Der Brotkönig von Lois Leander

Der Brotkönig

von Lois Leander

Sketchnotes von Kerstins Kartenwerkstatt zur Rezension vom Wirtschaftsthriller: Der Brotkönig von Lois Leander erschienen im tredition Verlag

Meine Meinung

Das Cover zeigt sehr schön zwei Bereiche der Geschichte. Unten haben wir eine Figur, die auf einem Feld steht. Die Spurrillen des Treckers zeigen direkt auf die menschliche Silhouette. Darüber ist fast mittig der Titel des Romans in roten Großbuchstaben abgedruckt. Von oben ragt auf dem Kopf eine Wolkenkratzer Ansammlung in den Himmel. Auf einem der Hochhäuser steht ebenfalls eine Figur, hinter der scheinbar ein paar Vögel vorbei fliegen. Mir gefällt das Cover sehr gut. Es greift sehr schön die beiden wichtigen Parteien aus der Geschichte auf und setzt die passend ins Verhältnis.

Der Brotkönig von Lois Leander erschien bei tredition. Es ist ein fiktiver Wirtschaftsthriller über einen Konzernchef und einen jungen Naturwissenschaftler, die ihre ganz eigene Einstellung zum Patentrecht und was patentiert werden darf haben. Es ist eine Geschichte über Macht und Weisheit und inwiefern der Glaube an Gott dabei eine Rolle spielen kann. Da der Klappentext sehr wage bei der Konstellation der einzelnen Figuren bleibt, möchte ich hier gar nicht so viel verraten.

Für mich stechen vier Personen heraus, die für die Handlung essentiell wichtig sind. Davon möchte ich zwei kurz nennen. Zum Einen ist da Martin Elkberg, der junger Wissenschaftler. Ihn dürfen wir im Laufe der Geschichte näher kennenlernen und erfahren eine Menge zu seiner Einstellung gegenüber der Wissenschaft und zu Gott. Außerdem lernen wir seinen familiären Background kennen. Sehr schön finde ich hier die detaillierte Betrachtung seiner Aktivitäten und Beweggründe, so dass ich als Leser sein Handeln sehr gut nachvollziehen kann. Zum Anderen möchte ich noch Julius van Erpold erwähnen, den Konzernchef und die Figur, die nach immer mehr Macht strebt. Auch wenn ich ihn ab einem gewissen Punkt absolut unsympathisch fand, kann ich auch seine Beweggründe verstehen. Ihn durfte ich von klein auf kennenlernen und erfuhr so die ungeschminkte Wahrheit über seine Kindheit und Jugend, die alles andere als liebevoll und einfach war. 

Gelungen finde ich den Einstieg in die Geschichte. Wie für einen spannenden Thriller essentiell, erfahre ich gleich zu Beginn wohin die Reise gehen wird. Und darf dann in den folgenden sechs Teilen den Weg zum Ereignis beschreiten und dabei immer wieder überlegen, wie es soweit kommen konnte. Dabei bleibt die Endgültigkeit des Augenblicks im Unklaren. Mit sehr viel Detailarbeit werden Figuren und das Umfeld gezeichnet, so dass ich mir als Leser ein gutes Bild von allem machen kann. Mein Kopfkino lief sofort auf Hochtouren und so saß ich mit den Jungen Leuten im Club und hörte den Andeutungen zu. Ebenso verbrachte ich später viel Zeit im Anwesen, in dem Julius van Erpold aufwuchs und half gedanklich bei der Rosenpflege.

Fasziniert habe ich Zeile für Zeile gelesen und hatte dabei das Gefühl, dass das alles genauso passieren könnte. Wenn man sich die aktuelle politische Lage der Welt anschaut, ist das Szenario des Romans gar nicht soweit hergeholt. Ich hoffe allerdings, dass die Menschheit soviel Verstand besitzt, dieses nicht Wirklichkeit werden zu lassen. Aber unsere Geschichte hat schon einmal an so einem Punkt gestanden, den man sich heute aus der Rückansicht nicht mehr vorstellen kann. An welchem Punkt ist der Weg zurück nicht mehr möglich? Diese Frage habe ich mir beim Lesen immer mal wieder gestellt und konnte dementsprechend nicht aufhören zu lesen. 

