Mittelmeerkreuzfahrt: Erlebnisse und Highlights mit AIDA Stella

Heute ist Tag der Checklisten. Für jeden Urlaub fertige ich diverse Checklisten an. Was muss mit? Was wollen wir uns ansehen? Was machen wir an welchem Tag? Das habe ich auch diesmal alles ausgefüllt, zum Teil mit kreativer Unterstützung von ChatGPT. Doch will ich dir hier jetzt nicht meine schnöden Checklisten präsentieren, sondern ich möchte dir einen kurzen Bericht von unserer Mittelmeerkreuzfahrt geben.
Mein Mann und ich waren zehn Tage auf der AIDAstella im Mittelmeer unterwegs. Wobei ich mir immer die Frage stelle: Heißt es jetzt im Mittelmeer oder auf dem Mittelmeer? Wenn du eine Antwort darauf hast, lass sie gerne in den Kommentaren.
Diesmal waren wir geplant nicht alleine unterwegs, sondern trafen uns auf dem Schiff mit drei anderen Paaren, die wir in den letzten Jahren immer wieder zufällig im Urlaub getroffen haben. Im letzten November, bei der Überfahrt in die Karibik, wurde beschlossen, das nächste Mal absichtlich zusammen in den Urlaub zu fahren. Gesagt, getan. Während die anderen alle schon gegen Mittag auf dem Schiff waren, landeten wir erst nach drei in Palma de Mallorca und nahmen dann direkt den Transfer zum Hafen.
Der Check-in vollzog sich nahezu ohne Anstehen, und so waren wir schwups die wups schon auf dem Schiff. Unsere Kabine war auch schon fertig, also ging der erste Gang dorthin. Hier habe ich mich erst mal meiner langen Klamotten entledigt und mir die sommerlichen aus dem Handgepäck angezogen. Als wir gerade aufbrechen wollten für das erste Getränk an der Ocean Bar, klopfte es auch schon, und die Koffer standen parat. Also kurze Planänderung: Erst mal Koffer auspacken, denn wenn das fertig ist, kann der Urlaub direkt starten. So war dann auch schon Zeit für unseren Sicherheitscheck auf Deck fünf. Das Timing war diesmal einfach perfekt.
Als das Formelle erledigt war, ging es in besagte Ocean Bar auf Deck 12. Je mit einem rötlichen Getränk stießen wir zwei auf unseren Urlaub an und freuten uns darauf, bald die anderen zu treffen. Die ganze Reisegruppe trafen wir schon abends beim Essen draußen auf Deck 10. Es war ein großes Hallo und ein freudiges Wiedersehen. Wir fühlten uns in der Runde direkt wieder wohl. Ich hatte das Gefühl, es war gerade erst gestern gewesen, als wir uns zuletzt gesehen haben, und nicht schon fast ein Jahr her.
So wurde der erste Abend ein langer Abend in der Stella Bar auf Deck 9. Dort bezogen wir einen Platz am Tresen, der von da an dafür sorgte, dass wir uns spätestens am Abend zu acht wiederfanden, weil nicht alle zur Fraktion „Wir essen draußen“ gehörten.
Der erste richtige Urlaubstag startete mit einem Seetag. Ich habe meine Tasche mit Buch und Sonnenbrille gepackt und mich wie gewohnt draußen auf Deck 12 häuslich eingerichtet. Schon nach wenigen Tagen sollte der Kellner da oben wissen, was ich im Laufe des Tages so trinke.
Doch bevor ich mich hier in meinen Gewohnheiten an Bord verliere, möchte ich dir noch ein wenig von unseren Ausflügen und unseren Erfahrungen mit der italienischen Bahn berichten.
Den ersten Landgang in Olbia genossen wir noch ganz ohne Sightseeing. Wir nahmen vom Hafen einfach den Bus zum Strand und ließen uns dort die Sonne auf den Bauch scheinen. Abwechselnd schwammen wir im Meer, während der andere auf die Wertsachen aufpasste. Es war einfach ein Tag ganz nach meinem Geschmack.
