Das Licht in den Birken von Romy Fölck

Das Licht in den Birken

von Romy Fölck

Lesetagebuch mit Sketchnotes zur Rezension vom Hörbuch: Das Licht in den Birken von Romy Fölck erschienen im Argon Verlag. Eingelesen von Tessa Mittelstaedt

Meine Meinung

Das Cover zeigt eine Heidelandschaft mit Bodennebel. Relativ mittig ist eine runde belaubte Baumkrone zu sehen, in dessen Nähe man ein kleines Häuschen sieht. Die Färbung des Himmels deutet auf die ersten Stunden des Tages vorm Sonnenaufgang hin und sorgt für eine ganz besonders idyllische Stimmung. Bei dem Cover erwarte ich ein Buch mit landschaftlichen Beschreibungen und besonderen Themen. 

Das Licht in den Birken von Romy Fölck erschien im Argon Verlag. Das Hörbuch wurde von Tessa Mittelstaedt eingelesen, die mit ihrer Stimme genau den richtigen Ton für die Stimmung der Geschichte trifft. Wie auf dem Cover zu erkennen, spielt der Roman in der Lüneburger Heide auf dem Gnadenhof von Benno. Hier treffen Thea und Juli auf den Besitzer des Hofes. Den drei gemeinsam ist auf die eine oder andere Art der Wunsch nach einem Neuanfang. Für Thea ist es die Rückkehr in ihre Heimat, für Juli ist es die Wanderung in Gedanken an ihren verstorbenen Großvater und für Benno ist es die Rettung seines Hofes. Wie die drei aufeinandertreffen und was sie noch miteinander verbindet erfährst du beim Hören bzw. Lesen des Buches. 

Die Geschichte wird durchweg in der dritten Person erzählt. Dabei ist der Erzähler einen großen Teil der Geschichte bei Thea und ihrem Umzug von Portugal nach Norddeutschland. Doch auch Benno und Juli übernehmen einen Part der Geschichte und geben so einen Einblick in ihre Beweggründe. So darf ich erfahren, was sie aus der Vergangenheit immer noch bedrückt und was sie in der Gegenwart zueinander finden lässt. 

Die besondere Stimmung auf dem Lebenshof von Benno wird durch die Sprechweise von Tessa Mittelstaedt gekonnt eingefangen. Ich habe das Hörbuch während meiner Spaziergänge im Wald gehört und so mischte sich zu der Stimme der Sprecherin auch immer ein wenig Vogelgezwitscher, was sich für mich in Summe zu einer guten Unterhaltung zusammenfügte. So habe ich die Beschreibungen der Natur noch besser in mich aufnehmen können, weil meine Umgebung zwar nicht die gehörte Weite der Lüneburger Heide widerspiegelte, aber dennoch meine Antenne auf Natur Pur stellten. 

Sehr gelungen fand ich die Initiative von Juli für den Gnadenhof, obwohl es doch eigentlich gar nicht ihre Familie und erst recht nicht ihr Zuhause war. Mit ihren Idee machte sie das ganze Lebensecht und so hab ich direkt Lust bekommen, dem Aufruf zu folgen und eine Runde auf dem Lebenshof mit anzupacken. Allerdings hörten sich die Tiere noch gar nicht so alt an, wie ich sie mir auf einem Gnadenhof bisher immer vorgestellt hatte. Aber dennoch verströmte es eine wunderbare Atmosphäre, die mich für drei Tage in ihren Bann zog.

Hast du Lust auf eine ruhige und besonnene Geschichte, bei der es unter anderem auch um das Wohl der Tiere geht? Dann bist du hier genau richtig. Wandere mit Juli durch die Lüneburger Heide und freue dich über das miteinander der drei Protagonisten. Reise mit Thea und ihren beiden Ziegen mit dem Auto von Portugal auf Bennos Gnadenhof und schmunzle vor dich hin, wenn Benno morgens die Ziegen in seinem Kräutergarten entdeckt. Verschließe dabei aber nicht deine Augen vor den Sorgen, die Benno Tag für Tag rumtreiben, sondern achte auf die vielen kleinen Details, die die Geschichte zu etwas besonderem machen. Freue dich auf ein paar schöne Lesestunden und genieße die ganz besondere Stimmung, die die Sprecherin gekonnt vermittelt. Von mir gibt es eine ganz klare Lese- bzw. Hörempfehlung. 