Neben dem Streben nach Macht kommt auch die Frage nach der Liebe, Vergebung und der Selbstverantwortung zur Sprache. Es wird nicht nur das Böse detailiert dargestellt, sondern auch die Gute Seite kommt zu ihrem Recht. Dazu möchte ich dir folgendes Zitat mit auf den Weg geben, welches die Bedeutung von Liebe Vergebung und Selbstverantwortung nochmal verdeutlicht.

„Das bedeutet, dass wir füreinander da sein sollen, dass wie einander immer wieder vergeben sollen und dass jeder dafür verantwortlich ist, was er denkt, tut oder unterlässt.“

Besonders den letzten Teil vom Zitat finde ich sehr wichtig. Verdeutlicht er doch noch mal sehr schön, dass wir jeder für sich für unser Handeln verantwortlich sind und zwar nicht nur für das was wir tun, sondern auch für dass was wir eben nicht tun. So regt der Roman ganz nebenbei auch zum Nachdenken und zur Reflexion an. Was hätte ich in Martins Situation gemacht? Hätte ich den Mut aufgebracht? Ich kann diese Fragen für mich nicht wirklich beantworten. Vermutlich wäre ich bei dem ganzen Drohen und Einschüchtern irgendwann eingeknickt. So verdiente sich Martin von meiner Seite an immer mehr Respekt und bis zum Schluss gab ich die Hoffnung nicht auf. 

Zwischendurch habe ich gedacht, muss soviel Hintergrundwissen zu den Figuren eigentlich sein? Doch genau diese Detailliebe führt zu den ausgereiften Charakteren, die wir hier im Thriller vorfinden. Wie schon erwähnt liegt ein Hauptaugenmerk auf Martin Elkberg und Julius van Erpold. Noch zu erwähnen sei Abraham, der seinem Namen nach einen ganz besonderen Platz in der Geschichte einnimmt und die grauenhafte Verknüpfung zwischen der realen Geschichte und dem fiktiven Thriller darstellt.

Mich hat der Roman tief beeindruckt und zum Nachdenken angeregt. Mein Naturwissenschaftliches Herz hat die Geschichte förmlich verschlungen und hofft inständig, dass die Machenschaften im Roman niemals Realität werden. Abschließen möchte ich mit einem weiteren Zitat:

„Je stärker sich Vermögen und Macht bei wenigen Menschen konzentrieren, desto größer wird die Ohnmacht, das Elend, das Leid und die Frustration bei den anderen Menschen. Das führt zu Hass!“

Dem habe ich nichts weiter hinzu zufügen. Ich empfehle des Buch gerne allen, die sich für wirtschaftliche und wissenschaftliche Romane interessieren. Lass dich entführen in ein fiktive Umgebung, die scheinbar zur Realität wird, sobald du die Augen schließt, da sie mit solch einer Authentizität erzählt wird, dass man überlegen muss was Fiktion und was Wirklichkeit ist. Ein Buch, was ich wirklich jedem ans Herz legen kann, der vor dem Schrecken der Welt die Augen nicht verschließt. Und damit wandert es auf meine Top Ten für 2023.

Inhaltsangabe

Ein junger Pflanzenbau-Wissenschaftler entdeckt den ebenso wahnsinnigen wie realistischen Plan eines Konzernchefs, Macht über die weltweite Nahrungsmittelproduktion zu erlangen. Der Wissenschaftler und der Konzernchef werden Gegner, keiner von beiden ist es gewohnt oder bereit, aufzugeben. Unterwegs mit entgegengesetzten Lebenszielen – der eine strebt nach Macht, der andere nach Weisheit – erfahren sie, wie Macht funktioniert, in der Familie, in der Politik und in der Wirtschaft. Ein Abenteuer um Macht und Weisheit, um den Glauben an sich selbst oder an Gott. Eine Geschichte um die Frage, wie es der Menschheit gelingen kann, zukunftsfähig zu werden.

