Von A wie Autor bis Z wie Zeitung: Kerstins Gedanken zum geschriebenen Wort

Von A wie Autor bis Z wie Zeitung

Kerstins Gedanken zum geschriebenen Wort

Von A wie Autor bis Z wie Zeitung: Kerstins Gedanken zum geschriebenen Wort

E wie Erzähler

Jedes Buch hat einen Erzähler, der die Geschichte erzählt. Dabei gibt es verschiedene Formen, die ich dir weiter unter kurz vorstellen möchte. Ich habe keine Präferenz der Erzählperspektive. Ich finde jede Erzählform hat seine Berechtigung und kann den Leser in seinen Bann ziehen. Wobei ich bei der Ich- Form die tiefe der Emotionen sehr gut finde. Besonders spannend ist diese Perspektive in Thrillern, wenn sie für die Täter bzw. Opfer genutzt wird und ansonsten das geschehen aus der dritten Person erzählt wird.

Jetzt habe ich schon mit einigen Begriffen um mich geschmissen, die ich dir auch kurz erklären möchte. Wobei ich hier keine wissenschaftlich korrekte Abhandlung schreiben möchte, sondern nur kurz und knapp zusammenstellen was es gibt. Jeder Germanist möge mir da meine Laienhafte Darstellung verzeihen. Ich habe ein naturwissenschaftliches Studium absolviert und mich eher weniger mit der Sprache und dessen Hintergrund beschäftigt.

Es gibt im Prinzip drei Erzählperspektiven: Auktorialer-, Personaler- und Neutraler Erzähler, die jeweils als Er- bzw. Sie- Erzähler fungieren. Hinzu kommt noch der Ich- Erzähler, der eine ganz spezielle Rolle einnehmen kann.

Bild zur Untermalung des Beitrags über Erzähler. Zu sehen sind vier Sprechblase mit: Ich- Erzähler, personaler, auktorialer und neutraler Erzähler.

Der Auktoriale Erzähler wird oft auch als allwissender Erzähler betitelt. Damit ist schon grob gesagt, dass dieser so zu sagen über den Dingen steht und alles weiß. Er kennt somit die Ansichten und Gefühle aller Charaktere in einer Geschichte. Ebenso kennt er die Zusammenhänge und kann Rückblenden und Vorausschauen geben. Im gewissen Sinne steht dieser Erzähler über den Dingen und kann Kommentare dazu abgeben. Hiermit bekomme ich als Leser einen umfassenden Überblick und weiß meistens mehr, als die gerade handelnden Personen. Im Juni bzw. Juli werde ich bewusst ein Buch in dieser Erzählform lesen, da es mir von der Autorin schon als solches angekündigt worden ist. Wie oben schon erwähnt, habe ich keine besondere Vorliebe und bin jeder Erzählform gegenüber offen.

Der Personale Erzähler ist im Gegensatz zum Auktorialen Erzähler nicht allwissend. Er erzählt meist die Geschichte aus der Sicht einer einzelnen Person oder aber auch von mehreren. Dabei schlüpft der Erzähler in die Rolle dieser Person, was man im Text durch die Verwendung der Personalpronomen Er und Sie erkennen kann. Somit ist das Wissen des Erzählers sehr eingeschränkt. Er kann nur das eigene Wissen und seine Erfahrungen mitteilen. Mehr Eindrücke gewinnt man als Leser hier nur durch wechselnde Erzähler. Dies wird gerne bei Kriminalromanen und auch Liebesromanen verwendet. So kenne ich als Leser beide Sichtweisen und kann verfolgen, wie die einzelnen Parteien zu Erkenntnissen gelangen, die mir ein anderer Erzähler bereits mitgeteilt hat. Ich mag diese aufeinander zulaufenden Erzählungen.

Der Neutrale Erzähler ist keine handelnde Person und kommentiert auch nicht das Geschehen. Es hat eher etwas von einer beschreibenden Erzählung. Durch den Neutralen Erzähler bekommen wir nur einen Blick auf die Geschichte und es gleicht einer Art Bericht über die handelnden Personen. Gerne wird diese Form genutzt, wenn die Personen über Dialoge und auch Monologe miteinander kommunizieren. Bewusst habe ich noch keine Geschichte in dieser rein neutralen Erzählform gelesen.

Zum Schluss noch der Ich- Erzähler, der eine ganz spezielle Rolle einnimmt. Hier erfährt man als Leser nur das, was der Ich- Erzähler selbst weiß, sieht und erfährt. Wobei der Erzähler sowohl auktoriale wie auch personale Eigenschaften mitbringen kann. Wird zum Beispiel die Geschichte als zurückliegendes Erlebnis geschildert, dann ist der Ich- Erzähler allwissend in Bezug auf das Geschehen und nimmt somit die auktoriale Erzählperspektive in der Ich Form ein. Sind wir aber im Hier und Jetzt erzählt der Ich- Erzähler in personaler Form die Geschichte. Aktuell lese ich gerade einen Liebesroman von Marie Force: Bis du mich berührst. Hier fungieren die Protagonisten wechselweise als Ich- Erzähler. So bin ich als Leser über die Gefühlslage beider Seiten informiert und weiß mehr, als die einzelne Person.

Womit wir bei den wechselnden Erzählern angekommen sind. Ich bin ein Fan von wechselnden Perspektiven. Ich finde es spannenden tiefer in mehrere Figuren eindringen zu können. So habe ich das Gefühl live dabei zu sein. Ich fiebere mit den Charakteren bzw. den Erzählern auf das Finale hin. Und bin immer wieder fasziniert davon, wie es schlussendlich zum Finale kommt. Ob nun Liebesroman oder Thriller, der Weg zum Ziel ist mein absolutes Lesehighlight. Dabei ist mir das ziemlich egal wie offensichtlich manchmal das Ende zu Beginn schon ist. Wie gesagt, der Weg ist das Ziel und der Weg wird durch den bzw. die Erzähler bestritten.

Hast du eine bevorzugte Erzählperspektive? Magst du eine Erzählform überhaupt nicht?

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