Books on Monday – Steven Camden

Vor ein paar Monaten habe ich mich mit diesem Beitrag für das heutige Buch beworben. Ende November zog das quietsch gelbe Buch dann bei mir ein. Da noch so viele Bücher auf meiner Leseliste standen komme ich erst jetzt zu meiner Rezension.

Press Play – Steven Camden

Was ich dir noch sagen wollte

Press Play

Hardcover
Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Seiten: 352
ISBN: 978-3-473-40126-0
Ravensburger Buchverlag
Hier für 16,99 € kaufen

Inhalt (Klappentext)

Das hier ist keine Liebesgeschichte. Es ist keine Zeitreisegeschichte. In diesem Buch gibt es keine Magie. Oder?

Ameliah findet ein altes Mixtape. Die Stimme darauf ist ihr seltsam vertraut. Doch woher kennt sie den Jungen bloß?
Ryan bespricht eine Kassette für das Mädchen, das er liebt. Denn er weiß, dass er sie nur wiedersehen wird, wenn sie seine Stimme nicht vergisst.
Ryan und Ameliah sind sich noch nie begegnet. Das glauben sie zumindest.
Das Universum weiß es besser. Und es wird sie wieder zusammenbringen. Mit dieser Kassette.

Autor (Quelle: Amazon)

Steven Camden zählt in Großbritannien zu den meist gefeierten Slam-Poets und bestreitet als „Polarbear“ auf der ganzen Welt Aufführungen. Er unterrichtet Kreatives Schreiben an Schulen und war die treibende Kraft hinter dem „Ministry of Stories“, einem Verband für Kinderkultur. 2013 gründete er die Kreativagentur BearheART. Geboren in Birmingham, lebt Steven Camden in London.

Meine Meinung

Als ich das erste Mal etwas von dem Buch „Press Play“ hörte, musste ich an meine Kindheit denken. Wie oft haben mein kleiner Bruder und ich ganz in Ruhe mit unserer Lego-Stadt gespielt und nebenbei lief der Kassettenrecorder und nahm auf. Wir fanden das lustig. Ich müsste mich mal  bei meinen Eltern umschauen, ob wohl eine dieser Aufnahmen noch existiert. Einmal hatten wir eine Kassette unserer großen Schwester in die Finger bekommen. So begann ihre damals neue Ärzte Kassette mit dem Gequassel ihrer kleinen Geschwister. Hin und wieder wird uns das mit einem Schmunzeln noch vorgehalten.

Mit diesem Hintergedanken war ich gespannt, was bei „Press Play“ wohl auf eine Kassette gesprochen wurde. Von dem gelb- blauen Cover war ich erst mal sehr begeistert. In blau die typische Ravensburger Ecke unten und passend die Kassette oben abgebildet. Sehr schön finde ich den Untertitel gestaltet, der als Band aus der Kassette läuft. Was waren das noch für Zeiten, wenn es mal wieder einen Bandsalat gab. Bei den heutigen MP3s ist das gar nicht mehr möglich.

Das Buch ist sehr schön aufgeteilt. Startet der Abschnitt mit dem Bild einer Kassette, dann kann ich fast schon hören, was auf die Kassette gesprochen wurde.
Die Aufnahmetaste weißt auf das Leben von Ryan hin. Immer wenn das Play Zeichen auftaucht erfahren wir etwas aus der Zeit, in der die Kassette besprochen wurde. Wie es Ryan mit seinem Stiefbruder ergangen ist und wie schüchtern er Mädchen gegenüber war.
Die Pausetaste unterbricht Ryans Leben und bringt mich zurück in die Gegenwart zu Ameliah. Sie fand in dem Nachlass von ihren verstorben Eltern eine Kiste mit Kassetten. Und lauscht einer ihr vermeintlich bekannten Stimme.

Ich finde es eine sehr schöne Geschichte, sie ließ mich abtauchen in meine eigene Jugend, in der es noch Kassetten gab. Heute haben die Kinder ja nur noch CDs oder MP3s. Für mich war es mal wieder ein gelungener Ausflug zu den Jugendbüchern. Für die Zielgruppe finde ich das Buch absolut empfehlenswert und auch für Erwachsene, die ein leichtes Buch für nebenbei suchen.