Bibliografie

Autor: Lois Leander
Genre: Wirtschaftsthriller
Verlag: tredition
ISBN: 978-3347463844
Erscheinungsdatum: 08. August 2022
Format: Taschenbuch, gebundenes Buch und Ebook erhältlich bei Amazon*
Seitenzahl: 640
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar, es wurde mir von Lois Leander zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen:
Klappentext und Cover Original: © tredition

*Affiliate Link – Ich erhalte eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich unverändert.

Martin Hais – Generation Z von Dennis Kornblum

Martin Hais – Generation Z

von Dennis Kornblum

Meine Meinung

Auf den ersten Blick sagt das Cover nicht viel aus. Allerdings deuten die Farben auf ein bestimmtes Genre hin. Hier ist mit schwarz, weiß, rot und Grautönen gearbeitet worden, was die klassischen Farben für einen Thriller sind. Die Person in schwarz steht auf dem Schatten vom letzten Buchstaben, der zum Titel gehört. Und geht damit eine gewisse Verbindung mit der Generation Z ein. Auf den zweiten Blick ein ansprechendes Cover das dem Buch nicht zu viel vorweg nimmt, aber dennoch gut zum Inhalt passt.

Martin Hais – Generation Z von Dennis Kornblum ist ein Thriller der etwas anderen Art. Wer hier einen spannungsgeladenen und actionreichen Roman erwartet wird vermutlich enttäuscht sein. Wer allerdings schon im Klappentext auf den autistischen Protagonisten Martin Hais stößt, wird sich überlegen, wie der wohl ins Geschehen eingreifen kann. Die Geschichte ist für mich kein klassischer Thriller, sondern mehr eine spannende Geschichte mit brutalen Morden und tiefen Einblicken in die Lebens- und Denkweise von einem Menschen mit Asperger Syndrom.

Als Leser erhalte ich durch die Abschnitte des Täters einen gewissen Erkenntnisvorsprung. Diese werden sehr detailliert beschrieben und ähneln im Prinzip einer Berichterstattung, wie sie später vielleicht die Spurensicherung dokumentiert hätte. So konnte ich als Leser eine gewisse Distanz zum Täter wahren. Ganz im Gegensatz zu der Nähe, die ich zum Protagonisten aufbauen konnte. Ich fand Martin Hais sofort sympathisch. Ich mag Menschen, die eine ganz strikte Routine an den Tag legen, da ich mich selbst darin ein wenig wieder erkenne. Veränderungen im Tagesablauf sind für mich immer wieder anstrengend und ich brauche einen Moment, um mich darauf einzulassen. Martin Hais ist durch das Asperger Syndrom noch sehr viel gefangener in seinen Strukturen. Auf die Minute genau ist sein Tag durchgetaktet und nur mit Mühe lässt er gewisse Abweichungen von seiner Routine zu. Ich war fasziniert von seiner Figur, wenn man das so sagen darf. Und habe gespannt abgewartet, wie er auf die jeweiligen Ereignisse reagiert.

Mit dem Hintergrund, dass der Autor selbst vom Asperger Autismus betroffen ist bekommt die Charakterisierung des Protagonisten einen ganz anderen Stellenwert. So wirkt er auf mich sehr authentisch und das macht ihn einfach sympathisch. Ich habe das Buch verschlungen, weil es einfach mal anders war. Ich mag Personen, die nicht der Norm entsprechen und durch ihre Eigenheiten besonders wirken. Ich für mich habe das Buch sehr genossen und konnte es am Ende kaum aus der Hand legen. Der Schluss hat mich überzeugt und ließ mich mit einem Schmunzeln zurück. Wenn du Lust hast auf einen (Psycho-) Thriller der eher tiefgründigen Art, dann wirst du hier voll und ganz auf deine Kosten kommen. Es sind die vielen kleinen Details und Hintergründe, die diesen Roman spannend und faszinierend zu gleich machen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

