Das Salzverkrustete Buch von Julia Jones

Das Salzverkrustete Buch von Julia Jones

Beitragsbild zur Rezension mit Cover vom Jugendbuch: Das Salzverkrustete Buch von Julia Jones erschienen im Kontrabande Verlag

Meine Meinung

Hier hat mich ganz klar das Cover zum Buch hingezogen. Es ist ein wunderschön gemaltes Bild. Man kann die roten Segel eines Bootes erkennen und dessen Spiegelung im Wasser. Darüber hängen tief die weißen Wolken über dem Meer, während sich dahinter die Sonne verbirgt und man nur ihren Glanz auf der Wasseroberfläche wahrnehmen kann.

„Das salzverkrustete Buch“ von Julia Jones erschien im Kontrabande Verlag. Es ist der erste Band der Strong-Winds-Reihe und richtet sich an Leser ab einem Alter von zehn Jahren. Wobei ich dazu tendiere, das Alter noch ein wenig höher anzusetzen, auf das Alter von 13 Jahren entsprechend dem Protagonisten Donny Walker. Dieser entdeckt eher zufällig seine Liebe zum Segeln, während er in einer Pflegefamilie ausharren muss.

„Donny ging natürlich zur Schule und tat all die normalen Dinge – aber das Normale in der Schule und das Normale zu Hause waren verschiedene Realitäten. Sie vermischten sich gewöhnlich nicht.“

Donny hat eine gehörlose Mutter, die von den Behörden nicht als sorgeberechtigt eingestuft wird. Nach dem Tod der Großmutter reisen die beiden Richtung Ostküste, um dort die Schwester der Großmutter am Hafen zu treffen, die aus Shanghai dort anlanden soll. Doch außer Donny scheint keiner an die Existenz dieser ominösen Dame zu glauben, und so landet er nach einem Unfall in der Obhut der Behörden, während seine Mutter in eine Klinik verfrachtet wird, zu der er keinen Zugang erhält.

„Er war hier auf sich allein gestellt, ein Schiffbrüchiger, ausgesetzt in unerforschten Gewässern.“

An dieser Stelle musste ich schon arg schlucken und verstand die Willkür der Behörden nur bedingt. So fiel es mir schwer, den weiteren Erzählungen, die von Donny in der dritten Person erfolgten, zu folgen. Zwischendurch vermisste ich immer wieder den roten Faden hin zur Schwester der Großmutter. Die Behörden in Form eines Polizisten und einer vermeintlichen Sozialarbeiterin waren einfach nicht von dieser Welt. Sie waren für mich mehr als kinderfeindlich, was mich zu meiner Einschätzung des Lesealters bringt. Natürlich gibt es auch in Kinder- und Jugendbüchern nicht immer nur heile Welt. Doch die hier aufgezeichnete war für mich persönlich einfach zu viel des Guten.

Ich konnte beim Lesen nur schwer eine Beziehung zum Protagonisten aufbauen, und zu allen anderen Personen noch viel weniger. Die Pflegeeltern hatten auch kein wirkliches Interesse an ihren Schutzbefohlenen, sondern sahen diese wohl eher als Einnahmequelle, dabei sollte man bei einer Pastorin doch etwas anderes erwarten. So passten meine Vorstellungen und das Gelesene nur selten zusammen, was mich immer wieder dazu brachte, das Buch zur Seite zu legen. Ich weiß, das es nicht unbedingt unrealistisch ist, aber es passte gerade nicht zu meinen Lesevorlieben.

In Etappen habe ich über einen Zeitraum von zwei Monaten immer wieder ein paar Seiten gelesen und mir am Ende die letzten 100 Seiten vorlesen lassen. Hier kam dann endlich etwas Spannung auf, und die Geschichte wurde für mich plausibel. Für mein Empfinden dürfte das Buch deutlich gekürzt werden, um die langatmigen Passagen und die Wiederholungen rund um die immer gleiche Bedrohung durch den Polizisten zu entfernen.

Ich hätte mir ein bisschen mehr Fokus gewünscht. Die Erzählungen rund ums Segeln und seine Abenteuer auf dem Wasser fand ich lesenswert, und diese Zeilen haben dafür gesorgt, dass ich das Buch nicht abgebrochen, sondern bis zum Ende gelesen habe. Im Plot steckt für mich sehr viel Potenzial, das aber nicht voll und ganz ausgeschöpft worden ist.

Bist du schon mal in einem Optimisten gesegelt? Magst du Geschichten von Kindern in Pflegefamilien, die versuchen, sich unter dem Radar zu bewegen? Dann könnte „Das salzverkrustete Buch“ von Julia Jones etwas für dich sein. Es geht um einen 13-jährigen Jungen, der von heute auf morgen quasi seine ganze Familie verliert und nun den Behörden ausgeliefert ist. Nur im Segeln findet er seine Kraft und seine Hoffnung, dem Ganzen entfliehen zu können. Für mich war die Geschichte nur mit Einschränkungen spannend, aber das kann für dich ja ganz anders aussehen.

Inhaltsangabe

Nach dem Tod seiner Großmutter Edith bricht für den dreizehnjährigen Donny Walker und seine gehörlose Mutter Skye die letzte Stabilität weg. 

Behörden zweifeln Skyes Fähigkeit an, für ihren Sohn zu sorgen. Skye und Donny fliehen in einem alten Campingbus Richtung Ostküste, wo eine unbekannte Großtante Ellen aus Shanghai auftauchen soll.

Doch eine Panne führt zur Eskalation: Skye gerät in Panik, wird sediert und in eine psychiatrische Klinik verlegt, Donny bleibt allein zurück und wird zum „Fall“ der Jugendhilfe. In Suffolk landet er in einer Pflegeunterbringung, während Polizei und Hafenbehörden Ellen für „nicht existent“ erklären.

Donny findet Halt bei neuen Bekanntschaften und entdeckt am Wasser eine unerwartete Begabung fürs Segeln.

Bibliografie

Cover vom Jugendbuch: Das Salzverkrustete Buch von Julia Jones erschienen im Kontrabande Verlag

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Autor: Julia Jones
Lesealter: ab 10 Jahren
Reihe: Strong Winds Band 1 von 4
Genre: Jugendbuch, Abenteuerroman
Verlag: Kontrabande Verlag
ISBN/ ASIN: 978-3911831543
Erscheinungsdatum: 22. Februar 2026
Format: Ebook und Taschenbuch u.a. bei Amazon erhältlich*
Seitenzahl: 288
Leseexemplar: Ja
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Es wurde mir vom Kontrabande Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Quellen: Klappentext und Cover Original: ©Kontrabande Verlag


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