Vielen Dank an blogg dein Buch  und den Ravensburger Buchverlag für das Rezensionsexemplar.

Was ich dir schon immer sagen wollte

Bei „Blogg dein Buch“ bin ich auf die Aktion „Press Play – was ich dir schon immer sagen wollte“ gestossen. Ravensburger und BdB suchen Geschichten mit Herz. Wer mehr dazu wissen möchte einfach auf „Press Play“ oben klicken.

Meine Geschichte mit „Herz“ hat etwas mit der ersten großen Reise meines Teddys zu tun. Abgesehen von seinem Postweg zu mir.

Kalender 2016 Savanne

Im Juli 1998, direkt nach meinem Abschluss, fuhr ich mit dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund nach Nida in Litauen.  Mit dabei auf der 36-stündigen Seereise von Kiel nach Klaipeda war natürlich auch mein kleiner schottischer Freund.

Nach Schottland und Deutschland ist Litauen nun das dritte Land in das er reisen durfte.

Auf dieser Fahrt habe ich ein paar Freunde fürs Leben gefunden, unter anderem Judith, Maya und Torben.

Judith lernte ich erst an Bord kennen und wir waren von da an unzertrennbar. Darunter musste Torben ziemlich leiden. Maya habe ich so richtig erst auf späteren Reisen kennengelernt. In jenem Sommer war der Altersunterschied gefühlt einfach noch zu groß, dass sollte sich erst im nächsten Sommer ändern. Und Torben traf ich meines Wissens auch das erste Mal an Bord der Fähre. Das ist inzwischen schon so lange her.

Liebe Judith, ich erinnere mich sehr gerne an die Zeit in Litauen zurück, wie wir als Siamesische Zwillinge nicht nur Torben auf die Nerven gingen. Jetzt 17 Jahre später sehen wir uns viel zu selten. Und ich weiß, dass es dieses Jahr bestimmt nichts mehr wird mit einem Treffen. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir es 2016 mal wieder schaffen werden.

Liebe Maya, für ein paar Jahre warst du meine Sommer-Aktiv-Urlaubsbegleitung. Weißt du noch, wie wir an meinem 18. Geburtstag in Dingle auf dem Bahnhof gesessen haben? Oder besser gesagt, wie viele Tränen wir beide vergießen mussten, damit wir nicht 120 km radeln mussten, sondern die Variante Zug überhaupt möglich wurde. Mit dabei waren auch die anderen zwei. Ich glaube der Tag wird für ewig in Erinnerung bleiben. Jedem auf die ein oder andere Weise. Judith und ich haben zum ersten Mal einen Elch gesehen. Maya und ich starteten den Tag mit gemeinsamem Heulen. Und Torben sorgte mit ein paar anderen für Chips, Eis und Cidre in Dingle auf dem Bahnhof.

Lieber Torben, kannst du dich an die Rückfahrt von Litauen erinnern? Wie wir alle in deiner Kabine saßen, Bier tranken und deine Kulturtasche durchsuchten. Oh man, deine Tasche war mehr als doppelt so groß wie meine und der Inhalt sehr spannend. Auch wenn Sabine ein wichtiges Objekt, dass ich hier jetzt nicht nennen möchte, nicht fand. Mein Bierkrug von diesem Abend dient immer noch als Blumenvase, nur der Schriftzug ist durch häufiges Waschen langsam verblasst.

Mein größter Wunsch wäre, dass wir mal alle vier wieder zur gleichen Zeit im gleichen Land sind und dann auch einen Tag am selben Ort verbringen. Zu meinem nächsten Geburtstag werde ich versuchen euch zu finden. Vielleicht feiern wir ja meinen 35. Geburtstag, ähnlich wie meinen 18. mal wieder gemeinsam. Ich würde mich sehr freuen. Und vielleicht liest ja sogar einer von euch diesen Post, dann meldet euch doch bitte bei mir.

Die nächste Reise vom schottischen Teddy geht übrigens auf die Insel zurück.