Kerstin fragt … Autoren, Blogger und Sprecher antworten
heute mit Jana Kühn

Moin, magst du dich meinen Lesern kurz vorstellen?
Hallo! Ich bin Jana, Autorin und Texterin aus der Nähe von Heidelberg. In meinen Geschichten nehme ich dich mit auf kleine und große Reisen, die berühren, zum Schmunzeln bringen und manchmal auch zum Nachdenken. Am liebsten schreibe ich über mein Sehnsuchtsland Australien, so auch in meinem Debütroman „Zurück zu uns“. Wenn ich gerade nicht an meinen Projekten sitze, gehe ich meinem tollen Hauptjob in einer gemeinnützigen Organisation nach oder erkunde mit meiner Familie neue Orte in Deutschland und der Welt.
Beschreibe dich und dein Tun in 5 Worten.
Kreativ. Neugierig. Einfühlsam. Reiselustig. Gesellig.
Mit welcher Buchfigur würdest du gerne einen Tag verbringen, und was würdet ihr zusammen unternehmen?
Tatsächlich würde ich gerne mal einen Tag mit Mina, der Protagonistin aus meinem Roman „Zurück zu uns“, verbringen. Ich würde ihr genau über die Schulter schauen, wie sie den Alltag als Hotelbesitzerin meistert und mich unter die Gäste mischen. Da ich selbst mal in einem Hotel gearbeitet habe, das mir als Inspiration für das „Monte“ diente, wäre es interessant für mich zu beobachten, wie sich die Gäste in Minas Hotel verhalten und ob es sich wirklich so heimelig anfühlt. Ich würde verschiedene Sprachen sprechen, so wie auf meinen längeren Reisen früher, und mich wahrscheinlich direkt als Mitarbeiterin im „Monte“ bewerben. Wenn Mina Feierabend hat, würden wir es uns mit einem Rosé im Hotelgarten gemütlich machen, die startenden bzw. landenden Flugzeuge am Frankfurter Flughafen beobachten und über das Leben philosophieren – wahrscheinlich auch über die Männer. ;-)
Was andere Buchfiguren angeht, würde ich gerne einen Tag mit Fred und George in Hogwarts verbringen und mit ihnen gemeinsam das Schloss entdecken – und dabei mit Bauchschmerzen vor Lachen in die magische Welt eintauchen.
Mein Lieblingsspruch ist: „Das Leben ist schön.“ Was ist dein persönlicher Leitsatz oder Spruch, der dir an stressigen Tagen hilft?
Mein Leitsatz ist „Ich tue, was ich kann“: Ich tendiere dazu, mehrere große Ideen und Vorhaben auf einmal unter einen Hut bringen zu wollen. Das funktioniert aber nicht. Also sage ich mir so oft es geht, dass ich bereits alles tue, was mir möglich ist, und das ist genau richtig so. Dieser Leitsatz lässt sich neben dem Schreiben übrigens auch auf alle anderen Bereiche meines Lebens übertragen. Prioritäten setzen sehe ich als meine persönliche Herausforderung.
Was wolltest du schon immer mal verraten, hattest aber noch nie die Gelegenheit dazu? Hier ist deine Bühne!
Als eine Person, die schon in frühen Jahren viele Orte auf unserer Welt bereisen durfte, bin ich auch eine Autorin mit diesem Privileg. Mein Anspruch ans Schreiben ist es daher, eine Perspektive einzunehmen, die verschiedene Lebensrealitäten einbezieht – und eben auch Konflikte, die uns in Deutschland nicht unbedingt bekannt sind. Reisen ist nicht nur Spaß, sondern sollte auch einen Lerneffekt haben. Inspirierend finde ich in diesem Zusammenhang die Werke von lateinamerikanischen Schriftstellenden, die die Themen ihrer Zeit auf besonders eindrückliche Art und Weise durch das Schreiben verarbeitet haben, z. B. von Gabriela Mistral in Chile oder Paulo Coelho in Brasilien. Häufig rufe ich mir ihre Perspektive vor Augen, wenn ich in meinen Texten etwas zwischen den Zeilen transportieren will, wofür es mir hier in Deutschland an Inspiration fehlt. Überhaupt ist es so: Auch wenn ich am liebsten über Australien schreibe, haben mich die lateinamerikanische Kultur und Lebensphilosophie mehr geprägt als alle anderen Erfahrungen, die ich im Ausland gemacht habe. Darüber bin ich sehr froh und dankbar, denn sie schenken mir so viel Leichtigkeit und Freude an dem, was ich tue.
Magst du in drei Sätzen neugierig auf dein aktuelles Buch machen?
Sehr gerne mache ich euch neugierig auf meinen Debütroman „Zurück zu uns“:
Nach dem Ende ihrer langjährigen Beziehung zu Alex stürzt sich Mina in die Renovierung ihres kleinen Hotels, das ihr Traum und Neuanfang zugleich ist. Unterstützt bekommt sie vom australischen Backpacker Sam. Doch während sie gemeinsam neue Mauern errichten, merkt Mina, dass auch in ihr selbst einiges aufgeräumt werden muss – und dass alte Gefühle manchmal hartnäckiger sind, als man denkt.