Inhaltsangabe

Brutale Morde an Teenagern machen den Stadtbezirk Quarrenberg unsicher. Ein durch eine Horrormaske verhüllter Todesschütze hinterlässt Zettel am Tatort, die mal mit einem antiken Zitat, mal mit einem merkwürdigen Aphorismus beschrieben sind. Die Polizei glaubt, dass es um Drogen geht, doch der autistische Fachlektor und Psychologe Martin Hais hat eine andere Vermutung. Er entdeckt einen alten Manuskriptauszug in seinem Schrankfach, bei dem er aufgrund darin enthaltener Textstellen einen Zusammenhang zu den Tatortbotschaften sieht. Während der ermittelnde Kommissar Wójcik daran wenig interessiert ist, wird die aufgeweckte, extrovertierte Kioskbesitzerin Ina Ruíz, eine Zeugin des letzten Mordanschlags, die dem Killer bereits gegenübergestanden hat, auf Martins Theorie aufmerksam. Schließlich überredet sie ihn, mit ihr zusammen auf eigene Faust zu ermitteln, und Martin nimmt eher widerwillig eine große Herausforderung an: die Überwindung tiefsitzender Ängste, die sich nicht nur auf die Gefahr erstrecken, die von der Jagd auf einen Serienkiller ausgeht, sondern auch auf die enge Zusammenarbeit mit einer attraktiven weiblichen Person.

Bibliografie

Rezension mit Sketchnotes zum Roman: Martin Hais - Generation Z von Dennis Kornblum aus dem Tredition Verlag.

Autor: Dennis Kornblum
Genre: Thriller
Verlag: tredition
ISBN: 978-3347358898
Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2021
Format: gebundenes Buch, Taschenbuch und Ebook erhältlich bei Amazon*
Seitenzahl: 392
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar, es wurde mir von tredition zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen:
Klappentext und Cover Original: © Dennis Kornblum

*Affiliate Link – Ich erhalte eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich unverändert.

Grenzenlos an Deiner Seite von Sebastian Würdinger

Grenzenlos an Deiner Seite und wo das Glück zu finden ist

von Sebastian Würdinger

Grenzenlos an deiner Seite von Sebastoan Würdinger Sketchnote zum Buch

Meine Meinung

Das Cover ist in Sepia Farben gehalten. Ein Paar ist von hinten zu sehen, das am Ufer sitzt und auf die andere Seite zu schauen scheint. Ich finde das Cover eher unauffällig und wenn der Autor mich auf das Buch nicht aufmerksam gemacht hätte, wäre mir vermutlich das Buch nie über den Weg gelaufen.

Der Protagonist Johann ist anders als andere Menschen. Seine körperliche Behinderung und das Stottern sorgen für einen schweren Stand in der Schule. Er fragt sich was wichtig im Leben ist und warum gerade er mit einer Behinderung bestraft worden ist.

Die Erzählung fand ich zeitweise schwer zu lesen, da sie so neutral gehalten ist. Immer wieder wird von dem Jugendlichen gesprochen oder der Junge. So kann man als Leser nur schwer eine Beziehung zu Johann aufbauen. Die Sprache sorgt für eine gewisse Distanzierung zur Geschichte und den handelnden Personen. Doch zeigt gerade diese trockene Erzählweise das Thema Behinderung und das damit verbundene Mobbing sehr gut auf. Als Leser ist man dazu gezwungen sich die Erzählung von Johann sprachlos anzuhören. Und sich dem Mobbing der anderen auszusetzen.

In dieser Erzählung wird die Ungerechtigkeit des Jugendlichen in den Vordergrund gestellt und wie verzweifelt er auf der Suche nach etwas Glück im Leben ist. Ein wenig musste ich schmunzeln, als Johann überlegte, wie er denn erkennt ob er glücklich ist. Alleine diese Überlegung sagt schon alles aus.

Ich habe mich beim Lesen etwas schwer getan, da ich mit der Erzählweise nicht klar kam. Aber dennoch sollten sich Jugendliche mal mit dem Buch und Johanns Geschichte auseinandersetzen, um zu sehen mit wie wenigen Worten man das Leben für andere zur Hölle machen kann.

Inhaltsangabe

Sind wir nicht ständig auf der Suche nach etwas Besonderem? Auf der Suche nach Anerkennung und dem gewissen Glück?