Kennst du schon „Die Rückkehr der Kraniche“ von Romy Fölck? Auch das ist eine schöne Geschichte über das Zusammenleben von Menschen in der Weite Norddeutschlands. 

Interessierst du dich für Gnadenhöfe und magst Geschichte, die auf einem Spielen, dann wäre vielleicht auch „Frühlingswege in Arrowwood“ von Natascha Birovljev etwas für dich. 

Inhaltsangabe

Dieses Hörbuch ist wie ein heißer, unvergesslicher Sommer – man hofft, es würde niemals enden.

Ein alter Hof zwischen Heide und Moor, umringt von Birken und Bienenzäunen, wird zum Neuanfang für drei Fremde, die zu Freunden werden.

Thea kehrt nach über zwanzig Jahren aus Portugal zurück in ihre norddeutsche Heimat. Sie kommt auf einem Hof am Rande des Naturschutzgebietes unter, wo auch ihre beiden Ziegen Platz haben. Ein Neuanfang mit Mitte fünfzig? Obwohl es einen Grund für die Rückkehr gibt, zweifelt sie an ihrer Entscheidung. Erinnerungen kommen hoch, vor allem eine Sehnsucht, jemand aus ihrer Vergangenheit wieder zu treffen.

Benno bleibt nichts anderes übrig als die Wohnung im alten Kesselhaus zu vermieten, er braucht dringend Geld um seinen Hof zu erhalten. Seit einem Schicksalsschlag lebt er zurückgezogen, braucht nur seine Tiere, feste Routinen und Zeit für seine Leidenschaft: das Kochen mit allem, was sein Garten hergibt. Er ahnt bei der ersten Begegnung mit Thea, dass das Zusammenleben herausfordernd wird. Die tatkräftige Mieterin bringt alles durcheinander.

Als dann noch Juli, eine junge Frau, die nach Amsterdam wandert, auftaucht, scheint das Chaos komplett. Doch Thea und Juli packen mit an, um Bennos Lebenswerk zu retten. Zu seiner Überraschung beginnt eine wunderbare Freundschaft zwischen ihnen und am Ende wird dies vielleicht der beste Sommer ihres Lebens.

Tessa Mittelstaedt ist Theater- und Filmschauspielerin und wurde durch ihre Rolle im Kölner Tatort einem breiten Publikum bekannt. Als Hörbuchsprecherin weiß sie Temperamente und Stimmungen von nordisch-kühl bis herzlich gekonnt auszudrücken.

Bibliografie

Autor: Romy Fölck
Sprecher: Tessa Mittelstaedt
Genre: Belletristik
Verlag: Argon Verlag
ISBN/ ASIN: B0CV4GDNCF
Erscheinungsdatum: 14. Mai 2024
Format: Hörbuch, Ebook und gebundenes Buch erhältlich bei Amazon*
Zeit: 10h23
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar, es wurde mir vom Argon Verlag über Netgalley zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen:
Klappentext und Cover Original: ©Argon Verlag

*Affiliate Link – Ich erhalte eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich unverändert.

Hörbuch- Blogtour: Außergewöhnliche Freundschaften

Cover vom Hörbuch

Heute macht die Hörbuch-Blogtour zum Hörbuch „Außergewöhnliche Freundschaften“ von Juliane Sophie Kayser auf meinem Blog halt.

Beim Titel und Thema musste ich als erstes an eine bekannte amerikanische Serie denken. Dort wird mit jeder einzelnen Folge eine Geschichte erzählt. Der Vater berichtet seinen Kindern, wie er deren Mutter kennengelernt hat. Seine Freunde stehen bei den Erzählungen immer im Mittelpunkt. Ist es nicht schön, wenn man so viele Geschichten über seine Freunde erzählen kann, dass es ganze Staffeln füllt? Auch wenn die Serie natürlich fiktiv ist, zeigt sie doch eine wundervolle Freundschaft von fünf ganz unterschiedlichen Personen.

Der Duden schreibt über die Bedeutung von „außergewöhnlich“: nicht in der gewöhnlichen, üblichen Art; vom Üblichen abweichend; ungewöhnlich; über das gewohnte Maß hinausgehend; sehr groß.

Zur Freundschaft kann man dort folgendes lesen: auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander.

Ich kann nur schwer in Worte fassen, was hinter der „außergewöhnlichen Freundschaft“ im Roman von Juliane Sophie Kayser steht. Ich habe das Hörbuch zwei mal gehört und hatte jedes Mal wieder Tränen in den Augen. Die Freundschaft zwischen Fred und Juliane ist sehr groß und kann über den Atlantik hinaus bestehen (Mehr zum Hörbuch und Inhalt weiter unten). Während ich diese Zeilen schreibe, überlege ich, welche meiner Freundschaften mit dieser unbeschreiblichen Verbindung mithalten kann. Dabei stelle ich fest, dass ich keine Freundschaft mit der gehörten Geschichte vergleichen möchte.

Freundschaft ist für mich etwas ganz individuelles. In jeder Lebenslage habe ich ganz tolle neue Freunde kennengelernt und alte Freundschaften gepflegt und erhalten. Einige Freunde begleiten mich schon fast mein ganzes Leben, während andere erst seit kurzer Zeit zu mir gehören. Manche Freundschaften halten fürs Leben, andere sind nur für einen besonderen Lebensabschnitt wichtig.

Ich freue mich schon sehr auf die nächste Woche. Ich fahre mal wieder für ein paar Tage in die Heimat. Dort treffe ich eine Schulfreundin aus Grundschultagen. Seit über 20 Jahren wohnen wir nicht mehr in der gleichen Region. Seit fast 7 Jahren trennen uns mehrere hundert Kilometer und doch hat die Freundschaft bestand. Ich möchte sie jetzt nicht als außergewöhnlich bezeichnen, aber doch als sehr besonders. Ich stelle mir gerade vor, was ich für Geschichten über die Freundschaft mit Diana erzählen könnte. Als erstes blitzt vor meinem Auge ein Foto auf, in dem wir beide hinter meinem Elternhaus stehen. Der Picknickkorb ist mit Johannisbeersaft und Butterkeksen gefüllt. Zusammen mit einer Decke stellen wir ihn ins Ruderboot. Und dann geht es los, abwechselnd paddeln wir, um außer Sichtweite zu gelangen. Bei einer anderen Gelegenheit gesellen sich noch weitere Freunde dazu. Zusammen spielen wir Führerscheinprüfung. Wenn du jetzt denkst, wir sind inzwischen erwachsen geworden liegst du falsch. Wir sind immer noch so zwischen 9 und 12 Jahre alt und stehen auch immer noch am Sielzug (Anm. von mir: stell dir einfach einen kleinen Flusslauf vor, wenn du nicht weißt was ein Sielzug ist) hinter meinem Elternhaus. Mein Bruder und ich hatten beschlossen, dass alle unsere Freunde einen Ruderboot- Führerschein machen sollen. Das war ein Spaß nicht nur für uns zwei. Wenn Diana und ich uns heute treffen, mehr als 25 Jahre später, fällt im Laufe des Gesprächs immer noch: „Weißt du noch, damals, als wir den Bootsführerschein gemacht haben?“

Ich glaube jeder kann Geschichten über Freundschaften erzählen, aber nicht jedem ist es vergönnt, eine Geschichte so ergreifend zu erzählen wie Juliane Sophie Kayser. Das Hörbuch geht nicht mal eine Stunde, doch in diesen 55 Minuten erobert die Geschichte dein Herz und lässt dich berührt und nachdenklich zurück.

Blogtour Fahrplan:

  • 20.11.2017 – Claudia Grajek zwinkerlingsbibliothek.de/ incl. Interview mit der Autorin
  • 21.11.2017 – Vanessa Burrichter maju-testet.de/
  • 22.11.2017 – Nina Wacht blog-a-holic.de/
  • 23.11.2017 – Marie Lanfermann vielleserin.de/
  • 24.11.2017 – Nicole Freiwald buecherphilharmonie.com/
  • 25.11.2017 – Janine Empire theempireofme.blogspot.de/
  • 26.11.2017 – Kerstin Cornils https://kerstinskartenwerkstatt.de/ –> du bist hier
  • 27.11.2017 – Fulden Coban dasschongelesen.blogspot.de/
  • 28.11.2017 – Heike Stepprath https://fraugoetheliest.wordpress.com
  • 29.11.2017 – Nadine Francine justfleur.de/

Rezension zum Hörbuch

How I Met Your Grandfather: Oder warum es sinnvoll sein kann, Hackenschuhe zu tragen von Juliane Sophie Kayser

Zum Inhalt: (Quelle: http://www.julianekayser.de)

„Das Hörbuch erzählt die wahre Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen der Autorin Juliane Sophie Kayser und Fred Raymes, der durch seinen autobiografischen Film „Menachem und Fred” bekannt wurde. Eine Geschichte, die berührt, bewegt und zum Nachdenken anregt. Obwohl es auch um große Fragen geht, ob Gott in Ausschwitz gestorben ist oder noch lebt, mangelt es durch die Erzählweise weder an Leichtigkeit noch an Humor. Eine Geschichte, die zugleich regional verwoben als auch über Ländergrenzen hinweg das Leben zweier Menschen in einem immerwährenden Gespräch zusammengehalten hat: Juliane Sophie Kayser, die bei einer Filmvorführung von „Menachem und Fred” in Heidelberg auf Fred trifft. Fred, der 1940 mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder Heinz ins Konzentrationslager Gurs deportiert und kurz darauf von seiner Familie getrennt wurde. Nach 60 Jahren trifft er seinen Bruder Menachem wieder. Freds berührender Dokumentarfilm nähert sich dem Schicksal der beiden jüdischen Brüder einfühlsam und veranschaulicht, wie Versöhnung stattfinden kann. “

Meine Meinung

Das Cover ist in Altrose oder auch etwas dunkler gehalten. Mittig steht ein roter Hakenschuh mit weißer Sohle. Am Absatz hängt ein kleiner Anhänger mit der zweiten kleinen Erzählung im Hörbuch. Mir gefällt das Cover und der Schuh ist ein Hingucker.

Der Stimme von Juliane Sophie Kayser kann man sehr gut zuhören. Ihre Stimme passt perfekt zu dem nachdenklichen und emotionalen Inhalt der Erzählung. Die Klaviermusik dazu ist passend, auch wenn sie mich beim ersten hören etwas gestört hat. Denn irgendwie war auf mal meine Konzentration bei der tollen Klaviermusik und nicht bei der Geschichte. Beim zweiten Hören konnte ich mich dann voll und ganz auf den Text konzentrieren. Das Hörbuch dauert etwas unter einer Stunde, da kannst du es sehr gut gleich ein zweites Mal hören, um alles auf dich wirken zu lassen.

Sehr schön finde ich den Beginn der Geschichte. Wie doch ein kleiner Wunsch der Tochter eine Erinnerung an längst vergangene Zeiten wachrufen kann. Viel mehr möchte ich gar nicht zu diesem kurzen Hörerlebnis sagen. In meinem Beitrag zur Blogtour konntest du ja schon einen Eindruck zum Hörbuch bekommen.

Ich überlege gerade wem ich dieses Hörbuch zu Weihnachten schenken könnte. Ich habe da schon so eine Idee. Und preislich passt es ganz gut zu einem kleinen Wichtelgeschenk.

Vielen Dank an Juliane Sophie Kayser für das Rezensionsexemplar

Cover von How I Met Your Grandfather von Juliane Sophie KayserAudio CD: 1 (Inkl. 20-seitiges Booklet)
Gesamtspielzeit: 54:51
Verlag: Atrius LC_10210
erschienen am 15. September 2017
ISBN-13: 978-3961113743
Preis: 12,99€
auch als download erhältlich

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