Am Tag darauf lagen wir direkt in Neapel, sodass wir einfach zu Fuß in die Stadt gehen konnten. Hier buchten wir spontan eine Untergrundführung. Dank Google fanden wir den Weg zum Zugang zu den Aquädukten unter der Stadt. Bei der Buchung war mir allerdings ein kleiner Fehler unterlaufen. Im ersten Versuch wollte das System meine Kreditkarte nicht nehmen. Lag vermutlich am Bediener selbst, aber das gebe ich nur hier zu. Beim zweiten Versuch muss ich zu schnell geklickt haben, und so hatten wir Tickets für die Führung auf Italienisch. Wir hatten uns schon darauf eingestellt, die Führung mit den neuen Kopfhörern von meinem Mann bestreiten zu müssen. Doch ich habe beim Einlass mein Problem bei der Buchung geschildert, und so durften wir doch bei der englischen Tour mitmachen. Ein Glück für mich, so konnte ich der Führung gut folgen. Mein Mann setzte trotzdem die Kopfhörer ein, sein Fazit am Ende war: Die Übersetzung ist ausbaufähig. Danach schlenderten wir noch ein wenig durch die Stadt auf dem Weg zurück zum Schiff.
Am Folgetag lagen wir in Civitavecchia im Hafen. Von hier aus gab es einen Shuttle direkt zum Bahnhof. Über die italienische Bahn-App hatte ich uns zuvor Tickets nach Rom gebucht. Allerdings kamen wir mit dem Bus viel schneller an, als wir zunächst zu Fuß eingeplant hatten. So musste ich das Ticket umbuchen, was dort plus minus zwei Stunden gar kein Problem ist. Das fand ich super praktisch. Für die Züge, die wir gebucht hatten, gab es jeweils ein Kontingent an Sitzplätzen, und genau diese Anzahl an Tickets konnte gekauft werden. Wenn sich die Pläne änderten, konnte man seine Verbindung in der App ganz einfach hin und herschieben. Und so konnten wir direkt in den nächsten Zug nach Rom steigen.
Nach gut einer Stunde kamen wir am Bahnhof in unmittelbarer Nähe zum Petersdom an. Hier mussten wir uns kurz orientieren, wo unser Eingang zu unserem gebuchten Zugang zur Kuppel war. Den zur Sicherheitsschleuse fanden wir relativ schnell, den zur Kuppel fanden wir nicht direkt und nahmen dann den auf der anderen Seite. Mit ein bisschen Reden akzeptierten sie auch dort unser Ticket. Könnte aber auch daran gelegen haben, dass der außer „left“ und „right“ nicht viel mehr Englisch konnte und auf meine Frage, wo denn links, immer wieder nur „links“ sagte und ein anderer uns dann einfach durchwinkte.
Oben auf der Kuppel angekommen, hatten wir einen wunderbaren Ausblick über Rom. Es herrschte aber auch ein Mega-Gedränge, sodass man nur bedingt Fotos machen konnte. Unten im Petersdom sollte das Gedränge nicht wirklich weniger werden. Ja, es ist schön, es mal gesehen zu haben, aber da gibt es für mich persönlich sehr viel schönere Kirchen auf der Welt, die man sich mit mehr Ruhe ansehen kann und in denen man noch so was wie Ehrfurcht und Respekt erlebt. Hier waren Dutzende Reisegruppen unterwegs, und es war für eine Kirche einfach nur laut.
Ja, ich selbst gehörte auch zu den Touristen, die hier einfach nur mal schauen wollten, aber wir hatten uns extra lange Hosen und entsprechend auch T-Shirts angezogen, die die Schultern bedeckten. Die Masse hatte kurze Hosen an, und hier und da sah man auch Spaghettiträger. Es wurden zwar Tücher zum Schulterbedecken gereicht, doch wurden diese kurz nach dem Eingang meist wieder abgelegt, was ich einfach respektlos finde. Aber Respekt ist leider nicht mehr selbstverständlich. Also, ich muss hier nicht noch mal hin. Da fahre ich lieber noch mal nach Santiago de Compostela, die Kirche hat wirklich etwas, und dort spürte man die Ehrfurcht bei den Menschen sehr viel mehr, auch wenn es dort durch die Pilger voll war. Aber die haben eine andere Intention als die bloßen Touristen. Ich will mich hier jetzt aber gar nicht weiter darüber auslassen.
Vom Petersdom ging es für uns noch zum Trevi-Brunnen. Auf dem Weg dorthin gönnten wir uns bei Venchi ein Eis. Ich glaube, ich habe noch nie so viel Geld für ein Eis in der Waffel auf die Hand ausgegeben, geschweige denn, dass ich dafür schon mal so lange angestanden habe. Aber es hat sich gelohnt, und die Atmosphäre dort war einfach schön. Wir wählten beide eine Waffel, gefüllt mit flüssiger Schokolade und einem Crunchy-Rand. Dazu nahm ich drei Kugeln und mein Mann vier. Wobei mir zwei auch im Nachhinein vollkommen gereicht hätten. Aber bei den ganzen Sorten konnte ich mich so schlecht entscheiden. Das Geld war es allemal wert, und ich würde beim nächsten Besuch hier wieder eine halbe Stunde anstehen für das ganz besondere Erlebnis.
Voller Eindrücke fuhren wir dann etwas früher als geplant wieder mit der Bahn zurück zum Hafen. Dank der Verschiebefunktion in der Bahn-App konnte ich unser Ticket ganz einfach auf einen anderen Zug legen, und schon ging es zurück zum Schiff. So nutzen wir die App direkt im nächsten Hafen wieder.
Von Livorno nahmen wir ebenfalls die Bahn. Hier hieß unser Ziel Pisa. Ich hatte uns vorab ein Ticket mit Zeitslot für den Turm von Pisa gekauft. Da auch die italienische Bahn leider Verspätung haben kann, kamen wir erst um kurz nach zwölf am Turm an. Wir durften dann noch schnell den Rucksack einschließen und unseren Zeitslot von 12 Uhr noch einnehmen. Und ich muss sagen, es hat sich echt gelohnt. Es war eine ganz besondere Erfahrung, die Treppen hinaufzugehen. Man spürte direkt, auf welcher Seite des Turms man gerade war. Hier herrschte zum Glück kein Gedränge, sondern wir hatten wirklich Zeit, in Ruhe oben Bilder zu machen, und konnten dann auch ganz ohne Gegenverkehr wieder runtergehen. Im Gegensatz zum Petersdom gestern war das einfach nur schön. Wir haben dann auch allen weiteren Gebäuden auf dem Gelände einen Besuch abgestattet.
Hier habe ich dann einfach mal eine Runde Bücher fotografiert. Geh einfach mal durch antike Stätten oder über alte Friedhöfe mit dem Ziel, Bücher zu fotografieren. Du glaubst gar nicht, wie viele du da findest. Ich habe hier den ein oder anderen Sarkophag gefunden, wo ein oder sogar mehr Bücher drauf zu sehen waren. Alle in feiner Handarbeit aus Stein gehauen. Im Urlaub habe ich übrigens immer wieder den Tick, dass ich Statuen und Co. fotografieren muss, die irgendwas mit meiner Liebe zu Büchern zu tun haben. Was musst du im Urlaub unbedingt fotografieren?
Von Livorno aus ging es mit dem Schiff weiter in die Stadt der Filmfestspiele. Wir gelangten via Tender nach Cannes und sind da ein wenig durch die Straßen geschlendert. Nach drei Tagen italienischer Kultur war uns einfach nur nach Spaziergang und den Tag genießen.
Diese Stimmung hielt am nächsten Tag im Hafen von Marseille an. Hier hatten wir die Option, mit einem Shuttle für 19 € pro Nase in die Stadt zu fahren. Das war es uns nicht wirklich wert, außerdem war die Luft nach Sightseeing einfach raus. So haben wir quasi einen Seetag eingelegt und einfach den Tag an Bord genossen. Ich mag diese Ruhe auf dem Schiff an Landgangtagen. Das war nicht der erste freiwillige „Seetag“, den ich im Hafen verbracht habe, und wird bestimmt auch nicht der letzte gewesen sein. So konnte ich ganz in Ruhe auf meinem Lieblingsplatz in der Sonne sitzen und lesen.
Danach folgte ein richtiger Seetag, der ein wenig windig und auch deutlich kälter daherkam. Morgens wollte die Sonne so gar nicht aus den Wolken herausschauen, sodass wir zum Mittagessen zum ersten Mal drinnen saßen. Das war auch unserer Reisegruppe geschuldet, denn die hatten sich alle im Marktrestaurant eingefunden, und so kamen wir auch mal in dieses Buffetrestaurant, was sonst so gar nicht auf unserem Plan steht.
