Nicht immer alles geben. Wie wir arbeiten ohne auszubrennen von Neşe Oktay-Gür und Fee Kalter

Meine Meinung
Das Buch ist auf den ersten Blick für mich ein Sachbuch. Auf einem lila Hintergrund steht in rosa silbernen Großbuchstaben der Titel des Ratgebers. Der Untertitel findet sich am unteren Rand in einer silbrigen Wolke wieder. Für mich ein schlichtes Cover, das den Fokus direkt auf das Wichtigste lenkt, nämlich den Titel des Buches.
„Nicht immer alles geben – Wie wir arbeiten, ohne auszubrennen“ von Dr. Neşe Oktay-Gür und Fee Kalter erschien im Leykam Verlag. Mit dem Buch zeigen die zwei Psychologinnen auf, wie wir auf der Arbeit erschöpfen und was wir tun können, um aus dem Teufelskreis wieder auszubrechen. Dabei zeigen sie nicht mit einem Finger auf einen und geben auch nicht den ultimativen Weg vor, sondern zeigen auf, wie es gehen könnte.
„Für Menschen, die ambitioniert sind, die weiter kommen wollen und die gelernt haben, immer alles zu geben.“
Mich erreichte das Buch genau zum richtigen Zeitpunkt. Für mich ging auf der Arbeit nichts mehr. Ich hatte mich an einen Punkt manövriert, an dem mein Körper sagte: „Ich kann nicht mehr, ich brauche eine Pause.“ Das Jonglieren mit zahlreichen Aufgaben zur gleichen Zeit hat mich nach und nach ausgelaugt. Auf dem Weg, immer mehr Dinge gleichzeitig zu erledigen, hatte ich den Fokus auf das Wesentliche vergessen: mich selbst. Zusammen mit diesem Buch, zwei Wochen verschriebener Auszeit und einem langen Brief an meine Arbeitskollegen habe ich für mich einen Weg gesucht, meinen inneren Perfektionismus, meine Auffassung von Arbeit und das tägliche Pensum auf einen Nenner zu bringen. Viel tiefer möchte ich hier gar nicht ins Detail gehen.
„Die Erschöpfung, die viele Menschen teilen, entsteht aus systemischer Überlastung, nicht aus individuellem Versagen.“
Was ich spannend und hilfreich zugleich fand, waren die vielen kleinen Übungen und Denkanstöße in dem Buch. Beim Lesen darfst du selbst entscheiden, ob du die Übung direkt machen möchtest oder zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommst. Nach dem Prinzip „alles darf, aber nichts muss“ habe ich mich von Kapitel zu Kapitel bewegt und meine Schlüsse für meine ganz persönliche Situation daraus gezogen. Zunächst darfst du die einzelnen Bausteine kennenlernen, die zu Stress führen können, wobei hier sehr deutlich wird, dass jeder ein ganz individuelles Stresslevel hat. Denn jeder reagiert anders auf die einzelnen Bausteine, weil er ganz individuelle Voraussetzungen mitbringt. So kann ein und dieselbe Situation für fünf Menschen ganz unterschiedlich aufgefasst werden. Ein Aspekt, den ich bei der Arbeit immer wieder feststellen kann und der durchaus Konfliktpotenzial bereithält.
Folgendes Zitat hat mir die Augen geöffnet, da ich mich darin total wiederfinde und es ein großer Auslöser für meine aktuelle Situation ist.
„Wir stellen eigene Bedürfnisse zurück – weil andere etwas brauchen, weil gerade viel los ist oder weil wir glauben, noch nicht »dran« zu sein.“
Womit wir beim Thema Selbstwert und auch Selbstliebe sind. Dazu findest du ebenfalls einen Abschnitt, der zum Nachdenken und An-sich-Arbeiten anregt. Außerdem gibt es, wie oben schon erwähnt, immer wieder kleine Übungen, um das Gelesene zu verarbeiten oder aber auch einfach, um sich selbst zu stärken und aus Situationen herauszuholen, bevor sie in Erschöpfung und Stress ausarten. Ich habe mir die kleinen Wahrnehmungs- und Atemübungen herausgepickt, weil sie einfach in der Handhabung sind und man sie zwischendurch immer wieder anwenden kann.
„Orientierung ist der erste Schritt zu einem bewussteren Umgang mit dir selbst.“
Hast du das Gefühl, gerade auszubrennen? Wächst dir die Arbeit oder aber auch dein Umfeld gerade über den Kopf? Dann habe ich hier ein Buch für dich, mit dem du den Fokus wieder auf dich selbst lenken kannst, ohne endgültig auszubrennen. „Nicht immer alles geben“ von Dr. Neşe Oktay-Gür und Fee Kalter zeigt genau das, was der Titel verspricht. Du findest in dem Buch Anregungen und Beispiele für das Ausbrennen auf der Arbeit und wie du wirksam dagegen vorgehen kannst. Ich habe das Buch förmlich inhaliert, um für mich aus einer akuten Situation wieder auftauchen zu können. Die einzelnen Übungen haben mir dabei geholfen, wieder etwas Licht am Ende des Tunnels zu sehen und wie ich Schritt für Schritt aus dem Teufelskreislauf ausbrechen kann. Wenn du dich beim Titel schon direkt wiedererkennst, dann ist das Buch genau das Richtige für dich. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung. Und wer ein wenig mehr über die Autorinnen erfahren möchte, findet diese unter anderem auf Instagram, wo sie ihre Motivation zum Schreiben dieses Buches kundtun.
Inhaltsangabe
Ein anderes Arbeiten ist möglich – Zwei Psychologinnen zeigen den Weg zu einem gesünderen Arbeiten.
Viele von uns kennen es: Die Deadline rückt immer näher, ein übervolles E-Mail-Postfach, bis spät in die Nacht noch vor dem Rechner sitzen und dann noch diese vielen Meetings. Doch Arbeit kann sich auch ganz anders anfühlen. Das zeigen Fee Kalter und Neşe Oktay-Gür in ihrem ersten gemeinsamen Buch. Die beiden Psychologinnen und Gründerinnen von NAP! wissen, wie man der Hustle-Culture entkommt. Bewusste Pausen, das Zauberwort »Nein« oder innere Klarheit sind dabei nur einige Bausteine auf dem Weg zu einem gesünderen Verhältnis zur Arbeit. Denn eins ist sicher: Erfolg und Wohlbefinden muss sich nicht ausschließen. »Wir legen offen, was dich erschöpft.«
Bibliografie

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Autor: Neşe Oktay-Gür und Fee Kalter
Genre: Ratgeber
Verlag: Leykam
ISBN/ ASIN: 978-3701184200
Erscheinungsdatum: 14. September 2026
Format: gebundenes Buch u.a. bei Amazon erhältlich*
Seitenzahl: 280
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Es wurde mir von Leykam über Netgalley zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
Quellen: Klappentext und Cover Original: ©Leykam