Der Jugendliche Johann ist auch ständig auf der Suche nach dem Besonderen. Seitdem sich seine Eltern getrennt haben und seine Mutter mit Alkoholproblemen zu kämpfen hat, ist nichts mehr wie vorher. In der Schule wird er wegen seiner Behinderung gemobbt und auch von seinen Mitmenschen bekommt er wenig Anerkennung. Als er eines Tages auf der Brücke eines Weihers steht und in Gedanken versunken auf das Wasser blickt, stellt er sich die Frage, was der Sinn des Lebens ist. Und nur eine einzige Begegnung verändert sein ganzes Leben.

Bibliografie

Autor: Sebastian Würdinger
Genre: Roman, Erzählung
Verlag: tredition
ISBN: 978-3-347-02129-7
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2020
Format: eBook, Taschenbuch, gebundenes Buch erhältlich bei Amazon*
Seitenzahl: 124
Leseexemplar: ja, Autor


Quellen:
Klappentext und Cover Original: © tredition

*Affiliate Link – Ich erhalte eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich unverändert.

Books on Monday – Bert F. Hölscher

Podcast zum Buch: Digitales Dilemma

Falls du den Podcast nicht hören kannst findest du den Text am Ende meines heutigen Beitrags.

Meine Rezension

Das Cover zeigt zwei Köpfe gefüllt mit ganz vielen Sprechblasen. Wenn man sich die Köpfe näher anschaut, kann man jeweils zwei Gesichter entdecken. Hinter den Köpfen sind zwei ineinander greifende Zahnräder zu sehen. Für mich ist das Cover ein Hingucker. Als ich es das erste mal gesehen habe, wollte ich wissen was dahinter steckt.

Wie der Titel schon verlauten lässt, ist es ein Sachbuch über die digitale Zukunft von Unternehmen. Bert F. Hölscher zeigt anhand von Beispielen wie digitale Transformation gelingen und misslingen kann. Unternehmen mit denen ich aufgewachsen bin, haben den Sprung auf den Zug der digitalen Zukunft verpasst und sind inzwischen mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden. 1999 war mein erstes Mobiltelefon ein Nokia 5110. Damals musste man genau dieses Handy besitzen. Heute sucht man nach aktuellen Smartphones der Firma vergeblich. Weitere Beispiele rufen bei mir Erinnerungen wach.

Ich behaupte mal ich gehöre noch nicht zur Generation „digitale natives“ (Digitale natives sind mit Computer und Co groß geworden), denn für mich begann das digitale Zeitalter erst nach dem Schulabschluss. Im Buch wird sehr schön aufgezeigt, dass bald der Markt von den „digitale natives“ bestimmt wird. Meine Neffen konnten mit 2 schon einen I-Pod bedienen. Ich hatte meinen ersten mit Anfang zwanzig.

Ich fand das Buch interessant. Man kann es nicht so nebenbei lesen, denn der Inhalt möchte verarbeitet werden. Doch es ist sehr informativ. Ich habe in dem Buch schöne Argumente gefunden, warum es auch für meine Chefin gut sein kann tiefer in die digitale Welt einzutauchen.

Vielen Dank an Bert F. Hölscher für das Rezensionsexemplar.

Über den Autor: Bert F. Hölscher

Bert F. Hölscher, Jahrgang 1965, wurde in Düsseldorf geboren und studierte an der Universität Köln Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik. Nach dem Studium arbeitete er viele Jahre erfolgreich in zahlreichen Managementpositionen in Europa, USA, dem Nahen Osten und Südostasien. Heute lebt er zusammen mit seiner Frau und Tochter in Hamburg. (Quelle: https://www.digitales-dilemma.info)

Über das Buch: Digitales Dilemma

In zahlreichen Beiträgen wird von den großartigen Möglichkeiten der Digitalisierung geschrieben und dazu ermahnt, dass Unternehmen nun zügig ihre Geschäftsprozesse, Produkte und Services digitalisieren, um den Anschluss an die digitalisierte Wirtschaft nicht zu verpassen. Viel zu selten wird auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die organisatorischen, kulturellen sowie systemischen Herausforderungen zu meistern und die Notwendigkeit, diesen Veränderungsprozess ganzheitlich zu orchestrieren. Denn die weitaus größere Herausforderung der Digitalen Transformation liegt in dem inneren Wandlungsprozess.

Hier stehen die Unternehmen häufig vor einem Dilemma. Veraltete Denkmuster, Hierarchiedenken und starre Prozessabläufe treffen auf veränderte Rahmenparameter der digitalen Ökonomie. Flache Hierarchien, schnelle Kommunikations- und Entscheidungsprozesse sowie bereichs- und unternehmensübergreifendes, vernetztes Arbeiten stellen die Mitarbeiter und die Unternehmensführung vor ungleich größere Herausforderungen als die technologische Umsetzung der Digitalisierung. Idealerweise treiben die in einem Markt etablierten Spieler die Marktentwicklung selbst. Dies ist freilich fundamental schwierig, setzt es doch voraus, das bestehende und (noch) erfolgreiche Geschäftsmodell selbst in Frage zu stellen und im extremsten Fall sogar selbst zu kannibalisieren.

Bert F. Hölscher zeigt in diesem Buch auf, wie die etablierten Unternehmen den schwierigen, aber unvermeidlichen Weg der Digitalen Transformation erfolgreich bewerkstelligen können. Mit dem Digital Transformation Framework stellt der Autor ein Vorgehensmodell vor, welches als Navigationssystem durch die einzelnen Phasen des Transformationsprozesses dient und Unternehmen schrittweise  zu einer ganzheitlichen Transformationsstrategie führt. (Quelle: https://www.digitales-dilemma.info)

Text des Podcasts

Der Untertitel des Buches lautet: „Unternehmen im Spannungsfeld zwischen Effizienz und Innovation – Ein Wegweiser in die digitale Zukunft“. Im 1. Kapitel schreibt Bert Hölscher „Die Digitalisierung und ihre Folgen verändern die Spielregeln der Wirtschaft grundlegend.

Wenn ich an meine Ausbildung zurück denke, waren Computer zwar da, wurden aber nur minimal genutzt. Im August 2000 lernte ich die erste Apotheken Software kennen. Es gab damals genau zwei Farben: grün und grau. Der PC diente der Warenwirtschaft und wurde zum Bedrucken von Rezepten genutzt. 17 Jahre später sieht es ganz anders aus. Seit Dienstag haben wir in der Apotheke eine Software, mit der alles möglich ist. Ich scanne ein Rezept ein und der Computer sagt mir, ob der Kunde eine Kundendatei bei uns hat, wenn ja, ob alle Daten mit dem aktuellen Rezept übereinstimmen oder nicht. Er gibt mir direkt den Rabatvertrag der Krankenkasse an und sagt mir ob ich das Medikament an Lager habe oder ich es dem Kunden bestellen kann. Ich kann sogar sehen, welcher Lieferant es wann liefern kann.

Die Veränderung in diesen 17 Jahren ist enorm. Ich kann mir heute ein Leben ohne Notebook, Smartphone und Smartwatch nicht mehr vorstellen. Dabei begann mein digitales Zeitalter erst so richtig 2001 mit meinem ersten Desktop Computer. Damals musste ich noch einer Melodie lauschen, bis sich endlich der Zugang zum Internet öffnete. Heute ist das World wide web nahezu überall zugänglich.

Nun aber zurück zum Buch. Die Digitalisierung von Unternehmen ist heute unumgänglich um am Markt bestehen zu können. Im 4. Kapitel heißt es so schön: „Darwins Evolutionstheorie vom Überleben des Stärkeren lässt sich bestens auf die Digitalisierung von Unternehmen übertragen.“ Nur wer sich mit den „digitale natives“ beschäftigt, hat eine Chance zu überleben. Dabei spielen Mobile Endgeräte und die sozialen Medien eine große Rolle.

Nur wer mit Agilität, Flexibilität und Innovationsfähigkeit besticht, kann die Digitale Transformation erfolgreich meistern.

Das Buch „Digitales Dilemma“ gibt dazu Gedankenanstösse für UNternehmen und zeigt auf was passiert, wenn man den Absprung aus dem klassischen System nicht schafft.

Für mich war es ein interessanter Exkurs, der mir gezeigt hat, wie schnell sich das digitale Medium entwickelt. Ich bin gespannt wohin es führt und freue mich auf den Zug der digitalen Transformation aufzusteigen.