Am nächsten Tag kam die Sonne dann wieder in voller Kraft zurück. Wir kosteten sie noch mal in vollen Zügen aus und machten uns in Ibiza-Stadt vom Anleger zu Fuß auf den Weg in die Altstadt. Auf dem Weg kamen wir an den unterschiedlichsten Hotels vorbei. In der Altstadt angekommen, erklommen wir den Weg bis nach oben zu den Burgmauern und genossen den Ausblick. Danach ging es einfach durch die vielen kleinen Gassen auf der Mission: neue Cappie. Meine Basecap ist schon ein paar Jahre alt und hat inzwischen echt gelitten. Sie erinnert mich immer wieder an schöne Tage in der Karibik. Ich glaube, ich habe sie bei unserer spontanen Reise 2019 gekauft. Die Reise hatte es in sich. Ich sage nur: Pleiten, Pech und Pannen, aber lies am besten selbst.
Nun habe ich neben meiner rosa St.-Maarten-Cappie auch eine von Ibiza in einem pink-beigen Muster.
Mit der neuen Kappe im Gepäck ging es die 3 km auch wieder zurück zum Schiff. Insgesamt waren wir fast 12 km zu Fuß unterwegs gewesen. Das sollten dann auch die letzten Schritte gewesen sein. Auf dem Schiff ließen wir den Abend mit unserer Reisegruppe an gewohnter Bar ausklingen. Ich hoffe, wir sehen uns alle noch mal wieder. Aktuell haben wir noch keine gemeinsame Reise ausgemacht, aber ich denke, wir werden uns vielleicht auch einfach mal in Deutschland besuchen.
Während wir am letzten Tag ganz entspannt gegen neun zum Frühstücken gingen, um den Tag noch ein wenig durch Palma de Mallorca zu spazieren, war unsere Reisegruppe schon im Flieger nach Hause.
Unser Heimflug verzögerte sich ein wenig, sodass wir erst gegen 23 Uhr in Düsseldorf landeten. Hier sollten sich die Wege von meinem Mann und mir trennen, da er mit dem Auto in seine Wohnung gen Süden fuhr und ich mit der Bahn nach Hause fahren wollte. Da ich ja ab und zu mal brav auf meinen Mann höre, blieb ich erst mal im Flughafengebäude und trank noch einen Kaffee bei der goldenen Möwe. Mein Zug war für drei Uhr morgens geplant. Gegen eins habe ich dann gedacht, ich mach mich mal auf Richtung Bahnhof. Der Skytrain in Düsseldorf stellt übrigens seinen Dienst zwischen 0:45 Uhr und 3:45 Uhr ein. Nun stand ich da mit einem großen Koffer und einem Zugticket.
Da ich in der Regel selbst ist die Frau bin und einem Fußweg auch nicht abgeneigt bin, bin ich zu Fuß losgezogen auf dem Weg zum Bahnhof. Der war erst mal gar nicht ausgeschildert, weil alle Schilder nur zum Skytrain führten und der fuhr ja bekanntlich nicht mehr. Also habe ich versucht, mit Google zum Bahnhof zu kommen. Das hat auch funktioniert, aber so weit nach Mitternacht als Frau mit Koffer alleine dort durch die Gegend zu gehen, war vermutlich nicht die beste Idee. Außerdem hatte ich nicht den besten Punkt auf meiner Karte bei Google ausgewählt, weil der Weg aus der anderen Richtung etwas kürzer gewesen wäre. Aber egal, so bin ich gute 3 km durch die Nacht gezogen mit meinem großen Reisekoffer. Und durfte am Bahnhof dann noch einen Polizeieinsatz erleben. So viel zum Thema: „Schatz, bleib besser im Flughafen, da bist du sicher.“ Die Fahrt mit dem Skytrain zum Bahnhof wäre auf jeden Fall sicherer gewesen. Aber am Ende heißt es einfach: Ich bin gut angekommen, und es ist nichts passiert.
Im Zug durfte ich dann erst mal einen schlafenden Menschen von meinem Sitzplatz entfernen. Der Zug war komplett voll, die Leute lagen auch schon in den Flächen, die für Kinderwagen gedacht sind. Da war mir die Ticketbuchung in Italien deutlich lieber, aber dazu habe ich ja oben schon etwas geschrieben.
Fazit: Wir hatten eine tolle Mittelmeerkreuzfahrt. Das Wetter hat bis auf einen Tag voll und ganz mitgespielt, und so habe ich meinen Vorrat an Sonnencreme gut verbraucht. Besonders schön war aber das Wiedersehen mit unserer Reisegruppe. Wer weiß, wie oft wir noch gemeinsam in Urlaub fahren können.








