Blumen dekoriert. Am Stuhl ist eine altertümliche Arzttasche abgestellt. Es ist ein sehr harmonisches Bild.

Holly wagt einen Neustart. Nachdem ihr Mann nach einem Seitensprung von der Universität suspendiert wurde, zieht sie mit ihm und ihren gemeinsamen Zwillingen nach Larkford. Dort fängt sie als Allgemeinärztin im Ärztehaus an, um den Lebensunterhalt der vierköpfigen Familie zu verdienen. Milo ist mit der Situation unzufrieden und fordert von Holly, dass sie sich mehr Zeit für ihn und den Haushalt nimmt. Er hat dafür schließlich keine Zeit, da er an einer neuen Veröffentlichung schreibt.

Anfangs lerne ich Holly als eine unsichere Frau kennen, die es allen recht machen möchte. Doch mit dem Kontakt zu Kollegen und Dorfbewohnern steigt ihr Selbstbewusstsein.

Die einzelnen Charaktere werden sehr schön dargestellt. Mir gefallen besonders zwei Kollegen von Holly sehr gut. Julia und Dan führen beide im gewissen Sinne ein Doppelleben. Ich lerne Julia als taffe Frau kennen, doch ich darf auch kurz hinter die Fassade schauen. Auch bei Dan tauche ich ein in seine Psyche, um ihn besser verstehen zu können.

Die Erzählperspektive  wechselt immer wieder. Ich bin fast versucht zu sagen es ist ein Allwissender Erzähler, doch da ich als Leser bei ein paar Personen das Gefühl habe im Unwissen zu sein, bleibt es bei dem Versuch.

Ich weiß nicht warum, aber anfangs dachte ich, der Roman spielt in Amerika. Erst als jemand mit Pfund bezahlte ging mir ein Licht auch. Ich sollte doch einfach mal etwas über den Autor und den Klappentext lesen, bevor ich das Buch verschlinge, dann hätte ich von Anfang an gewusst in welchem Land ich mich befinde.

Ich freue mich schon auf das nächste Buch aus der Reihe um Holly.

Vielen Dank an den Goldmann Verlag und die Random House Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar.