Kerstin fragt … Mira antwortet

Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten

heute mit Mira Frey

Heidi Troi Bidl von Benedikt Troi

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Ich bin Mira Frey – allerdings erst seit Kurzem. Vor etwa zwei Monaten hat das große A nämlich beschlossen, dass Heidi Troi eine Krimiautorin ist. Also habe ich Mira Frey erfunden. Die darf jetzt Wohlfühlromane schreiben. Mira Frey lebt in Südtirol, in ihren Geschichten auch ganz gern anderswo, aber eben auch gern in Südtirol. Einfach, weil es hier unheimlich schön ist – und das zu jeder Jahreszeit. Wenn sie nicht schreibt, macht sie mit Kindern und Jugendlichen Theater und steht auch hin und wieder selbst auf der Bühne. Einfach aus Spaß an der Freude. Außerdem hat sie einen Mann, drei erwachsene Kinder und zwei Enkelinnen.

Mira Frey Logo

Auf welchen Plattformen bist du unterwegs, und welche Rolle spielen sie für dich?

Am aktivsten bin ich auf Instagram, danach wahrscheinlich auf Facebook. Bei allen anderen Plattformen tauche ich kurz mal auf, dann verschwinde ich wieder. Ich bin nicht auf der Jagd nach Followern, sondern freue mich, dass es einen Ort gibt, wo ich mich mit meinen Leser:innen und anderen Autor:innen austauschen kann. Aus dem Grund kann ich auch nicht nachvollziehen, wenn die Experten davor warnen, Autorinnen zu folgen. Ich bin Autorin, aber ich bin auch Leserin. Gut, dass ich auf den sozialen Netzwerken tollen Lesestoff vorgeschlagen bekomme.

Beschreibe dich und dein Tun in 5 Worten.

Schreiben. Ping. Oh! Wo? Ah. Schreiben.

Welches Genre schreibst/liest/sprichst du am liebsten – und warum genau dieses?

Ich weiß nicht. Langsam habe ich das Gefühl, mich bei Romance am wohlsten zu fühlen, aber mir klingt immer noch der Satz einer Buchfreundin nach, die gesagt hat, Romance wäre nicht so meinst. Ich schreibe einfach gern in verschiedenen Genres. Genau wie ich nicht in nur einem Genre lese.

Wenn dein Leben ein Buchtitel wäre, wie würde er lauten – und warum?

Sie kam, sah und siegte – und dann machte sie auch wieder was anderes

Welches Buch hat dich zuletzt so richtig zum Lachen gebracht?

Saskia Louis schafft das immer wieder.

Mit welcher Buchfigur würdest du gerne einen Tag verbringen, und was würdet ihr zusammen unternehmen?

Mit Miss Marple und natürlich würden wir einen Fall lösen.

Gibt es ein Buch, das dich so sehr gefesselt hat, dass du komplett die Zeit vergessen hast?

Das war ein Buch von Mankell. Die fünfte Frau. Irgendwann war es fünf Uhr morgens und ich wusste nicht, wie das passiert war.

Was wolltest du schon immer mal verraten, hattest aber noch nie die Gelegenheit dazu? Hier ist deine Bühne?

Glaubt es oder glaubt es nicht: In Wirklichkeit bin ich ein schüchterner Mensch.

Mira Frey im winterlichen Rahmen mit Tannenbäumen

Was bedeutet Weihnachten für dich ganz persönlich – und wie spiegelt sich das in euren Büchern wider?

Weihnachten ist mehr die Idee von Familienzeit, gemütlicher Kuscheligkeit und sich Zeit nehmen für seine Lieben, obwohl es leider immer ins Gegenteil ausartet (Auch bei mir). Eigentlich ist es nicht einmal das Fest selbst, sondern die Zeit davor, die Vorbereitung, die mich immer verzaubert. Die Weihnachtsmärkte, wenn der erste Schnee fällt, das Basteln oder Backen für die Lieben, sogar die kitschigen Hallmarkfilme gehören irgendwie dazu. Und ich denke, das spiegelt sich alles in meinen Büchern wider. Ein bisschen Kitsch, ein bisschen Wohlfühlen und dann eben auch ein bisschen ernstere Themen, die leider auch vor der Weihnachtszeit nicht haltmachen.

Hast du eine besondere Kindheitserinnerung an Weihnachtsmärkte oder die Adventszeit, die dich inspiriert hat?

Als Kind sind wir am 8. Dezember immer zum Christkindlmarkt nach München gefahren. Da habe ich dann fünf Mark bekommen und durfte sie ausgeben. Wir durften allein herumstreuen, während meine Eltern die Weihnachtseinkäufe gemacht haben. Und es war immer wunderschön. Die Gerüche, die Klänge … Die fünf Mark habe ich übrigens nie ausgegeben. Meistens haben meine Eltern auf dem Nachhauseweg noch in einem Supermarkt angehalten und da sind die fünf Mark dann für Gummibärchen draufgegangen.

Wenn du selbst einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt hättest – was würdest du dort verkaufen?

Ich würde vermutlich Häkel- und Strichwaren verkaufen wie Gitti. Allerdings müsste mir dann jemand ein paar Monate dafür freischaufeln.

Was darf für dich auf keinem Weihnachtsmarkt fehlen?

Gebrannte Mandeln und ein Nostalgiekarussell. Und Waren, die handgearbeitet sind. Ich mag die Handwerkermärkte viel lieber als die Kommerzmärkte, die überall aus dem Boden schießen – zumindest in Südtirol.

Gab es beim Schreiben der Reihe eine Szene, die dich selbst in richtige Weihnachtsstimmung gebracht hat?

Bei „Für dich strick ich bunte Zeiten“ war es einmal die Szene, wo Gitti und Lena zusammen ins Bett kuscheln und einen Weihnachtsfilm schauen, aber auch das gemeinsame Stricken im Handarbeitsclub „Flotte Maschen“. Bei „Zimtsternküsse verboten“ war es die Szene, wo sie noch in der Bäckerei steht und ihre Mitarbeiterin nach draußen schaut, wo die Schneeflocken durcheinanderwirbeln. Wenn ich nur an Schnee denke, wird mir ganz weihnachtlich zumute.

Der kleine Weihnachtsmarkt in den Bergen Banner

Welche Figur aus euren Büchern würdest du am liebsten an Weihnachten zu dir nach Hause einladen?

Aus meinen eigenen Büchern würde ich am liebsten Gitti mit ihrer Fröhlichkeit einladen. Und sonst? Vielleicht Lena? Wir würden zusammen einen Film schauen und Gittis Spezialschokolade trinken. Wenn es nur drum ginge, einen Kaffee zu trinken, würde ich vielleicht die Strickermutti gern mal kennenlernen, aber bei mir zu Hause muss ich sie nicht haben. Wer weiß, was sie dann wieder im Dorf rumerzählt.

Welches Weihnachtslied läuft bei dir auf Dauerschleife, sobald der Advent beginnt?

Oje, das ist eine ganze Playlist. Zum Selbersingen: Es is scho gleich dumper.

Hast du beim Schreiben schon mal Plätzchen nebenbei gebacken oder Glühwein getrunken – oder wie bringst du dich in Weihnachtsstimmung beim Arbeiten?

Ich bin nicht so für Alkoholisches. Tee – auch Weihnachtsteemischungen – mag ich gern zum Schreiben trinken. Plätzchen backen ist eher gefährlich. Ich versinke so in der Geschichte, dass ich zum Schluss Kohlestückchen essen muss …

Wie kam die Idee auf, dieses Projekt gemeinsam umzusetzen?

Ich denke, wir haben immer mit Sehnsucht auf das Projekt der österreichischen Autorinnen geschaut. Du weißt schon: Lotte Wöss, Sandra Pulletz, Lisa Diletta … So etwas wollten wir auch mal probieren.

Wie habt ihr die Aufteilung der Figuren und Handlungsstränge untereinander organisiert, denn die Bücher spielen ja zeitgleich?

Wir hatten ein wunderschönes Treffen, wo wir bei einem Brunch eine erste Planung hatten. Da hatten wir uns eigentlich nur auf die Tropes geeinigt. Danach hat jede von uns recht schnell eine Art Plot in ein gemeinsames Dokument gestellt und dann ging es ans Schreiben. Wir hatten ein gemeinsames Figurenverzeichnis und auch eine Art Timeline und anfangs war es auch in unserem Chat recht trubelig. Als alle ihre Geschichte geschrieben hatten, haben wir sie gelesen und Anmerkungen gemacht. Tja und den Rest hat dann unsere gemeinsame Lektorin Bianca erledigt.

Gab es Situationen, in denen eure Vorstellungen auseinandergegangen sind – und wie habt ihr das gelöst?

Eigentlich selten. Dadurch dass die Geschichten in sich abgeschlossen sind, gibt es nur geringfügige Überschneidungen – wenn dann zwischen „Eisbrechen für Anfänger“ und „Für dich strick ich bunte Zeiten“, aber Lara Amorelli und ich sind auf einer Wellenlänge und können gut und sachlich über alles diskutieren.

Welche Vorteile (und vielleicht auch Herausforderungen) hat es, wenn vier kreative Köpfe gemeinsam eine Buchreihe schreiben?

Der Vorteil liegt auf der Hand: Wir teilen unsere Leser:innen miteinander. Natürlich hofft jede von uns, durch dieses Projekt auch neue Leser:innen auf sich aufmerksam zu machen. Außerdem hat es einfach Spaß gemacht und ich denke, jede von uns hat viel gelernt. Wir haben unser Know-how in verschiedenen Bereichen und haben uns viel über Dinge ausgetauscht, die auch nichts mit dem Schreiben zu tun hatten. Herausfordernd ist bei so einem Projekt der Informationsfluss. Um wirklich die Personen der anderen einfließen zu lassen, muss ich mich viel austauschen. Und dann ist natürilch auch das Leben eine Herausforderung. Deadlines halten sich nicht immer an das Leben und können schon für Stress sorgen, aber ich finde, wir haben das alles super gehändelt.

Habt ihr bestimmte Tools, Rituale oder feste Treffen (online/offline), die euch beim Abstimmen und gemeinsamen Schreiben geholfen haben?

Unser wichtigstes Tool war wahrscheinlich unser Chat, in dem wir uns ausgetauscht haben. Zusätzlich hatten wir ein Personenverzeichnis auf Notion, auch die Timeline war dort angelegt. Wir hätten gern mehr Treffen gehabt, aber es war tatsächlich unmöglich, uns alle an einen Tisch zu bringen.

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?

Das kleine Berghotel
Ein wirtschaftlich völlig unrentables Hotel, das sehr abgelegen auf einem Berg liegt, ist das Setting der Geschichte. In diesem Band treffen Freddy und Sascha dort aufeinander, beide Köche, beide mit einem Rucksack an Problemen und können einander nicht ausstehen. Na ja, vielleicht finden sie sich gegenseitig heiß. Aber an Hitze verbrennt man sich allzu leicht die Finger …

Zimtsternküsse verboten
Sylvie ist seit ihrer Kindheit verliebt in Simon. Aber er ist der Ex ihrer besten Freundin Marika. Und den Ex der BFF küsst man nicht. Oder doch?

Für dich strick ich bunte Zeiten
André sieht das Leben grau in grau. Dabei ist sein Job ausgerechnet, Südtirol in seinen buntesten Farben zu beschreiben. Eines Tages trifft er auf Gitti – ein Ausbund an Fröhlichkeit und Zuversicht, ein Farbklecks in all dem Grau. Aber ob das reicht, um den Nebel in ihm zu verdrängen?

Woran arbeitest du aktuell? Magst du uns einen kleinen Einblick geben?

Momentan arbeite ich am dritten Band von der Glücksalm. Diesmal geht es um Jo, die in ihren Ferien ein Sommercamp für Kinder ohne Hoffnung – andere sagen ‚schwer erziehbar‘ dazu – anbietet. Sie selbst ist allerdings auch ohne Hoffnung, denn Alex, den sie seit Ewigkeiten liebt, verhält sich ihr gegenüber feindselig und hat eine Frau nach der anderen. Zum Glück ist da Björn, ihr Kollege, der mit ihr das Sommercamp begleitet. Er ist nett. Und nett ist besser als gar nicht. Und manchmal ist der Spatz in der Hand besser als die Taube auf dem Dach. Oder?

Liebe Mira vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Wow, mit soviel Input hätte ich gar nicht gerechnet. Ich liebe übrigens den kleinen Weihnachtsmarkt in den Bergen und kann alle 5 Bücher wärmstens empfehlen.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.


Kerstin fragt … Rainer antwortet

Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten

heute mit Rainer Bartenstein

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Gerne. Mein Name ist Rainer Bartenstein, ich bin 65 Jahre alt, verheiratet, von Beruf Unternehmensberater für Finanzen und Controlling und Hobby-Ökonom.

Auf welchen Plattformen bist du unterwegs, und welche Rolle spielen sie für dich?

Ich bin tatsächlich nur auf LinkedIn unterwegs und habe dort ein Profil passend zu meinem Buch eingerichtet. Dort schreibe ich auch von Zeit zu Zeit Beiträge. Der letzte hat über 45.000 Aufrufe erhalten, was mich sehr gefreut hat.

Beschreibe dich und dein Tun in 5 Worten.

Irrtümer über staatliches Geld bekämpfen

Welches Buch hat dich zuletzt so richtig zum Lachen gebracht?

Bonnie Garmus – Eine Frage der Chemie

Gibt es ein Buch, das dich so sehr gefesselt hat, dass du komplett die Zeit vergessen hast?

Frank Schätzing – Der Schwarm

Mein Lieblingsspruch ist: „Das Leben ist schön.“ Was ist dein persönlicher Leitsatz oder Spruch, der dir an stressigen Tagen hilft?

Glück ist Erfolg durch Anstrengung

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?

Oh ja, sehr gerne. Ich habe mich intensiv mit der Funktionsweise von staatlichem Geld befasst und von namhaften Ökonomen gelernt, dass wir alle eine völlig falsche Vorstellung davon haben. Politiker eingeschlossen. Die letzten 20 Jahre hat sich unser Land kaputt gespart. Und das leider völlig unnötig. Davon handelt mein Buch, oder besser Essay.

Zu sehen ist das Cover vom Ratgeber: Geld ist nicht knapp von Rainer Bartenstein erschienen im Selfpublishing

Bibliografie

Autor: Rainer Bartenstein
Genre: Ratgeber
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 979-8339339762
Erscheinungsdatum: 12. November 2024
Format: Taschenbuch erhältlich bei Amazon*
Seitenzahl: 80

Ein kompakter Überblick über die Modern Monetary Theory

In einer Zeit, in der die Diskussion über Staatsverschuldung und öffentliche Ausgaben allgegenwärtig ist, bietet dieser Essay einen prägnanten und verständlichen Einblick in die Grundsätze der Modern Monetary (oder Money) Theory (MMT). Rainer Bartenstein fasst die zentralen Aussagen und Konzepte dieser Theorie zusammen und zeigt, wie wirtschaftliche Zusammenhänge anders betrachtet werden können.

Wie viele Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Nur eines.

Wenn du das Cover eines deiner Bücher neu gestalten könntest, welches wäre es – und wie würde es aussehen?

Ich habe ja nur eines gestaltet. Und ich würde es wieder so gestalten.

Woran arbeitest du aktuell? Magst du uns einen kleinen Einblick geben?

Ich möchte versuchen, für das Thema so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, dass das Thema „Staatliches Geld ist nicht knapp“ es endlich einmal in unsere Talkshows schafft.

Alle Informationen zum Buch: https://geld-ist-nicht-knapp.de

Zu sehen ist das Buch: Das Geld ist nicht knapp von Rainer Bartenstein

Lieber Rainer, vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt und uns einen Einblick in dein Buch gegeben hast. Das Thema ist topaktuell.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.


Kerstin fragt … Nora antwortet

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heute mit Nora Klingsporn

Foto der Sprecherin Nora Klingsporn

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Moin Moin aus Hamburg. Mein Name ist Nora Klingsporn und ich bin Sprecherin für Hörbücher und Voice-Over. Und wisst ihr was? Ich habe mir mit Kerstin überlegt, ob es nicht ganz cool wäre, wenn ich die Antworten einspreche, statt sie aufzuschreiben. So könnt ihr sie hören, statt nur zu lesen. Ich habe schon einige Hörbücher veröffentlicht, darunter ein Märchenbuch, Fantasybücher, ein Ratgeber und viele weitere folgen noch. Ihr dürft also gespannt sein, ihr werdet noch sehr viel von mir hören.

–> Schaue dir das folgende Video an, um dir das Interview anzuhören!

Logo von Nora Klingsporn

Auf welchen Plattformen bist du unterwegs und welche Rolle spielen sie für dich?

Ich bin auf Facebook und auf Instagram unterwegs. Die Hörbücher, die ich schon eingesprochen habe und auch die, die jetzt noch folgen, da habe ich meine ganzen Autoren auf Facebook kennengelernt. Auf Facebook ist es einfach Kontakte zu knüpfen und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.
Man folgt sich und ich habe das Gefühl, auf Facebook sind einfach unglaublich viele Autoren unterwegs. Instagram ist eine etwas schwierigere Plattform, finde ich. Man kommt nicht ganz so einfach in Kontakt wie auf Facebook, aber auch dort habe ich inzwischen viele nette Autoren kennengelernt und ich bin gespannt, was sich daraus entwickelt und welche tollen Bücher ich zu wunderschönen Hörbüchern einsprechen darf.

Beschreibe dich und dein Tun mit fünf Wörtern.

Fröhlich, ehrgeizig, empathisch, mit einer Prise Sarkasmus und schwarzem Humor. So würde ich mich beschreiben.

Ich bin ein sehr positiver Mensch und ich glaube tatsächlich hauptsächlich an das Gute im Menschen. Ich spreche auch unglaublich gern Bücher mit sensiblen Themen ein. Ich denke, ich kann mich ganz gut in die Charaktere der Bücher hineinversetzen und genau das rüberbringen, was der Autor seinen Lesern eigentlich sagen möchte.

Mein Lieblingsspruch ist: Das Leben ist schön. Was ist dein Leitsatz oder Spruch, der dir an stressigen Tagen hilft?

Ich habe auf jeden Fall einen Lieblingsspruch. Empathie ist die Kunst, mit den Ohren des Anderen zu hören und mit den Augen des Anderen zu sehen. Und ein Spruch, der echt gut zu mir passt: Ich bin nicht sarkastisch, ich bin nur chronisch ehrlich in einer lustigen Verpackung. Und ich habe auch wirklich ein paar lustige Witze auf Lager, aber das würde jetzt hier wirklich den Rahmen springen. 

Mit wem würdest du gerne ein Hörbuch einsprechen und warum wäre diese Zusammenarbeit für dich besonders?

Am liebsten würde ich mal gemeinsam mit einem männlichen Sprecher ein Hörbuch aufnehmen. Vielleicht eine spannende Geschichte oder eine Liebesgeschichte, ein Roman. Ich liebe es, wenn sich zwei Stimmen ergänzen und die Figuren so richtig lebendig werden. Ich glaube, das ist auch für den Hörer total interessant, wenn sie eine männliche und eine weibliche Stimme hören, die in irgendeine Art und Weise eine Beziehung eingehen.

Was war der lustigste oder skurrilste Versprecher während einer Aufnahme?

Tja, was soll ich sagen? Ich habe so einige lustige Versprecher hingelegt. Auf meiner Seite poste ich dann auch meine Outtakes. Ein Versprecher war zum Beispiel die atmende Titte oder aus der traditionellen Hexenparty wurde auch ein kompletter Zungendreher. Immer wenn ich mir die Outtakes erneut anhöre, zaubert mir das ein Lächeln ins Gesicht und ich schmunzel und lache über mich selbst. Ich kann eh total gut über mich selbst lachen. 

Nora Klingsporn im Tonstudio

Was macht dir an deinem Beruf als Hörbuchsprecherin am meisten Spaß? Was macht mir am Sprecherberuf am meisten Spaß?

Was macht mir am Sprecherberuf am meisten Spaß? Tja, im Grunde genommen ist es die Mischung aus Sprechen, Aufnehmen.

Dann lerne ich unglaublich tolle Autoren kennen. Ich lerne insgesamt so viele verschiedene Menschen kennen. Ich vernetze mich.

Ich baue Reichweite auf. Es sind schon so viele tolle Kontakte entstanden, nicht nur zu Autoren, sondern auch zu Sprechern. Und wenn ich einem Autor meine Hörprobe schicke und ich bekomme dann eine super positive und total liebe Rückmeldung, dann freue ich mich natürlich total darüber.

Und daraus entstehen auch meistens wirklich wundervolle Zusammenarbeiten und ganz tolle Hörbücher. Und bei mir hört die Zusammenarbeit nicht nach dem Einsprechen des letzten Satzes auf. Ich kümmere mich auch danach darum, dass die Hörbücher gesehen werden.

Ich mache Werbung auf meinen Social-Media-Kanälen und ich unterstütze somit die Autoren und natürlich auch mich, dass dieses Hörbuch weiter vermarktet wird, gekauft wird, gesehen wird vor allen Dingen. Denn, wie wir alle wissen, wenn niemand weiß, dass es dieses Buch oder Hörbuch gibt, dann kauft es auch niemand.

Liebe Nora vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast und direkt das Format einmal neu gemacht hast. Ich hatte super viel Spaß beim Aufnehmen meiner Fragen im Wald, wo ich in der Regel immer ein Hörbuch mit dabei habe.

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Kerstin fragt … Ana antwortet

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heute mit Ana Marin

Autorin Ana Marin

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Moin, ich bin Ana Marin und mein zweites Zuhause ist die CrossFit Box meines Fitnessstudios. Ich liebe es zu schreiben und in andere Welten abzutauchen, aber ohne den aktiven Ausgleich geht bei mir nichts. Ich bin 31 Jahre alt und freue mich sehr, dass ihr bald meinen ersten Roman lesen könnt.
https://anamarin.de https://www.instagram.com/ana.marin.author/

Mein Lieblingsspruch ist: „Das Leben ist schön.“ Was ist dein persönlicher Leitsatz oder Spruch, der dir an stressigen Tagen hilft?

Nicht wirklich ein Spruch, eher eine Metapher. Es gibt das Glas, welches zur Hälfte gefüllt ist. Für Optimisten ist es halbvoll, für Pessimisten halbleer. Ich betrachte es zu 95% als halbvoll. Sicher gibt es Tage, da sehe ich es als halbleer an, aber das ist okay. Ich weiß, dass es am nächsten Tag meist schon besser ist. Und „Schließt sich eine Tür, öffnet sich eine andere.“ Auch davon bin ich überzeugt, weil nichts ohne einen triftigen Grund passiert.

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?

Illegale Straßenrennen, Fast & Furious Vibes, non-toxic in einem Dark Romance Setting garniert mit einem Greenflag Bookboyfriend? Das findet sich alle in Mafia Mile – Partenza wieder, wo meine Protagonistin sich gegen ein überholtes Rollenbild behaupten muss und dafür die Unterstützung aus einer verfeindeten Mafiafamilie benötigt. Dummerweise ist deren Erbe so gar nicht daran interessiert, entsprechend muss Ludovica kreativ werden und sichert sich ein Rennen gegen ihn.

Jetzt vorbestellen und direkt ab dem 06.09.25 lesen.*

Mafia Mile Partenza von Ana Marin Buch

Woran arbeitest du aktuell? Magst du uns einen kleinen Einblick geben?

Ich wünschte, ich könnte sagen, es wäre nur ein Projekt. Aber das kann ich schlicht nicht. Mafia Mile 2 ist in der Überarbeitung, bevor es ins Lektorat geht. Schreiben tue ich gerade am zweiten Teil von RHxWQ. Der erste erscheint voraussichtlich im Januar. Es ist eine Royal Romance Suspense Trilogie mit dem britischen Königshaus als Setting. Und gerade entsteht die Leserpobe zu dem Projekt namens Firefighter.

Wie gehst du mit Schreibblockaden um, falls sie auftreten?

Wirkliche Blockaden habe ich selten, ich könnte fast immer schreiben. Letztes Jahr hatte ich eine Phase, in der ich sogar überlegt habe, das Schreiben aufzugeben. Es ist ziemlich viel auf einmal zusammengekommen. Was mir geholfen hat: Ich habe mit Freunden darüber gesprochen, habe viel Zuspruch bekommen und nach einigen Wochen Abstand vom Projekt, lief es wieder richtig gut. Heute bin ich froh darüber und liebe es, wie sich Mafia Mile entwickelt hat.

Beschreibe dich und dein Tun in 5 Worten.

kreativ – sportlich – begeisterungsfähig – reisefreudig – leidenschaftlich

Was ist dein wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Jemand hat mal gesagt ein Buch schreiben und veröffentlichen ist ein Marathon und kein Sprint. Ich finde, das trifft es ziemlich gut und bedeutet: Ausdauer, Geduld, Disziplin und Resilenz. Es wird nicht alles auf einmal klappen, du wirst Absagen kriegen und du wirst Fehler machen. Das ist okay. Wichtig ist, aus den Fehlern zu lernen und dran zu bleiben. Denn was zu einem Marathon noch dazugehört: Trainieren, trainieren, trainieren. So ist es auch mit dem Schreiben. Buch 2 wird schon viel leichter gehen, als Buch 1. 

Was wolltest du schon immer mal verraten, hattest aber noch nie die Gelegenheit dazu? Hier ist deine Bühne!

Ich habe ein paar Easter Eggs versteckt. Nicht nur Anspielungen auf Bücher, Serien etc, die ich gern mag, sondern auf mein gesamtes Universum. Denn das ist es: Jedes Buch ist Teil eines Universums und hängt damit indirekt zusammen. Lesbar wird alles unabhängig sein. Aber ein Nebencharakter in Mafia Mile, kann in einer anderen Reihe der Hauptcharakter werden, oder der Name von Alessandros Auto. Aber psscht – sonst verrate ich zu viel.

Welches Genre schreibst/ liest du am liebsten – und warum genau dieses?

So ein wirklich festes Genre habe ich irgendwie nicht. Definitiv nicht beim Lesen. Ich lese nach Stimmung, die Geschichte muss mir zusagen. Von Romance, über Urbanfantasy, bis zu Thrillern und Dystopien ist alles dabei. Manchmal sogar Biografien. Schreiben tue ich aktuell vor allem Romance (Suspense), aber auch hier schwankt es. Ich habe mehrere Geschichten in Planung, die nur Suspense wären, oder ein Dark Thrill, aber ohne Romance Anteil, genauso wie zwei Dystopien, die ein bisschen Herzensangelegenheit sind.

Schreibplatz von Ana Marin

Was war die ungewöhnlichste Rückmeldung, die du zu einem deiner Bücher bekommen hast?

Eine meiner Testleserinnen hat mich mal ein bisschen in ihrer Nachricht schockiert und ich dachte erst, dass sie mich jetzt hasst und das Buch gar nicht mag. Dabei war es am Ende ein Kompliment zu einer Szene, dass sie aber mit „Sag mal spinnt ihr?“ begonnen hat.

Liebe Ana vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Mafia Mile – Partenza klingt richtig spannend. Ich wünschte dir viel Erfolg für deinen Debütroman.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.


Kerstin fragt … Anne antwortet

Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten

heute mit Anne Polifka

Foto der Autorin Anne Polifka

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Ich heiße Anne, bin 34 Jahre alt und lebe seit Februar 2024 in Norwegen. Mit dem Schreiben habe ich etwa mit elf begonnen. Anfangs waren es größtenteils Gedichte und Fanfictions zu Musicals und Animes. Dann folgten textbasierte Rollenspielforen. 2020 veröffentlichte ich im Rahmen einer Anthologie zum ersten Mal eine Kurzgeschichte. Am 30.06.2022 veröffentlichte ich mit „Der letzte Außenposten“ meinen ersten Roman, 2024 folgte eine Neuauflage und Band 2. Band 3 befindet sich in Arbeit. Hauptsächlich schreibe ich Science-fiction, obwohl ich es früher nahezu kaum gelesen habe. Ich liebe die Recherche und Wissen zu vermitteln sowie die Frage „Was wäre wenn“.
https://www.instagram.com/annepolifka/
https://anne-polifka.wixsite.com/startseite

Auf welchen Plattformen bist du unterwegs, und welche Rolle spielen sie für dich?

Ich bin auf Facebook, Instagram und tiktok unterwegs, wobei Facebook nur noch automatisch bespielt wird. Hauptsächlich bin ich bei Instagram, für Trailer und Einlesungen nutze ich zudem auch gern tiktok. Inwieweit ich damit wirklich Erfolge generiere, ist fraglich. Es macht mir aber Spaß, auch wenn ich zur Zeit kaum poste.

Wenn dein Leben ein Buchtitel wäre, wie würde er lauten – und warum?

Mein Buchtitel wäre vermutlich „Typisch untypisch“. Wenn irgendwas eigentlich „ganz einfach“  geht etc. kann ich darauf warten, dass es schief geht. Ich rutsche bei allen Regelungen immer durch alle Grauzonen durch. Ob das nun Zugverbindungen oder die Einwanderungshürden hier in Norwegen waren. Zudem weiche ich oft von anderen ab und fühl mich wie ein Alien, seien es Denkweisen, Hobbys oder sonst was. Lange hat mich das gestört, nirgends dazuzugehören, bis mir klar wurde, dass ich nirgends dazugehören muss und das auch nicht erzwingen kann. Hin und wieder treffe ich auf Leute, die auch Aliens sind und wir verstehen uns. :D

Gibt es ein Buch, das dich so sehr gefesselt hat, dass du komplett die Zeit vergessen hast?

Sicher einige, aber in Erinnerung blieb mir auch nach Jahren tatsächlich nur „Dein Wille geschehe“ von Michael Robotham. Ich will nichts verraten (nichts ist schlimmer als Spoiler bei einem Thriller), kann den Psychothriller aber nur empfehlen.

Mein Lieblingsspruch ist: „Das Leben ist schön.“ Was ist dein persönlicher Leitsatz oder Spruch, der dir an stressigen Tagen hilft?

Ich mache mir klar, dass ich nur eine begrenzte Zeit habe und den Timer nicht kenne. „Ist es das wert, mir Stress zu machen, falls das mein letzter Tag ist?“, wäre daher wohl ein passender Leitsatz bzw. Leitfrage eher. Aufgrund einer Erkrankung habe ich mir früh Gedanken zum Tod gemacht und was ich vom Leben möchte. Diese Frage hilft mir, den Fokus wiederzufinden und ruhiger zu werden. Natürlich hilft dann die Aussicht auf meine allabendliche Animeserien auch gut durch den Tag, denn ich weiß, egal wie stressig ein Tag ist, er wird schön ausklingen. :)

Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?

Nachdem ein Asteroid die Erde verwüstet hatte, hat ein Teil der Crew der Internationalen Raumstation (ISS) die ersten 6 Monate überlebt. Wider Erwarten stellen sie fest, dass sie nicht die Einzigen Überlebenden im All sind. Die Begegnung wird jedoch von einer lebensbedrohlichen Gefahr gestört.

Welche Recherche für eines deiner Bücher war bisher die aufwändigste oder ungewöhnlichste?

Am Aufwendigsten war die Recherche für Band 1, die etwa 400 Stunden umfasste. Ich war ein absoluter Neuling im Bereich der Raumfahrt. Ich musste also bei 0 anfangen. Das Leben auf einer Raumstation, die Raumfahrtsbehörden, die physikalischen Änderungen in der Mikrogravitation, Raummedizin, die Pläne der nächsten 10 Jahre in der Raumfahrt und so weiter. Dazu noch alles zum Thema die Auswirkungen eines größeren Asteroidenimpakts, kulturelle Unterschiede und auch die technischen Details der IS. Im Buch selber kommt nur ein Bruchteil der Rechercheergebnisse vor. Es ist nötig, die Hintergründe zu kennen, um eine Geschichte schlüssig zu halten, auch für Leser, die mehr Ahnung in den Bereichen haben, als ich (und das ist bei Sci-Fi zu erwarten). Prinzipiell habe ich den Text so gehalten, dass ein Leser ohne Kenntnisse allem folgen kann. Dafür habe ich auch Testleser gesucht, die sonst kein Sci-Fi lesen. Ich denke, nur wenn man einen Sachverhalt kennt und versteht, ist man in der Lage, das mit einfachen Worten zu erklären. Und genau diese Einfachheit, die selbst Komplexes einfach vermittelt ist für mich der Punkt, mit dem ich auch Leser mitnehmen kann, die Sci-Fi normalerweise nicht lesen. Zeitgleich habe ich mir hier und da auch mal künstlerische Freiheiten rausgenommen. ;)

Wie gehst du mit Schreibblockaden um, falls sie auftreten?

Tatsächlich hänge ich seit einigen Wochen in einer. Auch wenn ich nun sagen würde, einfach Schreiben, dann geht das schon, muss ich zugeben, dass das bei mir nicht funktioniert. Meistens lasse ich den Text ruhen und zeichne in der Zeit hauptsächlich. Das gilt aber nur, wenn der Grund nicht ein einziger Text ist. Da hilft Schreiben tatsächlich und natürlich das Warum zu ergründen. Die häufigste Ursache für Schreibblockaden liegen aber meist außerhalb der Texte und oft auch außerhalb meines Einflusses. Daher nehme ich es mittlerweile hin, auch wenn sich die Leser so länger gedulden müssen. Mir ist Qualität wichtig und die ist nicht gegeben, wenn ich Sätze auf Grundschulniveau irgendwie rausquetsche. Nach einer Weile geht das Schreiben dann plötzlich von jetzt auf gleich wieder.

Arbeitsplatz von Anne Polifka

Woran arbeitest du aktuell? Magst du uns einen kleinen Einblick geben?

Ich habe mit der Rohfassung von Band 3 der Impaktchroniken begonnen. Der 2. Band hat den Grundstein zu neuen Konflikten und Gefahren gelegt. Ich bin gespannt, was die Figuren daraus machen. :) Während Band 1 sehr actiongeladen war und Band 2 sich mehr auf die Gefühlswelten einzelner Protagonisten konzentrierte, denke ich, dass Band 3 wieder mehr Action enthält. Und vielleicht wird auch das Finale eingeleitet – oder es wird selbst das Finale. Da ich nicht vorplane, kann ich nur spekulieren, was geschehen wird.

Was ist dein wichtigster Tipp für angehende Autoren?

Ich kann jedem nur empfehlen, offen zu sein, nicht nur für Themen, sondern auch für Schreibvorgänge. Ich habe fast 19 Jahre lang Buchprojekte bis ins kleinste Detail vorgeplant und nie ein Manuskript beendet. Einfach, weil mir dieses Vorgehen als der einzig professionelle Weg vermittelt wurde. Dann habe ich den Schreibratgeber von Stephen gelesen und dass mein großes Vorbild ausgerechnet nicht plottet, sondern aus dem Bauch heraus schreibt, hat mir die Augen geöffnet. Seitdem plane ich nichts mehr vor und schon klappt es. :)

Liebe Anne vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Deine Einblicke in den Schreibprozess und die damit verbundene Recherche fand ich faszinierend. Ich selbst lese so gut wie kein Science-Fiction, aber du hast mich neugierig gemacht.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.


Kerstin fragt … Yvette antwortet

Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten

heute mit Yvette Preiser

Foto der Hörbuchsprecherin Yvette Preiser

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Tja, was soll ich sagen … Ich bin Yvette und eigentlich noch Lehrerin, aber dann kam das Leben mit drei Kindern und einem zu sanierenden Haus dazwischen und streckte mich nieder. Ich bin derzeit 41 und habe mich, nachdem mich der Lehrerberuf krank gemacht hat, ein klein wenig neu ge- und erfunden.
https://www.yvettepreiser.de

Auf welchen Plattformen bist du unterwegs, und welche Rolle spielen sie für dich?

Derzeit bin ich nur auf Instagram (https://www.instagram.com/voice.by.yvette) unterwegs. Zwar habe ich noch ein Profil auf Facebook, aber das läuft nur so nebenher durch Crossposting.
Ich kann mich und meine Arbeit zeigen, in Kontakt mit lauter wundervollen, inspirierenden Menschen kommen und natürlich meine Dienstleistung anbieten. Sprich Akquise betreiben.

Beschreibe dich und dein Tun in 5 Worten.

Planen, Lesen, Markieren, Sprechen, Schneiden

Welches Buch hat dich zuletzt so richtig zum Lachen gebracht?

Ein Kinderbuch, welches ich meinen Kindern abends vorm Einschlafen vorlese: Txano & Oscar

Mein Lieblingsspruch ist: „Das Leben ist schön.“ Was ist dein persönlicher Leitsatz oder Spruch, der dir an stressigen Tagen hilft?

Für gewöhnlich hilft mir Optimismus gepaart mit etwas Realismus. Eine positive Sicht auf die Dinge zu haben, ist für mich einfach wichtig. Und ich habe mir den Leitsatz einer Protagonistin eines Buches, welches ich einsprechen durfte, übernommen: „Ich nehme das Leben leicht.“

Wie bereitest du dich auf die unterschiedlichen Figuren in einem Buch vor? Hast du ein System, um ihre Stimmen und Persönlichkeiten zu markieren oder festzulegen?

Ganz wichtig sind hierbei die Informationen der Autor*innen dazu, wie sie sich ihre Hauptcharaktere vorstellen. Welche Eigenschaften sie auszeichnen, wie sie klingen sollen usw.

Mit diesen Informationen lese ich mir die Dialoge nochmals durch und markiere mir farblich, wer was spricht. Hinzu kommen kurze Anweisungen (auf einem extra Zettel) für mich: Körperhaltung beim Sprechen, prägnante Emotionen, stimmliche Klangfarbe, …

Danach gibt’s zu jeder wichtigen Person im Buch eine kurze Sprachaufnahme als Hörprobe. Sobald dies mit den Vorstellungen der Autor*innen passt, habe ich meine Sprechprobe für die jeweiligen Personen, in die ich, falls nötig, immer wieder zum Abgleich reinhören kann.

Was war der lustigste oder skurrilste Versprecher, der dir während einer Aufnahme passiert ist?

„personifizierte Perfektion“

Keine Ahnung wie häufig ich diese beiden Worte wiederholen musste, bis es funktionierte.

Als ich dann den Versprecher „persofinizierte Perfektion“ nochmals genau so wiederholen wollte, kam es plötzlich korrekt heraus, also „personifizierte Perfektion“, nur um es dann beim nochmaligen Sprechen im Textfluss wieder verdreht zu sprechen und weiter ging die Zungenverknoterei.

Arpeitsplatz von Yvette Preiser

Wie gehst du mit langen oder besonders schwierigen Textpassagen um, die voller Zungenbrecher oder Fachjargon sind?

Gute Frage, … Ganz wichtig für mich ist es, dass ich das Buch, welches ich einsprechen darf, zuvor einmal komplett gelesen habe, so dass ich weiß, worum es geht, welche Wendungen es in der Geschichte gibt, wie sich die Hauptcharakteren entwickeln usw.

Gilt bei mir tatsächlich auch bei Sachbüchern, wobei es hier dann um etwaige Fremdwörter oder eben den Fachjargon geht. Und natürlich den Zusammenhang des großen Ganzen.

Schwierige Textpassagen kann ich mir dann so im Vorherein schon markieren und entsprechende Zeichen für Betonungen, auch innerhalb eines Wortes, setzen.

Bei Worten, die eine bestimmte Aussprache erfordern, recherchiere ich mir diese und schreibe mir die entsprechende Aussprache lautgetreu zum Wort dazu.

Und passieren dann Versprecher, wird dieser Teil eben so lange wiederholt, bis es passt. Eine Pause zwischendrin tut dann auch immer mal gut.

Was macht dir an deinem Beruf als Hörbuchsprecher am meisten Spaß?

Neben dem Eintauchen in andere Leben, Personen, Welten, kann ich nach den Erfahrungen als Lehrerin sagen, dass es die Ruhe und das allein sein sind, was für mich wichtig ist. Ich kann mich vor dem Mikro ausleben, in andere Charaktere schlüpfen und muss mich dabei selbst nicht vor anderen zeigen. Beim Anhören des Hörbuchs weiß niemand welche gestik- und mimikbelandenen Tänze ich vor dem Mikro aufgeführt habe, damit alles so klingt wie es klingen soll. Ich kann somit meine extrovertierte Seite ausleben, ohne, dass ich dies vor anderen tue.

Welche Ausbildung benötigt man, um Hörbuchsprecher zu werden?

Tja was benötigt man um Sprecher*in zu werden …. Ich selbst bin Quereinsteigerin und hatte das Glück, dass ich durch mein Studium schon gewisse Grundlagen zu Sprechtechniken erworben hatte. Ansonsten bilde ich mich stetig weiter und besuche Workshops und Coachings, um an meiner Sprechtechnik zu feilen und ein wenig Schauspiel zu erlernen. Generell sollte man akzent-und dialektfrei Hochdeutsch sprechen können. Ein gewisses schauspielerisches Talent wäre auch von Vorteil. Ebenso wie flüssiges, lautes, Lesen.
Es gibt derzeit auf dem Markt diverse seriöse und leider auch unseriöse „Ausbildungsangebote“.

Liebe Yvette vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Ich habe den Einblick in deine Arbeit als Hörbuchsprecherin sehr genossen. Und musste kurz schmunzeln, weil du mich dran erinnert hast, warum ich den Lehrerberuf an den Nagel gehängt habe.

Beitragsbild zum Aufruf bei der Interview Runde: Kerstin Fragt - Autoren, Blogger und Sprecher antworten.