Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten
heute mit dem Autorenduo Mia Moreno

Moin, mögt ihr euch meinen Lesern kurz vorstellen?
Hinter Mia Moreno stecken wir: Anna und Melanie, zwei befreundete Journalistinnen aus Berlin. Angefangen hat alles mit einer Unterhaltung auf einer Party, bei der wir feststellten, dass wir beide uns sehr gut vorstellen können, gemeinsam Romane zu schreiben. Aus dieser Idee wurden inzwischen mehrere Buchreihen, und obwohl wir schon mit einem Verlag gearbeitet haben, sind wir heute wieder überzeugte Selfpublisherinnen.
Beschreibt euch und euer Tun in fünf Worten.
Kreativ. Hartnäckig. Emotional. Neugierig. Teamwork.
Welches Genre schreibt ihr am liebsten – und warum genau dieses?
Ganz klar Romance – am liebsten mit Suspense-Elementen. Uns reizt die Mischung aus großen Gefühlen, Spannung und Figuren, die moralisch nicht immer eindeutig sind. Wir möchten Geschichten schreiben, die einen mitfiebern lassen und bei denen man das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legt.
Mein Lieblingsspruch ist: “Das Leben ist schön.” Was ist euer persönlicher Leitsatz?
“Perfekt ist langweilig.” Gerade beim Schreiben hilft uns dieser Gedanke. Eine Geschichte lebt von Fehlern, Ecken und Konflikten – genauso wie Menschen. Wir versuchen deshalb nicht, perfekte Figuren zu erschaffen, sondern glaubwürdige.
Habt ihr bestimmte Rituale oder Routinen, die euch beim Schreiben helfen?
Wir treffen uns meist einmal pro Woche und arbeiten dann möglichst den ganzen Tag zusammen. Das ist wichtig, weil wir uns dann austauschen. Wenn wir zu viel getrennt schreiben, kann es passieren, dass uns die Geschichte davon galoppiert. Dann sitzen wir gegenüber am Küchentisch, schreiben, lachen, streiten auch mal lautstark. Dieser Austausch ist uns das wichtigste.

Welche Recherche für eines eurer Bücher war bisher die aufwändigste oder ungewöhnlichste?
Für „The Club“ haben wir unzählige Stunden damit verbracht, uns mit exklusiven Privatclubs, ihren Traditionen, Etikette und Machtstrukturen zu beschäftigen. Vieles davon findet man nicht in einem einzigen Artikel, sondern muss man sich aus verschiedenen Quellen zusammensetzen. Gleichzeitig war uns wichtig, daraus keine Dokumentation zu machen, sondern eine glaubwürdige Romanwelt.
Es macht Spaß, sich in neue Themen einzuarbeiten. Unser vorletztes Buch „The Darkness We Hide“ beispielsweise spielt zum Teil in Montenegro. Leider haben wir es nicht geschafft, dorthin zu fliegen. Also haben wir mit Google Streetview die Gegend erkundet und mussten uns so aushelfen. Oft denken wir beim Plotten „Das glaubt uns doch kein Menschen“ – und dann stolpert eine von uns über einen Zeitungsartikel, der noch viel absurder ist als das, was wir uns ausgedacht haben.
Wie geht ihr mit Schreibblockaden um?
Zum Glück haben wir als Duo einen Vorteil: Wenn eine von uns festhängt, übernimmt oft die andere. Meist merken wir schnell, dass gar keine echte Schreibblockade dahintersteckt, sondern dass mit der Szene oder der Motivation einer Figur etwas nicht stimmt. Dann gehen wir einen Schritt zurück und suchen die eigentliche Ursache.
Wie entscheidet ihr, wessen Idee es in die Geschichte schafft – und wessen nicht?
Lautstark. Nein, Spaß beiseite. Gar nicht nach dem Motto “meine” oder “deine”. Wir fragen uns immer: Welche Idee macht die Geschichte besser? Manchmal setzen wir beide unsere Lieblingsidee nicht durch, weil unterwegs eine dritte entsteht, die am Ende einfach stärker ist. Das Ego muss beim gemeinsamen Schreiben draußen bleiben.
Was kann ein Autorenduo besser als ein Einzelautor – und was ist schwieriger?
Zu zweit entdeckt man Plotlöcher schneller, entwickelt Figuren oft tiefer und verliert seltener den roten Faden. Schwieriger ist, dass man sich ständig abstimmen muss. Man kann nicht einfach drauflosschreiben – aber genau dadurch werden unsere Geschichten meistens besser. Wir können uns gar nicht vorstellen, wie es ist, alleine zu schreiben. Der Austausch macht den Unterschied.

Woran arbeitet ihr aktuell? Mögt ihr uns einen kleinen Einblick geben?
Aktuell dreht sich bei uns alles um „The Club“, einem exklusiven Eliteclub in Berlin, der zumindest am Anfang von mächtigen Männern dominiert wird. Aber das ändert sich schnell ;)
Die Reihe ist auf mehrere Bände angelegt und wir wissen schon jetzt viel mehr über die Figuren, als die Leser bisher ahnen. Gleichzeitig planen wir bereits die nächsten Projekte – Ideen gehen uns zum Glück nie aus.

Liebe Anna, Liebe Melanie vielen Dank, dass ihr euch meinen Fragen gestellt habt. Ich bin jetzt wirklich neugierig auf The Club.

Entdecke mehr von Kerstins Kartenwerkstatt
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
