Zeilen ans Meer von Sarah Fischer

Rezension: Zeilen ans Meer von Sarah Fischer

Zeilen ans Meer

von Sarah Fischer

Über das Buch „Zeilen ans Meer“ vom Bastei Lübbe Verlag habe ich mich sehr gefreut. Als Küstenkind kann ich vom Meer nicht genug bekommen. Und so begleitete mich dieses wunderschöne Hardcover Rezensionsexemplar auf meiner Kreuzfahrt von Palma de Mallorca nach Hamburg.

Der Inhalt ist ganz und gar meins. Ich selbst bin direkt an der Küste groß geworden und habe regelmäßig in den Flutmarken nach Flaschenpost Aussicht gehalten. Die ein oder andere habe ich auch gefunden. Daraus entstanden zum Teil jahrelange Brieffreundschaften. Die längste war mit einem Flaschenpostfreund aus Glasgow. Ich weiß nicht mehr genau wie lange die Flasche unterwegs war, als ich sie fand war ich etwa 15 Jahre alt und Christopher ebenso. Wir haben uns geschrieben bis wir etwa 23 waren. So konnte ich fleißig englisch schreiben üben. Irgendwann kamen dann Partner dazwischen und die Brieffreundschaft schlief ein.

Sketchnote zum Roman Zeilen ans Meer von Sarah Fischer

Meine Meinung

Bei dem Cover muss ich irgendwie an meinen Vater denken. Er hat uns Kindern beigebracht, wie man diese kleinen Boote falten kann. Wie oft haben wir am Küchentisch gesessen, kleine Boote gefaltet und nach draußen geschaut. Auf dem schönen Buchumschlag sieht man kleine Papierboote auf der Fensterbank mit Blick aufs Meer. Eine Möwe trotzt dem Regen und fliegt am Fenster vorbei. Für mich ein schönes Bild, durch das ich auf das Buch aufmerksam geworden bin.

Der Roman ist keine klassische Erzählung einer Liebesgeschichte, sondern viel mehr ein aktiver Austausch der Protagonisten. Lena und Sam lernen sich durch ihre Flaschenpost kennen und kommen in einen regen Briefkontakt. Über die Ozeane hinweg entwickelt sich eine Brieffreundschaft von Deutschland nach Australien. Durch die einzelnen Briefe bekomme ich als Leser einen tiefen Einblick in die Protagonisten. Ich erfahre etwas über ihren Alltag, ihre Wünsche und Träume. Ich finde es spannend den Briefwechsel zu verfolgen.

Für die Jugend von heute ist die Faszination dieses Buches vermutlich kaum nachzuvollziehen. Im Zeitalter von Emails und Skype kann man die Sehnsucht auf eine Antwort nur schwer verstehen, da heute eine Antwort innerhalb von Sekunden da sein kann. Bei Briefen kann das schon mal etwas länger dauern. Ich bin von der Umsetzung des Buches immer noch ganz begeistert. Der Briefwechsel hat mich an meine Jugend erinnert. Wie oft bin ich im Winter nach dem Sturm an den Deich gegangen, in der Hoffnung eine Flaschenpost zu finden. So einmal im Jahr hatte ich auch Glück. Und war immer wieder fasziniert, wie lange die Flasche unterwegs war und welchen Kurs sie genommen hat.

Im Buch war die Flasche 15 Jahre unterwegs. Wie unwahrscheinlich, dass dann die Adresse des Absenders noch passt. Für mich als kleine Romantikerin ist die Vorstellung einfach schön und so habe ich den Briefwechsel mit einem Lächeln im Gesicht genossen.

Für mich ist es ein beeindruckender Roman, der mal wieder zeigt, wie schön doch die analoge Welt sein kann. Wir sollten alle mal wieder zu Papier und Stift greifen und einen Brief schreiben. Ich finde, man kann in Briefen viel mehr ausdrücken, als in einer Email oder kurzen Nachricht. Für mich sind Briefe immer noch etwas ganz besonderes. Bei meinem nächsten Heimaturlaub sollte ich mal in meine Briefkiste von damals Blicken. Mal sehen welche ich da noch so finde.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung. Es ist ein toller Roman voller Liebe, Freude und Sehnsucht nach Meer.

Inhalt

Der Australier Sam findet auf seiner Joggingrunde eine Flaschenpost. Die hat vor über fünfzehn Jahren die junge Deutsche Lena am Ende ihres Work & Travel-Jahres ins Meer geworfen, darin ein Brief mit ihren Wünschen und Träumen für die Zukunft. Er schreibt ihr, ohne mit einer Antwort zu rechnen. Doch Lena bedankt sich beim Finder, und es beginnt eine Freundschaft, die sich mit jedem Brief vertieft. Bis die Liebe ins Spiel kommt. Doch kann man sich in einen Menschen verlieben, den man noch nie gesehen oder gesprochen hat? Dem man sich nah fühlt, obwohl er so weit weg ist?

(Quelle: Bastei Lübbe)

Details zum Buch

Zeilen ans Meer von Sarah Fischer

Zeilen ans Meer

von Sarah Fischer

Frauenroman
Formate: Hardcover, eBook
Seiten: 272
erschienen am: 29.03.2019
Verlag: Bastei Lübbe

Rezensionsexemplar

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2 Kommentare

  1. Herzlichen Dank, liebe Kerstin, für das Neugierig-Machen auf das Buch!
    Wie schön, dass du auch von deiner eigenen Fazination an Flaschenposten erzählst. Ich glaube, da verbindet uns was. :-)
    Was macht eigentlich diese Faszination aus?
    Ich hab mal darüber nachgedacht. Ob bei meiner Grübelei etwas Geistreiches herausgekommen ist, weiß ich allerdings nicht. Aber du kannst ja mal gucken und, wenn du magst, deine eigene Meinung dazu schreiben: https://flaschenposten.wordpress.com/2016/05/18/flaschenposten-raetsel-faszination-und-form/
    Und…
    …den Buchladen von Hauke Harder, dessen Blog „leseschatz“ in deiner Blogroll steht, kenne ich. Willste wissen, wieso? Hm, es schickt sich nicht, Blogkommentare mit eigenen Links zu pflastern. Aber, na gut, ;-) wenn das Fragen denn nicht aufhören will: https://flaschenposten.wordpress.com/2016/04/14/flaschenpostgeschichten-ein-abend-mit-kaeptn-kork/
    Liebe Grüße von der Ostsee
    Peter

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Peter, für mich ist das Unbekannte die Faszination. Woher kommt sie, welchen Weg kann sie genommen haben und welche Geschichte steckt hinter der Flaschenpost.
      Ich werde mir am Wochenende mal in Ruhe deine Beiträge anschauen.
      Die Flaschenpost war auch eine Art Suchspiel für uns Kinder damals. Wer findet als erstes eine Flasche mit Brief? So konnte ich zumindest sehr lange mit meinem Vater am Deich spazieren gehen. Man konnte ja nie wissen, wo eine Flaschenpost ankommt. Also gingen wir immer weiter und schwups war ganz viel Frischeluft geschnappt und das ganz freiwillig. :-)
      LG Kerstin

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