Hast du bestimmte Rituale oder Routinen, die dir beim Schreiben helfen?
Grundsätzlich hilft es mir sehr, wenn ich keinen Zeitdruck habe. Mal abends schnell eine Stunde ein To-do abarbeiten oder in der Mittagspause eine bestimmte Szene … Das funktioniert für mich nicht so gut. Klar, manchmal ergeben sich spontane Ideen und ich bringe sie auch zwischen zwei Terminen auf Papier. Doch wenn ich weiß, dass ich mir mehrere Stunden nur fürs Schreiben geblockt habe, ist das für mich sehr befreiend. Dann mache ich es mir auf dem Sofa mit einer Tasse Tee oder Kaffee gemütlich und schreibe los. Wenn ich mal nicht weiterkomme, schaue ich mir ein Video oder Bilder von den Orten an, die mit der Geschichte zu tun haben. Oder ich schließe meine Augen und grabe in meinen Erinnerungen – am besten mit der passenden Musik im Ohr. Wichtig ist es für mich nach jeder Schreibsession, den Fortschritt zu feiern. Dazu zählen z. B. Quality Time mit meiner Familie oder Freunden, ein Spaziergang, um den Kopf freizubekommen oder einfach eine spannende Serie, die ich mit der Arbeit im Rücken besonders entspannt schauen kann.
Welche Recherche für eines deiner Bücher war bisher die aufwändigste oder ungewöhnlichste?
Für meinen zweiten Roman, an dem ich derzeit arbeite, bin ich buchstäblich ans andere Ende der Welt geflogen. Die vielen Eindrücke finden sich nun in der Handlung und in den Figuren wieder, die mir bereits nach wenigen Kapiteln ans Herz gewachsen sind. Während des Schreibens fallen mir immer wieder neue Kleinigkeiten ein, die es unbedingt ins Buch schaffen sollten. Da heißt es: Prioritäten setzen. Notfalls muss halt ein dritter Roman her!
Woran arbeitest du aktuell? Magst du uns einen kleinen Einblick geben?
Aktuell arbeite ich an meinem zweiten Roman und an diversen kleineren Schreibprojekten. Ein Roman ist – wie ich erst letztens feststellen durfte – ein wahnsinnig großes Projekt. Auf mehreren hundert Seiten eine neue Welt zu erschaffen, das nimmt nicht nur eine Menge Zeit und Geld in Anspruch – es verlangt alles von uns Autor:innen. Darum ist es mir wichtig, auch in der Zwischenzeit zu veröffentlichen, z. B. im Rahmen von Schreibwettbewerben. Hier findet ihr eine Übersicht über alle meine Projekte: https://zeilenwende.de/portfolio/. Außerdem habe ich seit einigen Monaten eine Idee, wie ich weitere Stärken von mir mit dem Schreiben verknüpfen könnte. Ein großes Ziel für 2026 ist es, diese Idee auszuarbeiten. Sobald es hier Neuigkeiten gibt, lasse ich es euch natürlich sofort wissen!

Was ist dein wichtigster Tipp für angehende Autoren?
Legt den Drang nach Perfektion ab. Alles „richtig“ machen zu wollen, hat mich schon so oft in meinem Schreibprozess gehemmt und heftige Schreibblockaden ausgelöst. Manchmal wollte ich mein Manuskript nicht einmal mehr ansehen. Mittlerweile habe ich gelernt, das Schreiben lockerer anzugehen. Disziplin ist wichtig, aber wenn Spaß und Leichtigkeit fehlen, dann vergisst man schnell, worum es wirklich geht: eine ganz besondere Leidenschaft, die uns Autor:innen so viel Freude und Sinn geben kann.
Liebe Jana vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Ich freue mich schon darauf, in kürze mit deinem Debütroman zu starten. Ich begleite dich übrigens mit zu Fred und George, das wird bestimmt lustig.

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